Die internationale Personalberatung Robert Walters hat die Ergebnisse ihrer Gehaltsstudie 2026 veröffentlicht. Die Untersuchung zeigt: Während Unternehmen bei Gehaltsanpassungen Zurückhaltung üben, wünschen sich Fach- und Führungskräfte spürbar stärkere Steigerungen.
Gehaltserhöhungen in 2026 geplant
68% der Unternehmen planen laut Studie, die Gehälter 2026 zu erhöhen (im Vorjahr waren es noch 75%) – im Schnitt um 3,74%. Damit bleiben die Anpassungen moderat, meist begründet durch die finanziell angespannte Lage der Unternehmen. Fach- und Führungskräfte äußern dagegen deutlich höhere Erwartungen: Sie rechnen mit einem Plus von rund 6%.
Wir sehen, dass die Gehaltsspielräume vieler Unternehmen derzeit weitgehend ausgereizt sind. Trotzdem erwarten viele Fach- und Führungskräfte spürbare Steigerungen – das führt zu steigenden Spannungen im Arbeitsmarkt. Arbeitgeber müssen mit Transparenz und gezielten Zusatzleistungen reagieren, während Beschäftigte realistischer werden und verstehen sollten, dass wirtschaftliche Rahmenbedingungen nicht unbegrenzt Spielraum lassen.
Was Kandidaten von Arbeitgebern erwarten
Laut der Studie wünschen sich Beschäftigte vor allem eine bessere bereichsübergreifende Zusammenarbeit (52%) und einen gezielteren Einsatz moderner Technologien (50%). 35% möchten zudem, dass Unternehmen mehr für das persönliche Wohlbefinden ihrer Mitarbeitenden tun.
Diese Ergebnisse zeigen, dass neben Gehalt auch Kultur, Zusammenarbeit und technologische Rahmenbedingungen echte Wechselmotive sind.
Was Mitarbeitende an ihrem derzeitigen Arbeitgeber besonders schätzen, zeigt ebenfalls ein deutliches Bild: 46% nennen das Gehalt, 44% eine eigenständige Arbeitsweise, 35% flexible Arbeitszeiten. Das bestätigt, dass Autonomie und Selbstorganisation zu echten Bindungsfaktoren geworden sind – gerade für qualifizierte Fachkräfte.
KI verändert HR und Karrierewünsche
Künstliche Intelligenz hält schrittweise Einzug in Personalabteilungen, ist aber noch unterschiedlich stark integriert. 32% der Unternehmen nutzen bereits People Analytics aktiv, 34% bislang jedoch gar nicht. Der Fokus liegt vor allem auf datenbasierten Personalentscheidungen, etwa bei Recruiting-Prozessen oder Leistungsanalysen.
KI-gestützte Systeme helfen HR-Teams, Strukturen und Prozesse objektiver zu bewerten. Im Mittelpunkt steht die datenbasierte Unterstützung von Menschen – nicht deren Ersatz.
Parallel zeigt die Studie, dass Fachkräfte die technologischen Entwicklungen überwiegend positiv bewerten. 62% sehen den Einsatz von KI am Arbeitsplatz als Chance, nur zwölf Prozent als Risiko.
Viele junge Talente wollen heute in KI-nahe Arbeitsfelder wechseln. Doch gerade im deutschen Mittelstand fehlen bislang noch die passenden Positionen – beispielsweise im Controlling oder auch in der IT. Hier sehen wir ein wachsendes Spannungsfeld zwischen technologischer Offenheit und verfügbaren Rollenprofilen.
Fachkräftemangel bleibt dominantes Thema
60% der Unternehmen zeigen sich weiterhin beunruhigt über den Fachkräftemangel in den kommenden zwölf Monaten, vornehmlich in IT- bzw. Schnittstellen-Positionen, im Bereich Buchhaltung und Finanzen sowie in Forschung und Entwicklung. Besonders betroffen sind berufserfahrene Mitarbeitende (56%) sowie Senior-Positionen (26%).
Gründe für die Schwierigkeiten bei der Personalgewinnung sind laut Studie zu hohe Gehaltserwartungen, fehlende Qualifikationen und eine zu geringe Zahl geeigneter Bewerbungen.
Hohe Gehaltswünsche können zunehmend zur Eintrittsbarriere werden. Wer aktuell einen Wechsel anstrebt, sollte genau prüfen, ob das Gehalt wirklich der ausschlaggebende Faktor ist. Jobwechsel allein aus monetären Gründen werden schwieriger, und große Gehaltssprünge sind derzeit selten. Viele Fachkräfte schießen sich mit überzogenen Vorstellungen selbst aus Auswahlprozessen – selbst dann, wenn ein Wechsel dringend gewünscht ist.
Gehalt ist nach wie vor ein Hygienefaktor, aber nicht der einzige Maßstab. Perspektive, Weiterbildung, Jobsicherheit, Zukunftstechnologien und die Stabilität des Arbeitgebers sollten stärker in den Entscheidungsprozess einfließen.
Flexibilität als beidseitige Erwartung
Hybride Arbeitsformen sind mittlerweile Standard: Zwei Drittel der Unternehmen bieten sie an, während 16% sie im vergangenen Jahr weiterentwickelt oder neu eingeführt haben. Vollständig remote arbeiten dagegen nur 13%. Viele Unternehmen kehren auf eine Mischform aus Präsenz und Flexibilität zurück – mit klaren Regeln und persönlicher Verantwortung.
Diese Flexibilität wird im Gegenzug auch von den Fachkräften erwartet: Die Studie benennt Anpassungsfähigkeit, digitale Kompetenzen und KI-Know-how sowie Innovationsfähigkeit als die wichtigsten Fähigkeiten für die kommenden Jahre.
Ausblick: Worauf sich Arbeitgeber 2026 einstellen sollten
Unternehmen, die Gehalt, Entwicklungsperspektiven und technologische Arbeitsumgebungen konsequent zusammendenken, werden 2026 klar im Vorteil sein. Gefragt sind Arbeitgeber, die auf die Wünsche ihrer Mitarbeitenden hören und Chancen rund um KI und Digitalisierung aktiv für ihre HR-Strategie nutzen.
Quelle: Pressemitteilung von robertwalters
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Mein Name ist Stefan Scheller. In meiner Rolle als Persoblogger und Top HR-Influencer betreibe ich diese Website und das gleichnamige 




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