Wer sich bewirbt, will wissen, was er verdienen kann. Doch diese zentrale Information fehlt in den meisten Stellenanzeigen. Im Februar 2026 nannten Arbeitgeber nur in rund 22% der öffentlich ausgeschriebenen Stellen das konkrete Gehalt oder zumindest eine Gehaltsspanne.
Gehalt für viele noch immer kein Gesprächsthema
Die deutschen Arbeitnehmer sprechen ungern über ihr Gehalt. Das gilt auch für die Arbeitgeber. So enthielten im Februar 2026 nur rund 22% der von ihnen ausgeschriebenen Stellen eine Gehaltsangabe. Immerhin stieg der Anteil im Vergleich zum Vorjahresmonat leicht um rund zwei Prozentpunkte. Von echter Gehaltstransparenz ist der deutsche Arbeitsmarkt damit noch weit entfernt.
Viele Unternehmen verschenken Potenzial. Wer in Stellenanzeigen eine Gehaltsspanne nennt, erhält mehr passende Bewerbungen. Gerade in Bereichen mit Fachkräftemangel kann Gehaltstransparenz ein entscheidender Wettbewerbsvorteil sein.
Wo Gehalt am häufigsten in Stellenanzeigen erwähnt wird
Die Bereitschaft der Arbeitgeber, in Stellenanzeigen Gehaltsangaben zu machen, hängt stark vom Berufsfeld ab. Im Februar verzeichneten Stellen in den Bereichen Transport, Verkehr, Logistik und Lager mit knapp 34% den höchsten Anteil. Auch im Bau- und Handwerksbereich lag der Wert mit 28% überdurchschnittlich hoch. Zum Vergleich: Wer eine Stelle als Projektmanager suchte, erfuhr das Gehalt vorab nur in 14% der Fälle.
Auffällig ist auch das Gefälle beim Bildungsgrad der gesuchten Mitarbeitenden: In rund einem Drittel der für ungelernte Arbeitskräfte ausgeschriebenen Stellen wurde eine Gehaltsangabe gemacht. Akademische Fachkräfte mussten hingegen fast ohne finanzielle Orientierung in den Bewerbungsprozess gehen. Lediglich 13% der an sie gerichteten Jobangebote nannten konkrete Zahlen.
Wo das Gehalt direkt in Stellenanzeigen steht
Regional unterschied sich die Gehaltstransparenz im Februar nur leicht. Nordrhein-Westfalen erreichte mit 25% den höchsten Anteil. Schlusslicht war das Saarland, wo lediglich 18% der Stellen Angaben zum Gehalt enthielten.
Quelle: Pressemitteilung von Index
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