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Betriebliches Gesundheitsmanagement - BGM: Kennzahlen

Erfolg im BGM: Kennzahlen zur Messung der Mitarbeitergesundheit

Die heutige Arbeitswelt ist schnelllebiger, digitaler und vernetzter als je zuvor. Diese Veränderung stellt Unternehmen vor neue Herausforderungen und Mitarbeiter vor stetig steigende Anforderungen. Damit die Arbeit allerdings nicht zu einer Überbelastung wird, setzen viele Firmen auf ein betriebliches Gesundheitsmanagement, kurz BGM. Um zu wissen, ob das BGM nun tatsächlich Erfolg verspricht, muss es messbar gemacht werden. Im Artikel von Gastautor Thomas Kirchner erfahren Sie alles über die Kennzahlen, die dafür eingesetzt werden.

Was ist betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM)?

Das Thema Mitarbeitergesundheit liegt bei Unternehmen heutzutage hoch im Kurs. Durch die zunehmende Digitalisierung geht der klassische Nine-to-Five-Job immer mehr verloren. Beschäftigte können zu jeder Zeit und von jedem beliebigen Ort aus ihrer Arbeit nachgehen (Homeoffice). Dieser veränderte Arbeitsalltag kann zu gesundheitlichen Risiken führen. Verschiedene Herzerkrankungen oder ein gefürchtetes Burnout können die Folgen sein.

Damit Beschäftigte von ihrer Arbeit nicht krank werden und sich in Achtsamkeit üben, kommt in vielen Unternehmen das betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM) zum Einsatz. Ziel ist es, ein Arbeitsumfeld zu schaffen, in dem die Gesundheit aller Angestellten erhalten und gefördert wird. Gleichzeitig bringt das BGM folgende Vorteile mit sich:

  • Gesteigerte Arbeitsqualität: Die Maßnahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements führen idealerweise dazu, dass sich Beschäftigte motivierter fühlen. Dadurch sind sie wesentlich produktiver in ihrer Arbeit.
  • Erhöhte Mitarbeiterzufriedenheit: Durch gezieltes BGM fühlen sich Angestellte zufriedener mit ihrem Arbeitspensum und der Atmosphäre am Arbeitsplatz. Aus diesem Grund identifizieren sie sich mit dem Unternehmen, in dem sie tätig sind.
  • Zunehmende Attraktivität des Unternehmens: Wer mit seiner Arbeit zufrieden ist, lobt bekanntlich die Firma, für die er arbeitet. Dies steigert die Attraktivität des Unternehmens, verschafft ihm einen großen Wettbewerbsvorteil gegenüber der Konkurrenz und ist zu guter Letzt Werbung, der man vertraut.
  • Erhöhte Resilienz des Unternehmens: Unternehmen müssen sich in der heutigen schnelllebigen Zeit an die jeweiligen Veränderungen gut anpassen. Gesunde und leistungsstarke Mitarbeiter machen das Unternehmen in verschiedenen Situationen wesentlich widerstandsfähiger.

Kennzahlen im BGM

Haben auch Sie bereits ein betriebliches Gesundheitsmanagement zum Wohl Ihrer Mitarbeiter eingesetzt und glauben an dessen Erfolg? Dann ist das zwar schön und gut, wenn Sie in der Umsetzung des BGM optimistisch bleiben. Ob die eingesetzten Maßnahmen aber tatsächlich erfolgsversprechend sind, lässt sich erst durch eine handfeste Evaluierung feststellen.

Viele Unternehmen versuchen ihr BGM anhand von weichen Einflussfaktoren wie Arbeitsbedingungen und Beziehungen zwischen den einzelnen Dienstnehmern zu messen. Doch damit lässt sich der langfristige Erfolg des betrieblichen Gesundheitsmanagements nur schwer einschätzen.

Aus diesem Grund sollten Sie das BGM mit konkreten Kennzahlen beurteilen – nur so können Sie beweisen, wie es um die Mitarbeitergesundheit in Ihrem Unternehmen steht.

Balanced Score Card – die Grundlage für erfolgreiches BGM

Die Balanced Score Card (BSC) wurde ursprünglich für die Messung und Steuerung von Unternehmensaktivitäten entwickelt. Allerdings kann sie auch als wesentliche Grundlage für das betriebliche Gesundheitsmanagement dienen (Health Balanced Score Card).

Damit lässt sich nicht nur die konkrete Umsetzung des BGM in Ihrem Unternehmen planen, sondern auch wichtige Kennzahlen zur Erfolgsmessung ableiten:

  • Potentiale: Welche Voraussetzungen bringt ein Unternehmen für die Umsetzung von BGM mit?
  • Prozesse: Welche konkreten Maßnahmen zur Förderung der Gesundheit am Arbeitsplatz werden gesetzt?
  • Gesundheit: Wie sieht der Gesundheitszustand der Mitarbeiter (z. B. auch in Anbetracht der Corona-Krise) aus?
  • Erfolge: Welche positiven Auswirkungen konnten mit den Maßnahmen des BGM bereits erzielt werden?

Potenzialkennzahlen

Sie möchten ein betriebliches Gesundheitsmanagement in Ihrem Unternehmen umsetzen, um die Gesundheit ihrer Angestellten zu fördern? Bevor Sie erste konkrete Schritte planen, sollten Sie sich zunächst einmal Gedanken darüber machen, welche Ressourcen Ihnen dafür zur Verfügung stehen.

  • Zeitliche Ressourcen: Den zeitlichen Aufwand von BGM sollten Sie nicht unterschätzen. Eine einmalige Gesundheitsaktion am Arbeitsplatz reicht nicht aus. Stattdessen sind es regelmäßige Maßnahmen, die zu langfristigen Erfolgen in Ihrem Unternehmen führen.
  • Fachliche Ressourcen: Vielleicht gibt es in Ihrem Unternehmen ausgebildete Gesundheitsberater, die in Sachen Gesundheit Rede und Antwort stehen können. Von Gesundheitsexperten in Ihrem Unternehmen können Sie natürlich auf längere Sicht nur profitieren.

Prozesskennzahlen

Bei den Prozesskennzahlen im BGM geht es um alle Maßnahmen, die Sie zur Erhaltung und Förderung der Mitarbeitergesundheit in Ihrem Unternehmen einsetzen. Anhand der Umsetzung von bestimmten Maßnahmen kann der Erfolg des betrieblichen Gesundheitsmanagements genauso messbar gemacht werden – diese Kennzahlen dienen bereits als Frühindikatoren des erfolgreichen BGM.

  • Anzahl der Veranstaltungen: Hier geht es um die Erfassung aller bisher durchgeführten Veranstaltungen zur Stärkung der Mitarbeitergesundheit. Wie oft haben zum Beispiel Gesundheitstage, themenspezifische Vorträge oder bewegungsintensive Gemeinschaftsaktionen bisher stattgefunden?
  • Anzahl der TeilnehmerInnen: Natürlich gibt die Anzahl der angebotenen Veranstaltungen bereits Auskunft über die Eigeninitiative Ihres Unternehmens. Ausschlaggebend für die Erfolgsmessung des BGM ist aber auch die Anzahl jener Arbeitnehmer, die die Angebote auch tatsächlich wahrgenommen haben.

Gesundheitskennzahlen

Gesundheitskennzahlen verraten, ob sich Ihre angepeilte Strategie und umgesetzten Maßnahmen bisher positiv auf den Gesundheitszustand Ihrer Mitarbeiter ausgewirkt haben. Diese Kennzahlen sind demzufolge Spätindikatoren in der Erfolgsmessung des betrieblichen Gesundheitsmanagements.

  • Zur Überprüfung der Mitarbeitergesundheit können Sie regelmäßige Gesundheits-Checkups durchführen, die von Ihren Angestellten – auf freiwilliger Basis – wahrgenommen werden können.
  • Sie können aber auch stichprobenartige Befragungen zur subjektiven Wahrnehmung des Gesundheitszustandes durchführen.

Wofür Sie sich auch entscheiden: Gesundheitskennzahlen geben Auskunft über die Entwicklung und den derzeitigen Zustand der Mitarbeitergesundheit.

Erfolgskennzahlen

Auf der Erfolgsebene der Health Balanced Score Card geht es nun um die Frage, welchen Beitrag das BGM für Ihr Unternehmen leistet. Die dazugehörigen Kennzahlen gehen dabei in der Regel mit den Zielen Ihres Unternehmens einher. So geht es hier also um eine Bestandsaufnahme von z. B. folgenden Aspekten:

  • Hat die Mitarbeiterzufriedenheit zugenommen?
  • Konnte die Attraktivität Ihres Unternehmens als Arbeitgeber gesteigert werden?
  • Haben die positiven Bewertungen auf kununu und glassdoor zugenommen?
  • Hat sich die Qualität der Arbeitsleistungen verbessert?
  • Konnten Fehlzeiten gesenkt werden?

Kennzahlen für die BGM-Messung: Fazit

In einer Arbeitswelt, die dem aktuellen Wandel der Zeit unterliegt, nehmen die Anforderungen, die an Dienstnehmer gestellt werden, stetig zu. Damit – aufgrund des erhöhten Stresspegels – ernsthafte Krankheiten und psychische Belastungen keine Chance am Arbeitsplatz haben, muss die Mitarbeitergesundheit erhalten und gefördert werden.

Seien Sie deshalb darum bemüht, ein betriebliches Gesundheitsmanagement in Ihr Unternehmen zu integrieren. Verwenden Sie handfeste Kennzahlen, um den Erfolg des BGM messbar zu machen. So sind Sie stets auf dem aktuellen Stand, was die Gesundheit Ihrer Angestellten betrifft. Und das ist wichtig: Schließlich sind es gesunde Angestellte, die Ihrer Firma den langfristigen Erfolg sichern.

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Thomas Kirchner

Gastautor Thomas Kirchner zu Kennzahlen im BGM

 

Thomas Kirchner ist Gesundheitsexperte und Gründer der Senseble Health GmbH. Das Münchner Unternehmen hat sich auf innovatives Gesundheitscoaching spezialisiert. Anhand der Kombination von persönliche Gesundheitscoachings mit digitalen Programmen, wird moderne betriebliche Gesundheitsförderung, welche sich nahtlos in die moderne Arbeits- und Lebenswelt eingliedert, angeboten.

>> Zur Website von Senseble.de

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