Echometer: HR-Startup als Plattform für agile Retrospektiven

Echometer: HR-Startup baut digitalen Coach für agile Retrospektiven

Das HR-Startup Echometer bietet eine Plattform, die als digitaler Coach die Teamentwicklung auf Grundlage psychologisch relevanter Faktoren fördert. Beschäftigte sollen so in die digitale Transformation einbezogen und selbstgesteuert aktiv werden. Wie das genau funktioniert und warum die Basis, ein ehrliches Mitarbeiterfeedback, so wichtig ist, verrät mir Co-Founder Christian Heidemeyer im Interview.

Was ist Echometer?

Hallo Christian, würdest Du Dich und Echometer kurz selbst vorstellen?

Hallo Stefan, ja sehr gerne. Mein Name ist Christian Heidemeyer, ich bin 27 Jahre alt und habe Echometer 2019 mit Jean Michel Diaz und Robin Roschlau in Münster gegründet. Wir haben uns aber bereits einige Jahre vorher über die Startup School der Bielefelder Founders Foundation, eine Initiative der Bertelsmann Stiftung, kennengelernt. Zu dieser Zeit haben wir recht schnell unsere gemeinsamen Interessen und Fähigkeiten erkannt. So ist das Echometer Gründerteam entstanden.

Echometer ist ein digitaler Coach, der Teamentwicklung auf der Grundlage psychologisch relevanter Faktoren fördert. Mitarbeiter und Teams in Organisationen erhalten die notwendigen Werkzeuge an die Hand, um ihr Arbeitsumfeld aktiv zu gestalten und so das Beste aus ihrer Zusammenarbeit herauszuholen.

Wie die Idee zu Echometer entstand

Wie seid ihr auf die Idee für Eure Softwarelösung Echometer gekommen?

Die Idee hinter Echometer entstand aus dem Mix unseres betriebswirtschaftlichen, psychologischen und IT-Wissens. Jean, Robin und ich teilen alle die gleichen Werte und verstehen das Potenzial agiler Arbeitsmethoden.

Unser Ziel ist klar: Wir wollen die Top-Down-Struktur auf den Prüfstand stellen und den Teams die Möglichkeit geben, ihr volles Potenzial selber zu entfalten. Allzu oft verlassen sich Unternehmen bei der Entwicklung ihrer Mitarbeiter auf Faktoren wie Umsatz und Produktivität. Heute spielen jedoch auch psychologische Faktoren wie Zufriedenheit, Kultur und Arbeitsklima eine wichtigere Rolle.

Wir glauben, dass das Feedback der Mitarbeiter selbst am besten in Maßnahmen umgewandelt werden kann. Und Maßnahmen nicht unbedingt nur von oben kommen sollten.

Mit Echometer die Teamentwicklung messbar und skalierbar machen

Ihr wollt mit Eurer Software erreichen, dass Mitarbeiter die agile Transformation selbst aktiv gestalten. Was bedeutet das genau?

Echometer kombiniert psychologische Erkenntnisse mit Best Practices agiler Arbeitsmethoden und schafft so eine einzigartige Lösung, um Mitarbeiter in den Feedback-Prozess einzubeziehen. Das Herzstück der Software sind die Team-Workshops, oft auch Retrospektive genannt. In regelmäßigen und abwechslungsreichen Workshops reflektieren die Teilnehmer auf spielerische Weise über ihre Erfolge und Herausforderungen der vergangenen Wochen und arbeiten gemeinsam an der Schaffung einer besseren Teamkultur. Dieser Prozess macht die Teamentwicklung in Unternehmen messbar und skalierbar.

Wie funktioniert Echometer?

So funktioniert Echometer in drei Stufen:

  • Es werden gezielte Umfragen für das Team bereitgestellt.
  • So wird Echometer zum Schlüssel der Retrospektive: Teams setzen sich zusammen und besprechen die Ergebnisse der kurzen Befragung. Echometer leitet diesen Prozess fundiert durch. Schließlich führt es zu einem offenen Austausch über ihre Wünsche und Bedürfnisse und steigert das Wohlbefinden im Team.
  • Schließlich legt das Team konkrete Verbesserungsmaßnahmen fest, die in der nächsten Retrospektive erneut bewertet werden. So kann auch ein langfristiger Verbesserungsprozess in Gang gesetzt und nachvollzogen werden.

Selbstreflexion der Teams triggern

Lässt sich Selbstreflexion tatsächlich von außen wirksam triggern?

Das ist das Schöne daran: die Selbstreflexion wird sowohl von außen als auch von innen getriggert. Nehmen wir ein konkretes Beispiel von einem unserer Kunden. In einem Team wurde folgende Frage in die Runde gestellt: “Wir arbeiten gemeinsam auf ein oder mehrere klare Ziel(e) hin?”. Schon allein dadurch, dass alle die Frage nach dem Thema „Ziele“ für sich selbst beantworten, wird zur Selbstreflexion animiert.

Während des Workshops können alle Teammitglieder sehen, wie die Frage von den anderen Teilnehmern (m/w/d) anonym bewertet wurde. Im Fall unseres Kunden wurde deutlich, dass die meisten Teammitglieder offensichtlich kein klares Ziel vor Augen haben. Das ist natürlich aus verschiedenen Gründen suboptimal. Deshalb wurde ein Zielfindungs-Workshop einstimmig als Maßnahme definiert.

Gehen traditionelle Organisationen und Selbstreflexion gut zusammen?

Wie gehen Beschäftigte in traditionell strukturierten Organisationen mit dem Thema Selbstreflexion beziehungsweise mit Retrospektiven um? Ist dort aus Eurer Sicht große Offenheit für grundlegende Veränderungen spürbar?

Man könnte meinen, dass es zunächst eine bestimmte Abneigung geben würde. Wenn neue Tools und Arbeitsmethoden eingeführt werden, braucht es sicherlich immer eine gewisse Eingewöhnungszeit. Grundsätzlich merken wir aber: Sowohl Angestellte als auch Manager sind in der Regel absolut bereit, über ihre Arbeitsgewohnheiten nachzudenken und glauben, dass sich vieles noch verbessern lässt. Zum einen werden die Mitarbeiter stärker in den Prozess einbezogen, zum anderen kann das Management-Level die Personalentwicklung besser messen, was besonders relevant für sie ist.

Da wir das Tool intuitiv gestalten, haben wir bisher sehr gute Erfahrungen auch mit traditionellen Organisationen gemacht. Die Plattform bietet verschiedene Vorlagen an und lässt viel Raum bei der Gestaltung von Umfragen. Der psychologische Inhalt und die Tatsache, dass alles auch remote funktioniert, kommt sehr gut an.

Wie mit den Ergebnissen aus Echometer umgehen?

Welchen Einfluss können die Ergebnisse aus Echometer im Bottom-up-Prozess auf die weitere Transformation des Unternehmens leisten? Was ist dafür notwendig?

Echometer schafft Raum für Mitarbeiter-Feedback und konkrete Maßnahmen, um das Team und letztendlich das Unternehmen zu verbessern. Schnell tritt der Effekt ein, dass Teammitglieder dazu ermutigt und befähigt werden, mehr Verantwortung zu übernehmen. Sie entwickeln Lust mitzuwirken.

Langfristig hat dies einen Einfluss auf die Kultur und Kernstruktur des Unternehmens. Hierarchien werden abgebaut, da ein Mentalitätswechsel hin zu einer Gemeinschaft stattfindet, in der jeder einen nennenswerten Beitrag leisten kann.

Dafür ist die Bereitschaft und Motivation der Teams, an sich zu arbeiten, notwendig. Vielleicht denkst Du jetzt „leichter gesagt als getan“. Doch wenn Teammitglieder von Anfang an dabei sind, ist diese Bereitschaft oft bereits vorhanden. Transformation muss nicht schwierig oder beängstigend sein, wenn die Menschen früh genug an Bord gebracht werden.

TWEET Die #Transformation von #Unternehmen muss nicht schwierig sein, wenn #Beschäftigte früh genug an Bord geholt werden.

Die Rolle von HR im Feedback-gestützten Transformationsprozess

Welche Rolle seht Ihr dabei für HR?

Letztlich geht es bei unserem Tool darum, HR zu entlasten, indem die Teams selbst Maßnahmen ableiten und Verantwortung dafür übernehmen. Sie kümmern sich quasi um ihre eigenen Themen. Schließlich wissen sie am besten, wo Verbesserungsbedarf besteht.

Gleichzeitig kann die Personalabteilung mit Hilfe unseres „Kulturbarometers“ erkennen, wo schwächere Teams sind und darauf aufbauend gezielte Unterstützung anbieten.

Wie sich Echometer weiter entwickeln soll

Wie sehen Eure weiteren Pläne für Echometer aus?

Langfristig wollen wir der „go to digital“-Coach für Mitarbeiter werden und agile Arbeitsprozesse in die breite Masse tragen. Auf kürzere Sicht besteht unser nächster großer Schritt darin, Anfang 2021 eine neue Finanzierungsrunde abzuschließen. Damit wollen wir unter anderem mehr Ressourcen in Vertrieb und die Entwicklung unseres eigenen Teams zu investieren. Was die Plattform angeht, so testen wir derzeit neue Funktionen wie die Mitarbeiterentwicklung über „Peer-Feedback“.

Mit Blick auf die aktuelle Zeit und der wachsenden Zahl von Teams, die von zu Hause arbeiten, wollen wir unser Tool so weiterentwickeln. Dann sind wir noch besser für Remote-Teams geeignet!

Vielen Dank für die spannenden Antworten und viel Erfolg mit Eurem HR-Startup Echometer!

Über den Interviewten

Christian Heidemeyer - Co-Gründer von EchometerChristian Heidemeyer (in der Mitte) gründete 2019 zusammen mit Jean Michel Diaz und Robin Roschlau das Software-Tool Echometer, das mit psychologischem Know-How Teams und Mitarbeitende durch Retrospektiven unterstützt und zu Bestleistungen befähigt. Als Managing Director ist er dort vor allem für Growth-Themen verantwortlich.

Christian absolvierte sein Studium der Psychologie an der Universität Münster und der UCM Madrid. Vor Echometer veröffentlichte er mit Psytastic eine Psychologie-App, die spannende psychologische Fakten und Studien kurz und bündig erklärt.

Neben seiner Faszination und Begeisterung für Psychologie mag Christian Pizza, Optimismus, Sonne und Stille.

>> Zur Echometer-Website


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Stefan Scheller

Abbinder: Persoblogger Stefan Scheller

 

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