PERSOBLOGGER.DE - das HR Praxisportal Logo 2022-07
PERSOBLOGGER.DE - das HR Praxisportal Logo 2022-07
Newsticker für HR auf Persoblogger.de - Banner

Gehaltsschere: So viel mehr verdienen Führungskräfte

Führungskräfte verdienen jährlich mehr als doppelt so viel wie Fachkräfte. Das ergibt eine aktuelle Auswertung des Vergleichsportals GEHALT.de. Dafür wurden 224.474 Datensätze von Fach- und Führungskräften nach Region, Branche und Geschlecht ausgewertet. Das konkrete Ergebnis: Fachkräfte verdienen jährlich rund 41.900 Euro, während Führungskräfte 96.300 Euro beziehen.

In der Kulturbranche liegen die Gehälter zwischen Fach- und Führungskräften am dichtesten beieinander, während der Unterschied in der Steuerberatungsbranche am größten ist.

Führungskräfte, die Personalverantwortung tragen und sich somit um die Führung, Unterstützung und Weiterentwicklung ihrer Beschäftigten kümmern, beziehen fast 130% mehr Gehalt als Fachkräfte. Somit erhalten Beschäftigte ohne Personalverantwortung (Fachkräfte) jährlich rund 54.400 Euro weniger.

Gehaltsschere in Sachsen-Anhalt geht am weitesten auseinander

Im Regionalvergleich stechen besonders Bundesländer mit einem geringen Gehaltsniveau hervor. In Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern liegen die Gehälter zwischen Fach- und Führungskräften am weitesten auseinander (zwischen 138% und 144%). Wohingegen die Einkommensschere zwischen Fach- und Führungskräften in Bundesländern mit einem hohen Gehaltsniveau vergleichsweise gering ist: Am niedrigsten ist sie in Berlin (124%), Hamburg (119%) und Baden-Württemberg (116%).

Führungskräfte sind mobiler und eher dazu bereit, den Arbeitsstandort zu wechseln als Fachkräfte. Unternehmen müssen somit in Bundesländern mit geringem Gehaltsniveau die Einkommen für Führungskräfte deutlich in Richtung Bundesdurchschnitt anpassen, um sich im Wettbewerb behaupten zu können.

Der Aufstieg zur Führungskraft lohnt sich in der Kulturbranche am wenigsten

Im Branchenvergleich herrscht die geringste Gehaltslücke zwischen Fach- und Führungskräften in der Kulturbranche vor. Während Fachkräfte hier jährlich rund 38.400 Euro verdienen, beziehen Führungskräfte mit rund 64.600 Euro rund 68% mehr. Auch in der Luftfahrt liegen die Einkommen mit 57.800 Euro (Fachkräfte) und 102.900 Euro (Führungskräfte) relativ dicht beieinander (Gehaltsunterschied von 78%).

Der Gehaltsunterschied zwischen Fach- und Führungskräften in der Luftfahrt ist vergleichsweise niedrig, da Fachkräfte in dieser Branche oft prestigevolle Berufe einnehmen, deren Gehaltsniveau überdurchschnittlich hoch ist und einem regionalübergreifenden Standard folgen.

Größte Gehaltsschere in der Steuerberatung

Die größte Gehaltsdifferenz zwischen Fach- und Führungskräften gibt es in der Steuerberatung: Hier verdienen Beschäftigte ohne Personalverantwortung jährlich rund 37.600 Euro, während Beschäftigte mit Personalverantwortung rund 112.400 Euro erhalten (Gehaltsunterschied von 199%). Ähnlich sieht es in der Rechtsberatung aus: Die Einkommensschere zwischen Fach- und Führungskräften liegt hier bei rund 73.700 Euro (195%).

Der Einkommensunterschied bei Fach- und Führungskräften ist in der Steuer- und Rechtsberatung besonders ausgeprägt, da ein großer Teil der Fachkräfte aus nicht-akademischen Angestellten mit eher niedrigen Gehältern besteht. Anwälte und Steuerberater mit Personalverantwortung haben oft einen akademischen Hintergrund, arbeiten in größeren Konzernen und werden dadurch in der Regel überdurchschnittlich entlohnt.

Chefs in der Automobilindustrie verdienen fast 57.000 Euro mehr als Fachkräfte

In der Autoindustrie beziehen Führungskräfte mit 110.800 Euro jährlich mehr als doppelt so viel wie Beschäftigte ohne Personalverantwortung (54.300 Euro). In der Finanzbranche ist der Gehaltsunterschied gar noch etwas größer: Führungskräfte erhalten hier rund 60.200 Euro (115%) mehr als Fachkräfte.

Im Lebensmitteleinzelhandel liegt das Gehaltsniveau noch weiter auseinander: Hier beziehen Beschäftigte ohne Personalverantwortung rund 31.400 Euro, während Führungskräfte rund 71.000 Euro erhalten (Gehaltsunterschied von 126%).

Ist das hohe Gehalt von Führungskräften gerechtfertigt?
Beschäftigte in Führungspositionen verdienen größtenteils mehr als doppelt so viel wie Fachkräfte. Doch rechtfertigt die Personalverantwortung den hohen Gehaltsunterscheid?

Führungskräfte verantworten im Vergleich zu Fachkräften im Regelfall ein wesentlich höheres Budget und haben Personalverantwortung. Parallel geht damit oft einher, dass ein Studium oder langjährige Erfahrung vorausgesetzt wird. Würde eine Stelle als Führungskraft nicht auch finanziell lukrativer sein, würde es zwangsläufig langfristig keine Bewerber auf diese Stellen geben.

Eine erfolgreiche Führungskraft muss motivieren, delegieren und gut kommunizieren können. Doch häufig sind auch mühsame Diskussionen zu führen und unliebsame Entscheidungen zu treffen. Am Ende müssen die Ergebnisse stimmen. Führungskräfte müssen sich an ihrem Beitrag zum Unternehmenserfolg messen lassen. Und das rechtfertigt in der Regel eine höhere Vergütung.

Quelle. GEHALT.DE

zurück zur Übersichtsseite: HR-Newsticker für Personaler!

Anzeige:Work in Progress - StepStone

Stefan Scheller

Autor und Speaker Persoblogger Stefan Scheller

Mein Name ist Stefan Scheller. In meiner Rolle als Persoblogger und Top HR-Influencer (Personalmagazin 05/22) betreibe ich diese Website und das gleichnamige HR Praxisportal. Vielen Dank für das Lesen meiner Beiträge und Hören meines Podcasts Klartext HR!

Besuchen Sie auch den großen HR-Studien und Infografiken Download Bereich, den HR-Veranstaltungskalender, den HR-Stellenmarkt und das große HR-Dienstleister Anbieterverzeichnis.

Über eine Buchung als Speaker oder Moderators für Ihre Veranstaltung freue ich mich natürlich ebenso wie über das Abonnieren meines Newsletters.

DANKE!

2 Antworten

  1. „Würde eine Stelle als Führungskraft nicht auch finanziell lukrativer sein, würde es zwangsläufig langfristig keine Bewerber auf diese Stellen geben.“

    Das ist imho eine Scheinargumentation, denn umgekehrt gibt es viele Fachkräfte die diesen Weg ganz bewusst nicht gehen wollen. Wollen diese also wesentlich schlechter bezahlt werden oder sind diese mit niedrigeren Gehältern einfach nur zufriedener? Wahrscheinlich nicht.

    Umgekehrt wird ein Schuh daraus: Ob man eine Management- oder eine Fachkarriere plant sollte rein intrinsische Gründe haben und keinen Anreiz in der Bezahlung haben. Denn sonst bleibt die Führungskultur so schlecht wie sie in vielen Unternehmen noch immer ist.

    1. Lieber Titus,
      da ist was dran. Daher haben wir beispielsweise bei meinem Arbeitgeber Führung nicht mehr nur disziplinarisch definiert. Ich selbst bin beispielsweise sogenannter Fachberater ohne personelle Führungsverantwortung. Definitorisch bin ich aber fachliche Führungskraft und werde analog der klassischen hierarchischen Führung entlohnt. Die fachliche Karriere (auch als Experte und in weiteren, insbesondere agilen Rollen möglich) ist dabei 1:1 parallel mit einer Karriere als Teamleiter bzw. dann Abteilungsleiter usw.
      Inspirative Grüße zum Wochenstart
      Stefan

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

  • Anzeigen:

  • DigitalSchoolStory: digitale Bildung für Schülerinnen und Schüler
  • HR-Event auf PERSOBLOGGER.DE suchen!
  • Sidbar-Banner: Klartext HR - Podcast von Stefan Scheller
  • Abonnieren Sie den Persoblogger.de Newsletter
  • PERSOBLOGGER Newsletter Newsletter
    ×

    Jetzt hier zum Newsletter anmelden und auf dem Laufenden bleiben!

    Pünktlich jeden Montag um 7:15 Uhr wertvolle HR-News: