Mehr als jeder vierte Büro-Beschäftigte kann während der Arbeit nicht einmal eine Stunde am Stück ungestört arbeiten. Gleichzeitig fehlen 38% regelmäßig eine geeignete Arbeitsumgebung für fokussierte Aufgaben. Das zeigt eine repräsentative YouGov-Umfrage im Auftrag von Satellite Office. Trotz hybrider Arbeitsmodelle bleibt das Büro für die meisten Beschäftigten der wichtigste Arbeitsort. Entscheidend ist heute jedoch nicht mehr, ob Menschen ins Büro kommen, sondern welche Arbeitsbedingungen sie dort vorfinden.
Das Büro bleibt zentraler Arbeitsort – entscheidend ist seine Qualität
Auch im Zeitalter hybrider Arbeitsmodelle bleibt der Arbeitsplatz vor Ort für viele Beschäftigte unverzichtbar. Die Umfrage zeigt: 37% der Büro-Beschäftigten arbeiten ausschließlich im Büro, weitere 53% hybrid. Die eigentliche Herausforderung ist deshalb nicht die Anwesenheit, sondern die Qualität der Arbeitsumgebung. Knapp jeder Dritte fühlt sich im Berufsalltag häufig oder sehr häufig gestört, weitere 39% gelegentlich. Die häufigsten Ursachen sind Telefonate und Videocalls, Gespräche anderer Personen sowie spontane Unterbrechungen.
Jahrelang wurde darüber diskutiert, ob das Büro überhaupt noch eine Zukunft hat. Die Studie zeigt: Die entscheidende Frage lautet heute nicht mehr, ob Menschen ins Büro kommen, sondern wofür. Wer dort dieselben Ablenkungen erlebt wie überall sonst, gewinnt nichts. Das Büro muss heute einen echten Mehrwert bieten, mit Ruhe für fokussiertes Arbeiten ebenso wie mit Raum für Austausch und vertrauliche Gespräche.
Flexible Arbeitsorte müssen heute mehr leisten als Schreibtische bereitzustellen. Die Studie zeigt, dass vielen Beschäftigten passende Arbeitsumgebungen fehlen: Sie schätzen den persönlichen Austausch im Büro, vermissen jedoch gleichzeitig ruhige Rückzugsmöglichkeiten. Gerade darin unterscheiden sich hochwertige Arbeitswelten von klassischen Coworking-Flächen, die häufig auf möglichst offene Arbeitsbereiche setzen.
Die größten Störfaktoren entstehen dabei nicht durch digitale Ablenkungen. Am häufigsten genannt werden Telefonate und Videocalls (34%), Gespräche anderer Personen (33%), spontane Unterbrechungen (28%) sowie ein hoher Geräuschpegel (23%). Benachrichtigungen oder Chats folgen erst mit deutlichem Abstand (15%).
Großraumbüros erschweren produktives Arbeiten
Drei von vier Büro-Beschäftigten (75%) sind der Meinung, dass Großraumbüros, also Büros mit sieben oder mehr Arbeitsplätzen, fokussiertes und produktives Arbeiten erschweren. Mit zunehmendem Alter wird diese Einschätzung noch deutlicher. Während 35% der 25- bis 34-Jährigen dieser Aussage vollkommen zustimmen, steigt der Anteil bei den 35- bis 44-Jährigen auf 54%. Bei den 45-54-Jährigen liegt er sogar bei 58%. Die Ergebnisse legen nahe, dass mit wachsender Berufserfahrung auch der Wunsch nach einer ruhigen und störungsarmen Arbeitsumgebung zunimmt.
Die Ergebnisse unterstreichen, dass moderne Büros nicht zwischen Offenheit und Rückzug wählen müssen. Gefragt sind Bürokonzepte, die Kommunikation ermöglichen und gleichzeitig Räume für ungestörtes Arbeiten bieten. Premium-Workspaces entwickeln sich damit zunehmend zur Alternative sowohl zu klassischen Coworking-Konzepten als auch zu reinen Großraumbüros.
Offene Büroflächen fördern Kommunikation. Anspruchsvolle Aufgaben brauchen dagegen Phasen ohne permanente Unterbrechungen. Gute Arbeitswelten schließen beides nicht aus – sie schaffen die passenden Räume für jede Art von Arbeit.
Frauen erleben häufiger Unterbrechungen als Männer
Frauen erleben Störungen im Berufsalltag deutlich häufiger als Männer. 36% geben an, häufig oder sehr häufig bei der Arbeit unterbrochen zu werden, bei den Männern sind es 27%. Auch die Ablehnung von Großraumbüros fällt unter Frauen stärker aus: 81% sehen darin ein Hindernis für produktives Arbeiten, bei den Männern sind es 71% . Zudem schaffen 31% der Frauen weniger als eine Stunde ungestörtes Arbeiten am Stück. Bei den Männern liegt dieser Anteil bei 24%.
Dass Frauen in unserer Studie häufiger von Unterbrechungen berichten, deckt sich mit anderen Untersuchungen. Internationale Studien, etwa von Lean In und McKinsey, zeigen seit Jahren, dass Frauen im Berufsalltag häufiger unterbrochen oder übergangen werden als Männer. Wer gute Arbeit ermöglichen will, muss Arbeitsumgebungen schaffen, in denen Menschen ungestört denken, entscheiden und arbeiten können. Davon profitieren Unternehmen. ebenso wie ihre Beschäftigten.
Bundesweit ähnliches Meinungsbild mit regionalen Nuancen
Die Ablehnung von Großraumbüros zieht sich durch ganz Deutschland. In Nordrhein-Westfalen sagen 74% der Büro-Beschäftigten, dass Großraumbüros fokussiertes und produktives Arbeiten erschweren. In Bayern sind es 76%, in Baden-Württemberg 75%, in Norddeutschland 75% und in Ostdeutschland 76%. Auch beim Wunsch nach einer ruhigen Arbeitsatmosphäre zeigen sich zwischen den Regionen kaum Unterschiede. Am stärksten ausgeprägt ist er in Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland, wo 86% angeben, dass ihnen eine ruhige Arbeitsatmosphäre bei der Wahl ihres Arbeitsplatzes wichtig ist.
Dennoch gibt es einzelne regionale Besonderheiten. Beschäftigte in Ostdeutschland fühlen sich seltener häufig oder sehr häufig bei der Arbeit gestört als im Bundesdurchschnitt (23% gegenüber 31%), während Beschäftigte in Norddeutschland mit 35% am häufigsten von Störungen berichten. In Baden-Württemberg gelingt ungestörtes Arbeiten besonders selten: Dort kann mehr als jeder Dritte (36%) weniger als eine Stunde am Stück konzentriert arbeiten.
Quelle: Pressemitteilung von Satellite Office
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