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Gen Z fokussiert sich auf Gehalt und Karriere, ältere Generationen suchen Sicherheit und gute Führung

Was trennt und was verbindet die Altersgruppen am Arbeitsmarkt? Und was heißt das für Unternehmen, die Mitarbeitende halten oder neue gewinnen wollen? Die nach Generationen ausgewerteten Ergebnisse der XING Wechselbereitschaftsstudie 2026, für die forsa seit 2012 abhängig Beschäftigte von 18 bis 67 Jahren in Deutschland befragt, zeigen Schnittmengen über alle Altersgruppen hinweg: Jobsicherheit ist der wichtigste Grund zum Bleiben und zugleich Spitzenreiter auf der Wunschliste an neue Arbeitgeber. Auch höheres Gehalt spielt eine wachsende Rolle, vor allem bei den Jüngeren. Bei anderen Faktorenhaben die verschiedenen Generationen jedoch unterschiedliche Bedürfnisse und Prioritäten.

Höheres Gehalt als Wechselmotivation

Bei den jüngeren Altersgruppen, also der sogenannten Generation Z (Jahrgänge 1997 bis 2012) sowie den Millennials (Jahrgänge 1981 bis 1996), gewinnen insbesondere höheres Gehalt und Aufstiegschancen als Treiber für Wechselwilligkeit an Gewicht. Für die älteren Generationen stehen beim Wechselwunsch Faktoren wie Stress sowie Unzufriedenheit mit der direkten Führungskraft oder Arbeitsaufgaben im Vordergrund. Über alle Generationen hinweg schreckt bei einem potenziellen neuen Arbeitgeber ein befristeter Vertrag auch bei besserer Bezahlung ab.

Der Arbeitsmarkt wird nicht durch Unterschiede geprägt, sondern durch das Zusammenspiel aus gemeinsamen Erwartungen und altersspezifischen Prioritäten. Verbindend ist in Zeiten zunehmender geopolitischer Spannungen, rapidem technologischen Fortschritt und anhaltender Wirtschaftsflaute der Wunsch nach Stabilität im Arbeitsleben.

Für Unternehmen bedeutet das: Es reicht nicht, einzelne Faktoren zu optimieren. Gefragt sind individuelle Angebote, die sowohl grundlegende Bedürfnisse erfüllen als auch unterschiedliche Lebensphasen und Erwartungen gezielt berücksichtigen.

Die detaillierte Auswertung der Studie nach Altersgruppen macht die Unterschiede deutlich.

Quelle: XING

Generation Z (Jahrgänge 1997 bis 2012): zwischen Optimismus und Stabilitätswunsch

Die Gen Z ist weiterhin die wechselwilligste Generation, wenn auch mit sinkender Tendenz. Dafür werden fehlende Aufstiegschancen als Treiber für den Wechselwunsch wichtiger.

  • Wechselbereitschaft: 44% der Gen Z sind grundsätzlich wechselwillig (insgesamt: 34%); der Wert sinkt gegenüber 2025 (48%) und 2024 (50%). Trotz kurzer Erwerbsbiografie haben 54% der Gen Z bereits mindestens einmal den Arbeitgeber gewechselt.
  • Einschätzung der Chancen am Arbeitsmarkt: 43% sind zuversichtlich, innerhalb der nächsten sechs Monate „auf jeden Fall“ einen neuen Job zu finden (2025: 41%). 10% machen sich sehr/eher große Sorge, dass ihnen im laufenden Jahr gekündigt wird.
  • Wichtigste Gründe, beim derzeitigen Arbeitgeber zu bleiben:Kollegialer Zusammenhalt (67%) und Jobsicherheit (63%) führen die Liste an, darüber hinaus spielt Gehalt eine zentrale Rolle (53%).
  • Wichtigste Gründe, den Arbeitgeber wechseln zu wollen: Zu niedriges Gehalt (55%), fehlende Aufstiegschancen (42%), Unzufriedenheit mit den Arbeitsaufgaben (39%), aber auch Stress (32%) und Unzufriedenheit mit der direkten Führungskraft (31%) sind die relevantesten Faktoren.
  • Wunschliste an einen neuen Arbeitgeber: Hier stehen ein langfristig sicherer Job (73%), höheres Gehalt (71%), ein sinnerfüllender Job (65%; 2025: 48%), flexible Arbeitszeiten (60%) sowie gutes Führungsverhalten und ein attraktiver Standort (jeweils 59%) ganz oben.
  • Wichtigste Gründe, sich trotz besserer Bezahlung nicht bei einem Unternehmen zu bewerben: Ungünstiger Standort (51%), ein befristeter Arbeitsvertrag (46%), schlechte Führungskultur (35%), zu hohes Arbeitspensum (31%) und negative Erfahrungen im Freundes- und Bekanntenkreis (30%) wirken abschreckend.
  • Vor die Wahl gestellt: Gefragt, welcher von zwei Aspekten ihnen bei der Jobsuche wichtiger ist, würden 53% sich für mehr Gehalt statt Jobsicherheit entscheiden. Bei der Frage Work-Life-Balance statt besseren Gehalts würden 70% mehr arbeitsfreie Zeit vorziehen.

Die Generation Z entscheidet eher situativ und ist auf der Suche nach der besten Lösung für ihre Bedürfnisse. Sie bleibt, wenn die Rahmenbedingungen stimmen – und wechselt, wenn sich Chancen bieten. Da aktuell in vielen Unternehmen die Aufstiegsmöglichkeiten knapper werden, können Unternehmen bei jungen Talenten mit Wachstumschancen punkten. Obwohl sie überdurchschnittlich wechselbereit sind und ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt sehr positiv einschätzen, legen sie trotzdem Wert auf einen langfristig sicheren Job. Höheres Gehalt und Entwicklungschancen treiben zwar den Wechselwunsch, aber vor die Wahl gestellt, würden sie mehr arbeitsfreie Zeit als mehr Gehalt wählen.

Millennials (Jahrgänge 1981 bis 1996): Gehalt, Work-Life-Balance und Aufstiegschancen als Hebel für Bindung und Wechselwunsch

Millennials sind überdurchschnittlich wechselbereit – jedoch mit sinkender Tendenz. Gehalt und insbesondere Aufstiegschancen gewinnen als Wechselmotive an Gewicht, während Jobsicherheit ein zentraler Stabilitätsfaktor bleibt.

  • Wechselbereitschaft: 40% der Millennials sind grundsätzlich wechselwillig (2025: 44%; 2024: 47 %; gesamt: 34%)
  • Einschätzung der Chancen am Arbeitsmarkt: 35% sind zuversichtlich, in den nächsten sechs Monaten „auf jeden Fall“ einen neuen Job zu finden (2025: 37%). 8% machen sich sehr/eher große Sorge, dass ihnen im laufenden Jahr gekündigt wird.
  • Wichtigste Gründe, beim derzeitigen Arbeitgeber zu bleiben:Jobsicherheit (66%) und Gehalt zählen zu den relevantesten Gründen; Gehalt hat dabei an Bedeutung gewonnen (64%, 2025: 57%). Kollegialer Zusammenhalt (57%) und Work-Life-Balance (50%) sind für Millennials ebenfalls zentrale Faktoren.
  • Wichtigste Gründe, den Arbeitgeber wechseln zu wollen: Fehlende Aufstiegschancen (47%; 2025: 36%) und zu niedriges Gehalt (44%) zählen zu den wichtigsten Treibern; auch Unzufriedenheit mit der direkten Führungskraft (36%) sowie ein hohes Stresslevel (35%) spielen eine zentrale Rolle.
  • Wunschliste an einen neuen Arbeitgeber: Hier stehen Jobsicherheit (70%), höheres Gehalt (70%) sowie gutes Führungsverhalten (60%) an der Spitze.
  • Wichtigste Gründe, sich trotz besserer Bezahlung nicht bei einem Unternehmen zu bewerben: Ein befristeter Arbeitsvertrag (55%) wäre bei Millennials das entscheidende Ausschlusskriterium, darauf folgen ungünstiger Standort (40%), schlechte Führungskultur (36%) und schlechte Erfahrungen im Freundes- und Bekanntenkreis (33%).
  • Vor die Wahl gestellt: Bei der Abwägung „spannender Job mit weniger Arbeitsplatzsicherheit“ gegenüber „sicherer, aber langweiliger Job“ würden sich 35% der Millennials für den spannenden Job entscheiden.

Für Millennials entscheidet nicht ein einzelner Faktor, sondern das Zusammenspiel: Sie sind zwar vorsichtiger geworden, aber weiterhin überdurchschnittlich offen für einen Wechsel. Treiber dafür sind vor allem fehlende Entwicklungsperspektiven und zu niedriges Gehalt. Gleichzeitig haben sie klare Erwartungen an den aktuellen und künftigen Arbeitgeber, was Jobsicherheit und Work-Life-Balance angeht. Wer sie an sich binden will, muss ihnen Angebote machen, die langfristig tragfähig sind.

Generation X (Jahrgänge 1965 bis 1980): interessante Aufgaben, weniger Stress und verlässliche Rahmenbedingungen im Fokus

Die Generation X ist unterdurchschnittlich wechselwillig – vor allem interessante Aufgaben, Gehalt und Jobsicherheit sind für sie die wichtigsten Gründe, beim derzeitigen Arbeitgeber zu bleiben. Ein hohes Stresslevel, aber auch Unzufriedenheit mit der Führungskraft treiben den Wechsel an.

  • Wechselbereitschaft: 29% der Generation X sind konkret auf der Suche oder offen für einen neuen Job – sie ist damit weniger wechselbereit als der Durchschnitt (34%).
  • Einschätzung der Chancen am Arbeitsmarkt: 23% sind zuversichtlich, in den nächsten sechs Monaten „auf jeden Fall“ einen neuen Job zu finden. 10% machen sich sehr/eher große Sorge, dass ihnen im laufenden Jahr gekündigt wird.
  • Wichtigste Gründe, beim derzeitigen Arbeitgeber zu bleiben:Interessante Arbeitsaufgaben (62%), Jobsicherheit (60%) und Gehalt (58%) sind die relevantesten Gründe für Treue. Auch kollegialer Zusammenhalt ist für über die Hälfte (54%) wichtig.
  • Wichtigste Gründe, den Arbeitgeber wechseln zu wollen: Hohes Stresslevel (41%), zu niedriges Gehalt sowie Unzufriedenheit mit der direkten Führungskraft oder der strategischen Ausrichtung des Unternehmens (jeweils 31%) sind die Hauptmotivatoren für den Wechselwunsch.
  • Wunschliste an einen neuen Arbeitgeber:  Jobsicherheit (75%), gutes Führungsverhalten (66%), sinnerfüllender Job (62%), flexible Arbeitszeiteinteilung (58%) sowie höheres Gehalt (57%) führen hier die Liste an.
  • Wichtigste Gründe, sich trotz besserer Bezahlung nicht bei einem Unternehmen zu bewerben: Auch die Generation X nennt hier am häufigsten einen befristeten Arbeitsvertrag (60%). Ebenfalls wichtige Ausschlusskriterien sind ein ungünstiger Standort des Unternehmens und schlechte Führungskultur (je 41%).
  • Vor die Wahl gestellt: Müssten sie sich zwischen höherem Gehalt und Jobsicherheit entscheiden, würden 69% die Sicherheit wählen. Bei der Frage „bessere Karrierechancen“ vs. „sicherer Arbeitsplatz“ würden nur 9% die Entwicklungsperspektive vorziehen.

In der Mitte des Arbeitslebens wird Substanz entscheidend: interessante Aufgaben, realistische Arbeitslast und gute Führung. Wechselabsichten entstehen weniger aus einem grundsätzlichen Wunsch nach Veränderung heraus, sondern vor allem dann, wenn die bestehenden Rahmenbedingungen wie erhöhte Belastung im Arbeitsalltag als nicht mehr dauerhaft tragfähig wahrgenommen werden.

Babyboomer (Jahrgänge 1946 bis 1964, Alter der Befragten bis 67 Jahre): auf der Suche nach Stabilität und Sinn

Bei den Babyboomern bleibt die Wechselbereitschaft auf einem niedrigen Niveau konstant. In dieser Lebensphase sind neben beruflicher Stabilität vor allem gute Führung, ein geringeres Stresslevel und sinnhafte Aufgaben wichtig.

  • Wechselbereitschaft: 17% der Babyboomer sind konkret auf der Suche oder offen für einen neuen Job. Ebenfalls 17% geben an, ihrem Arbeitgeber ihr ganzes Berufsleben lang treu geblieben zu sein.
  • Einschätzung der Chancen am Arbeitsmarkt: 25% sind zuversichtlich, in den nächsten sechs Monaten „auf jeden Fall“ einen neuen Job zu finden. 5% machen sich sehr/eher große Sorge, dass ihnen im laufenden Jahr gekündigt wird.
  • Wichtigste Gründe, beim derzeitigen Arbeitgeber zu bleiben:Jobsicherheit (66%, 2025: 48%) ist als Faktor deutlich wichtiger geworden, auch kollegialer Zusammenhalt (55%) und interessante Arbeitsaufgaben (54%) sind relevante Faktoren zum Bleiben.
  • Wichtigste Gründe, den Arbeitgeber wechseln zu wollen: Am meisten genannt wurden hohes Stresslevel (35%) und zu niedriges Gehalt (33%). Unzufriedenheit mit der direkten Führungskraft ist ebenfalls unter den Top 3 (31%). Auch die strategische Ausrichtung (25%) sowie die Unzufriedenheit mit den Arbeitsaufgaben sind Wechselgründe (27%).
  • Wunschliste an einen neuen Arbeitgeber: Auf der Wunschliste an neue Arbeitgeber stehen ein sinnstiftender Job (65%, 2025: 51%), gutes Führungsverhalten (60%) und ein langfristig sicherer Job (58%) an der Spitze.
  • Wichtigste Gründe, sich trotz besserer Bezahlung nicht bei einem Unternehmen zu bewerben: Schlechte Führungskultur (49%), ein ungünstiger Standort des Unternehmens (45%) und ein befristeter Arbeitsvertrag (45%) sind die relevantesten Ausschlusskriterien.
  • Vor die Wahl gestellt: In der Abwägung „mehr Urlaubstage“ vs. „mehr Gehalt“ wählen 58% der Babyboomer mehr Freizeit.

Erfahrene Beschäftigte wechseln selten – aber sehr gezielt. Bei den Babyboomern zeigt sich besonders deutlich, wie stark sich Prioritäten im Verlauf des Berufslebens verschieben: Es geht weniger um Veränderung, sondern um ein stabiles Gesamtgefüge aus verlässlichen Rahmenbedingungen, guter Führung und einer Tätigkeit, die als sinnvoll erlebt wird. Wer das berücksichtigt, sichert sich wertvolles Erfahrungswissen.

Quelle: Pressemitteilung von XING

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Stefan Scheller

Stefan Scheller - Buchautor, Keynote Speaker, HR-Influencer auf PERSOBLOGGER.DEMein Name ist Stefan Scheller. In meiner Rolle als Persoblogger und Top HR-Influencer betreibe ich diese Website und das gleichnamige HR Praxisportal. Vielen Dank für das Lesen meiner Beiträge und Hören meines Podcasts Klartext HR!

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