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Das Metaverse als Boost für HR

Metaverse: Booster für die HR-Welt

Das Metaverse steht in den Startlöchern. Auch wenn sich bislang vergleichsweise wenige geschäftliche Anwendungen im Metaverse nutzen lassen, ist sich Gastautor Georg Pepping, HR Director bei T-Systems, sicher, dass die HR-Arbeit damit einen Boost erhält. Konkrete Anwendungsbeispiele für den Personalbereich beschreibt er in diesem Gastartikel.

New Work bald auch im virtuellen Raum

Seit Mark Zuckerberg sein Unternehmen in Meta umgetauft hat, beschäftigen sich nicht mehr nur Science-Fiction-Fans oder die Gaming-Szene mit dem Metaversum. Mit jenem virtuellen Universum also, in dem Menschen als Avatare zusammenarbeiten und doch mit der realen Welt verknüpft bleiben.

Noch kann niemand mit Sicherheit sagen, wann der Schritt vom mobilen zum dann immersiven Internet Gestalt annehmen wird. Bislang fehlt sogar eine allgemeingültige Definition für das, was auf uns zukommen soll.

Dennoch sollte sich auch der Personalbereich schon heute mit dem Thema auseinandersetzen.

Denn der virtuelle Raum wird die Möglichkeiten der Zusammenarbeit erweitern, wird das, was wir unter New Work verstehen, verändern. Nur wenn sich HR frühzeitig mit dem Thema auseinandersetzt, können wir die Chancen nutzen, die sich schon heute bieten. Und die Risiken rechtzeitig eindämmen und regulieren.

Die nächste Evolutionsstufe im Internet

Warum die virtuelle Welt inzwischen mehr als ein Wunschtraum von Technikfans ist:

  • Obwohl das Metaverse noch unausgereift ist, lassen sich auf diversen Virtual-Reality-Plattformen bereits erste Anwendungen testen.
  • Die technologischen Voraussetzungen sind mit Virtual Reality, Augmented Reality, Künstlicher Intelligenz, Cloud, IoT, Sensorik und 5G vorhanden.
  • Große Techunternehmen im Silicon Valley und in Asien investieren längst Milliardenbeträge in die Umsetzung. Allein Meta hat laut Zuckerberg im Jahr 2021 bereits zehn Milliarden US-Dollar in Forschung und Entwicklung rund um dieses Themenfeld investiert.

Das Metaversum verändert die Arbeitswelt

Die Telekom und T-Systems werden kein eigenes Metaverse aufbauen. Aber natürlich beschäftigen wir uns mit virtuellen Plattformen, aus deren nahtlosem Zusammenschluss das virtuelle Universum entstehen soll. Das tun wir für unsere Kunden – aber auch für uns selbst. Deshalb tauchen nicht nur unsere Technikteams in virtuelle Welten ein – sondern auch der HR-Bereich.

Warum?

  1. Das Metaverse wird das neue New Work. In naher Zukunft werden virtuelle Meetings im Metaverse stattfinden, wo sich unsere Avatare im virtuellen Raum treffen können. Die neuen interaktiven Möglichkeiten und Tools sind ein Booster für die hybride Zusammenarbeit – sie wird intuitiver und nähert sich der Kollaboration im physischen Raum an. Teams werden im Metaverse zusammenarbeiten und gemeinsam Prototypen entwickeln. Das setzt voraus, dass sie die Tools verstehen und anwenden können.
  2. Das Metaverse bereichert die Personalarbeit: Es eröffnet uns eine neue Dimension. Deshalb wollen wir von Anfang an Use Cases entwickeln und frühzeitig ausprobieren. Wir nutzen die Vorteile bereits in ersten Anwendungen. Es geht uns nicht nur um virtuelle Meetings, die unsere hybriden Arbeitswelten erweitern, Reisekosten sparen und damit CO2-Emissionen senken.Wir möchten das Metaverse auch bei den Themen Learning und Skilling nutzen, zum Beispiel immer dann, wenn VR/AR und Sensorik haptisches Lernen ermöglichen. So lassen sich auch Gruppen schulen. Wollen wir auch künftig wettbewerbsfähig bleiben, müssen wir das Metaverse auf dem Schirm haben.
  3. Metaverse-Räume sind virtuelle Spielwiesen: Das gilt für das gesamte Personalwesen: Fürs Recruiting und Onboarding, für Weiterbildung und Qualifizierung, für den gesamten Arbeitsalltag. Die Zukunft des Internets hilft uns eine neue People Experience zu schaffen – das gilt für unsere Mitarbeitenden wie für neue technologiebegeisterte Talente, die wir gewinnen möchten.

Deutsche Unternehmen unterschätzen die virtuelle Welt

Laut einer Studie der Universität der Bundeswehr München bereitet sich noch kaum ein deutsches Unternehmen auf das Thema vor. Nur jede zwölfte befragte Führungskraft fühlt sich mit dem Metaverse vertraut. Lediglich 22% meinen, dass sich Organisationen mit dem Thema beschäftigen müssen, um am Markt zu bleiben.

Damit unterschätzt der große Rest die Wirkung einer Technologie, die – gut umgesetzt – eine Vielzahl menschlicher Erfahrungen möglich macht, selbst wenn man sich räumlich nicht nahe ist.

Arbeiten als Avatar

Bei T-Systems verstehen wir das Metaverse als neue Schnittstelle zwischen Homeoffice und Büro. Das virtuelle Universum wird sich in unser aktivitätenbasiertes Arbeiten (Activity Based Working) einfügen.

Passend hierzu: Klartext HR Podcast-Folge #57 zum Metaverse

Dieses hybride Arbeitskonzept resultiert aus unseren Erfahrungen mit der Corona-Pandemie. Es bedeutet für uns, dass die Art der Arbeit entscheidet, wo wir sie leisten. Wer für sich konzentriert arbeiten muss, kann dies im Homeoffice tun und bleibt mit seinem Team über Mail, Chat und Video verbunden.

Entwickelt ein Team ein neues Produkt, dann trifft es sich zur Ideenfindung im Büro. Dazu haben wir unsere Standorte zu Meet & Connect Hubs mit vielen Projekt- und Kollaborationsflächen umgebaut.

Wann das Metaverse als möglicher dritter Arbeitsort hinzukommen wird, ist ungewiss, aber es ist sicher, dass es unsere Arbeitswelt bereichern wird. Wir werden es nutzen, wenn Menschen in großer räumlicher Distanz leben und arbeiten, sich aber nicht immer nur als Kachel auf dem Monitor begegnen möchten.

Bei der Zusammenarbeit wirken Videokonferenzen auf Dauer statisch, da verspricht eine 3D-Erlebniswelt, die von unseren persönlichen Avataren bevölkert wird, mehr Abwechslung und einen lebendigeren und damit produktiveren Austausch.

Ich bin überzeugt, dass wir bei virtuellen Meetings künftig immer häufiger von der 2D-Ansicht in die virtuelle 3D-Welt wechseln werden, weil das mehr Miteinander erlaubt. Das Büro wird zum digitalen Zwilling – einem virtuellen Raum für Mitarbeitende wie Kunden. Plattformen, auf denen sich solche digitale Arbeitsumgebungen bauen lassen, gibt es bereits. Unsere Teams beschäftigen sich damit und testen, was schon machbar ist.

Mit Übung ins virtuelle Universum

Wer vom Ausflug in die dreidimensionale Welt profitieren möchte, braucht Metaversum-Kompetenz. In den Innovation Labs unserer Meet & Connect Hubs sammeln unsere Beschäftigten erste Erfahrungen auf den diversen Virtual-Reality-Plattformen. Dafür stellen wir ihnen leistungsstarke Laptops, Controller und VR-Brillen zur Verfügung.

Auch die Mitarbeitenden aus dem Bereich Human Resources setzen sich mit den Vorzügen neuer Technologien nicht nur theoretisch auseinander, sondern probieren sie immer wieder aus. Schließlich sollen sie schon jetzt herausfinden, wie sie das Metaverse für Recruiting und Weiterbildungsangebote einsetzen können.

Recruiting: Innovation macht den Unterschied

 Über Innovationen zu sprechen ist für ein Unternehmen wie T-Systems unverzichtbar. Noch besser ist es aber, wenn wir sie für Menschen greifbar machen, sie also mit uns in Innovationen eintauchen können.

Warum sollten wir das Metaversum nicht schon jetzt für das Recruiting nutzen?

Etwa, wenn wir auf Veranstaltungen wie der Gamescom Talente ansprechen möchten – auf virtuellen Plattformen und mit Gamification-Methoden. Besser kann man Gamerinnen und Gamern gar nicht zeigen, was bei uns möglich ist. Und dass wir Menschen wie sie dringend in unseren Teams brauchen.

Im Web 3.0, der nächsten Evolutionsstufe des Internets, können wir Talente besser motivieren und gezielter identifizieren. Im kommenden Jahr legen wir damit los: Wir experimentieren mit virtuellen Bewerbungsgesprächen und Probetagen und probieren virtuelles Onboarding aus. Wir verändern unser Recruiting und lernen vom Gaming, wie wir das Metaverse in die Arbeitswelt integrieren können.

Mit diesen neuen, interaktiven Erfahrungen im virtuellen Raum möchten wir vor allem die junge Generation Z ansprechen.

Weiterbildung: Wissen virtuell erweitern

In wenigen Jahren werden sich alle Beschäftigten von T-Systems auf neuen Plattformen weiterbilden. Mit diesem Plan heben wir das E-Learning auf eine neue Stufe. Damit wir ihn auch zeitgerecht umsetzen, verwenden wir beim Thema Bildung schon jetzt die richtigen Tools. Mitarbeitende feilen beispielsweise mit VR-Trainings an ihren Moderationstechniken.

Jeder Arbeitgeber trägt Verantwortung für seine Beschäftigten: Deshalb müssen wir uns nicht nur um technische Ausstattung und Wissensvermittlung, sondern auch um das Thema Sicherheit kümmern: etwa mit Blick auf digitales Intellectual Property sowie souveräne Cloud-Anbieter und Datenschutz.

Regelwerke für das Metaverse

Darüber hinaus muss sich der Personalbereich mit Richtlinien für eine künftige, um das Metaverse ergänzte, hybride Arbeitswelt auseinandersetzen. So spielt naturgemäß der Datenschutz eine große Rolle, da in der virtuellen Welt alle Aktionen als Daten erfasst werden.

Aufmerksamkeit verdient auch die Frage, welche (Führungs-) Kompetenzen im virtuellen Raum gefragt sein werden.

Befragung zum Thema Metaverse

Lesen Sie hier, wie es aktuell um die Bekanntheit des Metaverse in Deutschland steht.

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Georg Pepping

Georg Pepping, T-Systems als Gastautor auf PERSOBLOGGER.DE

 

Georg Pepping leitet den Bereich Human Resources und gehört zur Geschäftsführung von T-Systems. Der Wirtschaftsjurist arbeitet seit 1997 im Konzern Deutsche Telekom und verantwortete dort unter anderem als Leiter des Competence Centers HRM für Compensation & Benefits in der Telekom Gruppe auch die Sozial-, Tarif- und Mitbestimmungspolitik im Konzern.

Seit 2010 ist er bei T-Systems Geschäftsführer Personal und Arbeitsdirektor.

>> zum LinkedIn-Profil von Georg Pepping

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