Green Office

Green Office: So wird der Büroalltag klimaneutral

Ein Green Office, im Sinne einer klimaneutralen Unternehmenskultur, gehört zu den Nachhaltigkeitszielen vieler Unternehmen. Warum das für Organisationen heute so wichtig ist, was es konkret bedeutet und wie eine Umsetzung gelingen kann, zeigt Autorin Caterina Kremp, Peak Ace AG, am Beispiel eines Projekts von Bonprix.

Nachhaltigkeit ist kein Nischenthema mehr

Nachhaltigkeit ist längst kein Nischenthema mehr. Seit Jahren nimmt sowohl das öffentliche Interesse an diesem Thema als auch das Bedürfnis nach einer nachhaltigen Zukunft zu. Die Suchanfragen auf Google belegen diesen Wandel. Schlagwörter wie „sustainable“, „nachhaltig“ und „klimaneutral“ haben in den letzten fünf Jahren einen starken Aufwärtstrend verzeichnet.

Steigender Wunsch nach mehr Umweltbewusstsein

Dieser Anstieg ist auch zurückzuführen auf jüngste alarmierende Forschungsergebnisse, die zeigen, dass zum Beispiel alle Computer der Welt jährlich geschätzt etwa 407 Megatonnen CO2 ausstoßen. Diese Zahl könnte sich laut start-green.net bis 2030 noch verdoppeln.

Doch nicht nur bei Privatpersonen, sondern auch bei Unternehmen ist ein Umdenken hin zu einem klimaneutraleren Handeln notwendig. Für Organisationen bringt eine umweltbewusste Ausrichtung neben den ökologischen Vorteilen eine positive Bewertung der Öffentlichkeit mit sich.

Zunehmend erfolgt die Beurteilung von Unternehmen nicht nur nach ihrem Umgang mit Angestellten, sondern vor allem nach ihrem Einfluss auf die Umwelt. Käufer:innen und potenzielle Bewerber:innen informieren sich vermehrt über den Einsatz für die Umwelt und die Werte eines Unternehmens, bevor sie Produkte kaufen oder sich auf eine Stelle bewerben.

Was können Unternehmen also machen, um ihre Nachhaltigkeit zu steigern? Ein wichtiger Schritt ist die Optimierung des Arbeitsplatzes zu einem Green Office.

Ansätze für nachhaltiges Arbeiten

Das sogenannte Green Office Modell von Bonprix liefert Empfehlungen und Handelsansätze für eine klimaneutrale Unternehmenskultur. Es besteht dabei aus den Disziplinen Einrichtung, IT, Bauen, Verhalten und Management. Jedes Unternehmen entscheidet selbst, welche Schwerpunkte es setzt und welche Maßnahmen es ergreifen möchte, um ein passgenaues Programm für die eigenen Bedürfnisse zu erarbeiten. Somit bietet das Green Office Modell einige Herangehensweisen, an denen sich eine Organisation auf dem Weg zur Nachhaltigkeit orientieren kann.

Nachhaltige Einrichtung: hochwertig und schadstoffarm

Zu einem klimaneutralen Arbeitsumfeld gehört unter anderem eine nachhaltig hergestellte Einrichtung. Beim Kauf gilt es deshalb, vor allem auf die Umweltverträglichkeit und auf transparente Herstellungsbedingungen zu achten. Die Anschaffungskosten für nachhaltige Möbel fallen zwar im Schnitt vergleichsweise höher aus, zahlen sich jedoch durch ihre Langlebig- und Umweltfreundlichkeit schon nach wenigen Jahren aus. Grundsätzlich ist es aber gar nicht nötig, alle Einrichtungsgegenstände neu zu kaufen.

Eine Alternative stellt der Erwerb von Second-Hand-Möbeln dar. Dieser verbraucht nur Ressourcen, die sich bereits im Kreislauf befinden. Des Weiteren steht Büroausstattung auch zum Mieten zur Verfügung.

Ökologischen Fußabdruck im digitalen Bereich reduzieren

Nachhaltigkeit findet nicht nur im analogen Leben statt. Auch im computerbasierten Bereich gibt es viele Möglichkeiten, klimaneutraler zu handeln. Digitale Nachhaltigkeit ist ein oftmals unterschätzter Aspekt, der jedoch durch die zunehmende Digitalisierung von Produkten, Prozessen und Services immer mehr an Bedeutung gewinnt. Schon kleine Veränderungen können einen Unterschied machen. Beispielsweise tragen ein sensibilisiertes Such- und Surfverhalten im Internet und ein bewussterer E-Mail-Versand zu einem nachhaltigen Arbeitsplatz bei. Dabei helfen folgende Maßnahmen:

  • URL-Adressen direkt in die URL-Leiste eingeben
  • Unnötige Suchanfragen vermeiden
  • Grüne Suchmaschinen verwenden
  • Bildqualität von Videocontent herunterregulieren
  • Abmeldung unnötiger Newsletter
  • Regelmäßiges Löschen alter E-Mails

Auch mit der Verschiebung von Daten und Anwendungen von den lokalen Servern in eine Cloud, lässt sich eine Menge Emissionen sowie Papier für Unternehmen einsparen. Dies ist nicht nur gut für den ökologischen Fußandruck, sondern auch für die Agilität der Organisation. Doch auch bei der Wahl des Cloudanbieters sollte genauer hingeschaut werden: CO2-bewusste Anbieter achten auf eine klimafreundliche Planung, Umsetzung, Ausführung und Stromversorgung ihrer Rechenzentren.

Nachhaltige Planung und Gestaltung von Arbeitsräumen

Sofern es dem Unternehmen möglich ist, sollte bereits beim Bau und der Gestaltung der Büroräume der Nachhaltigkeitsaspekt Berücksichtigung finden. Die Verwendung von umweltverträglichen Baumaterialien sowie die Wasser- und Energieversorgung durch umweltbewusste Anbieter sind dabei nur zwei Optionen. Im besten Fall zieht sich der Nachhaltigkeitsaspekt durch den gesamten Zyklus des Gebäudes.

Auch die Begrünung der Innen- und Außenflächen des Bürogebäudes trägt zu einer positiven Klimabilanz bei. So verbessert sich nicht nur die Luftqualität, es lassen sich auch der CO2-Gehalt in er Luft reduzieren und Lebensräume für Pflanzen- und Tierarten schaffen. Ebenso lassen sich so grüne Rückzugsorte oder naturnahe Meetingräume für Mitarbeitende kreieren, die zur Produktivität beitragen.

Arbeitskultur: Zu umweltbewusstem Handeln anregen

Im täglichen Büroleben bieten sich viele Optimierungsoptionen für eine nachhaltige Arbeitskultur. Diese beginnen bei kleinen Veränderungen wie dem Einführen von Mülltrennung. Damit dies langfristig funktioniert, ist eine ausführliche Aufklärung über die Notwendigkeit und Handhabung wichtig.

Ebenfalls sollten Unternehmen ihr Reiseverhalten überprüfen. Die letzten Jahre haben gezeigt, dass viele Meetings digital stattfinden können und deshalb ein Großteil der Geschäftsreisen mittlerweile überflüssig ist. So lässt sich eine beachtliche Menge an Emissionen einsparen. Ebenfalls ist es möglich, Aufgaben zu vergeben und Arbeitsergebnisse untereinander zu teilen, ohne dass die beteiligten Personen am selben Standort sind. Die damit entstehende Möglichkeit des Homeoffice bietet eine weitere Chance zum Vermeiden von Schadstoffen, bedingt durch den Wegfall des Arbeitsweges.

Arbeitgeber haben vielfältige Optionen, ihre Mitarbeitenden zu einem klimafreundlichen Verhalten zu motivieren:

  • Förderung für Bahntickets einführen
  • Mitgliedschaften für Fahrradleihsysteme sponsern
  • Unterstützung beim Bilden von Fahrgemeinschaften
  • Zuschüsse für Homeoffice-Ausstattung
  • Falls Kantine vorhanden: vegetarische und vegane Alternativen anbieten

Mit gutem Beispiel voran gehen

Um die Motivation der Mitarbeitenden stets hochzuhalten, ist es wichtig, dass die Führungsebene beim Umweltschutz ihre Vorbildfunktion ernst nimmt. Dazu zählt, umweltfreundliche Lösungen aktiv umzusetzen sowie in nachhaltige Projekte und Partnerships zu investieren. Das führt gleichzeitig zu einer Ansehenssteigerung der Organisation.

Außerdem sind konkrete Ansprechpersonen notwendig, die sich um das Thema Nachhaltigkeit im Unternehmen kümmern. Sie sind dafür zuständig, entsprechende Projekte unternehmensintern zu betreuen sowie Mitarbeitende kontinuierlich und frühzeitig aufzuklären. Pläne und Ziele müssen gut geplant, kommuniziert und argumentiert sein, damit alle an einem Strang ziehen. Nur wenn einem Großteil der Belegschaft die Bedeutsamkeit und Vorteile des nachhaltigen Handelns am Arbeitsplatz bewusst sind, kann klimafreundliches Management langfristig gelingen. Deshalb ist es umso wichtiger, jeden im Unternehmen bestmöglich in diesen Prozess einzubinden.

Schritt für Schritt in Richtung Green Office

Bevor der Weg hin zum Green Office erfolgen kann, steht einem Unternehmen und seinen Mitarbeitenden viel Planungsarbeit, Geduld und Durchhaltevermögen bevor. Die Umsetzung eines klimaneutralen Arbeitsumfeldes kann nicht von heute auf morgen erfolgen und einige Ziele lassen sich leichter umsetzen als andere. Doch die harte Arbeit zahlt sich aus – für den wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens und viel wichtiger noch: für die Umwelt. Schon mit kleinen Maßnahmen lässt sich großes bewirken.

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Caterina Kremp

Caterina Kremp

 

 

Caterina Kremp ist Editorial Managerin bei Peak Ace, einer internationalen Performance-Marketing-Agentur mit Hauptsitz in Berlin. In Zusammenarbeit mit Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen erstellt die Agentur diverse zeitgemäße und exklusive Inhalte wie Studien, Whitepaper, Infografiken und Berichte aller Art.

>> LinkedIn-Profil von Caterina Kremp

Eine Antwort

  1. Ein weiterer Punkt, wo Mitarbeitende mehr auf Nachhaltigkeit achten sollten/können: in der Küche! Licht aus, Wasser kalt lassen, Kühlschrank ordentlich halten, Geschirrspüler richtig einräumen und nur voll laufen lassen, weniger Fertigprodukte und so Müll reduzieren und generell Müll trennen.

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