Während Berufsorientierung durch Ausbildungsbotschafter an Haupt- und Realschulen häufig fest verankert ist, bleibt der Zugang zu Gymnasien – je nach Bundesland – oft punktuell.
Uneinheitlicher Zugang zu Schulen bremst Reichweite
Ob entsprechende Angebote stattfinden, hängt in der Praxis häufig vom Engagement einzelner Lehrkräfte oder von landesspezifischen Regelungen ab. Diese fehlende Verbindlichkeit erschwert die Planung und eine höhere Reichweite. Gleichzeitig verlieren klassische Informationsformate wie Vorträge, Infoabende oder Messen an Wirkung. Gefragt sind dialogorientierte und praxisnahe Formate.
Ausbildungsbotschafterinnen und -botschafter gelten als besonders wirksam, da sie glaubwürdige Einblicke geben und Hemmschwellen abbauen. Zudem sind sie „Role Models“, mit denen sich Jugendliche identifizieren können.
Berufsorientierung setzt häufig zu spät an
Ein zentrales Problem: Viele Jugendliche setzen sich erst dann mit ihrer beruflichen Zukunft auseinander, wenn bereits Zeitdruck hinsichtlich einer Entscheidung besteht. Die Initiativen plädieren daher für eine deutlich frühere und kontinuierlichere Verankerung von Berufsorientierung im Schulalltag. Denn die Berufs- und Studienwahl ist ein zentraler Teil der Lebensplanung.
Der Handlungsbedarf zeigt sich auch im Studium: Die Abbruchquote an Hochschulen liegt aktuell bei durchschnittlich 30%. Viele Studienabbrecherinnen und -abbrecher wechseln anschließend in eine betriebliche Ausbildung. Wären sie vorab besser informiert gewesen, könnten solche Abbrüche vermieden werden.
Eltern stärker einbinden
Eltern spielen eine zentrale Rolle bei der Berufswahl, sind jedoch schwer zu erreichen. Bestehende Informations- und Austauschformate sollten daher systematischer genutzt und flächendeckend ausgebaut werden.
Mehr Strukturen statt Einzelprojekte
Die zentrale Erkenntnis: Es mangelt nicht an Ideen, sondern an verlässlichen Rahmenbedingungen. Neben der Weiterentwicklung bestehender Formate braucht es strukturelle Lösungen mit klareren Vorgaben für Schulen und einer strategischeren Einbindung von Berufsorientierung, insbesondere auch an Gymnasien. An dem Austausch der Ausbildungsbotschafter im März beteiligten sich Vertreterinnen und Vertreter der Kammern, aus Bildungseinrichtungen, der Verwaltung und der Politik.
Die Ergebnisse sollen in die Weiterentwicklung der Initiativen einfließen. Ziel ist es, mehr Unternehmen, Kammern und Schulen für eine Beteiligung zu gewinnen und die Reichweite der Ausbildungsbotschafter bei Jugendlichen zu erhöhen.
Quelle: Pressemitteilung von Ausbildungsbotschafter
zurück zur Übersicht: Weitere Meldungen im HR-Newsticker lesen!
Mein Name ist Stefan Scheller. In meiner Rolle als Persoblogger und Top HR-Influencer betreibe ich diese Website und das gleichnamige 



Newsletter