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Nachwuchstalente: Future Talents Report 2021 zur Generation Z

Nachwuchstalente: Wie hip und grün müssen Arbeitgeber heute sein?

Die Nachwuchstalente der Generation Z sind anspruchsvoll. So haben sie recht genaue Vorstellungen darüber, wie hip und „grün“ Arbeitgeber heute sein müssen. Welche weiteren wertvollen Hinweise der Future Talents Report 2021 von Clevis für das Recruiting junger Menschen gibt, verrät Janine Zimmermann.

Unverzichtbar: Das Buhlen um die Nachwuchstalente

Die Nachfrage nach guten Mitarbeitenden und jungen Talenten in Unternehmen ist groß. Dabei kommt der Generation Z eine ganz besondere Bedeutung zu. Denn der Arbeitsmarkt wird sich massiv verändern. Ein Großteil der sogenannten Babyboomer wird in den nächsten Jahren in Rente gehen. Die Generation Z – also die nach 1995 Geborenen – wird immer mehr das Arbeitsleben bestimmen. Als Digital Natives gelten sie als Ideengeber für die Digitalisierung und Wegbereiter für die Zukunft. Umso wichtiger ist es für Betriebe, die Besten für sich zu gewinnen.

Wie das gelingen kann? Die Top-3-Gründe, warum sich junge Menschen für ein Unternehmen entscheiden, sind laut dem Future Talents Report 2021:

  • der Ruf des Unternehmens
  • die guten Entwicklungsmöglichkeiten der Mitarbeitenden und
  • die Atmosphäre beim Vorstellungsgespräch.

Der Future Talents Reports der Unternehmensberatung Clevis befragt jedes Jahr mehrere tausend PraktikantInnen und WerkstudentInnen und ist seit Jahren die größte Studie dieser Art.

Umwelt- und sozialbewusste Betriebe bevorzugt

Grundsätzlich ist es jungen Menschen wichtig, dass ihr Arbeitgeber Verantwortung für die Gesellschaft und die Umwelt übernimmt. Je höher das Umwelt- und Sozialbewusstsein eingeschätzt wird, desto zufriedener sind die jungen Talente insgesamt mit dem Unternehmen. Auf die Frage, welche Faktoren für sie zu den drei wichtigsten bei der Wahl des Arbeitgebers gehören, gab ein Sechstel der PraktikantInnen sozialen Impact und Nachhaltigkeit an. Zudem ist die Quote der Teilnehmenden, die sich erneut bei einem Unternehmen bewerben würden, höher, wenn sie das Gefühl haben, für ein umwelt- und sozialbewusstes Unternehmen zu arbeiten.

Unternehmen sollen sich für die Werte der Generation Z einsetzen

Dieser Zusammenhang lässt darauf schließen, dass Nachwuchstalente Teil eines Systems sein wollen, das sich für ihre Werte einsetzt. Entsprechend macht die Generation Z häufiger als die Generation Y ein Praktikum in einem Unternehmen, in dem Corporate Social Responsibility eine Rolle spielt.

Dieser freiwillige Beitrag von Unternehmen umfasst ökologische, ökonomische und soziale Aspekte. Wer sich für die Werte eines Unternehmens interessiert, gilt zudem als besonders gewissenhaft. Dieses Persönlichkeitsmerkmal ist eines der am besten untersuchten psychologischen Merkmale und steht in Zusammenhang mit beruflichem Erfolg.

Gewissenhafte Menschen sind beispielsweise zielstrebig, genau und verlässlich. Merkmale, die sich positiv auf die Bildungskarriere und Arbeitsleitung auswirken. Es sollte Betrieben daher ein ausdrückliches Anliegen sein, die Bedürfnisse der Future Talents ernst zu nehmen, um diese zu gewinnen und auch langfristig binden zu können.

Sozial- und Umweltbewusstsein bei Arbeitgebern kaum ersichtlich

Leider tun das immer noch zu wenige. Das Urteil der Future Talents über das Sozial- und Umweltbewusstsein ihrer Arbeitgeber fällt laut Future Talents Report 2020 harsch aus: 40% der Unternehmen werden als mittelmäßig bis gar nicht umwelt- und sozialfreundlich bewertet.

Oftmals haben hier größere Startups die Nase vorne. Sie sind näher an der Generation Z und stehen in der Regel für Werte ein, die von den Nachwuchskräften geteilt werden. In Kombination mit wirtschaftlichem Erfolg bietet das für junge Menschen die Möglichkeit, Teil einer unternehmerischen Erfolgsstory zu sein.

Ein realistisches Bild zeichnen

Da der Klima- und Umweltschutz auch zukünftig ein gesellschaftliches Topthema sein wird, können Unternehmen davon ausgehen, dass sich dieser Trend fortsetzt. Das Thema als Modeerscheinung zu ignorieren, wird Unternehmen im War for Talents schaden.

Doch allein „grün“ zu sein, reicht nicht aus. Themen wie Respekt, Wertschätzung und Vielfalt gehören zum guten Ruf eines Unternehmens heutzutage mindestens genauso dazu. Junge Menschen möchten als wertvolle Nachwuchstalente angesehen werden, ganz gleich welcher Herkunft und Kultur, welches Alters, welcher geschlechtlichen Identität, welcher sexuellen Orientierung oder welcher Glaubensrichtung und Weltanschauung. Immer mehr Betriebe sehen Vielfalt als Schlüssel für ihren Erfolg.

Am Zahn der Zeit zu agieren und zu akquirieren, kann also den entscheidenden Schlüsselfaktor im War for Talents darstellen! Aber Vorsicht: Unternehmen müssen halten, was sie versprechen. Wer sich im Rahmen seines Employer Brandings nur grünwäscht, fliegt schnell auf! Die Generation Z gilt als besonders kritisch.

Werte müssen wirklich gelebt werden. Daher heißt es für Unternehmen, ein möglichst realistisches Bild der Arbeitsumgebung und des Arbeitskontexts zu zeichnen. Erkennen junge Talente den guten Willen von Arbeitergebern, deren Bedürfnissen gerecht zu werden, sich gegebenenfalls dafür neu zu finden oder umzuorientieren, haben diese Unternehmen eine echte Chance. Es ist also nicht zu spät!

Nachwuchstalente sind wählerisch

Täglich frisches Obst und ergonomische Arbeitsplätze: damit locken Unternehmen schon längst keine jungen BewerberInnen mehr in ihr Unternehmen. Diese Benefits sind weder ein Alleinstellungsmerkmal noch ein schlagendes Argument. Unternehmen müssen deutlich fortschrittlicher denken!

Junge Menschen wollen mehr und haben meist ganz konkrete Vorstellungen. Sie wünschen sich einen hohen Grad an Selbstbestimmung, eine ausgewogene Work-Life-Balance, die Möglichkeit zur flexiblen Arbeitszeitgestaltung und zur digitalen Zusammenarbeit sowie die dafür notwendige IT-Ausstattung. All das sollte mitgedacht werden.

Gerade das vergangene Jahr, in dem viele Praktika zu einem überwiegenden Teil online stattfinden mussten, hat gezeigt, wie gut sich die Generation Z in der digitalen Arbeitswelt zurechtfindet. Denn die Zufriedenheit mit der Kommunikation im Unternehmen ist von 2019 auf 2020 sogar gestiegen.

Das zeigt: Richtig angegangen, ist digitale Kommunikation für die Digital Natives kein Hindernis, sondern vielmehr Fortschritt und Chance.

Chance auf persönliches Wachstum ist attraktiv

Ein weiteres wichtiges Argument für junge Menschen bei der Wahl eines Arbeitgebers sind Entwicklungsmöglichkeiten für Mitarbeitende im Unternehmen. Dabei geht es vor allem um das persönliche Wachstum. Interessanter als herkömmliche Statussymbole sind also Möglichkeiten, im eigenen Arbeitsumfeld als Person wachsen zu können.

Bedeutsam ist zudem die Frage nach einem tieferen Sinn der eigenen Arbeitstätigkeit – dem so genannten Purpose. Beschäftigte sollten idealerweise den tieferen Sinn ihrer Arbeit verstehen und die Werte des Unternehmens teilen. Im richtigen Umfeld kann man dadurch echte Passion erwarten. Das alles hört sich jetzt nach „verzogenem Wunschkonzert“ an – und ja, zu einem gewissen Teil ist die junge Generation auch wirklich wählerischer.

Duzkultur, Augenhöhe und Storytelling

Future Talents wünschen sich eine Ansprache auf Augenhöhe. Hierarchie-Gehabe und künstliche Distanz sind längst passé. Die meisten Nachwuchstalente bevorzugen ein „Du“ statt ein „Sie“. Dies gilt vor allem für weibliche Nachwuchstalente. Sie fühlen sich wohler, wenn sie in der Bewerbungsphase geduzt werden. Dies ist zwar kein Grund, die Kommunikationskultur eines Unternehmens grundlegend zu ändern. Doch verringert das Angebot zum „Du“ die Distanz und bewirkt für so manche unsichere Kandidatinnen Wunder.

Auch spielt das Storytelling in der Kommunikation mit jungen Talenten eine zunehmend wichtige Rolle. Junge Menschen wollen Teil eines Teams mit einer gemeinsamen Mission werden. Diese aufzuzeigen und darzustellen, wie das Unternehmen den BewerberInnen einen persönlichen Mehrwert bietet und die Möglichkeit eröffnet, Teil der unternehmerischen Erfolgsgeschichte zu werden, können den Ausschlag für die Arbeitgeberwahl geben.

Nicht zu unterschätzen, ist außerdem die digitale Mundpropaganda im War of Future Talents. Hier sollten Arbeitgeber auch die Kanäle im Blick behalten, die sie nicht selber bespielen können. Um sich ein Bild davon zu machen, wie Arbeitgeber von anderen wirklich erlebt werden, konsultieren junge BewerberInnen gerne Bewertungsplattformen wie beispielsweise kununu.

Um die zukünftigen unternehmerischen Herausforderungen erfolgreich bewältigen zu können, ist es für Unternehmen elementar, schon heute die besten Mitarbeitenden für diese Aufgaben zu gewinnen. Das eigene Werteprofil zu schärfen und aktiv zu betonen, könnte dabei einer der Schlüssel zum Erfolg sein.

>> Download des Future Talent Reports 2021

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Janine Zimmermann

Janine Zimmermann von Clevis zur Nachwuchstalente Studie Future Talents Report 2021

 

Janine Zimmermann ist stellvertretende Studienleiterin des CLEVIS Future Talents Reports und Expertin in Sachen Nachwuchsbindung und -förderung. Seit mehr als 10 Jahren berät die Clevis GmbH Unternehmen in Fragen der Digitalisierung von HR, HR Strategie und Business Transformation.

Mit der Erfahrung von über 400 Projekten in diesem Kontext zählt das Clevis-Team zu den Top HR Spezialisten in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

>> zur Website von Clevis

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