Seit Monaten beherrscht eine Debatte die deutschen Medien, die Politik und die Gesellschaft: Arbeiten die Deutschen genug? Die Stimmen in dieser Debatte kommen fast immer von oben. Eine wichtige Perspektive fehlt dabei konsequent: die der Personalverantwortlichen, die die Realität hinter den Schlagzeilen täglich erleben. Sie kennen die Krankmeldungen, die Überstundenbereitschaft, die Wünsche der Belegschaft und sie sehen jeden Morgen, wie es wirklich im Unternehmen läuft.
Befragung von HRlab
Der HR-Softwareanbieter HRlab hat diese Lücke geschlossen und 121 HR-Verantwortliche aus über 100 deutschen Unternehmen mit mindestens 50 Mitarbeitenden aus 11 Branchen befragt – und liefert so ein Stimmungsbild des deutschen Mittelstands in Bezug auf die aktuellen Diskussionen zum Arbeitswesen.
Spannende Einblicke in die Meinung der Personalabteilungen im Deutschen Mittelstand sind auf der Themenseite dargestellt.
Take-aways der Umfrage:
- Bei der Mehrheit ist der Krankenstand tatsächlich gestiegen.
- Stress ist Krankheitsgrund Nr. 1: Psychische Belastung ist mit 54% die meistgenannte Ursache für Krankenstand.
- 41% der HR-Abteilungen sehen eine verschlechterte Arbeitsmoral – doch die größte Einzelgruppe (42%) berichtet von keinerlei Veränderung. Von einem flächendeckenden Verfall keine Spur.
- Teilzeit: HR befürwortet, was Politiker einschränken wollen: 61 % der Personalverantwortlichen setzen Teilzeit fast immer um – und stehen aktiv dahinter.
- 30% der Unternehmen verzeichnen weniger Überstundenbereitschaft – in der Mehrheit (62%) ist sie jedoch stabil geblieben.
- Knapp die Hälfte der HR-Abteilungen beobachtet weniger Engagement bei der Gen Z
Krankenstand: Der Teufelskreis hinter den Zahlen
Mehr als 6 von 10 befragten Personalverantwortlichen bestätigen: Der Krankenstand ist in den letzten drei Jahren gestiegen. Doch die Ursachenanalyse widerspricht dem öffentlichen Narrativ klar. Psychische Belastung und Stress führen mit 54% die Liste an, physische Erkrankungen folgen auf Platz zwei (47%). Etwa ein Drittel nennen zusätzlich Überlastung durch Personalmangel: Wer krank ist, fehlt – wer fehlt, belastet die Verbliebenen. Ein Kreislauf, der sich nur durch gezielte Maßnahmen durchbrechen lässt.
Und der Mittelstand handelt: 86% der Unternehmen haben bereits konkret reagiert. Die meistgenutzte Maßnahme ist mehr Flexibilität durch Homeoffice und freie Zeiteinteilung (68%) – in einer Zeit, in der aus der Politik mehr Präsenzpflicht gefordert wird.
Arbeitsmoral: Bei fast der Hälfte schlechter, aber stabiler als die Debatte vermuten lässt
41% der HR-Abteilungen berichten von einer verschlechterten Arbeitsmoral – doch die größte Einzelgruppe (42%) sieht keine Veränderung. 62% berichten von unveränderter Überstundenbereitschaft, nur 8% von einem deutlichen Rückgang. Und bei der vieldiskutierten Gen Z: Während knapp die Hälfte der HR-Abteilungen von weniger Engagement berichtet, widerspricht fast jede zweite dem Pauschalurteil – aus eigener täglicher Erfahrung.
Teilzeit und 4-Tage-Woche: Realität schlägt Ideologie
In zwei Drittel der befragten Unternehmen ist der Anteil der Teilzeitbeschäftigten (weniger als 35 Stunden) in den letzten fünf Jahren gestiegen – der Trend ist real. Doch 61% der Personalverantwortlichen befürworten Teilzeit aktiv und setzen sie fast immer um. Nur 4% stehen ihr grundsätzlich kritisch gegenüber.
Teilzeit ist kein Lifestyle-Phänomen. Sie ist Teil einer modernen Arbeitswelt, die mit steigendem Stress und veränderten Lebensentwürfen umgeht.
Die 4-Tage-Woche ist für die meisten derzeit nicht umsetzbar, aber nur 13% lehnen sie grundsätzlich ab. Für 7% ist sie bereits Realität.
Quelle: Pressemitteilung von HRlab
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Mein Name ist Stefan Scheller. In meiner Rolle als Persoblogger und Top HR-Influencer betreibe ich diese Website und das gleichnamige 




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