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HR-Startup byder.io - Personalvermittung und Personaldienstleister Plattform

byder.io: Digitale Plattform für Personalvermittler-Aufträge im Recruiting

Das HR-Startup byder.io bietet eine digitale Plattform, auf der Stellenausschreibungen für eine Vielzahl von Personalvermittlern freigegeben werden können. Der Anbieter will den Recruitingprozess der Unternehmen damit deutlich reduzieren, transparent gestalten und Kosten reduzieren.

Co-Gründer Stefan Titze im Interview mit mir.

Was bietet byder.io?

Hallo Stefan, magst Du Dich und das Startup byder.io bitte kurz vorstellen?

Ja, sehr gern. Ich bin Stefan und einer der zwei Gründer von byder.io. 2020 haben Otto, mein Geschäftspartner und ich, uns entschieden die Plattform zu gründen. Wir hatten in gemeinsamen Unterhaltungen festgestellt, dass die Personaldienstleistungsbranche sehr eingestaubt ist und an einem schlechten Image leidet. Ich war damals in der Prozessoptimierung tätig, während Otto als Sales Manager in der Branche aktiv war. Unsere Erfahrungen und zugegebenermaßen Frustrationen überlappten sich vor allem in einem Punkt: der mangelnden Transparenz und Digitalisierung.

Viele Personaldienstleister und Unternehmen haben es verpasst, rechtzeitig auf den Zug der Digitalisierung aufzuspringen. Somit haben sie dafür gesorgt, dass externe Personalbeschaffung für alle Beteiligten zunehmend schwieriger zu händeln wurde, während der Bedarf gleichzeitig zunahm.

Wir haben es uns also zur Aufgabe gemacht, mit unserem Startup die Digitalisierungslücken aufzuheben, indem wir eine End-to-End Lösung für externe Recruitungprozesse etablieren.

Da wir auf unserer Plattform alle Personaldienstleister bündeln und zielgerichtet mit den entsprechenden Unternehmen verbinden, schaffen wir nicht nur eine bisher nicht dagewesene Transparenz in unserer Branche, sondern auch, dass wichtige Ressourcen gespart werden.

byder.io will den Personalbeschaffungsprozess über Externe digitalisieren

Ihr möchtet den Prozess der Zusammenarbeit komplett digitalisieren. Wie läuft der Recruiting-Prozess über Eure Plattform konkret ab?

Die Unternehmen registrieren sich auf byder.io und können nun nach Bedarf ihre Stellenausschreibungen einstellen. Natürlich nur diejenigen, die sie über externe Dienstleister besetzen möchten. Die registrierten Personaldienstleister haben dann unbegrenzten Zugang zu allen ausgeschriebenen Vakanzen und können passende Kandidatinnen und Kandidaten entsprechend anbieten und sie über den ganzen Recruitingprozess hinweg tracken.

Die Lebensläufe und die Talentübersicht werden zunächst anonym dargestellt, um sicherzustellen, dass Rassismus, Sexismus oder Diskriminierung keinen Einfluss auf die Entscheidung nehmen. Erst nachdem das Talent nach Qualifikation ausgewählt wurde und bevor es zum Gespräch eingeladen wird, werden weitere persönliche Details freigegeben.

Sowohl während des Prozesses als auch danach haben Unternehmen Zugriff auf den Status und die Kosten und auf weitere Parameter und Analysen. Dies sorgt für Planungssicherheit und Transparenz. Alle Beteiligten können auf der Plattform direkt miteinander in den Austausch gehen, sodass der Prozess zu jeder Zeit fließend und in Echtzeit nachvollziehbar bleibt. Bei erfolgreicher Einstellung übernehmen wir als unabhängiger Partner die Vertrags- und Provisionsabwicklung, sodass auch hier keinerlei Abstimmungsaufwand zwischen den Vertragsparteien entsteht und mehr Zeit für das Onboarding der neuen Mitarbeitenden bleibt.

Parallele Auftragsvergabe mit Doppelansprüchen?

Wenn Unternehmen ihre Stellenangebote auf byder.io kostenfrei posten, löst das einen Prozess aus, bei dem Eure Partner Personalvermittler dem Unternehmen Besetzungsvorschläge unterbreiten. Wie schließt Ihr aus, dass es zu einer Doppelansprache möglicher passender Kandidat:innen durch eine Mehrzahl Eurer Partner kommt?

Das ist eine sehr spannende Frage! Auf unserer Plattform werden für jedes vorgeschlagene Talent eindeutige IDs und Zeitstempel vergeben. So sehen wir genau, wer welches Profil als erstes über unser System angeboten hat. Sollte das Talent über einen anderen Kanal (Direktbewerbung) kommen oder von einem Dienstleister vorgeschlagen worden sein, der noch nicht auf unserer Plattform registriert ist, teilt uns das Unternehmen zeitnah mit, dass die sich bewerbende Person bereits bekannt ist.

Es gilt also immer first come first serve. Außerdem sind alle anderen Eventualitäten, wie Sperrfristen, Abwerbe- und Umgehungsverbote in unseren AGB geregelt. Verstöße werden mit hohen Vertragsstrafen sowie Ausschluss von der Plattform geahndet. Wir wollen langfristig eine datengetriebene, transparente und sichere Plattform für alle Parteien zur Verfügung stellen, auf der in Zukunft alles klar nachvollziehbar ist.

Personalvermittler im Recruiting einsetzen

Eure Kernleistung ist die Vermittlung passender Personalvermittler im Recruiting. Wie gefragt ist diese Dienstleistung aktuell am Markt?

Das ist so nicht ganz richtig. Wir ermöglichen Unternehmen den Zugriff auf die vorhanden Talentpools von einem großen Netzwerk spezialisierter Personalvermittler. Alleine in Deutschland gibt es mehr als 11.000 Personalvermittler, auch Headhunter genannt. Wenn man Zeitarbeitsfirmen und Personalberater dazu nimmt, sind es noch deutlich mehr.

Doch wer ist der richtige Vermittler für meinen aktuellen oder sogar langfristigen Bedarf?

Im Gegensatz zu anderen Plattformen vermitteln wir keine reinen Mandate. Bei uns rücken die Personalvermittler sogar eher in den Hintergrund und alle Netzwerk-Partner haben die gleichen Chancen, passende Talente aus ihrem Pool anzubieten.

Somit legen wir ganz klar den Fokus auf die Qualität und Passgenauigkeit der zu vermittelnden Personen und nicht auf die Markenbekanntheit der Personalvermittlungen oder wie gut sich diese verkaufen können. Besonders kleinere Anbieter, die vielleicht einen super Job im Netzwerken oder Active Sourcing machen, aber sonst nur sehr schwer bei Unternehmen als Vermittler reinkommen, haben die Chance ihre wechselwilligen Talente schneller und einfacher in den Traumjob zu vermitteln.

Kostenreduktion durch Effizienz

Ihr sprecht auf Eurer Website von 60% günstigerem Recruiting. Auf was bezieht sich der Wert und warum geht Ihr von einer vergleichsweise schnelleren Besetzung der Vakanzen über Eure Plattform aus?

Wir beziehen uns auf die Vakanzkosten, die entstehen, wenn eine Stelle unbesetzt bleibt. Anfang 2020, also Pre-Covid, betrug die durchschnittliche Time-to-Hire bereits 150 Tage. Bei einem Spezialisten mit einem Jahresgehalt von 60.000€ fallen da mal schnell Vakanzkosten von rund 83.000 Euro an, in der Zeit, in der die Stelle nicht besetzt ist. Dazu sind die zu zahlenden Provisionen von ca. 15.000 Euro verhältnismäßig gering.

Für manche scheint der Aufbau eines internen Recruiting-Teams eventuell sinnvoll. Doch ist dies mit deutlich mehr Aufwand verbunden. Gute Recruiterinnen und Recruiter sind Mangelware und die Fixkosten für weitere Angestellte sehr hoch. Abgesehen davon, ist das Recruiting heutzutage stark mit Marketing verbunden und bringt dementsprechend auch an dieser Stelle wieder Kosten mit sich.

Grundsätzlich lässt sich sagen, dass Recruiting und HR sich zu einem sehr anspruchsvollen Skill entwickelt haben. Umso besser, wenn es eine Plattform gibt, die alle Aufgaben mit einem Mal zuverlässig löst.

Außerdem arbeiten bei unserer Plattform gleich eine Vielzahl an Personalvermittlern parallel an der offenen Vakanz. So ist die Wahrscheinlichkeit deutlich höher, die Stelle schneller zu besetzen.

Auswahl der Personalvermittler im Netzwerk

Wie wählt Ihr die Partner bei den Personalvermittlern aus, die Teil Eures Netzwerks auf der Plattform werden?

Wir gehen mit Vertrauen raus. Alle Personaldienstleister haben bei uns zu Beginn die gleichen Chancen geeignete Profile vorzuschlagen und sich zu positionieren. Innerhalb des Bewerbungsprozesses erheben wir dann Daten über die Reaktionsgeschwindigkeit bei Rückfragen als auch über die Qualität und Passgenauigkeit der vorgeschlagenen Personen zu den Stellen.

Nach Abschluss des Bewerbungsverfahrens haben die Unternehmen die Möglichkeit ein Feedback darüber zu geben, inwiefern die Bewerbenden den Anforderungen in Wirklichkeit entsprochen haben. Diese Bewertung aus quantitativen und qualitativen Informationen fließt dann zunächst als reale Bewertung in byder Reviews ein. Das ist unser unabhängiges Personaldienstleister-Vergleichsportal personalvermittler-check.de.

Später wird die Performance der Dienstleister auch auf byder.io direkt einsehbar sein.

Wie sich byder.io weiterentwickelt

Welche Weiterentwicklungen habt Ihr für byder.io geplant?

Das Spannende an unserem Projekt sind die vielen Weiterentwicklungsmöglichkeiten. Eine davon ist, dass wir uns als Schnittstellenanbieter etablieren möchten. Das bedeutet, dass wir die individuellen Bewerbermanagementsysteme der Unternehmen und der Personaldienstleister auf unserer Plattform miteinander vereinen und direkt kommunizieren lassen. Der Fokus liegt hier auf der Kompatibilität. Bisher sind die Unterschiede in den Systemen und das Fehlen digitaler Übersetzungen einer der größten Hürden im effektiven Recruiting.

Mit der Schnittstelle lassen sich alle Prozesse, die B2B stattfinden, nicht nur komplett abbilden, sondern auch tracken und nachvollziehen. Besonders attraktiv dabei sind die vielfältigen Daten, die anfallen und den Unternehmen helfen, ihr Recruiting langfristig zu planen und damit Leerlaufzeit und die Besetzungskosten zu senken. Mit unserem Forecast geben wir allen Beteiligten ein Stück Resilienz im stressigen Alltag zurück.

Vielen Dank für Deine Antworten, Stefan. Für Euer Startup byder.io drücke ich Euch alle Daumen!

Über den Interviewten

Stefan Titze, Co-Founder von byder.io

 

Stefan Titze ist ursprünglich in Weimar/Thüringen aufgewachsen und absolvierte nach seiner Tätigkeit als Fluggerätmechaniker eine Wirtschaftsingenieurstudium an der HTW Dresden. Sein Fokus lag darin auf agile Produktentwicklung und Innovationsmanagement. Anschließend war Stefan im strategischen Business Development des Fraunhofer Instituts tätig bevor er 2021 zusammen mit Otto Maurer die B2B Recruiting Plattform byder.io gründete.

>> Weitere Infos zu byder.io

Stefan Scheller

Abbinder: Persoblogger Stefan Scheller

Mein Name ist Stefan Scheller. In meiner Rolle als Persoblogger und HR-Szene Influencer betreibe ich diesen Blog und das gleichnamige HR Praxis-Portal. Vielen Dank für das Lesen meiner Beiträge und Hören meines Podcasts!

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