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Gehaltsbudgets in Deutschland stabil – Unternehmen setzen 2026 stärker auf strategische Vergütung

Die Gehaltsbudgets deutscher Unternehmen bleiben für das Jahr 2026 weitgehend stabil. Im Durchschnitt planen Arbeitgeber Gehaltssteigerungen von 3,4 bis 3,5%. Das entspricht in etwa den durchschnittlichen Erhöhungen des Jahres 2025 (3,4%) und signalisiert eine Normalisierung nach den dynamischen Anpassungen der Vorjahre. Nach mehreren Jahren mit starkem Inflationsdruck und dynamischen Anpassungen rückt damit eine strategischere und differenziertere Vergütungssteuerung in den Vordergrund. Das zeigt die aktuelle Salary Budget Planning Survey von WTW.

Die Stabilität der Budgets spiegelt eine zunehmende Planungssicherheit wider. Unternehmen sehen sich weniger gezwungen, kurzfristig auf Preissteigerungen zu reagieren, und können Vergütungsentscheidungen wieder stärker vorausschauend treffen. Zudem liegen die geplanten Gehaltserhöhungen inzwischen signifikant über der aktuellen Inflationsrate (Dezember 2025: 1,8%; laut Destatis).

Differenzierte Entwicklung nach Mitarbeitergruppen

Über alle Mitarbeitenden hinweg liegt das durchschnittliche Gehaltsbudget für 2026 bei 3,4% (inklusive Salary Freezes) beziehungsweise 3,5% (exklusive Salary Freezes). Die geplanten Erhöhungen verteilen sich gleichmäßig über alle Mitarbeitergruppen – von Executives über Führungskräfte und Professionals bis hin zu Support- und Produktionsmitarbeitenden. Die Medianwerte liegen durchweg bei 3,4% und zeigen damit eine einheitliche Budgetplanung über alle Hierarchieebenen hinweg. Nach den differenzierten Anpassungen der Vorjahre setzen Unternehmen 2026 auf eine ausgeglichenere Verteilung.

Vergütung wird zum strategischen Steuerungsinstrument

Unternehmen in Deutschland gehen mit klareren Prioritäten und größerer Disziplin in das Jahr 2026. Gehaltsbudgets werden zunehmend als strategisches Instrument verstanden – nicht mehr als reine Reaktion auf Inflation, sondern als gezielter Hebel zur Unterstützung von Geschäftsstrategie, Talentbindung und interner Lohngerechtigkeit.

Mehr Governance, mehr Zielgenauigkeit

 Die aktuellen Zahlen verdeutlichen einen grundlegenden Wandel im Vergütungsmanagement. Anstelle pauschaler Erhöhungen setzen viele Organisationen auf eine präzisere Allokation bestehender Budgets. Stärkere Governance-Strukturen, eine differenziertere Nutzung von Marktdaten sowie ein klarer Fokus auf Bezahlbarkeit und interne Fairness prägen die Vergütungsentscheidungen.

Die Hälfte der befragten deutschen Unternehmen (50%) hat ihre ursprünglichen Budgetprojektionen unverändert beibehalten. Rund 30% planen eine Reduzierung, während etwa zehn Prozent ihre Budgets erhöhen. Zu den wichtigsten Einflussfaktoren zählen erwartete Finanzergebnisse (43%), Kostenbedenken (39%) sowie Inflationsdruck (21%).

Entspannter Arbeitsmarkt unterstützt gezielte Investitionen

Diese Entwicklung wird durch eine entspanntere Lage am Arbeitsmarkt unterstützt. Der Druck bei Neueinstellungen hat sich in vielen Bereichen verringert, wodurch Unternehmen begrenzte Budgetspielräume gezielter einsetzen können, etwa zur Bindung kritischer Fachkräfte oder zur gezielten Entschärfung von Gehaltskompression.

Parallel dazu gewinnen ergänzende Maßnahmen zur Mitarbeiterbindung weiter an Bedeutung. Neben Vergütung investieren Unternehmen verstärkt in Weiterbildung, die Verbesserung der Employee Experience, Gesundheits- und Zusatzleistungen sowie mehr Flexibilität am Arbeitsplatz. Auch Anpassungen an bestehenden Vergütungsprogrammen spielen weiterhin eine Rolle.

Stabilität zum Jahresende – Strategie für das kommende Jahr

 Stabilität bedeutet nicht Stillstand. Der Erfolg im Jahr 2026 wird weniger davon abhängen, wie hoch die Gehaltsbudgets ausfallen, sondern davon, wie gezielt und wirkungsvoll sie eingesetzt werden. Die Zahlen sind stabil, die strategischen Entscheidungen dahinter umso anspruchsvoller.

Quelle: Pressemitteilung von WTW

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Stefan Scheller

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