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Digitales Storytelling: Raus aus der Konsumhaltung!

Digitales Storytelling stärkt Macherqualitäten: Raus aus der Konsumhaltung!

Unternehmen fehlen die digital mündigen Fachkräfte. Weil sie die Digital Natives ohne digitales Storytelling kaum erreichen. Und weil viele Jugendliche Medien eher konsumieren, statt sie zu verstehen und zu gestalten. Einblicke in das Konzept DigitalSchoolStory, das Potential hat, dies zu verändern von Gastautorin Anne Tessmer.

Was ist DigitalSchoolStory?

DigitalSchoolStory trägt dazu bei, dass Jugendliche die agilen und digitalen Kompetenzen erwerben, die Unternehmen von ihren Mitarbeitenden heute erwarten. So werden sie von Konsumierenden zu Gestaltenden. Im Netz, im Unterricht und im Unternehmen. Als Partner ermöglichen Unternehmen, dass diese Idee Schule macht.

Dieser Beitrag stellt vor, wie Unternehmen mit DigitalSchoolStory zukunftsorientierte Bildung fördern und wie sie digitales Storytelling für die eigene Lernkultur nutzen können.

Digitales Know-how, agile Methoden und Organisationsfähigkeit sind laut Statista (2021) die meistgefragten Kompetenzen bei Berufseinsteigern. Der Mangel an digitalen Fachkräften bremst das Wachstum vieler mittelständischer Unternehmen. 38% der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) sehen laut KfW-Studie fehlende IT-Kompetenzen der vorhandenen Beschäftigten bzw. fehlende IT-Fachkräfte am Arbeitsmarkt als entscheidenden Hemmschuh für ihr digitales Wachstum.

Wie kommt der digitale Nachwuchs ins Unternehmen?

Das klassische Bewerbermarketing greift nicht mehr. Arbeitgeber brauchen neue Wege, fürs Unternehmen zu begeistern. Das liegt nicht nur daran, dass viele Messen, Tage der offenen Tür, Girl’s Days und so weiter pandemiebedingt ausfallen. Es liegt daran, dass Jugendliche sich der Berufswahl anders nähern: Sie recherchieren Jobs eher in sozialen Netzwerken und Plattformen. In der KOFA-Studie 2021 gaben die meisten Jugendlichen an, dass sie YouTube und Instagram als hilfreich bei der Information über Arbeitgeber erleben.

Als Partner und Förderer von DigitalSchoolStory begegnen Unternehmen jungen Menschen dort, wo sie unterwegs sind: morgens in der Schule und nachmittags in den sozialen Netzwerken. DigitalSchoolStory ist eine gemeinnützige Organisation, die Schulen unterstützt, digitales Storytelling in den Unterricht einzubinden. Ziel ist, die digitalen, methodischen und sozialen Kompetenzen der Jugendlichen zu stärken, auch mit Blick auf den Berufsstart.

Konsumierst du noch oder gestaltest du schon?

Lehrkräfte und Ausbilder kennen das Phänomen: In den Pausen reden alle begeistert von TikTok, aber im Unterricht schalten sie ab. Mehr als eine Stunde am Tag in sozialen Netzwerken wie TikTok oder Instagram? Das ist für viele Jugendliche normal. Ein Drittel der 12- bis 14-jährigen Nutzer ist täglich auf TikTok aktiv (ACT ON! Short Report). Damit ist die Plattform ein prägender Teil ihres Alltags. Umso wichtiger, dass junge Menschen die Mechanismen dahinter verstehen und soziale Medien selbst mitgestalten.

Die Initiative DigitalSchoolStory setzt bei der Begeisterung der Jugendlichen an. Die Idee: Schulklassen entwickeln in kleinen Teams aus dem Lernstoff Videos im Social Media-Format. Begleitet werden sie von ihren Idolen aus TikTok und Instagram, den Paten im Projekt.

DigitalSchoolStory live erleben
Foto: Harald Schröder für DigitalSchoolStory

Das Besondere: Schülerinnen und Schüler arbeiten agil und selbstbestimmt im Team. Lehrkräfte werden zu Lernbegleitenden. Das verändert den Unterricht und bereitet auf den Berufsalltag vor. Nebenbei entstehen coole Videos, die Jugendlichen neue Zugänge zum 30-jährigen Krieg oder zur Pflanzenzelle geben. Dass die Teilnehmenden selbstbewusster aus ihren Videoprojekten herausgehen, ist der Kern von DigitalSchoolStory.

Agile, digitale und soziale Kompetenzen fördern

Unternehmen, die die Zukunftskompetenzen in ihrer Region und in ganz Deutschland stärken wollen, können als Förderpartner Schulprojekte fördern oder die Initiative DigitalSchoolStory insgesamt in ihrem Wachstum unterstützen. So entstehen durch regionales Engagement zum Beispiel nachhaltige Partnerschaften zwischen Bildungsträgern und Wirtschaft. Das stärkt zum einen die digitale Kompetenz in der Region, zum anderen schafft es neue Zugänge zum Nachwuchs.

In einem Schulprojekt mit DigitalSchoolStory erlernen die Jugendlichen deutlich mehr als Unterrichtsinhalte.

Die folgenden Kompetenzen stärken Schulen mit DigitalSchoolStory:

  • Digitale Medienkompetenz
    Die eigene Social Media-Nutzung reflektieren und die Mechanismen hinter TikTok und Co. verstehen.
  • Agile Methoden
    Selbstorganisiert im Team arbeiten und in der Retro die Zusammenarbeit evaluieren und verbessern.
  • Sozialkompetenz
    Eigene Stärken und die der anderen kennen und respektieren.
  • Präsentation
    eigene Haltung entwickeln, auf den Punkt bringen und vertreten.
  • Storytelling
    Wichtiges von Unwichtigem unterscheiden, Roten Faden entwickeln.
  • Spaß am Lernen
    Aus eigenem Interesse Themen vertiefen, Freude am Erlernen neuer Inhalte und Methoden LINK entwickeln.

So läuft ein Schulprojekt mit DigitalSchoolStory

DigitalSchoolStory eignet sich für den Unterricht in den Jahrgangsstufen 5 bis 13 in allen Fächern und schulformübergreifend. Von Mathe über Umweltkunde bis zu Sozialwissenschaften ist alles dabei. Die Bandbreite der bisherigen Projektorte reicht von Privatgymnasien über Brennpunktschulen bis hin zu Berufs- und inzwischen auch Hochschulen.

Das Projekt ist voll in den Schulalltag integriert. Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung führt die Teilnehmenden durch die Umsetzung in drei Phasen:

  • Recherchen und Entwicklung des roten Fadens in Form eines Storyboards
  • Produktion eines Kurzvideos von circa einer Minute
  • Feedback und Verfeinerung des Videos.

Begleitet werden die Teilnehmenden von erfahrenen Video-Stars aus TikTok, Instagram und YouTube wie MonumentalMo, Onkel Banjou oder Laura Hildebrand. Für viele Jugendliche ist ein Höhepunkt des Projekts die Q&A-Session mit ihrer Patin oder ihrem Paten, die/der sich live zuschaltet, Einblicke hinter die Kulissen der sozialen Netzwerke und unterstützende Tipps und Anleitungen zur visuellen Umsetzung gibt.

Experimentierraum für eine neue Fehlerkultur

Wer Innovationen will, braucht eine Fehlerkultur, die zum Ausprobieren ermutigt. Zu den Grundprinzipien eines Projekts mit DigitalSchoolStory zählt, dass das Klassenzimmer zu einem Experimentierraum wird. Zwischen den Lernenden entsteht so eine andere Art der Bindung. Eine verlässliche, ohne Lachen und ohne Fingerzeig.

Ein Raum, in dem Fehler erlaubt sind, sogar geschätzt werden als Bestandteil der Lösungsfindung und als Chance für alle, etwas besser zu verstehen. Das ist der Nährboden, den Jugendliche brauchen, um selbstbewusst ihre Geschichten zu erzählen, ihre Haltung zu zeigen und offen zu bleiben für Neues.

Kurz: DigitalSchoolStory fördert eine Experimentierfreude und beständige Lernbereitschaft, wie sie in Unternehmen dringend gebraucht und bisher viel zu wenig gelebt werden.

Mit digitalem Storytelling Wissen im Unternehmen vernetzen

Digitales Storytelling ist eine Kompetenz, die Unternehmen auch für ihre eigene Entwicklung einsetzen können. In den aktuellen Transformationen brauchen Unternehmen eine neue Lernkultur LINK, um den schnellen technologischen Fortschritt für sich zu nutzen.

Die Herausforderung: Beständige Lernbereitschaft wird in rund einem Drittel der deutschen Unternehmen nicht gelebt. Genau darin sieht eine Studie der Fraunhofer-Academy (2019) eine grundlegende, oft fehlende Managementkompetenz.

Eine Antwort: Digitales Storytelling. Eine Geschichte involviert die Zuhörenden, erhöht die Aufmerksamkeit und wird im narrativen Gedächtnis leichter erinnert als pure Fakten. Digitales Storytelling kann neben Forschungs-, Problemlösungs- und Sozialkompetenz auch die Technologiekompetenz erhöhen. Zudem steigen Motivation von und Interaktion zwischen Lernenden.

Wie Wissensvermittlung heute geht, zeigen die Stars im Netz. Was machen sie anders, dass junge Menschen ihnen an den Lippen hängen und sich Wochen später noch an diesen einen Clip erinnern? Was können Führungskräfte und Ausbilder in Unternehmen von ihnen lernen?

Haltung entwickeln und zeigen

Ein zentraler Hebel für den Erfolg der kurzen Videos im Netz ist das Storytelling: Eine Geschichte hilft verstehen und wird im narrativen Gedächtnis leichter erinnert als pure Fakten. Zweiter Hebel ist die eigene Lust am Lernen: Die Influencer experimentieren und hinterfragen. Ein weiterer Hebel ist die klare Haltung, die Influencer in ihren Videos zeigen. Deshalb genießen sie das Vertrauen ihrer Fans.

DigitalSchoolStory schlägt eine Brücke in den Alltag junger Menschen, um Lernen mit Begeisterung zu verknüpfen und zu ermutigen, eine eigene Haltung zu vertreten. Videos sind ein Format, das sie aus ihrem Alltag kennen und lieben. So werden Jugendliche zu „Influencern“ im eigenen Umfeld, im Netz, im Freundeskreis und im Unternehmen.

Neues Lernen im Unternehmen umsetzen

DigitalSchoolStory fördert eine positive Haltung zum Lernen. Unternehmen können das Prinzip auch intern umsetzen: Mit einem Impulstag für Mitarbeitende stärken sie Wissenstransfer, Lern- und Teamkultur wie auch Videokompetenz im eigenen Unternehmen.

Dabei lernen im Reverse-Mentoring-Prinzip Generationen voneinander: Die Jungen bringen die Social Media-Kompetenz ein, die Älteren ihre fachliche Erfahrung. Gerade für Führungskräfte ist der Impulstag eine Möglichkeit, agile Zusammenarbeit und selbstgesteuertes Lernen zu trainieren.

„Positive Grundhaltung zum Lernen“

Entstanden ist die Idee hinter DigitalSchoolStory beim WirfürSchule-Hackathon 2020. Seitdem macht dieser Ansatz Schule, inzwischen in neun Bundesländern. Mitgründerin und Geschäftsführerin Nina Mülhens geht es dabei um mehr als digitale Kompetenzen: „Es geht um eine nachhaltige Veränderung dessen, wie junge Menschen Lernen erleben. Die intrinsische Motivation zu lernen, eine Position zu Problemen einzunehmen, unterschiedliche Perspektiven zu reflektieren und zu vermitteln. Wir wollen einen Beitrag zu einer positiven Grundhaltung zum Lernen leisten.” 

Zukunftsgestaltung beginnt in der Bildung

Partizipation, Kreativität, Kooperationsfähigkeit, intrinsische Motivation. Das zählt, damit Jugendliche auf dem Arbeitsmarkt Fuß fassen. In einem Projekt mit DigitalSchoolStory erlernen die Teilnehmenden nicht nur Unterrichtsinhalte, sondern auch Storytelling- und Medienkompetenz, agile Methoden, Empathie und mehr. Ein entscheidender Beitrag zu einem zukunftsfähigen Bildungssystem LINK und die Basis für eine Gesellschaft, in der Menschen Haltung zeigen, Neues entwickeln und kooperativ gestalten.

Für Unternehmen eine Chance, diesen Wandel mitzugestalten – vor Ort an den lokalen Bildungseinrichtungen und im Unternehmen selbst.

Podcastfolge zu DigitalSchoolStory mit Nina Mülhens

Mehr Informationen finden Sie unter digitalschoolstory.de/foerderer/

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Anne Tessmer

Anne Tessmer - Gastautorin auf PERSOBLOGGER.DE

 

Anne Tessmer begeistert, wie Geschichten etwas in uns bewegen. Nicht nur, wenn wir zuhören, auch wenn wir sie erzählen. Sie arbeitet in der Kommunikation seit über zehn Jahren mit digitalem Storytelling.

Mit DigitalSchoolStory lernen junge Menschen genau das – und viel mehr, vor allem Selbstbewusstsein und Teamgeist. Sie engagiert sich als Kommunikatorin dafür, dass möglichst viele Lehrkräfte, Schüler:innen und Partnerorganisationen diese Möglichkeiten für sich entdecken und andere anstecken.

>> Weitere Infos zu DigitalSchoolStory

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