Loura Arbeitsrecht KI

Loura – Arbeitsrecht per KI-Workspace

Arbeitsrecht ist eines der Rechtsgebiete, das sich sehr gut eignet für einen Einsatz einer spezialisierten KI. Das Startup Loura (Law-Suite) bietet Jurist:innen einen modernen KI-Workspace an, um in zwei Stufen arbeitsrechtliche Herausforderungen zu lösen. Co-Founder Dr. Christopher Runte beantwortet meine Fragen im Startup-Interview.

Was bietet Loura?

Hallo Christopher, magst Du Dich und Loura bitte kurz vorstellen?

Sehr gerne. Ich bin Christopher, Volljurist und seit rund zehn Jahren Unternehmer im Legal-Tech-Bereich.

Mit Loura gestalten wir das Arbeitsrecht so, wie HR es sich seit langem wünscht: Eine sichere KI beantwortet rechtliche Alltagsfragen. Bei heiklen Themen sind erfahrene Anwälte nur einen Klick entfernt. Dank KI arbeiten diese viel effizienter.

Loura ist also ein KI-Workspace für arbeitsrechtliche Fragen mit angeschlossener AI-first-Kanzlei. HR-Verantwortliche erhalten von der Loura KI Antworten, die mit exklusiven Fachquellen belegt sind. Über 400 Anwälte vertrauen bereits auf diese KI. Wenn es darauf ankommt, können unsere Nutzer erfahrene Arbeitsrechtler hinzuziehen und mit ihnen sprechen. Diese Anwälte konzentrieren sich auf das, wofür es wirklich anwaltliche Expertise braucht. Alle Vorarbeiten übernimmt unsere KI. So senken wir die Kosten für die anwaltliche Beratung deutlich.

Mittelstand und Arbeitsrecht

Viele HR-Verantwortliche in mittelständischen Unternehmen haben keine internen arbeitsrechtlichen Expert:innen, die sie in Punkto Arbeitsrecht befragen könnten. Welche Chancen siehst Du mit Blick auf diese Zielgruppe?

Gerade im Mittelstand ist der Bedarf enorm. Hier schafft Loura mehr Rechtssicherheit bei geringeren Kosten. Denn viele HR-Teams treffen täglich arbeitsrechtlich riskante Entscheidungen – zu Abmahnungen, Kündigungen, Arbeitsverträgen, Elternzeit, Krankheit, Arbeitszeit oder Betriebsratsfragen. Die anwaltliche Beratung ist in den letzten Jahren schlicht zu teuer geworden, um jede dieser Angelegenheiten im Vorhinein abzusichern.

Loura schafft hier auf zwei Wegen eine bessere Entscheidungsgrundlage: Erstens durch unsere Loura KI, die die Rechtslage auf Basis validierter Fachquellen erklärt. Und zweitens durch die Anwaltsberatung über Loura, die dank unserer KI deutlich effizienter und wirtschaftlicher ist als eine klassische Beratung.

Für den Mittelstand bedeutet das: mehr Sicherheit im Alltag, schnellere Entscheidungen und deutlich planbarere Kosten.

Arbeitsrecht und Rechtsprechung

Arbeitsrecht ist stets im Wandel und lebt von aktueller -teils extrem fragmentierter- Rechtsprechung. Wie kann die KI da mithalten?

Das ist einer der Gründe, warum wir uns zunächst auf Arbeitsrecht spezialisiert haben. Eine allgemeine KI reicht für solche Fragen nicht aus. Arbeitsrecht lebt von Details, aktueller Rechtsprechung und der Einordnung des konkreten Sachverhalts.

Wir arbeiten deshalb auch mit zwei renommierten Fachverlagen zusammen, die uns regelmäßig aktuelle und geprüfte Daten liefern. Jede juristische Aussage wird mit diesen Quellen belegt. Unsere Nutzer können sämtliche Quellen im Detail ansehen.

Diese Mühen zahlen sich aus, wie die letzten Monate zeigen: Über 400 Anwälte nutzen unsere KI bereits unter der Marke Lawsuite. Das sehen wir als Bestätigung unseres hohen Qualitätsanspruchs.

Arbeitsteilung KI und Rechtsanwaltskanzlei

Ihr seht KI nicht als umfassendes Allheilmittel an, sondern nutzt ein Stufenkonzept aus First- und Second-Level. Wie spiegelt sich das in Eurem Produkt bzw. den Preisen dafür?

Genau, von diesem Ansatz sind wir überzeugt: Die KI kann heute schon vieles leisten und wird immer mehr können. Für Erfahrung, Vertrauen und Verantwortung werden Unternehmen aber auch in 10 Jahren noch eine Kanzlei benötigen. Diese verschmilzt allerdings mit Leistungen der KI, sodass Anwälte nur noch für das bezahlt werden, was wirklich anwaltliche Expertise erfordert.

Wir bieten bei Loura aktuell vergünstigte Startkonditionen an: Die Loura KI ist für die ersten zwei Monate kostenfrei. Anschließend kann das Unternehmen auf Wunsch zu 180,- € pro Account/Monat verlängern. Bei der anwaltlichen Beratung legen wir Wert auf Kostentransparenz: Die anwaltliche Beratung kostet 150,- € und führt dank des konsequenten KI-Ansatzes deutlich weiter als klassische Beratungsformen. Daneben bieten wir einzelne Rechtsprodukte an, deren transparenter Fixpreis sich je nach Leistung unterscheidet.

Haftung beim KI-Einsatz

Wenn Kanzleien beraten (Level 2) haften diese dafür. Wie löst Ihr das Thema Haftung auf Level 1, wenn HR-Verantwortliche die KI-Informationen für sich in Handlungen übernehmen, ohne zusätzliche juristische Beratung durch Menschen hinzuzuziehen?

Wir sagen klar, dass Level 1 eine KI-basierte Unterstützung ist und keine anwaltliche Beratung ersetzt. Die KI hilft, Fragen zu verstehen, Risiken zu erkennen und Handlungsoptionen vorzubereiten. Dank unserer Fachquellen bieten wir dabei deutlich mehr Sicherheit als generische KI-Lösungen oder eine Google-Recherche. Auch die Loura KI kann aber die Expertise eines Fachanwalts mit zehnjähriger Berufserfahrung nicht ersetzen. Deshalb sind wir von unserem hybriden Ansatz überzeugt, der nahtlos in eine vollwertige Beratung durch einen Anwalt übergehen kann, inklusive anwaltlicher Haftung.

Unternehmenseigene Workspaces

Welche Vorteile ergeben sich durch die Nutzung unternehmenseigener Workspaces innerhalb von Loura?

In jedem Unternehmen gilt ein anderes Arbeitsrecht. Das berücksichtigt die Loura KI. Nutzer können die Arbeitsverträge, Betriebsvereinbarungen und Tarifverträge ihres Unternehmens hochladen. Die Loura KI passt ihre Recherche daran an.

Für HR bedeutet das: Antworten werden relevanter, weil sie besser zum eigenen Unternehmen passen. Gleichzeitig entsteht ein zentraler Ort für arbeitsrechtliches Wissen. Fälle, Dokumente und Einschätzungen liegen nicht verstreut in E-Mails, Chatverläufen oder lokalen Ordnern, sondern sind nachvollziehbar dokumentiert. Gerade für wachsende Unternehmen ist das wichtig, weil arbeitsrechtliches Wissen sonst häufig an einzelne Personen gebunden ist.

Ebenso wichtig ist Datensicherheit. HR arbeitet mit besonders sensiblen Informationen. Deshalb müssen solche Workspaces sicher, DSGVO-konform und europäisch gedacht sein. Kundendaten dürfen nicht einfach zum Training allgemeiner KI-Modelle verwendet werden. Darauf legen wir großen Wert. Übrigens durchlaufen alle Eingaben ein Programm zur Pseudonymisierung, bevor sie in der KI verarbeitet werden.

Weiterentwicklung von Loura

Wie sehen Eure mittel- und langfristigen Ziele mit Eurem Tool aus?

Kurzfristig wollen wir Loura zum Standard für arbeitsrechtliche Fragen in HR-Teams machen. Unser Fokus liegt darauf, den Alltag von Personalverantwortlichen spürbar zu erleichtern: schnellere Antworten, bessere Vorbereitung, weniger externe Kosten und klare Eskalation zur anwaltlichen Beratung, wenn es erforderlich ist. Dafür werden wir Loura immer stärker in bestehende HR-Prozesse integrieren.

Die anwaltliche Beratung wollen wir mit Loura endgültig in das KI-Zeitalter heben. Transparente Kosten, nahtlose Vernetzung und schnelle Antworten sollen den HR-Alltag deutlich erleichtern und rechtssicherer machen.

Vielen Dank für Deine Antworten, Christopher. Für Loura wünsche ich weiterhin viel Erfolg.

Über den Interviewten

Dr. Christopher Runte

Dr. Christopher Runte ist Co-Founder von Lawsuite und Loura sowie Volljurist. Er beschäftigt sich seit rund zehn Jahren unternehmerisch mit der Digitalisierung juristischer Arbeit. Mit Loura entwickelt er gemeinsam mit seinem Team KI-gestützte Lösungen für arbeitsrechtliche Fragen in Unternehmen.

Sein Ziel ist es, HR-Teams schnellen Zugang zu verständlicher arbeitsrechtlicher Orientierung und bei Bedarf zu erfahrener anwaltlicher Beratung zu geben. Christopher lebt in Köln.

>> LinkedIn-Profil von Dr. Christopher Runte

>> Website Law-Suite

 

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Stefan Scheller

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