In der aktuellen Debatte um die Sicherung des Arbeitsangebots steht der seit 2001 bestehende Rechtsanspruch auf Teilzeit in der Kritik. Ziel der Forderung ist die Einschränkung des Arbeitnehmerrechts, um die Arbeitsstunden pro Kopf zu erhöhen. Eine aktuelle Datenanalyse der Jobseite Indeed zeigt jedoch: Teilzeitstellen werden in Deutschland maßgeblich von den Unternehmen selbst vorangetrieben, während das spezifische Suchinteresse auf Arbeitnehmerseite über die letzten Jahre konstant geblieben ist.
Status quo: Jede vierte Stelle mit Teilzeit-Option
Der Anteil der Teilzeitstellen am Gesamtausschreibungsvolumen in Deutschland ist signifikant: Aktuell ist bundesweit mehr als jede vierte Stellenausschreibung (26,8%) mit weniger als der vollen Arbeitszeit ausgeschrieben – ein Anstieg von 68,7% seit 2020. Damit hat sich das Angebot an reduzierten oder flexiblen Arbeitszeitmodellen fest am Markt etabliert. Die Suchanfragen der Jobsuchenden entwickelten sich hingegen ohne nennenswerte Zuwächse. Der Anteil der Suchen, die gezielt nach „Teilzeit“ filtern, verläuft seit Jahren konstant bei 3,3%.
Zum Vergleich: Suchen nach Jobs mit Homeoffice-Option liegen mit 3,6% leicht darüber.
Wo Teilzeit den Stellenmarkt prägt – und wo sie fehlt
Teilzeit wird vor allem dort angeboten, wo der Fachkräftemangel am größten ist und Frauen überdurchschnittlich oft beschäftigt sind. In der Gesundheits- und Krankenpflege sowie in der Altenpflege ist mit 58,8% weit mehr als jede zweite Stelle in Teilzeit ausgeschrieben. Ähnlich hoch liegen die Werte in der Kinderbetreuung mit 56,3%, im Sozialdienst mit 53,1% sowie im Bereich Bildung und Erziehung mit 54,6%.
Auch in klassischen Bürojobs zeigt sich ein steigender Bedarf an Teilzeitkräften, wobei die Ausprägung stark variiert. In der Buchhaltung sind Mitarbeiter in Teilzeit mit anteilig 38,9% besonders gefragt, während im allgemeinen Bereich Büro und Verwaltung etwa jede vierte Stelle (25,5%) mit reduzierten Stunden angeboten wird. Das Personalwesen und Marketing folgen mit moderateren Anteilen von 22 bzw. 18,9%. Im Management ist das Angebot mit 17,2% vergleichsweise gering.
Im Kontrast dazu stehen die technischen und produzierenden Berufe, die oft männlich dominiert sind. Trotz des auch hier herrschenden Fachkräftemangels finden Teilzeit-Modelle kaum Einzug in die Rekrutierungsstrategien. In der Produktion und Fertigung enthalten lediglich 7,6% der Stellenangebote eine Teilzeit-Option. Im Bauwesen bleibt Teilzeit mit 5,9% eine Randerscheinung, dicht gefolgt vom Ingenieurwesen mit 5,7%. Den geringsten Anteil verzeichnet der Bereich Handwerk, Technik und Mechanik, der mit 5,6% das Schlusslicht der Analyse bildet.
Quelle: Pressemitteilung von indeed
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