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Jobwechselbereitschaft rückläufig: 34 Prozent der Erwerbstätigen offen für Neues

Die schwierige wirtschaftliche Lage wirkt sich auf die Arbeitswelt der Beschäftigten in Deutschland aus: Mit aktuell 34% ist die Jobwechselbereitschaft der Erwerbstätigen im Vergleich zu den Vorjahren rückläufig. Sehr oder eher große Sorgen um den Verlust ihres Arbeitsplatzes im laufenden Jahr machen sich jedoch nur 8% der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten. Knapp zwei Drittel (63%) sind darüber hinaus der Überzeugung, innerhalb eines halben Jahres eine neue Stelle finden zu können. Auf der Wunschliste an einen neuen Arbeitgeber stehen dabei vor allem langfristige Jobsicherheit (70%) und höheres Gehalt (63%). Die forsa-Studie im Auftrag des Job-Netzwerks XING wird seit 2012 durchgeführt.

Zeitreihe Wechselbereitschaft 2012 – 2026

Vor allem im Vergleich mit den Jahren 2019 bis 2024, in denen die Wechselbereitschaft (bis auf einen pandemiebedingten Knick 2021) bei 37 bis 39% lag, ist ein leichter Rückgang erkennbar (2026: 34%) – obwohl rund zwei Drittel der Beschäftigten (63%) davon ausgehen, innerhalb der nächsten sechs Monate einen neuen Job finden zu können.

Die Wechselbereitschaft setzt sich dabei aus zwei Kategorien zusammen: denjenigen Beschäftigten, die konkret im laufenden Jahr einen Arbeitgeberwechsel planen (8%, 2025: 7%) und denjenigen, die offen für einen Jobwechsel sind, aber noch keine konkreten Schritte unternommen haben (26%, 2025: 29%).

Die Beschäftigten in Deutschland reagieren auf die anhaltende Wirtschaftsflaute mit einem hohen Bedürfnis nach Sicherheit. Das hat auch Auswirkungen auf die Wechselbereitschaft und die Jobsuche. Gleichzeitig bewerten sie ihre persönliche Lage weiterhin positiv. Viele unterscheiden offenbar sehr klar zwischen der angespannten Gesamtsituation und ihrer eigenen als stabil wahrgenommenen Arbeitssituation.

Mit 44% grundsätzlicher Wechselwilligkeit ist die jüngste Generation am Arbeitsmarkt, die sogenannte GenZ (Jahrgänge 1997 bis 2012), weiterhin am ehesten auf dem Sprung, ihren aktuellen Arbeitgeber zu verlassen (2025: 48%, 2024: 50%). Mit 40% (2025: 44%, 2024: 47%) liegen die Millennials (Jahrgänge 1981 bis 1996) ebenfalls über dem Durchschnitt. Gerade in den jüngeren Generationen hat die Bereitschaft zum Jobwechsel in den vergangenen Jahren abgenommen.

Die Generation X (Jahrgänge 1965 bis 1980) ist mit 29% unterdurchschnittlich wechselwillig, bei den Babyboomern (Jahrgänge 1946 bis 1964, Alter der Befragten bis 67 Jahre) ist der Anteil mit 17% erwartungsgemäß gering ausgeprägt.

Zu niedriges Gehalt, fehlende Perspektiven und Belastung sind zentrale Faktoren für Wechselbereitschaft

Die Wechselbereitschaft wird dabei nicht immer von Unzufriedenheit angetrieben: Insgesamt sind 84% der Beschäftigten „sehr“ oder „eher“ zufrieden mit ihrer aktuellen Tätigkeit (2025: 85%). Selbst unter den Wechselwilligen sind 6 von 10 (61%, 2025: 68%) eher/sehr zufrieden. Doch auch hier herrscht Ambivalenz: Denn über ein Drittel (36%) fühlt sich mindestens einmal die Woche demotiviert oder hat keine Lust auf ihren Job – bei der Gen Z sogar 51%.

Auf der Liste der Wechselgründe steht auch dieses Jahr ein zu niedriges Gehalt (41%). Darauf folgen hohes Stresslevel (36%), fehlende Aufstiegschancen (38%, 2025: 30%) sowie Unzufriedenheit mit der direkten Führungskraft (34%). Bei einigen Aspekten zeigen sich klare Unterschiede zwischen Männern und Frauen. Die Themen Gehalt (Männer: 44%, Frauen: 37%) und Aufstiegschancen (Männer: 42%, Frauen: 33%) sind Männern wichtiger, Unzufriedenheit mit der Führungskraft ist für Frauen relevanter (Frauen: 37%, Männer: 31%). Wenn Führungsqualität und Arbeitsbelastung negativ wahrgenommen werden, wirkt sich das auf die Motivation aus. Wird dann noch die Entlohnung als zu gering empfunden, führt das oft zu Bereitschaft zum Jobwechsel.

Die Gründe, einen Arbeitgeber nicht verlassen zu wollen, sind etwas anders gelagert als die für einen Wechselwunsch. Hier stehen Jobsicherheit 64% und interessante Arbeitsaufgaben (62%) auf den ersten zwei Plätzen, dicht gefolgt vom derzeitigen Gehalt (57%). Der kollegiale Zusammenhalt (57%) an ihrem derzeitigen Arbeitsplatz ist für die Mehrheit ebenfalls ein Grund zum Bleiben – Wertschätzung durch den Arbeitgeber ist es dagegen weniger (39%).

Sicherheit und finanzielle Rahmenbedingungen sind zentrale Kriterien bei der Arbeitgeberwahl

Der Wunsch nach Sicherheit beeinflusst auch die Anforderungen an einen neuen Arbeitgeber: Ein langfristig sicherer Job steht an der Spitze der Liste (70%). Dicht darauf folgen höheres Gehalt (63%) und gutes Führungsverhalten (62%). Rund die Hälfte legt darüber hinaus Wert auf flexible Arbeitszeiteinteilung (58%), einen sinnerfüllenden Job (57%), einen attraktiven Standort des Unternehmens (54%), keine Wochenend-, Nacht- oder Feiertagsarbeit (46%) sowie die Möglichkeit zur Remote-Arbeit (43%).

Jobsicherheit sticht höheres Gehalt

Vor die Frage gestellt, was für sie im Arbeitsleben wichtiger ist, haben sozialversicherungspflichtige Beschäftigte in Deutschland bei der Wahl zwischen zwei Aspekten klare Präferenzen. Mehr Jobsicherheit (61%) sticht höheres Gehalt (39%). Bessere Work-Life-Balance (58%), z.B. durch flexible Arbeitszeiteinteilung, ist ebenfalls beliebter als höheres Gehalt (41%). Dabei würden 69% der Frauen die Work-Life-Balance wählen, aber nur 48% der Männer.

Auch bei der Frage nach mehr Urlaubstagen (51%) oder höherem Gehalt (48%) liegt das Bedürfnis nach mehr Freizeit knapp vorn. Mit 59% ist der Anteil der Frauen, die sich mehr Freizeit wünschen, deutlich höher als der der Männer (44%). Klar punkten kann höheres Gehalt (61%) allerdings gegen bessere Unternehmenskultur (39%) – mit 64% (Männer) und 58% (Frauen) sind sich hier die Geschlechter deutlich einiger.

Wenn es um höhere Arbeitsplatzsicherheit (82%; Männer: 79%, Frauen: 86%) versus bessere Karrierechancen (17%) geht, ist die Entscheidung sehr deutlich. Eine sichere, aber langweilige Stelle (58%) ist für beide Geschlechter attraktiver als ein spannender Job mit weniger Arbeitsplatzsicherheit (41%).

Stimmungslage optimistisch: keine Angst vor Jobverlust, wenig Furcht vor KI

Beschäftigte sind nicht nur zuversichtlich, innerhalb eines halben Jahres einen neuen Job finden zu können, sondern glauben auch zu 91% (2025: 91%, 2024: 94%), dass sie ihre Stelle im laufenden Jahr nicht verlieren werden. Auch künstliche Intelligenz macht dem überwiegenden Teil keine Sorge: Zwei von drei Befragten (64%) sehen keine Gefahr für ihren Arbeitsplatz durch KI. Insgesamt 13% sind sich einer Gefährdung bewusst, aber nur 3% haben sich bislang aktiv über einen potenziellen Wechsel des Berufs oder der Branche informiert.

Zwei Drittel der Befragten (68%) würden ihre derzeitige berufliche Tätigkeit auf jeden Fall (28%) oder wahrscheinlich (40%) ihrem Kind bzw. einem Kind oder jungen Menschen in ihrem Umfeld weiterempfehlen. Für die meisten Menschen ist Arbeit mehr als nur ein Job. Und daher bleibt das Thema auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten grundsätzlich positiv besetzt, auch wenn das Bedürfnis nach Sicherheit und finanzieller Absicherung steigt.

Als Quelle von Sinn, sozialer Einbindung und persönlicher Zuversicht bleibt Arbeit ein zentraler Teil des Lebensentwurfs der Menschen.

Quelle: Pressemitteilung von XING

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Stefan Scheller

Stefan Scheller - Buchautor, Keynote Speaker, HR-Influencer auf PERSOBLOGGER.DEMein Name ist Stefan Scheller. In meiner Rolle als Persoblogger und Top HR-Influencer betreibe ich diese Website und das gleichnamige HR Praxisportal. Vielen Dank für das Lesen meiner Beiträge und Hören meines Podcasts Klartext HR!

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