Schulmarketing Gastbeitrag

3 Gründe, warum Sie Jugendliche optimal mit Schulmarketing erreichen

Viele werden Ihnen heute sagen: Jugendliche erreichen Sie nur noch auf dem Smartphone. Dies sei der Raum, wo die „Jugend von heute“ lebt, liebt und Freunde trifft. Aber ist das wirklich so? Ich zeige drei Gründe, warum Jugendliche in Zeiten von Social Media noch immer offline via Schulmarketing erreichbar sind.

Jugendliche sind online. Das ist das momentane Verständnis vom Mediennutzungsverhalten junger Menschen in einem Satz zusammengefasst. Tatsächlich spricht ja auch vieles dafür: 99 Prozent der 12 bis 19-Jährigen sind laut deutschland.de online, ebenso nahezu jeder (98 Prozent) der 14- bis 29-Jährigen ist, laut der aktuellen Bitkom-Umfrage, in sozialen Netzwerken aktiv. Der aktuell beliebteste Traumjob ist vermutlich nicht mehr Top-Model oder Fußballer, sondern Influencerin oder Influencer bei Instagram.

Aber ist das wirklich alles? Kann es denn sein, dass diese beliebte, junge Zielgruppe für azubisuchende Arbeitgeber nur noch in der digitalen Welt zu finden ist?

Damit sind wir beim Kern dieses Artikels angekommen. Es ist schon komisch, dass wir uns alle in der realen Welt befinden, mit ganz realen Nöten, Sorgen und Verpflichtungen, aber im Smartphone-Zeitalter sollen alle nur noch in sozialen Netzwerken unterwegs sein. Stimmt das? Hier sind drei Gründe, warum und wie man Jugendliche erreichen kann, wenn sie nicht gerade online sind.

1. Schülerinnen und Schüler gehen zur Schule (ja wirklich!)

Scheinbar wird in der gesamten Argumentation um Online-Medien ignoriert, dass sich junge Menschen in Deutschland auch noch in der realen, ganz analogen und offline verfügbaren Welt bewegen (müssen). Mindestens den halben Tag halten sich Schülerinnen und Schüler in Schulen auf. Schulen, die mitunter noch die guten, alten Kreidetafeln haben, die mit Schwamm und Wasser abgewischt werden müssen. Lernende sitzen nach wie vor nicht an Tablets, sondern verwenden Stift und Papier, basteln mit Scheren oder arbeiten in Gruppen. In dieser Umgebung ist das Smartphone vom Lehrpersonal, wie auch von Eltern, ungern gesehen.

Hier kann Print noch punkten. Lehrmaterialien, die sich abheben vom Einheitsbrei der Lehrbücher, finden Anklang bei Schülerinnen, Schülern und Lehrenden. Warum nicht den Bio-Unterricht nutzen, um in wirklich mehrwertbringenden Heften über zukünftige Ausbildungsstellen im Biotechnologie-Unternehmen zu informieren? Noch näher an eine Zielgruppe mit Interesse an den Unterrichtsinhalten heranzutreten, ist wohl kaum möglich.

Womit wir beim nächsten Thema wären:

2. Die Schule ist der Arbeitskontext – Freizeit ist Freizeit

Irgendwann im Leben einer jeden Schülerin und eines jeden Schülers stellt sich die Frage: Was mache ich eigentlich hinterher? Ausbildung, Studium oder doch duales Studium? Ein Bundesfreiwilligendienst oder ein Auslandsaufenthalt? Das sind Fragen, denen sich junge Menschen wohl oder übel irgendwann stellen müssen. Auch wenn Instagram, SnapChat oder die WhatsApp-Gruppe nach Aufmerksamkeit lechzen. Spätestens wenn die Eltern wieder mal beim Abendessen fragen: „Was willst du eigentlich mal werden?“

Im Schulumfeld werden diese Fragen mit unterschiedlichen Angeboten und verschiedenen Möglichkeiten beantwortet. Es gibt Lehrerinnen und Lehrer, die unterstützen und Unterrichtsfächer, die (im besten Fall) interessieren. Die Schule ist für die meisten Jugendlichen der einzige Arbeitskontext. Hier sind sie erreichbar für Hinweise: „Bei uns kannst du studieren! Dieses Unternehmen bildet dich aus! Das sind die Jobs der Zukunft!“.

An dieser Stelle kann Schulmarketing ansetzen und Orientierung in einer schwierigen Entscheidungsphase geben. Abends auf dem Sofa, vorm Smartphone, während man in WhatsApp-Gruppen chattet oder Fortnite zockt, werden selten Ausbildungs- oder Studienangebote gesucht. Auch wenn die Eltern noch so oft fragen.

3. Raus aus dem Dauerfeuer der Online-Welt

Schulmarketing hat einen entscheidenden Vorteil gegenüber der gesamten Online-Marketing-Welt: Es ist anders. Und was anders ist, erzeugt Aufmerksamkeit. Erzielte in den 90er Jahren ein Online-Banner noch große Klickraten, werden Sie heute größtenteils ignoriert, wenn nicht sogar von Adblockern aus dem Verkehr gezogen.

Natürlich fangen Jugendliche nicht plötzlich wieder an, sich ausschließlich in Zeitschriften über Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten zu informieren, jedoch fällt in der Schulpause eine humorvolle und gut gestaltete Postkarte im Foyer auf. Die Broschüre vom Arbeitgeber der Region fällt in die Hände eines jungen Menschen, der sich gerade um eine Ausbildung kümmern muss. Der gebrandete Collegeblock wird zwar aus der Not heraus vom vergesslichen Schüler gegriffen, aber während des Unterrichts auch näher gemustert.

Und das Beste: Alles kann mit nach Hause genommen und von den Eltern entdeckt werden! Sie sind immer noch die wichtigsten „Influencer“ bei der Wahl eines Studienplatzes oder einer Ausbildung.

Umso mehr Unternehmen, Vereine und öffentliche Einrichtungen um die gleiche, junge Zielgruppe buhlen, desto weiter sinkt die Aufnahmebereitschaft für relevante Ausbildungsangebote. Auch wenn es morgen Werbung bei WhatsApp gibt, dauert es wahrscheinlich nur wenige Wochen bis die Klickraten sinken. In diesem Umfeld wird es immer schwieriger, die gewünschte Aufmerksamkeit zu erreichen. Alles, was in dieser Welt mit dem Gewohnten bricht, ist eine Chance die Jugendlichen von Neuem zu erreichen.

Schulmarketing als Chance auf einem umkämpften Markt

Es wird klar: In Zeiten von Social Media wird Schulmarketing unterschätzt. Viele glauben, dass Jugendliche sich nur noch digital bewegen. Dabei wird jedoch das echte und reale Leben der 14- bis 25-Jährigen in Deutschland vergessen. Natürlich ist Social Media kein „Hype“ oder etwas, was aus der Lebenswelt der Jugendlichen wegzudenken ist. Dennoch ist das Smartphone nicht das gesamte Universum.

Also raus aus der Social Media-Monokultur! Trauen Sie sich auch Schulmarketing in Ihren Medienmix aufzunehmen. Wer sich aus dem Einheitsbrei abheben will, muss auch mal unkonventionelle Wege gehen. Und was ist in der heutigen Zeit konventioneller als Social Media? Brechen Sie aus und bringen Sie Ihre Botschaft genau dorthin, wo sich die junge Zielgruppe am häufigsten aufhält – direkt ins Schulhaus.

Mit Schulmarketing.

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Henric Abraham-Winter

Henric Abraham-Winter ist Projektmanager bei Orange YC, auch bekannt durch die Marke Agentur Junges Herz. Als Experte und Berater für Employer Branding betreut er seit über zwei Jahren Kunden vom mittelständischen Familienunternehmen bis zum internationalen Großkonzern. Als jahrelanger Autor für das Jugendmagazin SPIESSER liegt ihm Schulmarketing besonders am Herzen.

 

2 Antworten

  1. Wir Menschen sind noch aus Fleisch und Blut und lieben uns persönlich zu treffen. Recruiting sollte immer ein Blumenstrauß verschiedener Maßnahmen sein.

    Vor allem sollte menschlicher und emotionaler Beziehungsaufbau in dem Vordergrund stehen.

  2. Vielen Dank für diesen Beitrag,

    ich sage beinah immer bei unseren Beratungen die Kommunikation ist ein Orchester aus verschiedenen Instrumenten und nur die allerwenigsten können mit einer Instrumentenart ausschliesslich Erfolge feiern. Mir wäre da eigentlich nur Apocalyptica bekannt – insofern „Daumen hoch“ um im Slang zu bleiben.

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