Sprache ist größte Hürde für internationale Fachkräfte:
77% der Befragten würden trotz Sprachlücke sofort starten, doch deutscher Arbeitsmarkt macht es schwer. Diese Umfrage hat unter anderem ergeben: Sprachlevel bleiben die größte Hürde im Bewerbungsprozess. Für viele internationale Bewerber:innen sind Sprachanforderungen die größte Hürde: Rund ein Drittel bewirbt sich nicht, wenn sie glauben, das geforderte Deutsch-Level nicht zu erfüllen.
Auch viele Befragte mit B1/B2 – also dem Level, das viele Arbeitgeber offiziell verlangen – fühlen sich sprachlich nicht gewappnet für den Arbeitsmarkt. Das zeigt: Der Eintritt in den Arbeitsmarkt scheitert schon vor dem Bewerbungsprozess, noch bevor alle Qualifikationen überhaupt berücksichtigt werden. Die Befragten stammen überwiegend aus der Ukraine, gefolgt von der Türkei sowie Indien und Syrien.
Hohe Arbeitsbereitschaft trotz Sprachlücke – wenn digitale Unterstützung vorhanden ist
Transparenz schafft Orientierung und senkt Unsicherheit im Bewerbungsprozess
Die Angabe des Sprachniveaus in Stellenanzeigen beeinflusst das Bewerbungsverhalten deutlich:
- Mehr als die Hälfte der Befragten bewirbt sich nur, wenn sie das geforderte Niveau erfüllen.
- Nur jede vierte Person bewirbt sich auch, wenn das geforderte Niveau leicht über den eigenen Fähigkeiten liegt.
Das zeigt: Transparente und realistische Sprachanforderungen sind entscheidend. Gleichzeitig gibt jeder sechste Befragte an, sich nicht zu bewerben, wenn die Stellenanzeige oder Unternehmenswebsite nicht das Gefühl vermitteln, dass internationale Mitarbeitende willkommen sind, etwa weil die Stellenanzeige nur auf Deutsch verfasst ist. Arbeitgeber können internationale Talente schneller integrieren, wenn sie klare Sprachanforderungen kommunizieren, mehrsprachige Informationen bereitstellen und strukturierte Sprachförderung parallel zum Berufseinstieg anbieten. Sprache wird so nicht nur zur individuellen Lernaufgabe, sondern zu einem gemeinsamen Erfolgsfaktor für Unternehmen, Beschäftigte und den Arbeitsmarkt.
Digitale Lernangebote schlagen Präsenz – besonders bei jüngeren Menschen
Digitale Lernangebote werden von großen Mehrheiten bevorzugt, weil sie sich besser in den Alltag integrieren lassen und interaktive Formate ermöglichen. Gleichzeitig zeigt sich, dass Online-Formate Herausforderungen bergen, insbesondere für Lernende mit geringen Deutschkenntnissen. Blended Learning, also die Kombination aus Präsenzunterricht und digitalen Lernapps, wird als besonders hilfreich bewertet.
- 78 % bevorzugen digitale Lernangebote, bei den unter 40-Jährigen sind es 81 %.
- Jüngere Lernende favorisieren häufiger interaktive Formate.
- 83 % bewerten Blended Learning als hilfreich.
Sprachförderung wird zum entscheidenden Recruiting-Faktor
Fazit: Riesiges ungenutztes Potenzial für den deutschen Arbeitsmarkt
Quelle: Pressemitteilung von workeer
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