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Homeoffice in Stellenausschreibungen – welche Jobs sind Homeoffice-fähig?

Die Corona-Pandemie hat zu einer weltweiten Akzeptanz und Ausbreitung von Homeoffice in Unternehmen geführt. Ein Trend, der offenbar die Pandemie überdauern wird, wie eine gemeinsame Studie der OECD und der Jobseite Indeed zeigt. Demnach ist der Anteil in den meisten Ländern der Staatengemeinschaft (mit Ausnahmen) deutlich in die Höhe geschnellt. Insbesondere dort, wo die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie besonders streng waren. Doch auch nach Lockerungen dieser wurde ein vielfach prognostizierter Rückgang kaum Realität – im Gegenteil.

Anteil Stellenanzeigen mit „Homeoffice“

Insgesamt hat sich der durchschnittliche Homeoffice-Anteil in den 20 untersuchten OECD-Staaten seit Beginn der Pandemie mehr als verdreifacht: Führten im Januar 2020 knapp 2,5% der Stellenanzeigen diese Option auf, waren es im April 2021 bereits 7,9%. Dieser Anstieg war zum großen Teil auf pandemiebedingte Einschränkungen zurückzuführen, die zu einer hohen Akzeptanz von Homeoffice führten – in den Jobs, die gut von zu Hause aus erledigt werden können. Trotz Lockerungen der Maßnahmen blieb der durchschnittliche Anteil der Homeoffice-Anzeigen mit 7,5% im September 2021 annähernd auf seinem Höchstwert. In Deutschland betrug dieser Anteil zu diesem Zeitpunkt 10,14%. Aktuell liegt der Anteil bei 11,1%.

Quelle: Indeed

Die unterschiedliche Homeoffice-Fähigkeit von Berufen

Seit Beginn der Pandemie stieg die Zahl der Stellenanzeigen mit Homeoffice-Option in fast allen Berufsgruppen an – besonders stark jedoch bei fachspezifischen Dienstleistungen. Beispielsweise erhöhte sich der durchschnittliche Anteil von Homeoffice-Anzeigen in Softwareentwicklung, Marketing und Informationsdesign um elf Prozentpunkte – aber um nicht einmal einen Prozentpunkte in Lebensmittelherstellung, Einzelhandel, Transport und Produktion.

Der Hauptgrund für diese Unterschiede: Homeoffice ist in diversen Bereichen nicht realisierbar, doch auch die mangelnde digitale Infrastruktur ist häufiger ein Hindernis bei der Umsetzung. Der Analyse zufolge hat sich die Lücke zwischen Berufen mit hoher Homeoffice-Tauglichkeit (z. B. Softwareentwicklung oder Marketing) und Berufen mit mittlerer oder geringer Homeoffice-Tauglichkeit (z. B. Lebensmittelherstellung oder Fahrdienst) während der Pandemie mehr als verdreifacht. Wie unterschiedlich die Möglichkeiten sind, zeigen Berechnungen der Wissenschaftler Dingel & Neiman, welche die Homeoffice-Tauglichkeit verschiedener Berufe berechneten:

Quelle: Dingel & Neiman (2020)

Pandemiebedingte Mobilitätseinschränkungen als Katalysator für Homeoffice

Die Studie der OECD und Indeed belegt zudem anhand des Oxford Stringency-Index, dass die Mobilitätseinschränkungen im Zuge der Pandemie in vielen Staaten als Katalysator für Homeoffice wirkten. Der Index misst auf einer Skala von 0 bis 100, wie weitreichend die Corona-Schutzmaßnahmen in verschiedenen Staaten sind. Veränderte sich dieser im Durchschnitt um 15 Punkte, wandelte sich in den folgenden fünf Monaten auch der Anteil der Homeoffice-Stellen um 0,5% – im Positiven wie im Negativen.

Ein weiterer Faktor für eine stabile Homeoffice-Entwicklung ist der Studie zufolge der Grad der Internetverfügbarkeit. In Italien, wo diese bspw. relativ gering ist, stieg der Anteil der Homeoffice von Januar 2020 bis April 2021 um mehr als zehn Prozentpunkte. Nachdem die Einschränkungen gelockert wurden, sank die Quote jedoch in den folgenden fünf Monaten wieder um 5%.

Die Analyse zeigt zudem, dass andere plausible Faktoren, wie die durchschnittliche Qualifikation der Arbeitskräfte oder auch die Qualität der Managementpraktiken (z. B. gute Personalplanung, Leistungskontrolle und Zielvorgaben), nicht systematisch mit den Auswirkungen staatlicher Einschränkungen auf die angebotenen Homeofficejobs zusammenhängen. Dies deutet darauf hin, dass das durchschnittliche Qualifikationsniveau und die Qualität des Managements in den hier untersuchten, meist einkommensstarken Ländern, kein Hindernis für die Arbeit von Zuhause darstellen.

Quelle: Indeed

Methodik

Die Homeoffice-Daten basieren Stellenanzeigen aus folgenden 20 OECD-Ländern: Australien, Österreich, Belgien, Kanada, Frankreich, Deutschland, Irland, Israel, Italien, Japan, Luxemburg, Mexiko, den Niederlanden, Neuseeland, Polen, Spanien, Schweden, der Schweiz, Großbritannien und den USA. Die Einteilung der Berufsgruppen in niedrige, mittlere und hohe Homeoffice-Tauglichkeit basiert auf der von Dingel & Neiman (2020) entwickelten Klassifizierung von Arbeitsplätzen in homeofficefähig und nicht homeofficearbeitsfähig.

Ein alternatives Maß kann unter Verwendung von Indeed-Daten zu Homeoffice-Stellenanzeigen nach Berufsgruppen im Jahr 2019 erstellt werden. Indeed identifiziert Stellenausschreibungen als offen für Homeoffice, wenn die Stellenbezeichnung oder -beschreibung Begriffe wie „Homeoffice“, „remote work“, „Arbeit von zu Hause aus“ oder ähnliche Begriffe enthält, oder wenn der Standort ausdrücklich als Homeoffice angegeben ist. Diese Stellenausschreibungen umfassen sowohl dauerhafte als auch zeitlich befristete Homeofficearbeitsplätze, wobei die Arbeitgeber dies oft nicht angeben. Während das auf Dingel und Neiman (2020) basierende Maß annähernd das Potenzial von Homeoffice erfasst, berücksichtigt das auf Indeed-Daten basierende Maß die tatsächlich veröffentlichten Homeoffice-Stellenanzeigen vor der Pandemie.

Quelle: Indeed

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Stefan Scheller

Autor und Speaker Persoblogger Stefan Scheller

Mein Name ist Stefan Scheller. In meiner Rolle als Persoblogger und Top HR-Influencer (Personalmagazin 05/22) betreibe ich diese Website und das gleichnamige HR Praxisportal. Vielen Dank für das Lesen meiner Beiträge und Hören meines Podcasts Klartext HR!

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