In der aktuellen Wirtschaftslage, die für zahlreiche Beschäftigte mit großer Unsicherheit verbunden ist, wird das Thema mentale Gesundheit am Arbeitsplatz drängender denn je. Doch die Bedeutung, die deutsche Arbeitnehmende ihrem eigenen psychischen Wohl beimessen, nimmt eher ab. Laut Randstad Arbeitsbarometer 2026 ist die Unterstützung der mentalen Gesundheit durch den Arbeitgeber nur noch für 45% der Arbeitnehmenden hierzulande wichtig oder sehr wichtig. Im Jahr 2025 lag dieser Wert noch bei 61%, 2024 sogar bei 85%.
Prioritäten verschieben sich
In wirtschaftlich unsicheren Zeiten rücken für viele Beschäftigte dagegen Themen wie Jobsicherheit stärker in den Vordergrund. So geben 71% der deutschen Arbeitnehmenden an, dass Jobsicherheit ihnen wichtig oder sehr wichtig im Beruf ist. Und fast jede zweite Person (46%) scheut sich, Probleme am Arbeitsplatz offen anzusprechen, weil Sorgen um den eigenen Arbeitsplatz bestehen.
Aber 36% der Arbeitnehmenden haben bereits einmal aufgrund einer toxischen Arbeitsatmosphäre eine Stelle gekündigt. Zwar sind Mitarbeitende heute zurückhaltender, was ihre mentale Gesundheit betrifft: Doch sie sind auch bereit zu handeln, wenn das Arbeitsklima psychisch belastend ist. Ein Arbeitsumfeld, das Verlässlichkeit vermittelt, Überlastung vermeidet und Vertrauen schafft, trägt dagegen zu geringerer Fluktuation und stabilerer Personalstärke bei.
Unternehmen erkennen die Zeichen der Zeit
Im Randstad Arbeitsbarometer 2025 wurde bereits deutlich, dass viele Beschäftigte mentale Gesundheit vor allem als eigene Aufgabe betrachten: 50% sahen die Verantwortung bei sich selbst, nur 13% beim Arbeitgeber. Doch viele Unternehmen ergreifen bereits Maßnahmen, ihre Beschäftigten bei diesem Thema zu unterstützen – 37% von ihnen haben bereits gezielte Maßnahmen zur Förderung der mentalen Gesundheit in ihrer Belegschaft umgesetzt; beim Thema Gesundheit im allgemeinen Sinne sind es sogar 48%.
Dieses Engagement auf Arbeitgeberseite ist sehr positiv, doch existenzielle Ängste und Jobunsicherheit in der heutigen Wirtschaftslage sorgen dafür, dass Arbeitnehmende sich eher sehr zurückhalten, anstatt über ihre Sorgen und Herausforderungen im beruflichen Umfeld zu sprechen.
Arbeitgeber sollten das Thema mentale Gesundheit deshalb proaktiv angehen. Das stärkt nicht nur die Resilienz der Belegschaft, sondern langfristig auch die Zufriedenheit und damit auch die Bindung der Mitarbeitenden an ihr Unternehmen.
Fünf Tipps für mehr mentale Gesundheit am Arbeitsplatz

- Offene Kommunikation ermöglichen: Beschäftigte sollten Belastungen frühzeitig ansprechen können, ohne negative Folgen befürchten zu müssen. Dafür braucht es eine Führungskultur, die zuhört und Vertrauen schafft, beispielsweise durch regelmäßige Gesprächstermine.
- Work-Life-Balance aktiv fördern: Flexible Arbeitszeiten, planbare Erholungsphasen und realistische Erwartungen im Arbeitsalltag helfen dabei, Stress zu reduzieren. Viele Arbeitnehmende messen diesem Thema hohe Bedeutung bei: 71 % ist dieser Ausgleich im Beruf laut dem diesjährigen Arbeitsbarometer wichtig oder sehr wichtig.
- Arbeitsbelastung besser steuern: Ein ausgewogenes Verhältnis von Arbeit und Zeit zum Nachdenken und Reflektieren über die eigenen Aufgaben ist eine wichtige Voraussetzung für mentales Durchhaltevermögen.
- Führungskräfte sensibilisieren: Gute Führung klärt Aufgaben, erkennt Überlastung frühzeitig und unterstützt Mitarbeitende individuell. Ein gutes Verhältnis zwischen Vorgesetzten und Mitarbeitenden ist essenzielle Grundlage für einen ehrlichen Austausch zu diesen Themen.
- Niedrigschwellige Hilfsangebote schaffen: Beratungsangebote, mentale Gesundheitsprogramme oder anonyme Anlaufstellen können Hemmschwellen abbauen und frühzeitig entlasten.
Quelle: Pressemitteilung von Randstad
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