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Titelbild: Jobjackpot Interview mit Martin Gaedt - HR-Startup auf PERSOBLOGGER.DE

JobJackpot – mit einer Mitarbeiterempfehlung zum Millionär

Martin Gaedt ist schon seit einigen Jahren in der Personalerwelt unterwegs. Seine Argumentationen gegen das Vorliegen eines Fachkräftemangels sind legendär. Mit JobJackpot launcht er jetzt sein neustes Business-Baby – und denkt Mitarbeiterempfehlungen nochmal komplett neu. Wann gibt es die ersten Jobempfehlungsmillionäre?

Zur Person Martin Gaedt

Hallo Martin, schön dass Du Dir Zeit nimmst für ein kleines Interview. Magst Du Dich bitte kurz selbst vorstellen?

Sehr gerne, Stefan. Meine erste Firma Knack die Nuss anno 1999 beschreibt, was mich begeistert. Ich lerne Menschen, Themen und Branchen kennen, vertiefe mich und kreiere neue Lösungen. Innovationen und eigene Gründungen sind mein roter Faden. Dabei trainiere ich täglich Ideenfitness, also die Fähigkeit, Ideen aus dem FF zu entwickeln und umzusetzen. 2007 habe ich Younect gegründet, mein erstes Unternehmen im Arbeitsmarkt, 2014 die cleverheads GmbH und nun JobJackpot. Eine meiner Kernfragen ist: Warum sind viele Menschen von Jobsuche und Personalgewinnung so genervt? Warum macht Jobsuche keinen Spaß? Spaß ist weder ein Widerspruch zu engagiertem, kompetentem Arbeiten, noch zu erfolgreicher Personalgewinnung.

Wie funktioniert das Mitarbeiterempfehlungsprogramm JobJackpot?

Du hast in den letzten Jahren ja mit mehreren Themen Furore gemacht, sei es Deinem Buch Mythos Fachkräftemangel oder dem Provotainment-Format. Jetzt hast Du den JobJackpot gelauncht. Worum geht es dabei bzw. wie funktioniert JobJackpot?

Alle Menschen können Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter empfehlen und so den JobJackpot gewinnen. Mit JobJackpot werden neue Kolleg*innen von begeisterten Kundinnen und Kunden empfohlen. Kommt es zum Arbeitsvertrag, kann die empfehlende Person gewinnen.

Wer möchte nicht, dass es den Lieblingsbäcker und das schöne Café um die Ecke auch in zwei Jahren noch gibt? 500 Kundinnen und Kunden kennen zusammen 5.000 Menschen sehr gut, und noch viel mehr Menschen flüchtig. Also stoßen wir die Kund*innen der 10.800 Handwerksbäckereien, 40.000 Malerbetriebe und 345.000 Geschäfte an, ihre Freunde, Nachbarn, Neffen, Nichten und Bekannten zu empfehlen. Alle Menschen werden „Headhunterinnen und Headhunter“. Menschen empfehlen gerne, wenn sie gefragt werden. Also fragt JobJackpot!

Konkret läuft es so: Unternehmen weisen in ihrem Laden, Café, Hotel, auf ihrem Dienstwagen oder der Karriereseite auf JobJackpot hin mit einem Button, Plakat, Aufkleber und Aufsteller. Kund*innen werden aufgefordert, gute Bewerber*innen zu empfehlen. Sie informieren die passende Person: „Bewirb dich bei xyz!“. Die Unternehmen haben kein Risiko. Anders als bei Stellenanzeigen zahlen sie nur, wenn es tatsächlich zum Arbeitsvertrag kommt. Zwei Drittel der Einnahmen fließen in einen Geld-Jackpot. Dieser wird unterhaltsam-provokant verlost. In einer Live-Ziehung geben wir auch Tipps zum Arbeitsmarkt und zeigen Betriebe, die mitmachen.

Kleinstbetrieben fehlt es an Sichtbarkeit im Arbeitsmarkt

Braucht es noch eine weitere Plattform für Mitarbeiterempfehlungen? Was macht JobJackpot so besonders?

Herausragend ist der Gewinn des Jackpots. Eine einzige Empfehlung kann zum Gewinn des Jackpots führen. Besonders ist außerdem, dass es keine Plattform, keine App und kein Login gibt. Du stehst im Laden, informierst deinen Kumpel, der bewirbt sich. Wird die Stelle erfolgreich besetzt, sagst du uns Bescheid und dein Name kommt in den Jackpot.

Die meisten Tools und Plattformen zur Personalgewinnung richten sich an große Unternehmen mit Personalverantwortlichen. Tatsächlich beschäftigen nur 80.921 Firmen in Deutschland über 50 Mitarbeiter*innen! 3,4 Millionen Betriebe im Handwerk, Gastgewerbe und Einzelhandel haben unter 50 und davon 3,1 Millionen Betriebe sogar unter 10 Beschäftigte. Diese Firmen sind unbekannt und unsichtbar im Arbeitsmarkt, dabei sind dort die meisten Stellen offen.

Eine Million Handwerksbetriebe beschäftigen 5 Millionen Menschen, das sind sechs Mal mehr als in der Automobilindustrie zusammen mit allen Zulieferern.

Von der Idee des JobJackpot zur Umsetzung

Wie kamst Du auf diese Idee?

Seit 2015 nenne ich meinen Vortragsstil Provotainment. Ich inszeniere meine Inhalte unterhaltsam-provokant. Ich schreie „WACKEN“ und „NEIN. NEIN. NEIN“. Ich zertrümmere auf der Bühne Teller, und zum Perspektivwechsel steige ich auf eine Leiter. Hier zu sehen.

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Meine Inhalte bleiben hängen. Ich erzähle Geschichten, wie vielfältig Unternehmen bereits Mitarbeiter*innen suchen und finden. Nach dem Vortrag kann keiner sagen, es ginge nicht, denn es wird längst gemacht.

Als meine Kollegin Cinderella und ich im April dieses Jahres 80 neue Drehbücher für unser Provotainment-TV geschrieben haben, hieß ein Drehbuch „Joblotterie“. Ich bin fasziniert davon, dass Betriebe meinen, mit Stellenanzeigen Volltreffer zu landen. Bei 2.500 Stellenbörsen ist das rechnerisch unwahrscheinlicher als ein Sechser im Lotto.

Zudem sucht maximal die Hälfte der Wechselwilligen aktiv. Aktuell hat Karriere.at 578 Menschen befragt. 49 Prozent streben nach der Corona-Krise einen Jobwechsel an. Doch die Mehrheit sucht nicht aktiv, sie warten auf eine bessere Gelegenheit. Freund*innen und Familien wissen immer vom aktuellen Frust und Wechselwillen. Deshalb stoßen wir das direkte Umfeld an.

„Joblotterie“ war für uns das Ideen-Sprungbrett zum JobJackpot. Wir haben den Namen und die Idee mit unserem Netzwerk getestet und das Feedback war überwältigend. Jetzt suchen wir Pioniere, die den ersten Jackpot füllen. Von jeder Vermittlungsgebühr kommen zwei Drittel in den Jackpot, ein Drittel nutzen wir, um JobJackpot weiterzuentwickeln und voranzubringen.

Kein Unternehmen würde einen Kundenmangel proklamieren

Du streitest ja stets ab, dass es so etwas wie einen Fachkräftemangel gibt. Jetzt schreibst Du provokativ „FUCK Fachkräftemangel“ auf die JobJackpot-Website. Wie geht das zusammen?

Einen Fachkräftemangel hat jede Firma, die wächst oder die Mitarbeiter*innen verloren hat. Das ist normal und selbstverständlich. Bei Younect hatte ich 60 Kolleg*innen, ich hatte also 60 Mal einen Fachkräftemangel, bis die Stelle besetzt war. Fachkräftemangel ist wie Kundenmangel. Wer einen Kundenmangel hat, geht auf Kundensuche. Keine Firma spricht über Kundenmangel. Das wäre peinlich, denn es ist die Kernaufgabe des Unternehmens, Kund*innen zu akquirieren. Ich sehe keinen Unterschied zum Fachkräftemangel.

Kein Unternehmen würde über einen #Kundenmangel klagen, Kundensuche ist Kernaufgabe. Und ich sehe keinen Unterschied zum #Fachkräftemangel. Klick um zu Tweeten

Bei Younect war es meine Aufgabe, 60 Stellen zu besetzen. Über Fachkräftemangel zu klagen, sollte so peinlich sein wie über Kundenmangel zu jammern.

Die allgemeine Behauptung, es gäbe immer weniger Fachkräfte, ist statistischer Unsinn. Es gibt mehr erwerbstätige Menschen in Deutschland denn je. Seit Dezember 2018 über 45 Millionen. Da Jobs immer häufiger gewechselt werden, gibt es immer mehr Bewerber*innen.

Statt Fachkräftemangel eine Herausforderung bei der Verteilung

Die entscheidende Frage lautet also: Ist die Fachkraft bei mir oder in einem anderen Unternehmen tätig?

Natürlich gibt es individuellen Fachkräftemangel. Der hat oft Gründe: Solange die Mehrheit der deutschen Unternehmen nicht bereit ist, englischsprachige Software-Entwickler*innen einzustellen, ist dieser Fachkräftemangel hausgemacht. Solange die Mehrheit der Bewerber*innen ewig auf Antworten von Unternehmen wartet nach einer Bewerbung und nach Vorstellungsgesprächen meist gar nichts mehr hört, gibt es keinen ernsthaften Fachkräftemangel. So geht man mit Kund*innen nicht um, aber mit Bewerber*innen. Seltsam, oder?

Fachkräftemangel ist nie die Ursache, sondern immer die Folge. Wertschätzungsmangel, Ideenmangel, Ausbildungsmangel, Kulturmangel, Empfehlungsmangel, Sichtbarkeitsmangel. Eine Kundin schrieb mir: „Wir suchen seit geraumer Zeit und sehr akut einen Kundenberater für Baufinanzierungen, ebenso einen Kreditsachbearbeiter für Baufinanzierungen. Mit StepStone und Monster hatten wir keinen Erfolg. Ich weiß, dass unser Unternehmen mit circa. 10 Mitarbeitern nicht so groß ist und daher keinen riesigen Bekanntheitsgrad hat.“

Diese Art der Unsichtbarkeit betrifft wie gesagt 3,1 Millionen Betriebe mit 1-9 Mitarbeiter*innen und weitere 300.000 Unternehmen mit 10-49 Beschäftigten.

Genau da setzen wir mit JobJackpot an: Die 3,4 Millionen kleinen Betriebe müssen gar nicht mehr bekannt und sichtbar werden. Zusammen stoßen wir die Menschen an, mit denen sie sowie in Kontakt kommen: Kund*innen, Nachbar*innen, Passant*innen.

Mit dem JobJackpot durch Empfehlung zum Millionär

Wie hoch willst Du den JobJackpot ansteigen lassen? Gibt es da ein spezielles Ziel?

Die Einzahlungen kommen von den Unternehmen nach erfolgreichen Vermittlungen. Bei 100 neuen Mitarbeiter*innen wären 100.000 Euro im Jackpot und bei 1.000 erfolgreichen Empfehlungen eine Million Euro. Bei 10.800 Handwerks-Bäckereien, 40.000 Malerei-Betrieben, 345.000 Einzelhandelsgeschäften überlasse ich es deiner Fantasie, wie viel Geld jede Woche im Jackpot sein wird.

JobJackpot will den Arbeitsmarkt menschlicher machen

JobJackpot soll den Arbeitsmarkt „menschlicher machen“ – was meinst Du damit konkret?

60 Prozent aller Arbeitnehmer*innen pendeln zur Arbeit. Lange Arbeitswege frustrieren und machen krank durch langes Sitzen und Umweltverschmutzung. Der Hinweis vom Nachbarn auf den Job beim Ingenieursbüro um die Ecke und die freie Stelle beim lokalen Tischler und beim besten Baufinanzierer der Gegend kann zu einem Jobwechsel in Wohnortnähe führen.

JobJackpot stärkt den lokalen Zusammenhalt. Alle Menschen können mit Empfehlungen die Vielfalt der kleinen Geschäfte und Betriebe stärken. JobJackpot könnte auch mit Betriebs-Nachfolge funktionieren. JobJackpot ist der Anstoß, Jobs von Mensch zu Mensch zu empfehlen. Das passiert sowieso schon, wir verstärken das und bieten den Jackpot. Millionen Menschen spielen Lotto und gewinnen selten. Beim JobJackpot können auch Millionen Menschen mitspielen, und es werden viele gewinnen.

JobJackpot legt Fokus auf lokale Betriebe im Handwerk und Einzelhandel

Bei Block2Job oder Trueredo, als zwei Beispiele von vielen, können Empfehlungsprämien auch vierstellig ausfallen. Gibt es jetzt einen Überbietungswettkampf bei den Prämien für Jobvermittlungen?

Nein. Es gibt 2.500 Stellenbörsen. Warum sollte es nicht 2.500 Wege der Empfehlung geben? Wir fokussieren uns mit JobJackpot auf Empfehlungen im Alltag. Da, wo Menschen gerade sind. Ohne Login. Einfach eine Empfehlung im Messenger. Fertig. JobJackpot ist eine Kampagne, es gibt keinen Mittelsmann, und bei uns werden keine Stellen geschaltet. JobJackpot legt den Fokus auf lokale Handwerks- und Einzelhandelsbetriebe, nicht auf eine bestimmte Branche. Bei uns empfehlen keine Spezialisten andere Spezialisten. Treue, überzeugte Kund*innen empfehlen in ihrem Umfeld vertrauensvoll einen Betrieb bzw. eine Stelle an eine ihnen vertraute Person. JobJackpot prüft keine Bewerbung, wir übernehmen keine Vorauswahl. Alle Prozesse laufen so, wie die Empfehlenden, Bewerber*innen und Betriebe im Alltag kommunizieren.

Bei uns kann jede Person den JobJackpot abstauben, nicht nur Personen in speziellen Funktionen oder Positionen. Wir sind der Robin Hood der Personalgewinnung. Bei JobJackpot bleibt das Geld in der Community, statt z.B. über bekannte Stellenbörsen an große Medienkonzerne zu fließen.

JobJackpot ist der Robin Hood der #Personalgewinnung Klick um zu Tweeten

JobJackpot mit aktueller zwei-für-eins Aktion

Was möchtest Du meinen Leserinnen und Lesern sonst gerne noch mitteilen?

Wir suchen Pionier-Betriebe! Die Teilnahme kostet einen Brutto-Monatslohn. So füllen wir den ersten JobJackpot. Wer das JobJackpot-Logo in seinen Laden hängen, auf sein Auto kleben oder in seine Karriereseite integrieren will, meldet sich bei club@jobjackpot.de.

Herzlichen Dank für Deine Antworten und viel Erfolg bei diesem spannenden Konzept.

Danke für dein Interesse, Stefan, als Erster über JobJackpot zu berichten.

Für exklusive Themen oder Going-Live-Premieren bin ich immer gerne zu haben.


Über meinen Interview-Partner:

Interview-Partner Martin Gaedt

Martin Gaedt ist Autor von „Mythos Fachkräftemangel“ (2014) und „Rock Your Idea“ (2016), er ist Preisträger „Land der Ideen“ (2012) und „Alternativer Wirtschaftsbuchpreis“ (2016). Er ist ideenfitter Unternehmer und provotainender Innovationsmanager.

Martin Gaedt passt in keine bekannte Denk-Kategorie. Er will Grenzen überschreiten und tut es. Seit 2014 hat er über 300 Vorträge zum Fachkräftemangel und #RockYourIdea vor rund 35.000 Unternehmerinnen, Unternehmern und Personalverantwortlichen gehalten.

>> Zur Website JobJackpot

 


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Stefan Scheller

Abbinder: Persoblogger Stefan Scheller

Mein Name ist Stefan Scheller. In meiner Rolle als Persoblogger und HR-Szene Influencer betreibe ich diesen Blog und das gleichnamige HR-Portal für Praktiker. Vielen Dank für das Lesen meiner Beiträge und Hören meines Podcasts!

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