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Belohnungsstudie 22: Die wichtigsten Ergebnisse

Mit der Belohnungsstudie 22 wurde erneut eine umfassende Situationsaufnahme von den Benefit-Strategien deutscher Unternehmen im Bereich Mitarbeiterbindung und -motivation sowie Employer Branding erstellt. Dieses Jahr haben sich über 1.690 Personalverantwortliche und Geschäftsführer an der Studie von BONAGO beteiligt.

Ziele der Online-Befragung

Ziel der Erhebung ist es, mehr Transparenz in die HR-Praxis zu bringen sowie ein umfassendes und aktuelles Bild von den Employer-Branding-, Motivations- und Bindungsmaßnahmen deutscher Unternehmen zu zeichnen.

Zusammenfassung der wichtigsten Studienergebnisse

Teilnehmer, allgemeine Einschätzungen und Ziele

Die Ergebnisse legen dar, dass die Themen „Mitarbeiterbindung“, „Mitarbeitermotivation“ sowie „Employer Branding“ in Deutschland Relevanz haben. Festzustellen ist, dass besonders das Thema Employer Branding in den letzten zwei Jahren Zuwachs verzeichnet hat. Begründen lässt sich dies mit dem branchenübergreifend deutlich spürbaren Fachkräftemangel.

Laut der Befragung haben 92 % der Befragten im Jahr 2021 Motivations- und Bindungsmaßnahmen eingesetzt. 95 % der Unternehmen möchten auch kommendes Jahr wieder vergleichbare Maßnahmen nutzen. Mittlerweile haben sich viele Unternehmen von der Corona-Krise erholt. Jedoch hat sich nun der Fachkräftemangel als zeitliche Folge der Pandemie verstärkt. Dies spüren auch die Personalabteilungen der befragten Unternehmen. Ein Ablehnungsgrund für solche Maßnahmen ist im Gegensatz zu vergangenen Jahren nicht das Budget, sondern die personelle Kapazität.

Quelle: BONAGO

2022 ist das Interesse an Bindungs- und Motivationsmaßnahmen spürbar gestiegen. Betrachtet man die generelle Bewertung von Zusatzleistungen neben dem Gehalt, wird dieser Trend erkennbar.

Die meistgenannten Ziele sind wie auch im Vorjahr Mitarbeiterbindung und Mitarbeitermotivation. Insgesamt sind die Ziele sehr unterschiedlich. Beide Ziele haben sich bei ca. 95 % eingependelt, somit konnte hier keine Steigerung zu den letzten Jahren festgestellt werden.

Auffallend sind noch zwei weitere Ziele: Employer Branding und Mitarbeitergewinnung haben 2022 deutlich an Relevanz zugenommen. Employer Branding ist um 9 % gestiegen, Mitarbeitergewinnung sogar um 28 %. Daraus lässt sich ableiten, dass die befragten Unternehmen wie erwartet mit Fachkräftemangel zu kämpfen haben. Somit sind auch diese beiden Ziele, zusammen mit dem Gesundheitsmanagement, weitere wichtige Beweggründe, um Belohnungsmaßnahmen einzusetzen.

Quelle: BONAGO

Im Trend liegen ebenfalls mit 25 % Benefits, bei denen der Fokus der Arbeitgeberzusatzleistungen auf der Mitarbeiterbindung und auf mehr Netto vom Brutto liegt.

Im Vergleich zu 2021 wurde das Ziel „Senkung der Personalkosten“ 2022 deutlich häufiger genannt. Mit 12 % belegt es weiterhin den letzten Platz.

„Sonstige“ Ziele, die genannt wurden, sind insbesondere die Anerkennung und Wertschätzung von Mitarbeitern, die Steigerung der Attraktivität der Arbeitgebermarke sowie die Individualisierbarkeit von Benefits.

Neben den angestrebten Zielen spielt auch eine Rolle, wie hoch die Entscheider den Verwaltungsaufwand für Maßnahmen einschätzen. Dabei sind Einführung wie auch Umsetzung und Evaluierung ausschlaggebend. Diese Einschätzung hat sich dieses Jahr geändert. 48 % schätzen den Aufwand für Bindungs- und Motivationsmaßnahmen als niedrig ein und 46 % der Befragten als hoch.

Anlässe und Maßnahmen

Anlässe, für die Mitarbeiter belohnt oder beschenkt werden, sind so vielseitig wie die Maßnahmen selbst.

2022 stechen insbesondere „Employer Branding/HR“– und „Mitarbeiter werben Mitarbeiter“-Benefits heraus. Im Gegensatz zu 2021 haben deutlich mehr Unternehmen in diese Bereiche investiert. Im Bereich „Employer Branding/HR“ konnte ein Wachstum von zirka 3% zum Vorjahr verzeichnet werden. Eine Investition in die Arbeitgebermarke ist auch eine Investition in die Zukunft. Zwar haben viele Unternehmen das mittlerweile erkannt, dennoch steht das Employer Branding mit 21% immer noch deutlich hinter anderen Anlässen.

„Mitarbeiter werben Mitarbeiter“ hat als Anlass im Gegensatz zum Vorjahr deutlich zugenommen. In der Liste der Top-10-Anlässe stieg er von bisher Platz 8 mit 45% in diesem Jahr auf Platz 5 mit 52%.

Jubiläen sind auch 2022 dominierend. In 80 % der Unternehmen werden die Mitarbeiter bei Jubiläen belohnt. Von 46 % wird zudem das Betriebsjubiläum gewürdigt. Auch persönliche Anlässe halten seit vielen Jahren eine Spitzenposition. Geburtstage, Hochzeiten und die Geburt des Kindes stehen im Vordergrund und bieten die Möglichkeit, Mitarbeitern Wertschätzung entgegenzubringen.

Die jeweiligen Instrumente und konkreten Maßnahmen, um Mitarbeiter anzuziehen, zu belohnen und zu binden sowie die Arbeitgeberattraktivität zu steigern, scheinen beinahe „unbegrenzt“. Mit der Corona-Krise hat die Arbeitswelt einige Veränderungen erlebt. Vor allem Benefits wie die Option auf Homeoffice wurden ausgebaut, daran hat sich auch 2022 nichts geändert. Wie 2021 führt das Homeoffice-Angebot mit 93% die Liste der Instrumente an. Im Bereich Kommunikation und Technik ist ein klarer Trend in Richtung Mitarbeiter-PC-Programme zu erkennen. Der Einsatz dieses Instruments hat sich innerhalb eines Jahres um 5% gesteigert.

Dienstfahrräder waren schon in der letzten Belohnungsstudie die großen Gewinner. Mit noch mehr Fahrrädern im Einsatz (78%) geben Unternehmen so eine Antwort auf veränderte Mobilitätsbedürfnisse ihrer Mitarbeiter. Auch E-Autos werden inzwischen vermehrt eingesetzt. Ähnlich verhält es sich mit der Kategorie „Gesundheit und Erholung“. Verstärkt wird auf betriebliche Gesundheitsmaßnahmen gesetzt und den Mitarbeitern nicht nur mehr Zeit für Urlaub eingeräumt, sondern auch finanzielle Unterstützung über die Erholungsbeihilfe und darauf basierende Produkte gewährt.Auch bei Gutscheinen wie dem Sachbezug oder bei Essensschecks ist eine deutliche Steigerung zu erkennen. Gutscheine wurden aus steuerlicher Sicht als Sachbezug bestätigt und so sind viele Unternehmen von Prepaid-Karten auf Gutscheine umgestiegen, weshalb hier ein Zuwachs von 8 % zu verzeichnen ist. Bei Essensschecks ist das Wachstum nicht ganz so stark ausgefallen, jedoch setzen
2022 immerhin 5 % mehr Unternehmen diese Form von Zuschuss ein.

Steuerliche Vorteile

Die Belohnungsstudie erkundet nicht nur die eingesetzten Maßnahmen, sondern auch das Wissen über steuerliche Vorteile. Das Einkommensteuerrecht sowie verwandte und ergänzende Regelungen und Richtlinien bieten zum Teil sehr ergiebige Möglichkeiten für Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Dadurch können Unternehmen ihre begrenzten Budgets effizienter einsetzen und Maßnahmen ergreifen, die ihre Attraktivität als Arbeitgeber wesentlich steigern können.

Quelle: BONAGO

Die meisten Unternehmen setzen heute schon auf eine Vielzahl von Benefits. Wie bereits beschrieben umfasst dies meist weniger als zehn Maßnahmen. In nächster Zeit werden viele Unternehmen wegen des Recruiting-Drucks hier nachlegen müssen. Zumal es immer wichtiger erscheint, dass Benefits einfach und ressourcenschonend umgesetzt werden können.

Ein deutlicher Wandel ist jetzt schon zu erkennen: 69% der befragten Unternehmen gaben an, dass sie bereits bei Bewerbungsgesprächen steuerbefreite Vorteile und Benefits kommunizieren. Überraschend ist, dass 5% der befragten Unternehmen zwar derartige Benefits anbieten, diese jedoch überhaupt nicht kommunizieren.

Unternehmenskultur und Wertschätzung

93% der befragten Unternehmen gaben an, dass ihnen die Unternehmenswerte und deren Beachtung wichtig oder sehr wichtig sind. 90% der Befragten gaben an, dass ihnen eine gute Verzahnung ihrer Abteilungen wichtig ist. Das spiegelt wider, dass die Unternehmenskultur ein wichtiger Faktor zur Mitarbeiterbindung bleibt. Den Unternehmen ist bewusst, dass Werte nicht immer eingehalten werden. Gründe dafür sind Versäumnisse in der Kommunikation oder der Formulierung, denn Mitarbeiter erwarten einen lebendigen Dialog. Außerdem schätzen 57% der Befragten, dass die Unternehmenswerte schlichtweg nicht bekannt sind.

Unternehmenswerte und Unternehmenskultur sind ein Indiz dafür, ob und wie Mitarbeiter wertgeschätzt werden. Daher sollten Unternehmen mehr auf diese wichtigen Bausteine achten. Eine Möglichkeit, die Unternehmenskultur zu einer gelebten Anerkennungskultur zu wandeln, ist Wertschätzung mithilfe von Social Recognition. Dieser Trend aus Großbritannien und den USA wurde vor allem über jüngere Arbeitnehmer in deutschen Unternehmen bekanntgemacht. Sie lässt sich über eine Plattform ausüben, wo Wertschätzung und Anerkennung ähnlich wie in den sozialen Netzwerken mit allen geteilt werden. 2022 ist eine Steigerung der „Sehr wichtig“- und „Wichtig“-Angaben um 5% zu sehen. Entscheidender ist jedoch die Verteilung: Haben 2021 noch 50% mit „wichtig“ und 38% mit „sehr wichtig“ geantwortet, waren es 2022 42% bei „wichtig“ und 50% bei „sehr wichtig“. Diese Verschiebung in Richtung „sehr wichtig“ zeigt, dass immer mehr Unternehmen Wert auf eine Anerkennungskultur legen.

Individuelle Benefits

Viele Unternehmen unterschätzen die Relevanz individueller Benefits. Ein Großteil der Befragten gibt durchaus an, dass Mitarbeiter individuell belohnt werden möchten. Ein Drittel der Befragten gibt jedoch auch an, dass sie glauben, ihren Mitarbeitern wäre es egal oder nicht wichtig.

Informationsquellen und Budgetplanungen

Social Media

In diesem Jahr wurde XING das erste Mal von LinkedIn als wichtigste Social-MediaPlattform abgelöst. Mit 54 % steht LinkedIn an der Spitze der Social-MediaInformationsquellen. HRM hat im Vergleich zu 2021 erneut verloren. XING konnte dazugewinnen, jedoch geht der Trend in Richtung LinkedIn – Deutschland zieht hier der Welt nach.

Fachzeitschriften

Die Relevanz von Zeitschriften ist ungebrochen. Wie auch 2021 schon steht Humans Resources Manager hier auf Platz 1. Dahinter hat jedoch ein Wandel stattgefunden. Das Personal Magazin steht 2022 auf Platz 2, Personalwirtschaft auf Platz 3 – 2021 war das noch umgekehrt.

Messen und Kongresse

Messen konnten 2020 pandemiebedingt nicht stattfinden und auch 2021 haben sich viele Veranstalter dagegen entschieden, Präsenzmessen durchzuführen. 2022 können Präsenzveranstaltungen endlich wieder stattfinden. Die „Zukunft Personal“-Messen haben es auch dieses Jahr wieder in die Top-5 der Messen geschafft, die „Zukunft Personal Europe“ ist zurück an der Spitze. Auch der „DGFP Kongress“ und der „BPM Personalmanagementkongress“ sind wieder unter den Top-5. Knapp auf Platz 6 steht die „Copetri Convention“, die dieses Jahr zum ersten Mal stattgefunden hat.

HR-Netzwerk-Veranstaltungen

Bei den HR-Netzwerk-Veranstaltungen zeichnet sich ein ähnliches Bild wie 2021. Der „HR-RoundTable“ ist mit 60% die bekannteste Netzwerk-Veranstaltung. Der „HR FITNESS CLUB“ ist mit 24% etwas weniger bekannt.

Die wichtigsten HR-Blogs

Erstmals wurden auch Blogs als Informationsquellen abgefragt und das Ergebnis ist spannend: Die Top-5 der wichtigsten HR-Blogs wird angeführt von PERSOBLOGGER.DE (wir sagen herzlichst DANKE!!) und Jobspreader by Wollmilchsau – beide ziemlich gleichauf.

In der Belohnungsstudie wurde auch abgefragt, ob Teilnehmer 2022 wieder an Veranstaltungen vor Ort teilnehmen möchten. Der Großteil kann sich sehr gut vorstellen, an Offline-Veranstaltungen teilzunehmen. 48% wollen wieder auf Messen oder ähnliches gehen und 30% auf kleinere Veranstaltungen. 22% der Befragten sind noch nicht bereit, auf Offline-Veranstaltungen zu gehen.

Überraschenderweise sind Online-Veranstaltungen 2022 nicht mehr so beliebt. In der Belohnungsstudie wurde gefragt, wie Entscheider Online-Veranstaltungen gegenüber Offline-Veranstaltungen einschätzen. 46% gaben an, dass sie die Veranstaltungen schlechter finden, 40 % sehen sie als gleichwertig und nur 14% bewerten Online besser als Offline.

Die Erhebungen für die Belohnungsstudie 2022 enden wie jedes Jahr mit Fragen zu den Budgetplanungen für die kommende Zeit. In der aktuellen Erhebung bestätigt sich erneut der Trend, dass den Personal- und Employer-Brand-Verantwortlichen hohe Budgets zur Verfügung stehen. Das Budget ist bei 96% der Unternehmen gleichbleibend oder hat sich erhöht – das ist eine Steigerung zum letzten Jahr um 12%. Lediglich 4 % der Unternehmen müssen ihr Budget derzeit kürzen. Der Trend zu höheren Summen spiegelt sich erwartungsgemäß in den Ausgaben je Mitarbeiter nieder. Seit 2018 steigen diese Ausgaben stetig: Von 76 Euro über 84 Euro und 88 Euro im Jahr 2020 stiegen die Ausgaben 2022 auf 93 Euro an.

Die Methodik

Die Erhebung der Belohnungsstudie 22 wurde zwischen November 2021 und März 2022 online deutschlandweit durchgeführt. 1.691 Unternehmensvertreter haben daran teilgenommen: Geschäftsführer, Entscheider und Verantwortliche aus den Bereichen Personal sowie Employer Branding.

Die Fragenbereiche waren:  Kenntnis und Verbreitung verschiedener Employer-Branding-Maßnahmen, Arbeitgeberzusatzleistungen sowie weiterer Motivations- und Bindungsinstrumente, Tatsächlicher Einsatz in der Praxis, Planung und Strategie 2022, Genutzte Informationsquellen zu den Möglichkeiten und Maßnahmen, Unternehmenswerte und Anerkennung im Unternehmen sowie allgemeine Angaben.

Quelle: BONAGO

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Silvia Toth

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