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Homeoffice Statistik 2025: Wie beliebt ist das Modell?

Jahre nach der Corona Pandemie wollen wir uns an diese Zeit der geschlossenen Kultureinrichtungen, die Maximalanzahl im Supermarkt und Masken in der Öffentlichkeit nur ungern erinnern. Aber wie sieht es mit Homeoffice aus? Das wird weiterhin betrieben, auch wenn sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitsminister gerne fordern, damit sollte ein Ende sein.

Wie viele Menschen arbeiten noch zuhause und vor allem wer? Und wie kann das den Arbeitsmarkt in Zukunft beeinflussen?

Wer arbeitet vor allem im Home Office?

Wenn man nach Gefühl gehen würde, dann waren 2020 und Anfang 2021 fast alle nur zuhause. Statistiken sagen aber etwas anderes aus. Eine Umfrage von 2021 zeigt, dass auch im ersten Lockdown 2020 nur 27% im Homeoffice gearbeitet haben, das ist immerhin eine 15%ige Steigerung gegenüber 2019, aber noch längst nicht die Mehrzahl. Trotzdem zeigte sich schon in 2020, dass während der Lockerungen die Arbeitnehmer zurück in die Büros gerufen wurden.

Wie sieht das heute aus? Laut dem Bundesamt für Statistik arbeiten 23,5% der Erwerbstätigen im Homeoffice, 13,2% nutzen es sogar täglich. Fast ein Drittel der Arbeitnehmenden in Deutschland ist also immer noch mindestens einmal am Tag Zuhause.

Homeoffice ist also mit der Beendigung der Pandemie nicht einfach verschwunden. Es wird heutzutage mehr genutzt als noch 2019. Arbeitnehmer haben sich daran gewöhnt und wollen ihren Arbeitsalltag so fortsetzen. Im Durchschnitt arbeiten deutsche Erwerbstätige einen Tag die Woche von Zuhause. Weltmeister im Von-Zuhause-Arbeiten ist übrigens Kanada mit durchschnittlich 1,7 Tagen pro Woche.

Nicht jede Berufsgruppe kann natürlich von Zuhause arbeiten, auch das beeinflusst die Statistiken sicher. Diese Berufe sitzen besonders gerne bei der Arbeit im heimischen Wohnzimmer:

  • Laut Statista-Umfrage sind IT-Dienstleister die Berufsgruppe, die am meisten im Home Office arbeitet.
  • 39,9% derer, die im Home Office arbeiten, sind Selbstständige.
  • Mit 40,5% sind es aber Führungskräfte, die am Meisten das Home Office nutzen.

Das zeigt etwas, das vielleicht auch vorher offensichtlich war: Home Office wird vor allem von Arbeitnehmern genutzt, deren Job vor allem in einem Büro, hinter einem Schreibtisch stattfindet. Das lässt sich ja auch ganz einfach an einen anderen Schreibtisch verlegen.

Was genau macht das Homeoffice laut Statistik aber aus?

Denn es gibt viele Gründe, warum Arbeitnehmer, gerade junge Leute, lieber Zuhause arbeiten wollen.

So fühlen sich Mitarbeiter im Homeoffice laut Statistik

Volle Straßenbahnen, hustende Mitarbeitende und permanent quatschende Sitznachbarn – nein danke! Im Schlafanzug Arbeit verrichten und dabei in Ruhe gelassen werden? Der Himmel für viele, den sie sich unbedingt mindestens einmal in der Woche wünschen.

Laut Bayerischem Forschungsinstitut für digitale Transformation gibt es in 65% der Unternehmen inzwischen eine Regelung zum Homeoffice und dabei zeigt sich, dass Erwerbstätige die fast nur von zuhause arbeiten zufriedener mit ihrer Arbeit und mental ausgeglichener sind, als die, die nicht von Zuhause arbeiten können.

Die Möglichkeit, den Tag und die Arbeiten selbst einzuteilen und keinen Chef zu haben, der Dir ständig über die Schuler guckt, löst Entspannung aus. Sicher kommt auch dazu, dass man einige kleine Haushaltsangelegenheiten vielleicht schon während kurzen Pausen klären kann, um dann den Abend frei zu haben.

Arbeitgeber mögen das Homeoffice aber genau deshalb nicht

In ihrer Vorstellung zahlen sie für genau 8 Stunden, nicht für 6 oder 7 und dann noch ein paar Pausen. Sie finden, wenn sie ihre Angestellten nicht überwachen können, wird weniger Arbeit verrichtet. Auch wenn Studien zeigen, dass die Produktivität von Homeoffice nicht gehindert wird, geben Unternehmen an, dass Arbeit vor Ort noch mehr Produktivität bringen könnte.

In den USA greift man deshalb zu schwerwiegenden Mitteln. 37% der Homeoffice-Arbeitenden gibt an, komplett überwacht zu werden. In Deutschland ist digitale Arbeitszeiterfassung zwar erlaubt, aber komplette Überwachungssoftware, also solche, die auch Mausbewegungen und Tasteneingaben aufzeichnet, nicht.

Unser kürzlich veröffentlichter Bericht zur Überwachung am Arbeitsplatz zeigt, dass Arbeitnehmern solches Verhalten schwer missfällt, da hilft auch keine Arbeit von Zuhause, um sie vom Kündigungsschreiben abzubringen. Homeoffice, in seiner freien Form, ist beliebt und wird gerade von Berufseinsteigern gefordert.

Junge Arbeitssuchende fordern Homeoffice ein

Generation Z mit Ihren #quittok- und quiet quitting-Arbeitstrends strömen in den Arbeitsmarkt und bringen ihre eigene Vorstellung einer Vollzeitarbeit mit. Dazu gehört definitiv auch das Homeoffice. Viele der älteren Gen Z und der jungen Millennials haben während der Pandemie schon gearbeitet und die Vorteile von Homeoffice kennengelernt, jetzt möchten sie darauf nicht mehr verzichten.

35% der 16 bis 24 Jährigen sagen, dass sie Homeoffice der Vollzeit im Büro vorziehen würden. Das lässt sich auch weltweit nachvollziehen, denn 39% der 24 bis 35 Jährigen in den USA arbeiten bereits komplett von Zuhause. Diese Entwicklung steigert sich in den nächsten Jahren sicherlich noch, wenn mehr junge Leute in die Arbeit einsteigen.

Was heißt das für den Arbeitsmarkt?

Eine Umfrage zum bevorzugten Arbeitsplatz sagt aus, dass:

  • 40% angeben, dass die Möglichkeit auf Homeoffice bei der Arbeitgeberwahl ausschlaggebend ist.
  • 43% angegeben, dass Homeoffice ein nettes Plus ist, aber nicht zwingend notwendig bei der Arbeitgeberwahl.

Noch ist also Home Office kein Muss, um Fachkräfte anzuwerben, aber mit der Zeit kann sich dieser Trend leicht umdrehen. Gerade wenn GenZ weiterhin offen über gute und schlechte Arbeitgeber auf TikTok spricht und der Fachkräftemangel greift.

Trotzdem bieten Arbeitgeber maximal 1,2 Tage Homeoffice die Woche an, während sich Arbeitnehmer eher 1,8 Tage wünschen. Gerade wenn man bedenkt, dass Führungskräfte die Berufsgruppe sind, die am meisten Zuhause arbeitet, fühlt sich das Rumgejammere über das Homeoffice der Arbeitgeber höhnisch an.

Fazit

Wie sieht es also mit dem Homeoffice laut Statistik nach der Pandemie aus? Es ist weiterhin beliebt!Arbeitnehmer arbeiten gerne einen oder zwei Tage von Zuhause aus, viele Unternehmen haben dementsprechend Regelungen und bieten zur Fachkräfteanwerbung verschiedene Arbeitsmodelle an. Dabei wirken Erwerbstätige zufriedener und es wird keine Produktivität eingebüßt.

Trotzdem pochen viele Arbeitnehmer darauf, dass das Homeoffice enden muss. Anhand der Daten fragt man sich, warum? Denn die Vorteile scheinen die Nachteile gänzlich zu übertrumpfen. In Zukunft müssen sie sich diese Haltung auch genauer überlegen, da junge Berufsanfänger und Fachkräfte Homeoffice einfordern. Und das immer mehr.

Quelle: Pressemitteilung Zety

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Stefan Scheller

Stefan Scheller - Buchautor, Keynote Speaker, HR-Influencer auf PERSOBLOGGER.DEMein Name ist Stefan Scheller. In meiner Rolle als Persoblogger und Top HR-Influencer betreibe ich diese Website und das gleichnamige HR Praxisportal. Vielen Dank für das Lesen meiner Beiträge und Hören meines Podcasts Klartext HR!

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