Studie HR als Unterstützung in der Krise

Studie: So kann HR Ihr Unternehmen in Krisenzeiten unterstützen

Deutschland ist im (Dauer)Krisenmodus angekommen. Die Frage, wie HR das Unternehmen in Krisenzeiten aktiv unterstützen kann, ist Basis einer aktuellen Befragung. Autorin Cassandra Hoermann, Head of People Experience bei Personio, stellt die Ergebnisse vor.

Die wichtige Rolle von HR in der Krise

Von der Krise in die Krise: Bereits während der Corona-Pandemie waren es HR-Abteilungen, die maßgeblich dafür sorgten, dass ihre Unternehmen den Sprung in die hybride Arbeit schafften und trotz aller äußeren Umstände arbeitsfähig blieben. Nun steht die nächste Herausforderung vor der Tür. Die Frage scheint nicht mehr zu lauten, ob, sondern nur wann eine Rezession eintritt. In einer aktuellen Befragung von Personio, an der sich 1.000 Angestellte und 502 HR-Expert:innen beteiligt haben, wird deutlich: Personalabteilungen nehmen einmal mehr eine wichtige Rolle ein, um ihr Unternehmen durch die Krise zu bringen.

Unternehmen unterstützen Mitarbeitende bei steigenden Kosten

Nicht nur die dramatisch steigenden Energiepreise bereiten den Menschen aktuell Sorgen. Deutlich höhere Kosten für Lebensmittel und andere Alltagsgüter machen sich bereits empfindlich bemerkbar. Die Ergebnisse der Befragung sprechen klare Worte: 67% der befragten Mitarbeitenden sorgen sich bei einer Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage darum, wie sie zukünftig für lebensnotwendige Güter aufkommen sollen. 26% befürchten, dass sie einen zweiten Job annehmen müssen, während 24% Angst haben, ihre Anstellung zu verlieren.

Um diese Ängste aufzufangen, haben immerhin 43% der HR-Abteilungen bereits unternehmensinterne Initiativen entwickelt, mit denen sie ihren Mitarbeitenden unter die Arme greifen. Weitere 32% planen entsprechende Initiativen. Der Großteil bietet Gehaltserhöhungen (47%), aber auch zusätzliche Benefits, die Kosten für Alltagsgüter wie Kinderbetreuung und Gesundheit abdecken (46%), und auch Bonuszahlungen (39%) oder Finanz-Schulungen (33%) sind Teil dieser Programme.

Diese Gefahren drohen bei Budget-Kürzungen

Leider unterschätzen immer noch viele Firmen die Rolle, die ihre HR-Abteilungen für den Erfolg des gesamten Unternehmens spielen. Das spüren die befragten HR-Manager:innen deutlich. 56% sehen eine fehlende Wertschätzung für Personalthemen, die Hälfte hat den Eindruck, dass die Unternehmensführung ihre Angestellten nicht priorisiert – dabei wäre dies vor allem in Form einer langfristigen Personalstrategie und sicheren Budgets wünschenswert.

Tatsächlich haben 50% der Befragten bereits Budgetkürzungen erfahren oder rechnen aktuell damit. Das ist besonders dramatisch, wenn man in Betracht zieht, dass die Mitarbeiteranfragen seit der Pandemie in 64% der befragten Unternehmen angestiegen sind. Bei zu dünner Personaldecke und wachsendem Workload wächst auch die Gefahr für Überarbeitung und Burnout der HR-Mitarbeitenden. Um weiterhin die beste Arbeit für ihre Mitarbeitenden leisten zu können, müssen Personaler:innen daher auch gut auf sich selbst und ihre Gesundheit achtgeben.

Employee Experience: Was erwarten Angestellte vom Unternehmen?

Neben den Gefahren für Personalabteilungen wirken sich Kürzungen im HR-Budget auch stark auf die Employee Experience aus. Laut einer McKinsey-Studie ist aber gerade diese einer der wichtigsten Faktoren für Mitarbeiterbindung: Mitarbeitende bleiben bei guter Employee Experience achtmal häufiger ihrem Arbeitgeber treu.

Mehr als die Hälfte der befragten Personaler:innen bewerten die Kürzungen bereits als gefährlich für die Motivation und Produktivität ihrer Mitarbeitenden. Auch wenn der Arbeitsmarkt aktuell wieder unsicherer erscheint, herrscht vor allem in Deutschland ein dramatischer Fachkräftemangel. Und Unternehmen können es sich nicht leisten, ihre Mitarbeitenden zu vernachlässigen. Vor allem junge Talente sind aktuell äußerst wechselwillig, aber auch insgesamt zeigt sich bei vielen Befragten eine deutliche Unzufriedenheit mit dem aktuellen Job. So ist beinahe ein Drittel nicht zufrieden und ganze 40% wollen innerhalb der nächsten 6 bis 12 Monate sogar den Job wechseln.

Die gute Nachricht: 89% der Arbeitnehmenden sind der Meinung, dass es Möglichkeiten gibt, die Employee Experience deutlich zu ihrer Zufriedenheit zu verbessern. Vor allem eine bessere interne Kommunikation ist es, die vielen der befragten Angestellten bei ihren aktuellen Arbeitgebern fehlt. Ganze 32% sehen hier Verbesserungspotenzial. Ähnlich häufig genannt wurden eine gute Work-Life-Balance (30%) und die nötige Zeit, um die eigenen Aufgaben zu erledigen (23%).

Das sind die größten Zeitfresser für HR

Dies sind ideale Ansatzpunkte für ein gut aufgestelltes HR-Team – aber bei schrumpfenden Budgets ist oft viel zu wenig Zeit, um sich dieser wichtigen “Baustellen” anzunehmen. Die Mehrheit der befragten HR-Expert:innen war sich einig, dass Ineffizienz eines der größten Probleme bei ihrer Arbeit ist. Unnötige Verwaltungsaufgaben, ständig wiederkehrende Tasks und ineffiziente Prozesse fressen vor allem bei der Lohnabrechnung (3,53 Stunden pro Woche), dem Beantworten von Mitarbeiteranfragen (3,47 Stunden pro Woche) sowie im Recruiting (3,39 Stunden pro Woche) viel Zeit.

Tools und Daten: Das hilft HR-Teams, durch die Krise zu kommen

Was benötigen HR-Teams also, um bestmöglich für die bevorstehende Krise gewappnet zu sein? Es beginnt mit technischen Voraussetzungen. Nur 31% der Befragten gaben an, dass alle HR-Prozesse in ihrem Unternehmen bereits digital ablaufen. Hier ergibt sich eine große Chance, unnötige Admin-Tätigkeiten zu automatisieren, damit HR-Teams wieder mehr Zeit für die wirklich wichtigen Aufgaben haben.

Am häufigsten wurde eine nachhaltige, langfristig ausgelegte Personalstrategie gewünscht (38%), danach effizientere Prozesse (37%) und eine gute Unternehmenskultur. Das alles funktioniert aus Sicht der Befragten nur, wenn die Zusammenarbeit mit der Führungsebene klappt, genug Budget und die richtigen Tools und Insights in die Personaldaten vorhanden sind.

So bereiten Sie Ihr HR-Team vor

Personalabteilungen können bereits jetzt einige Maßnahmen ergreifen, um sich bestmöglich für die herausfordernden kommenden Monate aufzustellen.

  1. Wasserstandsmeldung: Wie sieht die Stimmung aktuell in Ihrem Unternehmen aus? Führen Sie eine anonyme Mitarbeiterbefragung durch, um herauszufinden, was Ihre Mitarbeitenden am meisten besorgt. So können Sie maßgeschneiderte Unterstützung anbieten.
  2. Digitalisierung: Mit den richtigen Tools stellt sich Ihr Team effizienter auf. Automatisieren Sie zum Beispiel täglich wiederkehrende Aufgaben oder richten Sie einen dedizierten HR-Helpdesk ein, der Ihre Mitarbeitenden ideal bei ihren Anfragen unterstützt. Damit hat Ihr HR-Team Zeit, sich auf die Arbeit zu fokussieren, die wirklich strategische Mehrwerte für das Unternehmen schafft.
  3. Sparsamkeit: Durch den Aufbau einer besseren Employee Experience und damit mehr Produktivität sowie weniger Personalabwanderung kann sich HR beim Einsparen von Kosten verdient machen – und damit die eigenen Budgetkürzungen abwenden.

HR kann sich in der Krise profilieren

Nicht erst seit der Corona-Pandemie haben Personalabteilungen bewiesen, dass sie unverzichtbarer Bestandteil der Krisenstrategie ihrer Unternehmen sind – wenn man ihnen das richtige Rüstzeug zur Verfügung stellt. Daher ist genau jetzt der richtige Zeitpunkt für HR-Mitarbeitende, sich proaktiv mit Hilfsangeboten und strategischen Ideen zu positionieren. Dabei sollten sie ihren neuen Einfluss nutzen, vor allem die Produktivität zu erhöhen, während sie ihren Mitarbeitenden helfen, sicher durch unsichere Zeiten zu navigieren.

Denn es sind die HR-Abteilungen, die nicht nur ihre Unternehmen in- und auswendig kennen, sondern sowohl die wirtschaftlichen als auch die kulturellen Bedürfnisse ihrer Organisationen begreifen. Damit können sie ihrem Management helfen, die richtigen Entscheidungen im Angesicht einer ungewissen Zukunft zu treffen.

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Über die Befragung

Die Befragung wurde durch Censuswide im Auftrag von Personio durchgeführt. Sie fand zwischen dem 19. August und 5. September 2022 statt.

Befragt wurden:

  • 1.000 Angestellte in deutschen Unternehmen mit einer Größe von 10 – 2.000 Angestellten sowie
  • 502 HR-Manager:innen in deutschen Unternehmen mit einer Größe von 10 – 2.000 Angestellten.

Cassandra Hoermann

Cassandra Hoermann von Personio

 

Cassandra Hoermann leitet das People Experience Team von Personio und spielt damit eine wesentliche Rolle dabei, neue Mitarbeiter:innen für Personio zu begeistern und sie langfristig ans Unternehmen zu binden. Cassandra und ihr Team verantworten Themen rund um Employer Branding, Culture, Diversity sowie Equity & Inclusion, um eine ganzheitliche und einzigartige Erfahrung für Kandidat:innen, Mitarbeiter:innen und Alumni zu garantieren.

>> Zum LinkedIn-Profil von Cassandra Hoermann

>> Zur Website von Personio (sponsored)

 

 

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