Die KI-Revolution verändert die Rolle von Learning & Development (L&D) rasant. Viele Routineaufgaben wie Content-Erstellung, Reporting oder Administration können heute größtenteils auf Autopilot gestellt werden. Für L&D-Verantwortliche ist das die Chance: Weg von der Rolle als reaktive Trainingslieferanten, hin zu strategischen Unternehmenspartner:innen, die messbaren Einfluss auf Geschäftsergebnisse nehmen. Doch wie genau gelingt dieser Rollenwechsel inmitten der KI-Revolution? Antworten im Advertorial von Marieke Deters, 360Learning.
KI in Learning & Development: Wo stehen wir?
Viele alltägliche Aufgaben im betrieblichen Schulungsbereich können bereits von KI übernommen werden, etwa:
- Automatisierung von Compliance-Prozessen (Anmeldungen, Erinnerungen, Eskalationen)
- Unterstützung bei der Content-Erstellung und -Design
- Aufbereitung von Daten für strategische Entscheidungen
So entsteht Raum für strategische Initiativen.
Und genau hier liegt für die einen die Chance, für die anderen das Risiko: Wer die L&D-Rolle weiterhin nur operativ ausführt, könnte schon bald einen großen Teil seiner Arbeit an KI verlieren. Wer sich jetzt hingegen auf Strategie, Aufbau von firmeninternen Einfluss und die Gestaltung von leistungsorientierten Lerninitiativen positioniert, also Felder, die vom Menschen gesteuert werden müssen, macht sich als Learning Professional unersetzlich.
Vom reaktiven zum strategischen L&D
Traditionell reagieren L&D-Teams auf Trainingsanfragen, entwickeln Kurse und tracken Abschlüsse. Strategisches L&D orientiert sich dagegen an Unternehmenszielen und misst Erfolg anhand klarer KPIs.
Die meisten Leser:innen werden sich vermutlich zwischen diesen beiden Polen befinden. Wer sich nach vorn entwickeln will, sollte wissen, wo er oder sie steht. Ein bewährtes Modell zu einer solchen Standortbestimmung ist das L&D-Reifegradmodell.
Das Assessment-Tool unterscheidet 5 Reifestufen von Learning & Development-Teams:
- Reaktiv: Reagieren auf Schulungsanfragen, vor allem Compliance. Ohne strategische Geschäftseinbindung.
- Proaktiv: Stellen proaktiv ein Grundangebot an Trainings bereit. Erfüllen die klassische L&D-Funktion.
- Einflussnehmend: Lernangebot von Onboarding bis fachliche Entwicklung. Zusammenarbeit mit ausgewählten Stakeholdern, Einfluss bleibt begrenzt.
- Strategisch: L&D richtet Initiativen an Unternehmenszielen aus, priorisiert nach Impact, misst KPIs.
- Transformativ: Skills-Mapping auf Organisationsebene, datenbasierte Prognosen, gezielte Entwicklung.
Nur wenige Teams erreichen die Stufen „strategisch“ oder „transformativ“. Der Drehpunkt liegt darin, die Lernstrategie direkt mit der Geschäftsstrategie zu koppeln und nachweisbar Mitarbeiter- und Unternehmensleistung zu beeinflussen.
Messung von Erfolg: Warum Abschlussquoten nicht reichen
Wer strategisch arbeiten möchte, misst nicht nur Completion Rates oder Zufriedenheit, sondern reale Veränderungen durch Lernen und Entwicklung: Welche kritischen Skills-Gaps wurden geschlossen? Inwiefern konnten bestimmte Teams ihre Leistung steigern?
Diese Ergebnisse sollten dann bei Entscheidungsträgern sichtbar gemacht werden. Das gelingt mit klarem Storytelling, das den Wert und Erfolg von L&D verdeutlicht und ermöglicht, künftig weitere einflussreiche Initiativen anzustoßen.
Beispiel: Ergebnisbericht eines Trainingsprogramm für First-Time-Manager:
- Ziel: Neue Führungskräfte schneller in ihre Rolle einführen und kritische Skills-Gaps schließen.
- Ergebnisse:
- Fluktuation der neuen Führungskräfte um 15% gesenkt
- Team-Engagement um 10% gesteigert (Mitarbeiterbefragung)
- KPI-Erreichung der Teams im Quartal um 12% verbessert
- Fazit: Das Programm wirkt messbar auf Geschäftsergebnisse. Empfehlung: Weiterführung und Ausbau auf weitere Führungskräftekohorten.
Stakeholder gezielt einbeziehen: So wird L&D strategisch
Strategisches L&D gelingt nur, wenn die Zusammenarbeit mit den richtigen Stakeholdern systematisch gestaltet wird. Statt bei Führungskräften nur nach Trainingsbedarfen zu fragen („Welches Training braucht ihr?“) lohnt es sich, tiefer zu bohren: „Welche Blockaden verhindern, dass eure Teams die erwarteten Ergebnisse erreichen?“ oder „Was wäre die Konsequenz, wenn wir nichts ändern?“
Auf dieser Basis lassen sich Programme entwickeln, die messbare Veränderungen anstoßen, relevante Skills fördern und Vertrauen bei den Entscheidungsträgern aufbauen. So wird L&D nicht nur als Dienstleister wahrgenommen, sondern als strategischer Partner, der aktiv zur Unternehmensleistung beiträgt.
Den richtigen Ton treffen: L&D-Storytelling nach Stakeholder-Profil
L&D wird erst dann als strategischer Partner wahrgenommen, wenn der Mehrwert der Initiativen klar und verständlich dargestellt wird. Dabei gilt: Die Kommunikation muss an das jeweilige Stakeholder-Profil angepasst werden – je nachdem, ob Sie mit CEO, CHRO, VP Talent oder anderen Führungskräften sprechen, sollten Sie den Fokus auf die Aspekte legen, die für sie relevant sind:
- CEO: Umsatzwachstum, Resilienz, Anpassungsfähigkeit. Fokus darauf, wie L&D dazu beiträgt, strategische Ziele schneller zu erreichen und die Organisation agil zu halten.
- CHRO: Mitarbeiterbindung, Talententwicklung, HR-Stabilität – Fokus darauf, wie Programme kritische Skills sichern, Führungskräfte entwickeln und Talente langfristig im Unternehmen halten.
- VP Talent / Abteilungsleiter: Skills-Gaps, interne Mobilität, Nachfolgeplanung – Fokus darauf, wie Lernprogramme Teams gezielt stärken, Qualifikationslücken schließen und Nachfolgeprozesse unterstützen.
Je nachdem, mit wem Sie sprechen, sollte auch das Storytelling angepasst werden: Zahlen allein genügen nicht. Die Ergebnisse sollten in Geschichten übersetzt werden, die nachvollziehbar zeigen, wie L&D die Leistung von Teams und der Organisation steigert.
Wer diese Ergebnisse systematisch misst und kommuniziert, verändert die Wahrnehmung von L&D: vom reaktiven Trainingsanbieter hin zum strategischen Partner, dessen Arbeit messbaren Einfluss auf die Geschäftsergebnisse hat.
KI als Unterstützer strategischer L&D-Initiativen
KI kann in diesem Prozess viel leisten: Sie unterstützt bei der Validierung der Lernstrategie im Kontext der Unternehmensziele, analysiert Engagement-Daten zur Optimierung von Maßnahmen und erstellt datenbasierte Roadmaps für die Skills-Entwicklung.
Wichtig ist jedoch: KI beschleunigt zwar Prozesse und liefert datenbasierte Insights. Beziehungs- und Vertrauensaufbau und die gezielte Zusammenarbeit mit Stakeholdern bleiben aber menschliche Kernaufgaben. Nur wer beides kombiniert, datengetriebene Effizienz und strategisches Stakeholder-Management, kann L&D nachhaltig als Business-Partner positionieren.
Fazit: L&D der Zukunft
Die KI übernimmt Routineaufgaben – vom Reporting über Content-Erstellung bis hin zu administrativen Prozessen. Wer sich jetzt unerstezlich machen will, muss die Zügel über die strategische Arbeit in die Hand nehmen:
- Verankerung von Lernen in den Unternehmensprioritäten: L&D ist eng mit den Zielen der Organisation verknüpft und definiert Initiativen nach Impact.
- Messung von Impact, nicht nur Aktivität: L&D bewertet Programme anhand realer Veränderungen – geschlossene Skills-Gaps, gesteigerte Teamleistung oder nachhaltige Verhaltensänderungen.
- Storytelling, das Vertrauen schafft: Ergebnisse werden so kommuniziert, dass Stakeholder den Mehrwert erkennen und weitere strategische Initiativen unterstützen.
Nur so gelingt der Wandel vom passiven Service-Provider zum unverzichtbaren Performance-Partner, der Einfluss auf den Unternehmenserfolg nimmt. KI erleichtert diesen Weg, ersetzt aber nicht die essenziellen menschlichen Kompetenzen, die strategisches L&D ausmachen.







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