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Menschen mit Migrationshintergrund haben mehr Leistungsdruck im Job

In Deutschland leben mittlerweile mehr als 20 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund. Damit stellt diese Gruppe einen substanziellen Teil der erwerbstätigen Bevölkerung. Allerdings erleben Menschen mit Migrationshintergrund weiterhin häufig Diskriminierung im Arbeitsleben. Wie sehr sich Menschen mit Migrationshintergrund bei der Jobsuche benachteiligt fühlen und was die größten Hindernisse im Bewerbungsprozess für sie sind, hat nun die Jobplattform Indeed herausgefunden. Dazu befragte das Unternehmen in einer YouGov-Umfrage 502 erwerbstätige Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland.

Diskriminierung bei der Bewerbung

Insgesamt gaben 15% der Befragten an, dass sie häufig das Gefühl haben, bei der Jobsuche diskriminiert zu werden. 26% fühlen sich manchmal benachteiligt, während weitere 12% selten diesen Eindruck haben. Damit fühlen sich 53% der Befragten mehr oder weniger regelmäßig bei der Jobsuche benachteiligt. Demgegenüber haben nur 37% nie diesen Eindruck   benachteiligt zu werden. Diese Erfahrung fällt bei den Geschlechtern jedoch unterschiedlich aus: Während sich rund ein Drittel der Männer häufig beziehungsweise manchmal diskriminiert fühlt, betrifft es bei den Frauen sogar fast die Hälfte.

29% der Teilnehmenden gaben gar an, keine faire Chance in Bewerbungsprozessen zu erhalten. Besonders die Frauen haben diesen Eindruck. Ein Drittel gaben an, selten oder nie eine faire Chance bei der Jobsuche zu bekommen. Bei den Männern war nur rund ein Viertel dieser Meinung. Zudem haben 35% den Eindruck, mehr Jobabsagen als Menschen ohne Migrationshintergrund zu erhalten.

Größerer Leistungsdruck besonders für die jüngeren Generationen

Auch das Gefühl, im Arbeitsleben mehr leisten zu müssen, ist Menschen mit Migrationshintergrund laut den Umfrageergebnissen vertraut. 37% aller Teilnehmenden haben den Eindruck, für die gleiche Anerkennung mehr tun zu müssen. Besonders die 35- bis 44-Jährigen haben mit diesem Leistungsdruck zu kämpfen: 52% haben hier das Gefühl. Auch bei den Befragten zwischen 18 und 24 sowie 25- bis 34-Jährigen sind rund 40% dieser Meinung. Mit dem Alter scheint dieser Eindruck jedoch abzunehmen: Bei den über 55-Jährigen sind nur noch ein 20% dieser Meinung.

Ist die Jobsituation für Migrationshintergrund schwerer geworden?

Bei der Frage, ob es für Menschen mit Migrationshintergrund in den letzten zehn Jahren einfacher oder schwieriger geworden ist, einen Job zu finden, sind sich die Befragten uneins. So sind 36% der Frauen der Meinung, dass es schwerer geworden ist, bei den Männern hingegen nur rund ein Viertel. Durchschnittlich sind 31% der Auffassung, dass es schwerer geworden ist, während 28% meinen, dass es leichter sei, einen Job zu finden.

Die größten Hindernisse für Menschen mit Migrationshintergrund auf dem Arbeitsmarkt

Am häufigsten fühlen sich die Befragten aufgrund ihres Namens (37%), der Staatsangehörigkeit (31%) sowie dem Geburtsort beziehungsweise Geburtsland (27%) und der Religion (26%) diskriminiert. Insbesondere die Bevorzugung von Menschen mit Deutsch als Muttersprache sowie Vorurteile gegenüber Menschen mit Migrationshintergrund in den Personalabteilungen sind aus Sicht von jeweils 43% der Befragten die größten Hindernisse bei der Jobsuche. Ebenso spielen die Bevorzugung von Bildungs- und Ausbildungsabschlüssen aus Deutschland sowie Menschen, die als Deutsche wahrgenommen werden, mit 31% bzw. 29% eine Rolle.

So kann Diskriminierung verhindert werden

Strukturierte Bewerbungsgespräche, zum Beispiel dass Alle die gleichen Fragen beantworten, und Bewerbungen ohne persönliche Angaben wie Name, Geschlecht oder Nationalität werden von je 35% der Befragten als sinnvoll erachtet, um Diskriminierungen bei der Jobsuche entgegenzuwirken. Ebenfalls als förderlich bewertet werden Bewerbungen ohne Bild (34%) sowie standardisierte Eignungsprüfungen, sogenannte Assessments (31%).

Daneben sollten aus Sicht der Befragten die Unternehmen Fähigkeiten von Menschen mit Migrationshintergrund stärker wertschätzen. Dazu gehören vor allem Vielsprachigkeit (55%), interkulturelle Kompetenzen (49%) sowie Anpassungsfähigkeit (47%). Ebenso erachten die Befragten die fachlichen Kompetenzen (44%), internationale Arbeitserfahrungen (38%), Resilienz, das heißt die Fähigkeit, schwierige Lebenssituationen gut zu bewältigen, sowie andere Blickwinkel auf Themen (je 33%) als überaus wichtig.

Inklusivere Ansprache in Stellenanzeigen nötig

Auch Arbeitgeber rücken diese Thematik weiter in den Fokus, um in ihrer Ansprache noch inklusiver zu werden. So positionieren sich einige Unternehmen bereits explizit in ihren Stellenanzeigen gegen Diskriminierung von Menschen aufgrund ihrer Herkunft im Bewerbungsprozess. Mit Aussagen wie etwa Wir stehen für Vielfalt und sind gegen Diskriminierung in jeglicher Form. Bei unseren Entscheidungen spielen Kategorien wie Geschlecht, Alter, sexuelle Orientierung, Herkunft oder Religion keine Rolle” zeigen sie ihr Engagement gegen Diskriminierung. Allerdings tauchen aktuell nur in vier Prozent aller Stellenanzeigen die Schlagwörter “Diskriminierung” und “Herkunft” gemeinsam auf. Währenddessen ist zum Beispiel in fast Dreiviertel aller Stellenanzeigen das Kürzel “m/w/d” enthalten, um eine Benachteiligung aufgrund des Geschlechtes zu vermeiden.

Quelle: Indeed

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Stefan Scheller

Abbinder: Persoblogger Stefan Scheller

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