Geht es aufwärts mit der deutschen Wirtschaft? Die Mehrheit der deutschen Arbeitnehmenden ist pessimistisch, zeigt das Randstad Arbeitsbarometer 2026, eine internationale Studie, die in 35 Ländern unter mehr als 1.225 Arbeitgebern und über 27.000 Arbeitnehmenden durchgeführt wurde. Während Beschäftigte in Deutschland überwiegend verunsichert in die Zukunft blicken, sind Arbeitgeber deutlich zuversichtlicher. Diese Kluft zwischen Arbeitgeber- und Arbeitnehmendenperspektive prägt das Arbeitsklima: Zwar ist das grundsätzliche Vertrauen in Arbeitgeber hoch, dennoch vermeiden viele Arbeitnehmende, ihre Sorgen oder Kritik offen zu äußern.
Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick:
- Nur 41% der Beschäftigten in Deutschland sind zuversichtlich, dass ihr Unternehmen in diesem Jahr wachsen wird (global: 51%)
- Dagegen sind Arbeitgeber optimistischer: 98% halten für die nächsten Monate Wachstum für möglich (global: 95%)
- 70% der Arbeitnehmenden empfinden ein grundsätzliches Vertrauensverhältnis zu ihrem Arbeitgeber (global: 72%)
- Gleichzeitig vermeiden 46%, Probleme oder Sorgen anzusprechen – aus Angst um ihren Arbeitsplatz (global: 55%).
Wie Unternehmen wirtschaftliche Unsicherheit bewältigen und zugleich Vertrauen sowie Leistungsfähigkeit sichern, ist aktuell Gegenstand intensiver wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Debatten. Das Arbeitsbarometer zeigt: Die Vertrauenskluft wirkt sich konkret auf Kommunikation, Sicherheitswahrnehmung und Handlungsentscheidungen im Arbeitsalltag aus.
Vertrauenskluft im Arbeitsalltag: Offenheit bleibt begrenzt
Zwar suchen 50% der Beschäftigten in Deutschland aktiv das Gespräch mit ihrer Führungskraft, um in unsicheren Zeiten Orientierung und Rückversicherung zu erhalten (global: 55%). Gleichzeitig gibt jedoch nahezu jede:r Zweite (46%) an, seine Sorgen oder Kritik bewusst nicht zu äußern – aus Angst um den eigenen Arbeitsplatz (global: 55%). Damit wird die Arbeitswelt aktuell durch ein ausgeprägtes Bedürfnis nach Orientierung und Nähe auf der einen Seite, Zurückhaltung bei sensiblen Themen auf der anderen geprägt.
Führungskräfte gewinnen als Stabilitätsanker an Bedeutung
Gerade vor diesem Hintergrund rückt die Rolle der direkten Führungskräfte stärker in den Fokus. In Deutschland berichten 78% der Beschäftigten von einer guten Beziehung zu ihrer Führungskraft (global: 72%). Zudem glauben 76%, dass ihre Führungskraft ihre Interessen vertritt (global: 71%). Direkte Vorgesetzte werden damit für viele Beschäftigte zur wichtigsten Anlaufstelle im Arbeitsalltag.
Man sieht, dass Vertrauen kein Selbstläufer ist, sondern aktiv gestaltet werden muss. Beschäftigte suchen gerade in wirtschaftlich ungewissen Zeiten mehr Orientierung und Dialog – zugleich erleben wir Zurückhaltung bei sensiblen Themen. Für Unternehmen bedeutet das, Führung als Beziehung zu verstehen: zuhören, Transparenz schaffen und Sicherheit vermitteln, ohne zu viel zu versprechen.
Auch im direkten Arbeitsumfeld ist Vertrauen wichtig: 74% der befragten Arbeitnehmenden in Deutschland geben an, ihren Kolleg:innen zu vertrauen (global: 76%). Diese positive Einschätzung bezüglich des eigenen Teams sorgt für zusätzliche Stabilität im Arbeitsalltag.
Quelle: Pressemitteilung von randstad
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Mein Name ist Stefan Scheller. In meiner Rolle als Persoblogger und Top HR-Influencer betreibe ich diese Website und das gleichnamige 




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