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Social Media Sticker im Personalmarketing – Durchbruch mit iOS 10 in Sicht?

Gestern Abend verkündete Apple seine Produktnews zum iPhone 7 und ab 13.09.2016 soll es das neue iOS 10 geben. Letzteres bringt unter anderem hunderte neuer Social Media Sticker bzw. Emojis. Was das mit innovativem Personalmarketing und Recruiting zu tun hat? Lesen Sie selbst…

Vorab eine kurze Begriffsklärung:

Was sind Emojis?

Emojis sind die Weiterentwicklung der sogenannten Emoticons, bei denen ASCII-Zeichencodes Emotionen in einer schriftlichen Kommunikation darstellen sollen. In Deutsch heißen sie übersetzt Bildschriftzeichen und ersetzen als Ideogramm längere Begriffe.

Was sind Social Media Sticker?

Sticker ist die englische Übersetzung des deutschen Worts Aufkleber. In Social Media werden damit kleine Bilder genannt, die vor allem in Chats verwendet werden. Sticker können dabei komplexere Aussagen treffen als Emojis.

Seit den 70er-Jahren beliebt: Aufkleber

In diesem Punkt erinnere ich mich noch genau an meine Kindheit: Ich hatte Aufkleber gesammelt. Zuerst wurden meine Spielkisten wild beklebt mit dem „Ein Herz für Kinder“-Sticker, den man früher sogar gerne auf sein geliebtes KFZ klebte. Anfang der 80er-Jahre kamen weitere KFZ-orientierte Aufkleber hinzu, wie der zum Autofreien Sonntag (wegen der damaligen Ölkrise) oder der „Atomkraft – nein danke“– Aufkleber.

Schon bald reichte der Platz zum Kleben auf Kisten und Zimmertüren nicht mehr aus. Ich sammelte trotzdem immer weiter und freute mich über jeden mitgebrachten Aufkleber. Egal, was darauf stand.

Fleißbildchen und Glitzersticker

Aufkleber gibt es noch immer zuhauf, auch wenn die Klebefreudigkeit der KFZ-Besitzer meiner Meinung nach deutlich nachgelassen hat. Erst diese Woche fiel mir im Drogeriemarkt zum Beispiel ein Aufkleberbuch für Lehrer in die Hände. Darin Sticker für das Kleben in die Schulhefte von Kindern. Was früher die Fleißkärtchen mit der Biene Maja waren, sind heute glitzernde Einhörner und sonstige Fabelwesen, die direkt in die Hefte der Schulkinder geklebt werden.

Emojis – die digitalen Aufkleber nicht nur für Kinder

Die Aufkleber haben es nicht nur ins digitale Zeitalter geschafft, sie erleben geradezu eine Art Renaissance: als Social Media Sticker oder Emojis in Messenger-Apps.

Sie glauben, die Emojis werden vor allem von Kids verwendet und sind daher allenfalls für Schülermarketing-Maßnahmen geeignet? Von wegen. Nehmen wir zum Beispiel mal meinen eigenen Vater, der mit seinen 71 Jahren in vieler Hinsicht ein ziemlich hipper und offener Typ ist. Er nutzt seit Jahren sehr aktiv und gerne Facebook für die kleine Kommunikation zwischendurch. Und er ist Fan von Emojis und Stickern, wie diese Beispiele eindrucksvoll belegen.

Einsatz von Stickern und Emojis in Chats - Social Media Sticker haben sich bereits weit verbreitet
Screenshot Facebook-Chat mit Einsatz von Emojis und Stickern

OK, ich muss jetzt vielleicht erwähnen, dass wir seit kurzem Nachwuchs haben und die vielen Herzchen vor allem der Kleinen gelten. Aber den Winkefuchs gab es schon vorher. Eine herzliche Familie eben, wie man sie sich wünscht.

Und mein Papa ist da keine Besonderheit. Viele Erwachsene nutzen in ihrer Social Media Kommunikation Sticker. Getreu dem Uralt-Motto „Ein Bild sagt mehr als tausend Worte“. Spielerische Elemente halten in der Recruitingwelt bereits seit Jahren immer mehr Einzug. Ich sage nur das Stichwort Recruitainment (Recruiting und Entertainment).

China und WeChat als Trendsetter auch für Deutschland?

Die chinesische App – oder nennen wir sie besser „Alleskönner-Plattform“ WeChat hat in Asien zu einem unglaublichen Boom an versendbaren Stickern geführt. Zum Teil sind die Sticker kostenfrei, teilweise kostenpflichtig. Auch Hersteller von Messenger-Apps profitieren zunehmend vom Sticker-Boom. Die Hersteller der App Line sollen nach Aussage des Portals Techcrunch angeblich 2015 bereits umgerechnet 250 Millionen Euro alleine mit dem Verkauf versendbarer Sticker verdient haben.

Eigene Sticker durch Drittentwickler möglich

Anders als in der sonst stark abgeschirmten Apple-Welt, können Drittentwickler zukünftig eigene Sticker entwickeln und vermarkten. Und damit ist die Tür zu einem Massenmarkt weiter aufgestoßen. Dass der Markt in Deutschland sich ähnlich boomartig wie in Asien entwickeln wird, ist aufgrund der kulturellen Unterschiede fraglich. Allerdings halten auch hierzulande Manga-Comics und zuletzt Pokemon Go massiv Einzug.

Virales Marketing mit digitalen Stickern

Längst werden die digitalen Sticker kommerziell genutzt. Auch das deutsche Industrieunternehmen Voith hat bereits seit 2014 eine eigene Kollektion an Stickern als Unterstützung beim Markenaufbau in China im Einsatz. Robindro Ullah berichtete darüber mehrfach. In einem aktuellen Beitrag auf Onlinemarketingrockstars wird gar formuliert: „Sind mobile Sticker die nächste Riesenchance im Marketing?“.

Social Media Sticker werden schon lange in WeChat eingesetzt
Der sog. Voith Career Boost Sticker für den Einsatz in WeChat.

Employer Branding mit Emojis

Auch ich schlug damals bei unseren DATEV-Markenverantwortlichen im Marketing auf und fragte nach den Möglichkeiten einer solchen Emojis-Kollektion an. Im Grunde bietet die Welt der Steuerberatung in der Zusammenarbeit mit Mandantenunternehmen, Behörden und Privatpersonen einen aus meiner Sicht geeigneten Mikrokosmos, den man mit gebrandeten Stickern abbilden und damit für die eigene Marke nutzen könnte. Vielleicht war die Zeit damals noch nicht reif für den Einsatz von Stickern in diesem Zusammenhang, aber die Entwicklung geht stetig voran…

Deutsche Unternehmen mit Stickern im Employer Branding

Einmal angedacht, entstehen sehr schnell weitere Ideen, wie die kleinen Bildchen zur Darstellung von Unternehmen und Marke eingesetzt werden können. Angefangen von einzelnen Bildern bis hin zu regelrechten Erzählungen (Contentmarketing via Sticker) , angereichert mit einer Prise Humor, um Viralität anzuregen.

Wer werden die Unternehmen sein, die auf dem deutschen Markt erfolgreich Sticker im Employer Branding bzw. Personalmarketing einsetzen? Im Bereich der Bewerberkommunikation, zum Beispiel via Whatsapp oder Snapchat können allgemeine Emojis bereits heute genutzt werden.

Social Media Sticker im Spannungsfeld von Kreativität, Technik und Recht

Die Herausforderung, der Sie sich noch stellen müssen, um Sticker erfolgreich in Ihrer Arbeitgebermarkenkommunikation einzusetzen, ist das Spannungsfeld zwischen Kreativität und Technik. Zum einen benötigt es eine wirklich (!) kreative Agentur, die das Potenzial hat, viral taugliche Sticker zu entwerfen. Dabei kommt es -wie so oft im Employer Branding- darauf an, einerseits unternehmensspezifisch authentisch zu sein und gleichzeitig Sticker zu entwerfen, die über eine gewisse Allgemeingültigkeit verfügen, damit sie tatsächlich genutzt und bestenfalls sogar viral verbreitet werden.

Zum anderen müssen sich die Verantwortlichen technisch damit auseinandersetzen, auf welcher Basis / Plattform die Sticker eingesetzt werden sollen und was dafür technische (und natürlich rechtliche!) Voraussetzungen sind.

Aber hey, wir wollen hier doch erst einmal frei denken und nicht schon wieder in Hindernissen, oder? Also, wie sieht IHR Arbeitgeber-Sticker aus?

 

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Stefan Scheller

Abbinder: Persoblogger Stefan Scheller

 

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3 Antworten

  1. Schöner Ausflug. Aber solange viele Unternehmen nicht mal die Pflicht ordentlich ausüben, sprich Bewusstseinsbildung (Branding), schlüssige und glaubwürdige sowie reizvolle Kommunikation und ein ordentlicher Einsatz aller Elemente in etwa Ausschreibungen und auf der eigenen Website – solange bleiben Sticker zunächst eine nette Idee. Reizvoll ja, aber das geht über eine reine Social Media Präsenz hinaus – und dazu hat sich mein Vorkommentator ja bereits geäußert.

  2. Ein interessanter Artikel, mit einem Thema bei dem ich mir nicht sicher bin wie gut es funktionieren kann.
    Ich sag mal: Ja, Sticker und Emojis haben das Potential für Brandingmaßnahmen. Dafür muss aber bei den Verantwortlichen noch stärker auf eine gesteigerte SocialMediaKompetenz geachtet werden, da es sonst auch völlig nach hinten losgehen kann und man sich durch schlecht entworfene oder schlecht angewandte Sticker lächerlich macht.
    Im Zweifel könnte es sogar so wirken als hätte das Unternehmen nicht halb soviel Ahnung, von der hippen neuen Technologie und Generation, wie es nach außen darstellen will.
    Immerhin mein aktueller Arbeitgeber nutzt derzeit intern Smilies zur regelmäßigen Befragung wie sich das Betriebsklima entwickelt.

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