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Titelbild: PitchYou HR-Startup Interview. Recruiting via WhatsApp Chatbot

PitchYou: Recruiting via WhatsApp Chatbot – Startup-Interview

Mit PitchYou will der Gründer des HR-Startups, Gunnar Basner, das Recruiting von Blue Collar Fachkräften vereinfachen. Ein WhatsApp Chatbot, aktiviert beispielsweise durch einen QR-Code, leitet den Bewerbungsvorgang ein, nimmt ein Matching vor und leitet weiter an das umfangreiche Bewerbermanagementsystem. Was das Besondere an der Lösung ist, verrät er mir im Interview.

Vorstellung HR-Startup PitchYou

Hallo Gunnar, magst Du Dich und Dein Unternehmen bitte einmal kurz vorstellen?

Hallo Stefan. Sehr gerne, ich bin Gunnar Basner, Scrum Master und der technisch Verantwortliche der Produktentwicklung von PitchYou. Persönlich bin ich ein Familienmensch und großer Rennrad- und Fußball-Fan. Ersteres selber fahren, Zweiteres selber schauen. *lacht*

Wir sind ein junges, Tech-getriebenes Unternehmen und suchen immer nach innovativen Lösungswegen für unsere Kunden. Mit PitchYou wollen wir auf der einen Seite die Hürden für Bewerber radikal abbauen und für sie eine Art Komfortzone schaffen. Und auf der anderen Seite durch Automatisierung und schlaue Features dem Recruiter die Arbeit erleichtern.

Wie machen wir das? Durch den wahrscheinlich einfachsten Bewerberkanal und ein ebenfalls einfaches, aber leistungsfähiges ATS. 90 % aller Jobsuchenden nutzen WhatsApp für die tägliche Kommunikation. Wir öffnen diesen Kanal für Bewerbungen. Der Bewerber muss nur ein kurzes und einfaches Interview mit dem PitchYou Chat-Bot führen, statt langwierig Lebenslauf oder Anschreiben zu formulieren. Dem Recruiter helfen wir im ATS mit einer Voreinschätzung von Kandidaten. Unser Matching-Algorithmus muss dafür nur wissen, welche Interview-Fragen dem Recruiter besonders wichtig sind. Außerdem nutzen wir natürlich auch WhatsApp, um die weitere Kommunikation für zum Beispiel Rückfragen und Terminabsprachen mit dem Bewerber abzuhandeln.

Recruiting via WhatsApp benötigt Lösung für den Datenschutz

Beim Thema WhatsApp und Bewerbung kommt bei Vielen sofort immer die Frage nach dem Datenschutz auf. Wie löst Ihr das Thema?

Ja, das ist definitiv ein sehr wichtiges Thema, was wir von Beginn der Entwicklung an sehr ernst genommen haben. Wir setzen WhatsApp DSGVO-konform ein, indem wir uns einerseits das explizite Einverständnis des Bewerbers zur Nutzung von WhatsApp einholen und andererseits mit unseren Kunden eine Vereinbarung zur Auftragsdatenverarbeitung schließen.

Unsere Kunden selber setzen dabei kein WhatsApp ein, es werden keine Handys bei unseren Kunden für diesen Kanal genutzt und keine Kontakte oder sowas geteilt. Das ist ja einer der zentralen Kritikpunkte an der Nutzung von WhatsApp im Business-Kontext. Dazu bieten wir jedem Bewerber auch eine Alternative zum WhatsApp-Kanal an: einen von uns entwickelten WebChat, der auf dem gleichen Bot aufsetzt.

Per WhatsApp Chatbot zur Vorauswahl im Recruiting

Ihr wollt mit dem automatisierten Interview über Euren Chatbot-Bot die Zeit zur Vorauswahl geeigneter Bewerber (m/w/d) verkürzen. Endet Eure Prozess-Unterstützung bei der Vorauswahl?

Nein, natürlich nicht. Unsere Matching-Algorithmen prüfen vom Recruiter definierte Eignungskriterien und helfen so bei der Vorauswahl, das ist korrekt. Aber PitchYou unterstützt auch bei der Entscheidungsfindung, das heißt der Personalauswahl.

Dabei können Mitarbeitern, die keinen Zugang oder Bezug zu PitchYou haben, leicht Profile zur Verfügung gestellt werden, um deren Meinung einzuholen. Auch können alle Inhalte des Interviews, also auch Selfie oder Motivationsvideo angesehen und kommentiert werden. Wenn Du als Recruiter das Profil mal schnell dem Filialleiter zur Ansicht zukommen lassen willst und unkompliziert eine Rückmeldung benötigst, ist das der einfachste Weg.

Darüber hinaus ist die integrierte Chat-Funktionalität ein Instrument, mit dem der Recruiter spontan und direkt offene Punkte mit dem Bewerber klären kann. Du musst Dir das so vorstellen, dass der Recruiter in PitchYou ein Chat-Fenster hat und seine Nachrichten bei dem Bewerber in WhatsApp ankommen und umgekehrt. Das hilft natürlich auch beim Onboarding.

Von der Erstansprache über das Bewerbermanagement bis zum Reporting in PitchYou

Die zahlreichen Funktionen Eures Bewerbermanagementsystems (ATS) sind echt beeindruckend. Welche Kundengruppe auf Unternehmensseite adressiert Ihr damit?

Grundsätzlich alle Unternehmen, die permanent viele offene Stellen besetzen müssen. Häufig mit vielen Filialen, wie Großbäcker oder Einzelhandelsketten, aber auch Personaldienstleister und Unternehmen mit vielen Blue Collar Jobs, wie Logistiker. Weiterhin Unternehmen, die Mitarbeiter aus dem Ausland oder mit Nicht-deutschsprachigem Hintergrund rekrutieren. Durch die automatisierte Übersetzung der Fragen und Antworten sowie der Chat Nachrichten zur Laufzeit verschwinden so die Sprachgrenzen.

Wie seht Ihr selbst die Mitbewerbssituation – mit wem würdet Ihr Euch am ehesten messen bzw. vergleichen? Was macht Ihr anders oder besser?

Wir konkurrieren natürlich mit Bewerbermanagementsystemen, die schnellere Prozesse und einfachere Bewerbung versprechen und Reichweitentools, die Stellenanzeigen verbreiten.

Die Kombination von Bausteinen, die wirklich nachweisbar in der Praxis funktionieren (WhatsApp, Google for Jobs, ebay-Kleinanzeigen, Google Translator) mit der konsequenten Automatisierung des Recruiting-Prozesses machen uns einzigartig.

ebay-Kleinanzeigen liefert besser Performance als Google for Jobs

Welche Erfahrungen habt Ihr mit den beiden Kanälen Google for Jobs sowie ebay-Kleinanzeigen mit Blick auf den Bewerbungsrücklauf gemacht?

*lacht*. eBay Kleinanzeigen hat eine enorme Reichweite und Wucht in diesem Segment. An Google kommt man zwar nicht vorbei, aber beim Vergleich hat hier aus unserer Erfahrung eBay Kleinanzeigen klar die Nase vorn.

Mit PitchYou Recruiting auf Augenhöhe sicherstellen

Mal eine Persoblogger-typische, eher kritische Frage: Ihr werbt auf Eurer Seite mit Sätzen wie „Verschwenden Sie keine Zeit mit unpassenden Bewerbern“ und habt eine Funktion „Papierkorb“ im ATS. Dort laufen teilweise sogar automatisiert Bewerbungen (beim negativen Matching im Rahmen von Fragen als KO-Kriterien). Und Personaler können Bewerbungen auch dort ablegen, was zu einer automatischen Standardabsage führt. Unter dem Fokus Candidate Journey sowie Recruiting auf Augenhöhe: Ist dieses Wording nicht schädlich mit Blick auf das damit vermittelte Mindset, Stichwort: Effizienztool versus Wertschätzung?

Ja, was den „Papierkorb“ angeht gebe ich Dir vollkommen recht. Der Bereich wurde aufgrund unseres Gesprächs in der Zwischenzeit in „Absagen“ umbenannt.

Oh, das ist cool!

Abgesehen davon finde ich, dass sich Effizienz und Wertschätzung nicht zwingend ausschließen. Es ist ein Zeichen von Wertschätzung, ein möglichst schnelles Feedback zur eigenen Bewerbung beziehungsweise zu einer Entscheidung zu bekommen. Ich möchte auch hier nochmal betonen, dass wir keinerlei Profiling betreiben. Die Software trifft keine Entscheidungen, das macht ausschließlich der Recruiter.

Und zum Thema Augenhöhe: Die Art der Bewerbung birgt eine Form der Anonymität für den Bewerber, in der sich viele sehr wohl fühlen. Wir merken schon, dass die Bewerber sich vergleichsweise wenig überwinden müssen, weil sie keinen Lebenslauf oder andere Dokumente formulieren müssen. Ich finde das gut.

Einstieg in den WhatsApp Chat zum Beispiel via QR-Code

Besonders gut an Eurer Lösung gefallen hat mir das einfache Erstellen von QR-Codes als Einstieg in den mobilen Bewerbungsprozess je nach Kanal. Damit seid Ihr im Bereich Erfolgsmessung sehr gut aufgestellt. Was bietet Ihr den Kunden noch im Sinne eines Reportings in Eurem Dashboard an?

Wir zeigen einen Bewerberfunnel über alle Jobs, die Entwicklung der Bewerberzahlen über die Zeit. Woher kamen die Bewerber? Welche Materialien haben wie gut performt? Wenn zum Beispiel der Großbäcker sehen will, wie viele Leute er eingestellt hat, die den auf der Brötchentüte abgedruckten QR Code gescannt haben. Darüber hinaus können auch aufzeigen, welche Regionen oder Filialen schwieriger mit Personal zu versorgen sind, damit das Unternehmen konkrete Marketingmaßnahmen auslösen kann.

Was wir von PitchYou noch erwarten können

Beim Thema Maßnahmen: Wie sehen Eure Pläne in diesem Jahr noch aus?

Wir sehen PitchYou auch als Instrument mit dem konsequent Ausbildungsmarketing betrieben werden kann. Dabei geht es in den Interviews nur sekundär um das Einsammeln von Bewerberdaten, sondern mehr um die Vermarktung des eigenen Unternehmens. Junge Menschen erfahren die Vorteile des Unternehmens und die unterschiedlichen Eigenschaften der Ausbildungsberufe auf eine junge, frische Art per WhatsApp Chat. Garniert mit YouTube-Videos ist das eine kurzweilige Angelegenheit. Der Vorteil für das Unternehmen: Man erkennt welche Berufe interessant sind, kann sich auf einem anderen Kanal zeigen und am Ende dann auch noch potentielle Auszubildende ansprechen. Daher wollen wir diesen Bereich noch weiter ausbauen.

Was magst Du meinen Leserinnen und Lesern noch mitgeben?

Völlig unabhängig von PitchYou würde ich es toll finden, wenn mehr Unternehmen in Deutschland neue Dinge ausprobieren, neue Wege gehen und auch bereit sind, Risiken einzugehen. Es lohnt sich.

Vielen Dank für die spannenden Antworten und noch viel Erfolg mit Eurem Produkt!

Vielen Dank, Stefan!


Über den Interviewten

Portrait: Gunnar Basner vom HR-Startup PitchYouGunnar Basner ist Geschäftsführer Entwicklung der software-group und einer der Macher von PitchYou. Als Lead-Developer und zertifizierter Scrum Master im SAP Umfeld hat er viele Jahre Erfahrung in der agilen Entwicklung von Enterprise-Software.

Gemeinsam mit seinem Team bietet er mit PitchYou – Recruiting per WhatsApp automatisierte Jobinterviews per Messenger an..

Mehr Infos auf der PitchYou-Website.

Logo: HR-Startup PitchYou

 


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Stefan Scheller

Abbinder: Persoblogger Stefan Scheller

Mein Name ist Stefan Scheller. In meiner Rolle als Persoblogger und HR-Szene Influencer betreibe ich diesen Blog und das gleichnamige HR-Portal für Praktiker. Vielen Dank für das Lesen meiner Beiträge und Hören meines Podcasts!

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