Die Covid-19-Pandemie und die beschleunigte Verlagerung hin zur Fernarbeit haben sich radikal auf die Belegschaft ausgewirkt. Mehr als die Hälfte der jüngeren Arbeitnehmer:innen (55%) in Deutschland sagten, dass Vollzeit-Präsenzjobs besser bezahlt werden sollten als Remote-Beschäftigungen.
Studie Global Workforce Entrants 2025
Dies geht aus der Studie „Global Workforce Entrants 2025“ der internationalen Normierungsorganisation BSI (British Standards Institution) hervor, die die Erfahrungen und Prioritäten von Menschen untersucht, die seit Beginn der Pandemie ins Berufsleben eingetreten sind. Die in Partnerschaft mit dem Thinktank ResPublica entwickelte Studie basiert auf einer Umfrage von 4.700 Personen weltweit, die während oder seit der Pandemie mit der Arbeit begonnen haben, eine Reihe von Fokusgruppen sowie eine internationale Literaturrecherche.
Die Erhebung, die Teil der BSI-Kampagne „Evolving Together“ ist, liefert entscheidende Erkenntnisse darüber, wie die „hybride Generation“, der die Erfahrung des Arbeitsplatzes vor der Pandemie fehlt, durch diese einzigartigen Umstände geprägt wurde. Zudem liefert sie Einsichten, wie sich dies mit hoher Wahrscheinlichleit weiterhin auf die jungen Menschen auswirken und die Zukunft der Arbeit prägen wird.
Die hybride Generation mag Flexibilität, aber Beständigkeit ist der Schlüssel
Hybrid und primär vor Ort sind die bevorzugten Arbeitsstile in Deutschland; 29% bzw. 30% gaben dies als Präferenz an. Etwas mehr als ein Viertel der Befragten will vollständig vor Ort arbeiten und nur 15% wollen vollständig remote einer Beschäftigung nachgehen.
Die Ergebnisse betonen auch die Notwendigkeit eines beständigeren Ansatzes und einer Vertrauenskultur. Über die Hälfte der derzeit remote oder hybrid arbeitenden Befragten in Deutschland, gaben an, dass sie ihren Arbeitsplatz zu verlassen würden, wenn sie vollständig vor Ort arbeiten müssten. Gleichzeitig sahen die Menschen jedoch den Nutzen der persönlichen Interaktion; 49% der deutschen Befragten sagten, dass hybride Jobs vorgeschriebene „Ankertage“ haben sollten, an denen Teams zusammenkommen.
Darüber hinaus berichtete ein Drittel derjenigen, die derzeit in Deutschland hybrid arbeiten, dass sie keinen vollständigen Remote-Job annehmen würden. 67% waren der Meinung, dass Jobs, die eine Vollzeitpräsenz vorOrt erfordern, andere Flexibilitäten bieten sollten, wie z.B. „Kernarbeitszeiten“, bei denen Mitarbeiter:innen nur zu einer bestimmten Tageszeit anwesend sein müssen, während der Rest flexibel oder in Teilzeit gearbeitet wird.
Work-Life-Balance ist wichtig, aber Vergütung ist entscheidend
Mehr als die Hälfte der Umfrageteilnehmer*innen in Deutschland sagten, dass Jobs, die eine Vollzeitpräsenz vor Ort erfordern, besser bezahlt werden sollten. Außerdem stellte sich die Vergütung als der wichtigste Faktor heraus, der sie im Berufsleben motiviert (46%). Auch die Work-Life-Balance rangierte mit 41% hoch.
Sie schätzen Verbindungen
Die Studie hob eine Nuance hervor, die in dieser Diskussion oft fehlt; während hybrides Arbeiten für etwa ein Drittel der befragten Deutschen das bevorzugte Modell ist, schätzte ein erheblicher Teil (44% in Deutschland) persönliche Meetings und Interaktionen sehr. Für die Mehrheit der Befragten war die bevorzugte Art, Einzelgespräche zu führen, persönlich. Nur 27% gaben an, dass sie virtuelle Meetings mit eingeschalteter Kamera bevorzugen.
Wohlbefinden, psychische Gesundheit und Isolation spielen eine Rolle
Ein Drittel der Deutschen berichtete, dass ihre psychische Gesundheit durch die Fernarbeit während der Pandemie negativ beeinflusst wurde. Fast die Hälfte (47%) gab an, dass sich ihre psychische Gesundheit durch eine hybride Arbeitsweise verbessern konnte. Mehr als jeder Fünfte sagte, dass soziale Ängste ihre Entscheidung beeinflussen würden, eine neue Vollzeit- Präsenzbeschäftigung anzunehmen.
Inmitten der globalen Diskussion über Einsamkeit und Isolation unter der Generation Z erkannte die Kohorte die sozialen Vorteile des Vor-Ort-Arbeitsplatzes. Mehr als die Hälfte fand in ihrem ersten Job Freund:innen, zwei Fünftel fanden eine:n Mentor:in und etwas mehr als ein Drittel (37%) sagte, dass sie mindestens einmal im Monat an sozialen Aktivitäten mit Kolleg:innen teilnehmen. Dies unterstreicht die positiven Auswirkungen eines erfüllten Berufslebens auf die psychische Gesundheit.
Quelle: Pressemitteilung von bsi
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