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Bildungsurlauber HR-Startup Interview mit Lara Körber

Bildungsurlauber – Plattform mit Kursangeboten und Arbeitnehmer-Infos

Das Startup Bildungsurlauber.de informiert ausführlich über die Möglichkeiten als ArbeitnehmerInnen gesetzlichen Bildungsurlaub zu erhalten. Gleichzeitig bietet die Seite eine Plattform, um passende Kurse auszuwählen und direkt zu buchen. Warum das Unternehmen damit eine zunehmend wichtige Nische besetzt, verrät Mit-Gründerin und CMO Lara Körber.

Was das Startup Bildungsurlauber anbietet

Hallo Lara, magst Du Euer Startup Bildungsurlauber kurz selbst vorstellen?

Bildungsurlauber.de ist das erste Booking.com für Bildungsurlaub. Wir verstehen uns als Buchungs- und Aufklärungsplattform mit Kursangeboten und Arbeitnehmer-Infos. Denn die meisten ArbeitnehmerInnen kennen ihren rechtlichen Anspruch nämlich tatsächlich gar nicht.

Deshalb an dieser Stelle ein kurzer Crashkurs.

Was ist Bildungsurlaub überhaupt?

Bildungsurlaub ist der gesetzliche Anspruch auf fünf bis zehn Tage zusätzlichen Extraurlaub pro Jahr für als Bildungsurlaub anerkannte Seminare. Diese können weltweit stattfinden und es ist kein direkter beruflicher Bezug erforderlich.

Wir reden hier beispielsweise von Sprachkursen, Marketing-Fortbildungen und Führungskräftetrainings. Aber auch von gesundheitlichen Präventionskursen wie Yoga, Pilates, Stressmanagement oder Achtsamkeitsseminaren.

Anspruchsberechtigt sind übrigens 27 Millionen Menschen in Deutschland!

Rechtsanspruch vergleichsweise unbekannt

Warum kennen nur wenige ArbeitnehmerInnen die Möglichkeiten eines Bildungsurlaubs?

Das hat im Wesentlichen zwei Gründe: Erstens haben Unternehmen das Recht auf Bildungsurlaub ihrer Beschäftigten bisher nicht aktiv kommuniziert. Und zweitens treibt viele Anspruchsberechtigte auch die Sorge “Was sagt eigentlich der Chef oder die Chefin dazu?” um.

Allerdings merken wir hier gerade einen Wandel in der Arbeitswelt. Zum einen begreifen immer mehr Unternehmen den Mehrwert zufriedener und gesunder MitarbeiterInnen und sehen Bildungsurlaub als Investition. Zum anderen fordern immer mehr Beschäftigte ihrerseits von Unternehmen mehr Verantwortung und Einsatz als nur am Ende des Monats das Gehalt zu überweisen. Diese Bewegung hat die Corona-Pandemie definitiv beschleunigt und verstärkt.

Zwischen New Work und BGM

Wie positioniert sich Bildungsurlaub? Einerseits knüpft das Grundverständnis stark an den New Work Gedanken an, andererseits geht es beispielsweise auch um Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) oder die sogenannte Employability.

Ich finde es braucht keine Positionierung hier. New Work, Betriebliches Gesundheitsmanagement und Employability können koexistieren und voneinander profitieren. Das ist kein Widerspruch.

Wenn wir aber von Positionierung sprechen wollen, dann finde ich, dass sich Bildungsurlaub für den Menschen als Mittelpunkt des Arbeitslebens positioniert.

Als Mittelpunkt des Arbeitslebens…?

Ich empfinde es als unglaubliche Chance für ArbeitnehmerInnen, dass sie die inhaltliche Ausgestaltung frei nach den eigenen, aktuellen Bedürfnissen wählen können. Im Mittelpunkt steht nämlich dabei die Frage: Was brauche ich gerade für meine fachliche, persönliche oder gesundheitliche Weiterentwicklung? Was fehlt mir? Was könnte besser laufen? Wo will ich hin?

Für mich steht fest, dass Bildungsurlaub durch diese vielfältige Positionierung eine gesunde Arbeitswelt fördert – von der auch Firmen profitieren.

Begriff kann missverständlich wirken

Ist Bildungsurlaub aus Deiner Sicht tatsächlich der passende Begriff? Wird vielleicht bei Vorgesetzten dadurch statt des Bildungsaspekts der Fokus zu stark auf „zusätzliche Freizeit“ gelegt, was sich negativ auf die Gespräche über den Antrag auf Bildungsurlaub auswirkt?

Ja, das kann Rechtfertigungsdruck aufbauen. Das stimmt. Ich würde an dieser Stelle aber gerne eine Gegenfrage aufwerfen: Darf denn Weiterbildung nicht Freude machen?

Sehr guter Punkt!

Fakt ist ja, dass es sich bei Bildungsurlaub um keine herkömmlichen Urlaubstage handelt, sondern um gesetzlich anerkannte Weiterbildungen. Die unter anderem eben beispielsweise auch die gesundheitliche und mentale Gesundheit fördern. Jedem Seminar liegt ein offiziell geprüftes Lernziel und ein didaktisches Konzept zugrunde. Wer sich nun an dem Wort “Urlaub” stört, sollte vielleicht zunächst mal seine eigene Einstellung und die eigene Firmenkultur überdenken.

Nicht alle Bundesländer bieten einen gesetzlichen Anspruch

In Bayern beispielsweise gibt es keinen gesetzlichen Anspruch auf Bildungsurlaub. Das hat mich überrascht, weil mein eigener Arbeitgeber die Möglichkeit freiwillig anbietet? Spielt das Thema somit nicht auch einen zunehmend wichtige Rolle mit Blick auf Employer Branding und Arbeitgeberattraktivität?

Bildungsurlaub ist pure MitarbeiterInnenwertschätzung.

Bei einer Umfrage von uns, stimmten 78% der Aussage zu, dass Bildungsurlaub das Interesse des Arbeitgebers an der persönlichen und/oder beruflichen Weiterbildung seiner MitarbeiterInnen widerspiegelt.

Immer mehr Beschäftigte fordern mittlerweile mehr von einem Unternehmen als regelmäßige Gehaltszahlungen. Man will sich unterstützt und gefördert fühlen. Und Bildungsurlaub ist definitiv ein Ausdruck davon.

Das Geschäftsmodell hinter Bildungsurlauber

Wie sieht Euer Geschäftsmodell aus? Womit verdient Ihr Euer Geld?

Für von uns erfolgreich vermittelte Seminar-TeilnehmerInnen fällt auf Anbieterseite eine Provisionsgebühr an. Diese investieren wir dann wieder in Marketing, um noch mehr Menschen über ihr Recht aufzuklären.

Unser Ziel ist es, mehr und mehr Bildungurlaub(er) zu fördern.

Wie finden die Kursangebote den Weg auf Eure Seite und wie betreibt Ihr eine Qualitätssicherung?

Wir sind im engen Austausch mit den AnbieterInnen von Bildungsurlaub, die ihre Seminare ganz unkompliziert selbst einstellen können. Mein Kollege Sven ist hier mit fast allen per du.

Die weiteren Planungen von Bildungsurlauber

Was plant Ihr als nächstes? Wie entwickelt Ihr Eure Plattform weiter?

Durch den engen Austausch mit AnbieterInnen, ArbeitnehmerInnen und ArbeitgeberInnen arbeiten wir aktuell an eigenen Bildungsurlauben, in die wir unsere Erfahrungswerte einfließen lassen können, um die Arbeitswelt nachhaltig zu verbessern.

Das Tolle dabei ist, dass Bildungsurlaub als Gesetz bereits existiert und somit umgehend als Puzzleteil der New-Work-Bewegung genutzt werden kann. Somit ist er ein guter und schneller Hebel für Veränderung.

Vielen Dank für Deine Antworten, Lara. Ich bin gespannt, wie sich Euer Startup Bildungsurlauber entwickelt.

Über die Interviewte

Lara Körber von Bildungsurlauber.de im Interview

 

Lara Körber hat zusammen mit ihren Mitgründern Anian Schmitt und Sven Regenhardt 2020 das Startup Bildungsurlauber.de gegründet – das erste Booking.com für Bildungsurlaub.

Sie sagt: “Bildungsurlaub ist fester Bestandteil einer neuen Arbeitskultur und eine Win-win-Situation für ArbeitnehmerInnen und ArbeitgeberInnen.”

>> zur Website von Bildungsurlauber

 

 

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Stefan Scheller

Abbinder: Persoblogger Stefan Scheller

Mein Name ist Stefan Scheller. In meiner Rolle als Persoblogger und HR-Szene Influencer betreibe ich diesen Blog und das gleichnamige HR-Portal für Praktiker. Vielen Dank für das Lesen meiner Beiträge und Hören meines Podcasts!

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