Wenn ein Kind das Bewerbungsanschreiben der Mutter verfasst

Fragt man Recruiter, wie Bewerbungsanschreiben verfasst werden sollen, dann fällt in diesem Zusammenhang immer das Wort „authentisch“. Personaler hätten gerne die Informationen über den Bewerber bzw. die Bewerberin möglichst „echt“. Andererseits wissen sie genau, dass gerade in Bewerbungen oft ein Feuerwerk an Euphemismen abgebrannt wird, bei dem selbst der „Rhein in Flammen“ aussieht wie fahles Streichholzkino.

Wäre es nicht mal ein interessanter Gedanke, für das Bewerbungsanschreiben auf die authentischste aller Beschreibungen zurückzugreifen? Nämlich die des eigenen Kindes. Denn Kinder sagen bekanntlich immer die Wahrheit.

Wie es aussieht, wenn ein Fünfjähriger das Bewerbungsanschreiben seiner Mutter formuliert, lesen Sie hier …

„Meine Mama braucht wieder eine Arbeit. Irgendwas mit Halbzeit, hat sie gesagt. Oder so. Hier zuhause nervt sie gerade nur rum.

Mobil und technikaffin

„Meine Mama kann gut Autofahren. Manchmal zumindest. Und Papa hat gesagt, dass ich schon nächsten Monat wieder auf der Seite vom Auto einsteigen kann, wo ich normal sitze. Dann ist die verbogene Tür wieder repariert und ich muss nicht mehr über Mamas viele Sachen auf der Rückbank drüber klettern.“

Innovativ

„Ich finde das aber immer toll, weil ich da so witzige Sache finde. Zum Beispiel die gebastelten Osterhasen von letzter Woche. Mama bastelt oft mit mir. Und das kann sie gut. Außer Hasen. Da hat sie aus Versehen am Kopf zu weit geschnitten und jetzt sind da keine Ohren mehr dran. Sie hat gesagt, das muss so sein, weil es ein Kein-Ohr-Hase ist. Das hab ich noch nie gehört. Sieht total kacke aus. Egal.“

Der berühmte Kein-Ohr-Hase hat Nachahmer
Das soll ein Hase sein??

Teamfähigkeit

„Meine Mama und mein Papa sind ein tolles Team. Immer wenn Mama mir nix Süßes gibt, dann frag ich Papa. Und der kauft mir dann ein Überraschungsei. Für seinen kleinen Liebling, sagt er dann immer.“

Kinder lieben Schokolade
Das besondere Überraschungs-Ei für den kleinen Liebling

Führungserfahrung

„Die zwei machen das echt gut. Deswegen freut sich Mama immer wenn der Papa heimkommt. Dann kann sie ihn gleich wieder zum Müll runter schicken. Das macht sie nämlich gar nicht gerne. Und der Papa mag es gar nicht, wenn die Mama mit ihm Fußball guckt und immer so doofe Fragen stellt oder denen in gelb-schwarz die Daumen drückt.“

Ausgeprägter Ordnungssinn

„Auch mag Papa es nicht wenn Mama mit dem Staubsauger Lärm macht wenn er und ich gerade Transformers auf DVD anschauen. Aber sie sagt, dass alles schön sauber sein muss. Wahrscheinlich badet sie deswegen jeden Tag.“

Offen für Menschen und neue Erfahrungen

„Mama mag die Menschen. Deswegen kommen ständige welche vorbei. Zum Beispiel klingeln ständig gelbe Männer und bringen Pakete. Da freut sich Mama immer am allermehrsten. Fast so wie wenn der Mann vorbei kommt, wo ich nicht weiß wie der heißt. Weil der nie seinen Namen sagt. Aber ich darf dann immer zum Spielen rüber zur Anna-Lena ins Nachbarhaus. Das ist cool, denn Anna-Lena hat zu Weihnachten eine riesige grüne Schaukel geschenkt gekriegt. So eine mit schwarzem Reifen dran. Und dann schaukele ich hoch bis zum Mond!“

Kreativ

„Die ganze Familie ist bei uns Chef. Ich bin der Spiel-Chef, Papa ist der Arbeit-Chef und Mama ist der Dekorations-Chef. Da ist sie am gutesten. Am liebsten geht sie in den Obi. Dann kommt sie mit ganz viel Blumen und Zeugs wieder raus. Mama schickt Papa dann immer bunte Bilder davon mit dem Handy, damit er sich auch freut. Und damit er weiß, warum die Mama schon wieder kein Geld mehr hat.

Beim letzten Mal hab ich eine kleine Gießkanne bekommen. Da kann ich Mama immer helfen. Oder dann, wenn ich mal Lust hab.“

Gießkanne in blau für ein Kind
Meine Kindergießkanne vom OBI.

Ehrgeizig

„Mama hat auch gesagt, dass sie geizig ist. Oder ehrgeizig oder irgendwie so. Weil sie doch so viele Rätselhefte hat und stundenlang im Garten sitzt und Rätsel macht. Da sind immer so komische Kästchen, wo sie was reinschreibt. Manchmal sind da auch die Buchstaben von meinem Namen drin. Die kann ich schon lesen.“

Kinderbetreuung geregelt

„Gebt meiner Mama bitte eine Arbeit! Dann kann ich endlich wieder in die Nachmittagsbetreuung gehen, wo der Lukas ist. Die haben da so leckere Kekse mit Milch drin, wo die immer nachmittags essen. Und Kakao gibt´s da auch.

Bitte gebt meiner Mama schnell eine Antwort, weil sie immer so ungeduldig ist. Immer muss ich nach dem Abendessen „sofort“ meinen Schlafi anziehen. Dabei würde ich lieber noch mit dem Tablet spielen.

Geht das? Dankeschön.“

Einladung zum Vorstellungsgespräch?

Na, die Traumkandidatin für einen Job bei Ihnen erkannt? Immerhin scheint es sich hier um eine Bewerberin zu handeln, die kreativ, innovativ, teamfähig, offen, ehrgeizig, konfliktfähig, Menschen-orientiert sowie technik-affin ist. Dazu mit Führungserfahrung und geregelter Kinderbetreuung.

Nix für Sie? – Ernsthaft?

Ich denke, dass Sie in Ihrem Konzern bereits jede Menge solcher Mitarbeiterinnen haben. Und wissen Sie was? Das ist auch richtig gut so! – Denken Sie ruhig mal drüber nach …

Ein wichtiger Hinweis:

Dass die komplette Charakterisierung der genannten „Mama“ reine Fiktion ist, zeigt sich schon in der Tatsache, dass ich gar nichts von Fußball halte und die Mülltonne bei uns nicht „unten“  sondern direkt vor der Haustür steht. Allerdings habe ich mich sprachlich und inhaltlich an meinen Erkenntnissen als Papa (m)eines Fünfjährigen bedient.


Stefan Scheller

Abbinder: Persoblogger Stefan Scheller

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DANKE.

0 Antworten

  1. Was ist denn eigentlich hiermit gemeint:
    „Fast so wie wenn der Mann vorbei kommt, wo ich nicht weiß wie der heißt. Weil der nie seinen Namen sagt. Aber ich darf dann immer zum Spielen rüber zur Anna-Lena ins Nachbarhaus.“
    Klingt nach Affaire für mich ^^

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