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Quereinstieg im internationalen Vergleich: Zwei Drittel der Beschäftigten können sich Wechsel vorstellen

Der international angespannte Arbeitsmarkt bringt viele Beschäftigte ins Grübeln, ob sie noch im richtigen Berufsfeld sind – und das nicht nur in Deutschland: Im Vergleich von sieben sieben Ländern können sich 64,1% der Erwerbstätigen aktuell einen Quereinstieg in ein neues Berufsfeld vorstellen. Das zeigt eine internationale Censuswide-Umfrage im Auftrag der Jobseite Indeed unter insgesamt 7.000 Beschäftigten in Deutschland, Großbritannien, Irland, Frankreich, Italien, den Niederlanden und Australien. Für Branchen mit Personalmangel steckt darin eine selten gute Nachricht.

Wechselbereitschaft im Ländervergleich

In Deutschland sind demnach insgesamt 64,4% der befragten Beschäftigten derzeit offen für einen Berufswechsel – Rang drei im internationalen Vergleich und knapp über dem Durchschnitt der Umfrage. Höher ist die Bereitschaft dazu nur in Irland (76%) und Italien (69%). Dahinter folgen Frankreich (61%), die Niederlande und Großbritannien (je 60%) sowie Australien (58%). Das Interesse am Quereinstieg reicht in Deutschland dabei weit über die frühe Karrierephase hinaus. Selbst unter den über 55-Jährigen kann sich noch fast die Hälfte (46%) einen Neuanfang vorstellen.

Die Gründe für die hohe Bereitschaft hierzulande liegen unter anderem in der Wahrnehmung der eigenen beruflichen Situation: 42% der Befragten aus Deutschland haben das Gefühl, im aktuellen Job festzustecken und zu stagnieren. Zudem ist die Sorge um die eigene berufliche Zukunft aufgrund der aktuellen wirtschaftlichen Unsicherheit mit 39% hierzulande so groß wie in keinem anderen Land der Umfrage.

Besonders hohes Interesse an Engpassberufen in Deutschland

Wer sich um die wirtschaftliche Lage sorgt, sucht Sicherheit, und die versprechen Berufe, in denen langfristig Personal gebraucht wird: 87% der hiesigen Befragten könnten sich vorstellen, einen Quereinstieg in Branchen zu machen, die vom Fachkräftemangel betroffen sind. Damit liegt Deutschland vergleichsweise deutlich über dem Länderschnitt von 82%.

Als interessanteste Berufsgruppen für den Quereinstieg nennen die deutschen Befragten den öffentlichen Dienst (30%), IT und Technologie (26%) sowie Energie und Nachhaltigkeit (22%). Es folgen Produktion (21%), soziale Arbeit (20%), Logistik und Pflege (je 18%) sowie Erziehung und Handwerk (je 16%).

Was zwischen Vorstellung und Wechsel steht

Ob aus dieser prinzipiellen Bereitschaft konkrete berufliche Schritte folgen, hängt maßgeblich von den wahrgenommenen Hindernissen ab. Am schwersten wiegt für die Befragten die finanzielle Unsicherheit beim Quereinstieg (36%), gefolgt vom eigenen Alter (30%), das bei den über 55-Jährigen mit 57% zum größten Hindernis wird. Jeder Fünfte (20%) weiß zudem nicht, welche Jobs zum eigenen Profil passen würden. Die Mehrheit hat dabei Probleme, Orientierung zu finden: 58% finden Ratschläge zur Jobsuche zu allgemein oder wissen nicht, an wen sie sich wenden sollen.

Quelle: Pressemitteilung von indeed

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Stefan Scheller

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