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HR-Startup Zwopr: Bäume pflanzen für mehr Klimaschutz und gegen Hunger und Armut

Zwopr: Nachhaltiges Employer Branding und CSR via App

Das Team des Startups Zwopr bringt mit einer App Mitarbeitende zusammen, um sich gegenseitig zu helfen, in den sozialen Austausch zu kommen und geschützte Team-Kommunikation zu betreiben. Dabei wird das Setzen neuer Bäumen ausgelobt, die über Partnerunternehmen dann tatsächlich real gepflanzt werden. Eine spannende Verbindung von CSR mit Nachhaltigkeit sowie Klimaschutz, über die mir Gründer Christian Ebert im Interview berichtet.

Was bietet Zwopr?

Hallo Christian, magst Du Dich und Euer Startup Zwopr bitte kurz vorstellen?

Sehr gerne. Ich habe fast 30 Jahre Regionalmagazine zwischen München und Salzburg herausgegeben, führe einen kleinen Zeitschriftenverlag, mit einem Team von rund 20 Mitarbeitenden. Vor etwa drei Jahren gab es endlich die Gelegenheit, gemeinsam mit einem meiner langjährig besten Freunde ein neues Projekt zu wagen, da er seine Geschäftsanteile an seinem Unternehmen veräußert hatte und wir seit langem vorhatten, gemeinsam etwas Nachhaltiges zu starten. Gesagt, getan. Mit Zwopr haben wir die erste Nachbarschafts-App entwickelt, bei der Solidarität in Nachhaltigkeit verwandelt wird.

Wie kam dieser witzige Name zustande und was bedeutet er?

Wir wollten einen kurzen Namen, der dennoch einzigartig ist. Da Menschen sich über unsere App gegenseitig helfen und damit Hilfe austauschen, haben wir das englische Swop für „Tauschen“ in leicht abgewandelter Variante verwendet.

Von einer App für Nachbarschaftshilfe hin zur Business-App

Ihr seid gestartet mit einer App, die Nachbarschaftshilfe mit Zielen bei Nachhaltigkeit und Klimaschutz verbindet. Nunmehr geht es auch um Employer Branding, Onboarding und Team-Kultur. Wie kam es dazu?

Wir haben den Begriff der Nachbarschaftshilfe von Anfang an etwas weiter gedeutet, als das vielleicht üblich ist. Normalerweise legt man auf solchen Plattformen fest, wo man wohnt, hinterlegt Vor- und Zunamen, verifiziert sich und bekommt dann ausschließlich mit, was in der Nachbarschaft um einen herum passiert. Das ist dann wie eine Art „Facebook nur für Nachbarn“.

Bei uns ist das völlig anders. Du musst nur einen ungefähren Standort hinterlegen und wir erheben fast keine Daten von unseren Mitgliedern. Außerdem fokussieren wir uns voll auf die gegenseitige Hilfe. Diese wird durch einen ausgeklügelten Matching-Algorithmus organisiert. Aktionsradius und Standort kann jeder User ganz flexibel handhaben und ändern. Wir waren also von Beginn an eher eine Art Matching-Tool und hatten dabei folgende Gedanken: „Wäre es nicht toll, bestehende Gemeinschaften daran teilhaben zu lassen? Wie wäre es, wenn Kolleginnen und Kollegen in ihrem Unternehmen einen eigenen, geschlossenen Channel in der App hätten und sich darüber gegenseitig helfen?“.

Diese Idee kam sofort bei den Unternehmen gut an. Und auch hierbei ist der Nachhaltigkeitsaspekt unserer App eine tolle Sache. Denn Unternehmen werden durch die Solidarität der Teamkollegen „grüner“, indem Sie auf Zwopr einen Channel zur Verfügung stellen und man gemeinsam Hilfsbereitschaft in Nachhaltigkeit verwandelt. Weshalb die daraus entstehenden, starken echten Hilfe-Stories positiv auf die Employer Brand einzahlen, erklärt sich dann praktisch wie von selbst. So ein Zwopr Channel ist leicht aufzusetzen und liefert eine ganzheitliche und stringente Nachhaltigkeits-Story für alle Beteiligten.

Activity Rooms für Teams

Eines Eurer Szenarien für Zwopr sind die sogenannten Activity Rooms. Was unterscheidet Euch von den vielgenutzten, aber oft wenig geliebte WhatsApp-Gruppen?

Das ist ein guter Punkt. Unsere Activity Rooms ergänzen die Basisfunktion für gegenseitige Hilfe perfekt. Alle Mitarbeitenden im Unternehmen können zu jedem beliebigen Zeitpunkt einen Chatroom zu festgelegten Themen wie zum Beispiel Drinks oder Sports öffnen. Dabei geht einmal am Tag, jeweils um 15:00 Uhr, eine Push Message an alle Kolleginnen und Kollegen raus, welche auf die entsprechenden Aktivitätsvorschläge hinweist. Ich entscheide dann selbst, ob mich die Aktivität interessiert und ob ich im Loop bleiben möchte. Hier geht es zum Beispiel um After Work Sports, einen Feierabend Drink oder sonstige gemeinsame Freizeitaktivitäten.

Im Gegensatz zur Whatsapp-Gruppe bleibt jeder Chatroom nur so lange aktuell, wie die vorgeschlagene Aktivität. So können wir umgehen, dass alles durcheinander kreuz und quer an jeden kommuniziert wird.

Pre-Boarding und Onboarding via Zwopr

Das An-Bord-Holen neuer Kolleginnen und Kollegen ist gerade in Zeiten von remote-only und Virtualität eine neue Herausforderung. Wie kann Zwopr hier unterstützen beim Onboarding oder gar dem Pre-Boarding?

Neue Mitarbeitende können direkt nach Unterzeichnung des Arbeitsvertrages im Channel vorgestellt werden oder sich selbst vorstellen. Angenommen, ich ziehe für den neuen Job in die Stadt meines Arbeitgebers um. Durch den Zwopr-Channel kann ich zum Beispiel gleich ein Hilfegesuch erstellen. Sei es, dass mir vielleicht jemand die Stadt zeigen oder sogar beim Finalisieren meines Umzugs helfen kann. Auf diese Weise bin ich sofort sozialisiert im Unternehmen und trage von Beginn auch etwas zur Nachhaltigkeit bei.

Klimaschutz durch gepflanzte Bäume

Euer Antrieb bei Zwopr ist ja der Klimaschutz. Als Incentivierung loben die Hilfe-Suchenden das Pflanzen von Bäumen aus. Wie läuft das konkret ab?

Ja, Klimaschutz und noch viel mehr! Das funktioniert so: Man wählt beim Registrieren selbst aus etwa 70 Kategorien wie „Lampe montieren“ oder „Etwas transportieren“, wobei man anderen gegebenenfalls helfen würde.

Wer dann selbst Hilfe sucht, erstellt ein Hilfegesuch und gibt an, wie viele Bäume er oder sie über die App pflanzt, wenn tatsächlich jemand hilft. Das Wunderbare dabei: Fast alle erhalten Hilfe und fast immer werden Bäume dafür gepflanzt. Dabei gilt: 1 Baum = 1 Euro. Meistens werden für die Hilfe zwischen 4 und 20 Bäume gepflanzt. Es ist aber auch ok, wenn jemand kein Geld für die Nachhaltigkeit ausgeben kann. Denn wir sind eine soziale App – es soll nicht am Geld scheitern.

Wir lassen diese Bäume dann natürlich auch im echten Leben pflanzen. Ganz wichtig dabei: Unsere Kunden erkennen, dass diese Bäume eine Form von „Green & Social Capital“ darstellen. Sie lassen über uns ganze Kontingente pflanzen und legen ihren Mitarbeitenden diese Bäume dann anteilig als Baumcredits ins Profil. So wird ein starkes Signal gesetzt und gleichzeitig, für spätere Hilfegesuche, ein Benefit gegeben, von dem wieder nur alle Beteiligten profitieren können: Unternehmen, Mitarbeiter und am Ende die ganze Welt.

Ökologische Nachhaltigkeit sowie Eindämmung von Hunger und Armut

Wie stellt Ihr sicher, dass die Bäume in sinnvoller Art und Weise tatsächlich gepflanzt werden?

Unsere Partner Organisation für das Bäumepflanzen haben wir auf Herz und Nieren geprüft. Und das tun wir immer wieder. Unser Baumpflanzpartner macht das seit inzwischen 32 Jahren, hat also begonnen, schon lange bevor das Thema zum Trend wurde.

Es geht hier auch nicht darum, irgendwelche Bäume irgendwo zu pflanzen. Wie bei unserer App steckt auch hier ein ausgefeiltes und erprobtes System dahinter. Unser Partner arbeitet mit afrikanischen Gemeinden zusammen und schult Kleinbauern dabei, sogenannte Forestgardens zu kultivieren, innerhalb deren Schutzzone sie dann Obst und Gemüse anbauen können.

So ein Schulungsprogramm geht über vier Jahre und trägt neben der Kompensation von CO2 vor allem zur Eindämmung von Hunger und Armut bei. Wir sind große Fans dieses stringenten und nachhaltigen Ansatzes, der unserer Meinung nach von unserem Partnerunternehmen meisterhaft umgesetzt wird.

Wie sich Zwopr weiterentwickelt

Welche Weiterentwicklung habt Ihr für Zwopr geplant?

In etwa 14 Tagen schalten wir für Unternehmen, genauer gesagt für unsere Channel Kunden, eine weitere Funktion frei, nämlich so genannte Corporate Posts. Hier kann dann zum Beispiel die im Unternehmen zuständige Person für Corporate Sports oder Corporate Volunteering ihr Angebot posten. Und als Sahnehäubchen können Unternehmen auch hier durch das Pflanzen von Bäumen incentivieren: „Für jeden Teilnehmer pflanzen wir xy Bäume“.

Das passt perfekt als Ergänzung zu den Hilfegesuchen und gibt den Unternehmen die Möglichkeit, den Gemeinschaftssinn durch gemeinsame, teils gemeinnützige Projekte noch weiter zu vertiefen.

Vielen Dank für Deine Antworten, Christian. Ich behalte Zwopr auf jeden Fall im Auge und habe mir die App bereits heruntergeladen und mich angemeldet!

Über den Interviewten

HR-Startup Zwopr Gründer Christian Ebert im Interview auf PERSOBLOGGER.DE

 

Christian Ebert ist 52 Jahre alt und aus München. Er hat den größten Teil seines bisherigen Lebens als Herausgeber unterschiedlicher Regionalmagazine zwischen München und Salzburg verbracht – bis er vor knapp drei Jahren mit seinem langjährigen Freund Bernhard Koller mit Zwopr eine App und Plattform für gegenseitige Hilfe ins Leben gerufen hat.

Heute hilft Zwopr vor allem Unternehmen dabei, für Solidarität und Zusammenhalt in Teams zu sorgen und eine grünere Employer Brand zu erschaffen.

>> zur Website von Zworpr

 

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Stefan Scheller

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