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kununu Kulturkompass im kritischen Praxistest

kununu Kulturkompass: Unternehmenskultur messen im Praxistest

Den kununu Kulturkompass stellte das Unternehmen aus Wien auf der Zukunft Personal Europe im September als eine von mehreren aktuellen Neuerungen vor. Aber was genau ist überhaupt Unternehmenskultur und wie wird diese Unternehmenskultur auf kununu gemessen und dargestellt? Mein kritischer Praxistest mit ausführlicher Bewertung.

kununu ist aus dem Dörnröschen-Schlaf erwacht

Es war recht still geworden um die größte Arbeitgeberbewertungsplattform im DACH-Raum. Auch wenn ich selbst erst kürzlich einen Beitrag zum Umgang mit negativen kununu-Bewertungen veröffentlicht habe. kununu konzentrierte sich vermeintlich ausschließlich auf den neuen Markt in den USA. Im Hintergrund jedoch wurde bereits fleißig an neuen Bausteinen für das Portal gearbeitet: So zum Beispiel am kununu Kulturkompass.

Zur Zukunft Personal in Köln im September hatte ich einen Termin mit kununu Geschäftsführerin Dr. Sarah Müller, um einen ersten Blick vorab auf das neue Feature zu werfen.

Der kununu Kulturkompass will Unternehmenskultur messen

Derzeit wird sehr viel über Unternehmenskultur gesprochen. Im Zusammenhang mit der digitalen Transformation geht es den Firmen darum, sich für die Zukunft neu aufzustellen. Als Schlagworte kommen dabei Themen wie New Work, Innovation und Digitalisierung zum Einsatz.

Was ist meint der Begriff Unternehmenskultur?

Bevor ich zu Einblicken in den kununu Kulturkompass sowie das Vermessen der Unternehmenskultur komme, die Frage: Was genau ist eigentlich Unternehmenskultur?

Der amerikanische Sozialwissenschaftler Edgar H. Schein, Professor für Organisationspsychologie und Management am MIT in Cambridge, gilt als einer der Mitbegründer der Organisationsentwicklung.

Nach Scheins Definition manifestiert sich die Unternehmenskultur in den wiederkehrenden Mustern im Fühlen, Denken und Handeln, die eine Organisation erfolgreich gemacht haben und die dadurch selbstverständlich geworden sind. Kultur zeigt sich also in den Handlungsweisen, die automatisch und ohne weiteres Hinterfragen wiederholt werden.

Unternehmenskultur kann man nicht schaffen, sie ist da

Auf Basis dieser Definition wird auch klar, dass Unternehmenskultur nicht im leeren Raum entsteht oder aus dem Nichts vom Unternehmen selbst geschaffen werden kann. Unternehmenskultur ist bereits vorhanden.

Unternehmen sind übrigens auch nicht deshalb erfolgreich, weil sie so eine tolle Kultur oder sogenannte Feelgood-Manager haben. Stattdessen ist die Kultur wie ein Schatten des Unternehmens.

Tweet #Unternehmenskultur #DATEVDigiCamp
Tweet zum Thema #Unternehmenskultur auf dem #DATEVDigiCamp

Mithin kann sie auch nicht durch Zielvorgaben oder Leitbilder vorgegeben werden. Sie muss zuerst gemeinsam entdeckt werden. Erst dann lässt sich über eine Anpassung der Organisation indirekt auch Einfluss auf das Verhalten der Mitarbeiter nehmen.

Der kununu Kulturkompass als Snapshot der Unternehmenskultur

Zugegeben, der von kununu verwendete Begriff „Kulturkompass“ hat schon eine ordentliche Flughöhe. Trotzdem passt er aus meiner Sicht ganz gut. Denn ein Kompass gibt Orientierung. Er unterstützt wesentliche Entscheidungen bei der Steuerung des Kurses. Die Transparenz der im Unternehmen gelebten Kultur kann Interessenten und zukünftigen Bewerbern bei der Wahl des passenden Arbeitgebers Orientierung bieten.

Über den sogenannten Cultural Fit (die kulturelle Passung zum Unternehmen) habe ich bereits mehrfach geschrieben. Allerdings hat sich gezeigt, dass Beschreibungen der Unternehmenskultur von Arbeitgebern austauschbar sind. Denn diese sind häufig nicht mehr als eine Anhäufung von Employer Branding Buzzwords.

Wie will der kununu Kulturkompass Unternehmenskultur messen?

Voraussetzung für das valide Messen oder Beschreiben von Unternehmenskultur sind wissenschaftlich bestätigte Methoden im Hintergrund. kununu verweist hier auf sein Whitepaper „kununu Kulturkompass – ein Werkzeug zur Beschreibung von Unternehmenskultur“. Demnach wurde die Methode zur Diagnose von Unternehmenskulturen von der NEO Culture GmbH entwickelt. Deren Gründer, Prof. Dr. Timo Meynhardt von der HHL Leipzig und Timm Richter, erläutern im Whitepaper die verwendete Methode, ihre wissenschaftliche Einordnung und Herleitung.

NEO Wertedialog als methodischer Kern des kununu Wertekompass

Als Basis für den Wertekompass von kununu wurden eine Reihe vorhandener quantitativer Verfahren und wissenschaftlicher Theorien zur Beschreibung von Unternehmenskulturen umfassend gesichtet und evaluiert. Die Autoren haben dabei erkannt, dass Unternehmenskultur ein sehr komplexes und schwer zu fassendes Phänomen ist und Messmethoden stets nur einzelne Dimensionen näher beleuchten können.

Beim kununu Kulturkompass lag dieser Fokus auf die für Arbeitnehmer besonders wichtigen Aspekte, die einen Einfluss auf die Arbeitgeberentscheidung nehmen. Auch mussten die Elemente der Unternehmenskultur bei der Datenerhebung leicht beschreibbar und praxistauglich sein. Gleiches gilt für die Aufbereitung und Darstellung der Ergebnisse.

Insofern ist mir wichtig zu betonen:

Der kununu Kulturkompass verfolgt mithin keinen wissenschaftlichen Absolutheitsanspruch. Es ist vielmehr ein Versuch, Unternehmenskultur praxistauglich zu beschreiben und zielgerichtet im Rahmen der Jobwahl transparent zu machen.

Die Datenerhebung für den kununu Kulturkompass

Seit Juli 2019 erfolgt eine explizite Datenerhebung auf der kununu-Plattform. Für meinen nun folgenden Praxistest, starte ich den Erfassungsdialog im entsprechenden Menüpunkt.

kununu Kulturkompass - Frage nach der Unternehmenskultur
Screenshot Datenerfassung kununu Kulturkompass

Insgesamt werden vier Dimensionen einzeln bewertet

  • Work-Life Balance
    In welchem Maße werden jobbezogene Rollenanforderungen oder die Erfüllung von individuellen Bedürfnissen spürbar?
  • Umgang miteinander
    Stehen Individualismus, Leistung und Sachorientierung oder aber Gemeinschaft, Respekt und Beziehungsorientierung im Vordergrund?
  • Führung
    Wird eher leitend oder partizipativ geführt?
  • Strategische Richtung
    Geht es um stabilisierendes Bewahren oder die Offenheit für Neues?

Dabei stehen jeweils 40, in Summe also 160, Beschreibungen zur Auswahl. Davon können Nutzer nur jeweils fünf bis zehn auswählen.

kununu Kulturkompass - Themenbereich Work-Life-Balance
kununu Kulturkompass – Themenbereich Work-Life-Balance

Unternehmenskultur zwischen klassischem und modernem Arbeiten

Die in viel Webdialogen ausgewählten Wertebegriffe werden nunmehr positiv wie negativ eine der beiden Seiten „klassisches Arbeiten“ oder „modernes Arbeiten“ zugeordnet.

kununu Kulturkompass - Wertetabelle
kununu Kulturkompass – Wertezuordnung

Auf der individuellen Ergebnisseite am Ende der Eingabe erfolgt ein Vergleich der eigenen Bewertung mit der durchschnittlichen Bewertung anderer Nutzer des gleichen Unternehmens.

Der kununu Kulturkompass im Unternehmensprofil

Zukünftig wird der kununu Kulturkompass unter dem Menüpunkt „Kultur“ im jeweiligen Unternehmensprofils erscheinen. Den aktuellen Entwicklungsstand zeigt folgender Screenshot:

kununu Kulturkompass - Startseiteneinbindung
kununu Kulturkompass – Einbindung ins Unternehmensprofil (Entwicklungsstand)

Direkt darunter erhalten die Besucher des Unternehmensprofils weitere Auswertungen zur Unternehmenskultur des Arbeitgebers bezogen auf die genannten vier Dimensionen.

kununu Kulturkompass - weitere Dimensionen
kununu Kulturkompass – weitere Auswertungen nach Dimensionen (Entwicklungsstand)

Wie ist das neue Feature kununu Kulturkompass zu bewerten?

kununu als Plattform hat sich in den letzten Jahren zu einem mächtigen Instrument entwickelt, mit dem Menschen Arbeitgeber kennenlernen können. Der Einfluss auf die Arbeitgeberwahl ist in vielerlei Hinsicht nachgewiesen.

Einzelfeedbacks mit größtem Mehrwert

Persönlich spannend finde ich insbesondere die Individualität der einzelnen Arbeitgeberbewertungen. Das direkte und ungeschminkte anonyme Feedback quasi. Dass am Ende daraus ein allgemeiner kununu-Score sowie Teilscores errechnet werden, ist ok. Denn diese machen die teilweise zahlreichen Einzelbewertungen greifbarer. Dennoch geht gerade bei aggregierten Darstellungen die dahinter liegende Bandbreite der Antworten ein wenig verloren. Alles orientiert sich am Durchschnitt.

In gleichem Sinne ist das pauschale Errechnen eines Werts für die Unternehmenskultur zu sehen. Auch hier verschwinden Einzelbewertungen in einem (für Außenstehende) nicht transparenten Verfahren im Hintergrund und treten erst als Anzeige auf der Tacho-Nadel (dem Kulturkompass) wieder zum Vorschein.

Die Anzahl der Grundmenge an Kulturkompass-Bewertungen macht Aussagen noch schwierig

Ein weiterer Klassiker in meinen Bewertungen. So lange sich die Grundmenge der Kulturkompass-Bewertungen auf kununu noch im einstelligen oder sehr niedrigen zweistelligen Bereich, darf das Ergebnis nicht überbewertet werden. Dennoch hat es bereits Auswirkungen auf die Wahrnehmung potentieller Bewerber.

Insofern ist es nur fair, dass die Anzahl der hinter dem Kulturkompass-Ergebnis stehenden Bewertungen deutlich im einleitenden Text sichtbar ist. Da die Grafik vermutlich trotzdem den Blick stärker auf sich zieht, besteht für Unternehmen zu Beginn die Gefahr einer gewissen Verzerrung.

Allerdings glaube ich auch, dass die Nutzer von kununu mündig genug sind, um bei ihrer Recherche weiter in die Tiefe zu gehen. Der kununu Kulturkompass bietet zumindest einen ersten Anreiz, sich weiter mit einem Arbeitgeber zu beschäftigen.

Sichtbarkeit von Veränderungen (noch) nicht gegeben

Auf Unternehmen lastet derzeit ein massiver Veränderungsdruck. Unter der Fahne der digitalen Transformation werden ganze Organisationen „auf den Kopf gestellt“. Viele orientieren sich deutlich stärker als früher an der Wertschätzung in Richtung Kunden. Sprich: Sie verändern sich. Hierauf nimmt der kununu Kulturkompass Stand heute natürlich noch keine Rücksicht.

Das gleiche Problem stellt sich bereits bei den Arbeitgeberbewertungen. Denn vor vielen Jahren erhaltene Bewertungen wirken noch immer nach. Auch wenn sich zwischenzeitlich möglicherweise gravierende Änderungen ergeben haben, zum Beispiel ein Management- oder Eigentümerwechsel sowie Teil-Verkäufe oder Unternehmenszukäufe.

Insofern freue ich mich, dass als weiteres Feature in Kürze eine zeitliche Entwicklung der Arbeitgeberbewertungen im kununu-Menü für alle sichtbar sein wird. Damit werden Veränderungen und Entwicklungen endlich transparent.

Für den Kulturkompass sollte zu gegebener Zeit eine vergleichbar gestaltete Anzeige implementiert werden. Das nur schon mal mit Blick auf die Zukunft.

Das Begriffspaar „traditionell“ und „modern“ birgt die Gefahr einer Wertung

Die Darstellung mittels Tachonadel beziehungsweise Kompass mag den Eindruck vermitteln, dass Unternehmen möglichst weit im rechten Bereich verortet sein sollten. Denn der Begriff „modern“ wirkt deutlich zukunftsfähiger als „traditionell“ („klassisch“ in der Studie wurde beim Kompass selbst in „traditionell“ umbenannt). Der Gegenbegriff zu „modern“ am anderen Ende der Werteskala, könnte fälschlicherweise gar mit „altbacken“ oder „veraltet“ übersetzt werden.

Gut finde ich insoweit, dass hier auf die typische Darstellung von roter hin zu grüner Farbe verzichtet wurde. Die beiden Farben blau und grün passen deutlich besser. Wenngleich natürlich „der grüne Bereich“ trotzdem eine positivere Assoziation hat.

Wenn man hinzunimmt, dass die Nutzergruppe von kununu tendenziell eher eine modernere Einstellung mit Blick auf die Nutzung von Social Media hat, verstärkt sich mein skeptischer Eindruck.

Ist modernes Arbeiten immer besser als traditionelles Arbeiten?

Hintergrund meiner übrigens generellen Befürchtung ist, dass Unternehmen derzeit moderne Tugenden, Methoden und Organisationsformen traditionellen Arbeitsformen gegenüber pauschal bevorzugen. Diese Denkhaltung auf Manager-Ebene könnte der kununu Kulturkompass möglicherweise weiter befeuern.

Bimodale Modelle sind hier deutlich vielversprechender. Denn sie zeugen von Wertschätzung sowohl gegenüber zu erhaltenden Arbeitsweisen als auch gegenüber modernen.

Work-Life-Balance hat auch mit dem Arbeitnehmer selbst zu tun

Was die Bewertungsdimension „Work-Life-Balance“ angeht, bin ich hin- und hergerissen. Denn diese hat in meinen Augen nur eine geringe organisationale Dimension. Vielmehr ist der individuelle Anteil mindestens genauso stark ausgeprägt. Was die eine Person bereits als stressig und überlastend betrachtet, motiviert eine andere erst. Darüber hinaus obliegt die Wahrung dieser Balance auch stark den Mitarbeitern selbst. Hier vom Arbeitgeber zu erwarten, dass man quasi auch ein gleichwertiges beziehungsweise erholsames Privatleben in der Freizeit hat, geht mir persönlich zu weit. Im Übrigen kann sich jeder trotz stressfreiem Job im Privatleben überlasten, beispielsweise bei zu extremen sportlichen Zielen.

Zwar verstehe ich wie die Bewertungsdimension gemeint ist, aber so richtig passt der Begriff meiner Meinung nach nicht.

Gesamt-Fazit zum kununu Kulturkompass

kununu hat mit dem Kulturkompass mehr als nur ein weiteres Feature geschaffen. Durch die Einbindung in die Unternehmensprofile auf der Plattform rückt die Unternehmenskultur weiter in den Fokus. Die Diskussionen dazu werden vermutlich zunehmen. Das ist sinnvoll und gut.

Die neuen Einblicke in die Unternehmenskultur dürfen nicht so verstanden werden, als dass es sich hier um eine objektive Messung handelt. Es sind (wie bei den Arbeitgeberbewertungen) verdichtete individuelle Wahrnehmungen.

Unternehmerisch erweitert kununu als Teil der New Work SE (gemeint ist das Unternehmen, formally known as XING SE) sein Portfolio in cleverer Weise. Bieten die Wiener doch mit kununu engage auch ein entsprechendes digitales Mitarbeiter-Feedback-Tool an.

In Summe freue ich mich als Kunde und Nutzer, dass mit dem kununu Kulturkompass weitere Möglichkeiten hinzukommen, um Arbeitgeber besser kennenzulernen. Der beschrittene Weg ist in jedem Fall spannend. Wir werden sehen, wohin er letztlich in der Praxis führt.

Zu den ebenfalls in Kürze verfügbaren Gehaltsbandbreiten verweise ich erst einmal auf meine allgemeine Stellungnahme zu anonym geposteten Gehältern. kununu schließt damit lediglich die langjährige Lücke zu glassdoor, LinkedIn und XING.

Ein Hinweis zur Verfügbarkeit / Sichtbarkeit des kununu Kulturkompass

Zum Zeitpunkt des Verfassens dieses Beitrags sind die genannten Features noch nicht für alle frei verfügbar. Dass kununu im Hintergrund an der technischen Integration arbeitet, merkt man aber an den teilweise verschobenen Layouts der aktuellen Unternehmensprofile mit ungewöhnlich großen freien Flächen zwischen den einzelnen Inhaltselementen.

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Stefan Scheller

Abbinder: Persoblogger Stefan Scheller

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6 Antworten

  1. Der Artikel zeigt ausführlich, worin die Stärken und die Schwächen von KUNUNU und XING eigentlich liegen. Vor allem die Verquickung des XING-Unternehmensprofils mit der automatischen Erzeugung, wenn eine gesetzte Anzahl an MA den Firmennamen im Netzwerk eingibt, führt i. d. R. zu Kununu-Profil-Anlagen mit allen Transparenzen und auch Zwängen. Prinzipiell kann ich hier Hr. Pohle auch sehr gut in seinem Ärger verstehen, weil man sich einem solchen Bewertungstool – genauso wie Google Business – nicht entziehen kann, aber der Suchende ggf. die Werte für bare Münze hält. 😉

    Dazu hatte ich heute auch ein Gespräch mit einem QM-Coach, der es treffend auf den Punkt brachte: alleine die statistischen Durchschnittsberechnungen sorgen dafür, dass man ab einer speziellen Anzahl an Bewertungen kaum bei 5,0 oder 1,0 landen kann. Dann bleibt noch der große Bereich irgendwo zwischen 3,x und 4,x als Menge übrig. Die Frage ist allerdings, ob hier auch Fake-Bewertungen (gekauft oder von Mitbewerber lanciert) entsprechend erkannt werden können.

    Es bleibt also bei allen bunten Graphen und Zahlenspielereien immer noch ein großes Potential an eigener Intelligenz oder einer notwendigen, sachlichen Bewertung der „Ergebnisse“ übrig, um sich ein erstes Bild von einem Unternehmen zu machen. Ob das jetzt bei der Arbeitgebermarke oder dem Jobsuchenden wirklich mehr bringt, lässt sich natürlich nicht sagen. Zumindest ist es sehr erhellend, wenn man z. B. bei Arbeitgeberkommentaren erkennen kann, dass man auf die Kritik nicht eingeht (eingehen will) oder bestenfalls mit Textbausteinen arbeitet. Es scheint nicht bekannt zu sein, dass man die Kununu-Bewertungen danach filtern kann und das selbst ausgeschiedene (oder ggf. auch Fake-) Mitarbeiter stets über neue oder aktualisierte Berichte per Mail informiert werden. Kann ich aus eigener Hand sagen. 🙂

    1. Lieber Marc Mertens,
      in der Tat. Das Gesamt-Portfolio von New Work/XING und kununu spielt sehr gut ineinander. Darin liegt meiner Meinung nach auch einer der großen Stärken von XING als Plattform (die es ansonsten gerade nicht leicht gegen LinkedIn hat). Was ich erstaunlich finde beim Thema Service: Wenn ich beispielsweise Probleme mit der Apple-Welt (soll ja durchaus auch mal vorkommen) oder Amazon habe, schaffen es diese beiden Riesen, mich servicetechnisch immer wieder zu überraschen. Sofort-Rückruf, kompetente MitarbeiterInnen und Abhilfe zu 100%. Es scheint also zu gehen, trotzdem enormen Mengengerüsts.
      Was die statistischen Erwägungen angeht, so ist das natürlich richtig. Aber seien wir ehrlich: Weder 5,0 noch 1,0 sind als Gesamtbewertung glaubwürdig. Ein Unternehmen, bei dem NICHTS gut oder NICHTS schlecht läuft, kann ich mir nicht vorstellen. Gerade in der individuellen Ausprägung zwischen den 3,x oder 4,x liegt aus meiner Sicht die große Chance für gutes Employer Branding. Denn hier lassen sich sowohl Stärken betonen, als auch Schwächen zugeben. Stellungnahmen spielen dabei eine bedeutende Rolle. Leider muss man diese immer noch als eine Art „Geheimtipp“ handeln. Aber gut für die Unternehmen, die dies bereits erkannt haben. 😉
      Viele Grüße und auf bald
      Persoblogger Stefan Scheller

    2. Gefälschte Bewertungen gibt es eine ganze Menge. Ich kenne einige Betriebe die alle zwei Wochen eine Positivbewertung erstellen um die echten Negativbewertungen wegzubügeln.

      1. Lieber Titus von Unhold,
        gefälschte Bewertungen sind der Anfang vom Ende. Sowohl für die Plattform, als auch das Unternehmen, das diese verfasst.
        Es ist wie ein Betrug am Interessenten oder Bewerber zu werten – und dieser rächt sich spätestens dann, wenn er oder sie dann den Job im Unternehmen antritt und die Wahrheit mitbekommt.
        So leicht es auf den ersten Blick aussieht, so schwierig ist es geworden, Probleme im Unternehmen langfristig „unter den Teppich zu kehren“.
        Mein deutlicher Rat: Finger weg davon!!
        Viele Grüße
        Stefan Scheller

  2. Um kununu ist es – um Ihre Einleitung aufzugreifen – auch still, wenn man an den Kundendienst schreibt. Neben einer automatischen Eingangsbestätigung passiert für 1,5 Monate nichts. Ja, Monate. Mehrfach passiert. Das Anliegen konnte auch nicht zu meiner Zufriedenheit bearbeitet werden. Letztlich muss man sich als Unternehmen irgendwie mit kununu arrangieren, aber mir persönlich hat es bisher mehr Arbeit als Nutzen gebracht.

    Konsequent und clever von kununu noch mehr strukturierte Daten für lau abzugreifen.

    1. Lieber Markus Pohle,
      wenn es mal mit dem E-Mail-Schreiben nichts wird, greife ich häufig einfach zum Telefon und kontaktiere den Service direkt.
      Funktioniert in den meisten Fällen ganz gut, weil sich Kunden nicht so einfach persönlich abspeisen lassen.
      Viele Grüße aus Nürnberg
      Stefan Scheller

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