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Arbeitnehmerüberlassung – wertvolle strategische Unterstützung mit Imageproblem

Aktuelle Studienergebnisse zeigen: Die Arbeitnehmerüberlassung (ANÜ) in Engineering und IT bietet viel Potenzial für die Zukunft – wenn Unternehmen ihre Vorteile strategisch nutzen. Dafür müssen sie jedoch erst einmal Vorurteile überwinden. Denn ANÜ hat ein hartnäckiges Imageproblem und gilt eher als Notlösung zur kurzfristigen Kapazitätssicherung. Der SALT AND PEPPER ANÜ-Report zeigt, wie groß die Diskrepanz zwischen Mythos und Realität tatsächlich ist und welches strategische Potenzial Unternehmen noch ungenutzt lassen.

Arbeitnehmerüberlassung in Engineering und IT

ANÜ in Engineering und IT – das ungeliebte Stiefkind eines heiß umkämpften Arbeitsmarkts oder Erfolgsfaktor für Unternehmen und Beschäftigte? Wie blicken deutsche Unternehmen auf die Arbeitsform zwischen Regulierung und Zukunftsvision? Und wie erleben Beschäftigte das Modell, das viele kritisch sehen, aber nur die wenigsten aus eigener Erfahrung kennen?

Um diese Fragen fundiert zu beantworten, hat der Engineering- und IT-Dienstleister SALT AND PEPPER im Juli 2025 gemeinsam mit dem Marktforschungsinstitut Civey Beschäftigte und Unternehmen befragt. Das Ziel: Vorurteile mit Fakten konfrontieren, Potenziale sichtbar machen und Zukunftsmodelle wie KI-Matching und Expert-Sharing untersuchen.

Imageproblem: Zwischen Meinung und Erfahrung liegt eine große Lücke

Die Studie zeigt: Rund zwei Drittel der Befragten haben noch nie persönlich in ANÜ gearbeitet. Trotzdem halten 37,6% Arbeitnehmerüberlassung für ein Karrierehemmnis. Und 57,6% berichten von Vorbehalten in ihren Teams, sobald Kolleg:innen in der ANÜ beschäftigt sind.

Diese Zahlen belegen: Das schlechte Image speist sich weniger aus Erfahrung als aus Hörensagen und aus überholten Bildern aus früheren Jahrzehnten, als ANÜ hauptsächlich bei repetitiven Tätigkeiten, zum Beispiel in der Produktion, zum Einsatz kam.

Unternehmen sehen ANÜ als pragmatisches Werkzeug – und unterschätzen das strategische Potenzial

Auf Unternehmensseite ist ANÜ längst Teil des Projektalltags: 69,6% der befragten Unternehmen sehen darin ein zentrales Instrument, um kurzfristig Projekte abzusichern. Fast die Hälfte (47,2%) nutzt ANÜ darüber hinaus als Recruiting-Kanal, um potenzielle Mitarbeitende kennenzulernen und flexibel in Projekte einzubinden. Doch der Report zeigt auch: Viele Unternehmen schöpfen das Potenzial der Arbeitnehmerüberlassung noch nicht strategisch aus. So verbindet nur ein kleiner Teil der Befragten das Modell mit frischen Perspektiven (28,8%) oder systematischem Know-how-Transfer (26%).

Gerade beim Wissenstransfer wird aktuell viel Potenzial liegengelassen. ANÜ-Fachkräfte bringen viele Best Practices und Kompetenzen mit, die nach Projektende wieder verschwinden. Eine gute Dokumentation und eine strukturierte Übergabe nach Projektende würden hier mit geringem Aufwand großen Mehrwert stiften.

Beschäftigte schätzen Vielfalt – sorgen sich aber um Sicherheit

Für Beschäftigte, die sich beruflich mit dem Thema ANÜ beschäftigen, überwiegen die funktionalen Vorteile. 40,9% schätzen die Vielfalt an Projekten und Arbeitgebern, 34,7% sehen ANÜ als Sprungbrett in neue Berufsfelder, und 32,2% loben abwechslungsreiche Lernkurven.

Trotzdem bestehen emotionale Vorbehalte: 47,8% der Befragten sorgen sich um Jobsicherheit, 46,9% bemängeln eine geringere Teamzugehörigkeit, 39,3% befürchten ein geringeres Gehalt und 37,6% schlechtere Karrierechancen in ANÜ.

Damit ANÜ für Beschäftigte zur echten Karriereoption wird, müssen Unternehmen und Dienstleister Sicherheit, Integration und Perspektive stärker strukturell verankern.

Zukunftsdynamik durch KI und Expert-Sharing?

Zukunftsorientierte Modelle wie KI-gestütztes Matching und Expert-Sharing verändern zunehmend den Charakter der Arbeitnehmerüberlassung. 29,2% der befragten Unternehmen erwägen den Einsatz von Expert-Sharing, um dem Fachkräftemangel effizienter zu begegnen. Skeptisch sind sie hingegen beim Einsatz von KI im Recruiting: 41,2% lehnen die Aussage ab, KI-gestützte Matching-Systeme würden es Dienstleistern ermöglichen, schneller passende Kandidat:innen zu finden als klassische Rekrutierungskanäle. Die Ursache: Den befragten Unternehmen fehlt das Vertrauen in Fairness, Qualität und Transparenz.

Die Ergebnisse in unserem ANÜ-Report zeigen klar, dass das Image der Arbeitnehmerüberlassung der Realität weit hinterherhinkt. Die Praxis zeigt: ANÜ ist längst mehr als ein Notnagel. Nutzen Unternehmen sie strategisch, bietet sie ihnen Planungssicherheit, Innovationskraft sowie Zugang zu Talenten – und Beschäftigten vielfältige Projekte, steile Lernkurven und neue Karrierechancen. Richtig umgesetzt, ist sie damit ein strategischer Hebel gegen den Fachkräftemangel und ein Baustein der Arbeitswelt von morgen.

Quelle: Pressemitteilung von SALT AND PEPPER

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Stefan Scheller

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