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Inklusion auf dem Arbeitsmarkt in der Dauerkrise: Zahl der arbeitslosen Menschen mit Behinderung steigt weiter

Die wirtschaftlichen Herausforderungen der jüngeren Vergangenheit haben die Arbeitsmarktsituation für Menschen mit Behinderung in eine dauerhafte Krise gestürzt: Die Arbeitslosenzahlen wie auch die Arbeitslosenquote haben sich im vergangenen Jahr erneut erhöht, in deutlichem Ausmaß.

Gleichzeitig hat sich die Beschäftigungsquote nicht nur weiter von der gesetzlich verankerten Fünf-Prozent-Vorgabe entfernt, sie ist gar auf den niedrigsten Wert seit Erscheinen des ersten Inklusionsbarometers gesunken.

Die aktuelle Arbeitsmarktstudie der Aktion Mensch und des Handelsblatt Research Institutes belegt eine drastische Verschlechterung der Lage – mit düsterem Ausblick, denn die Anzahl an arbeitslosen Menschen mit Behinderung steigt im laufenden Jahr weiter an.

Von einer Krise zur nächsten: Situation spitzt sich weiter zu

Die vielen Belastungen der vergangenen Jahre – von der Corona-Pandemie über den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine hin zu den wirtschaftlichen Folgen des Klimawandels – hinterlassen auch auf dem Arbeitsmarkt deutliche Spuren. So zog die Arbeitslosenquote unter Menschen mit Behinderung im vergangenen Jahr an und liegt bei nunmehr fast 12%.

Ebenso erhöhte sich die Zahl der Arbeitslosen mit Behinderung – um nahezu 6% auf einen Jahresdurchschnitt von 175.236. Und der Scheitelpunkt ist längst nicht erreicht: Im Oktober des laufenden Jahres waren bereits rund 185.400 Menschen mit Behinderung ohne Anstellung, knapp 5% mehr als im entsprechenden Vorjahresmonat.

Der Missstand verfestigt sich weiter; wir sehen uns mit einem drastischen Rückschlag für die Inklusion auf dem Arbeitsmarkt konfrontiert. Es ist zu befürchten, dass es viele Jahre dauern und massive Anstrengungen erfordern wird, um diese Krise zu überwinden. Denn: Menschen mit Behinderung finden deutlich schwerer aus der Arbeitslosigkeit heraus.

Die Abgangsrate aus der Arbeitslosigkeit sank im Jahr 2024 auf unter 3%, während sie bei Menschen ohne Behinderung bei über 6% verblieb – sie haben damit eine mehr als doppelt so hohe Chance, einen neuen Arbeitsplatz zu finden, als ihre Mitbewerber:innen mit Behinderung.

Beschäftigungsquote sinkt auf neuen Tiefststand

Auch die gesamtwirtschaftliche Beschäftigungsquote von Menschen mit Behinderung spiegelt die besorgniserregende Lage wider: Der Abstand zu dem vorgeschriebenen Fünf-Prozent-Anteil hat sich im vergangenen Jahr erneut vergrößert – mit 4,4% sank die Quote auf den niedrigsten Stand seit der ersten Ausgabe des Inklusionsbarometers im Jahr 2013.

Dabei stieg gleichzeitig die Anzahl an Unternehmen, die unter die Beschäftigungspflicht fallen, auf nun 180.359 – und damit auch die Anzahl an Arbeitsplätzen für Arbeitnehmer:innen mit Behinderung, die es qua Gesetz zu besetzen gilt. Konkret bedeutet dies: Trotz Verpflichtung beschäftigt mehr als jedes vierte Unternehmen keinerlei Menschen mit Behinderung, weitere 35% tun dies nur in Teilen.

Inklusion als Chance und Erfolgsfaktor begreifen

Insgesamt hat die Bereitschaft der Unternehmen, Menschen mit Behinderung einzustellen und dauerhaft zu beschäftigen, also weiter nachgelassen. Inklusion ist in diesen disruptiven Zeiten nicht etwa eine zusätzliche Belastung – sie ist ein Potenzial, das Unternehmen gerade jetzt widerstands- und zukunftsfähiger macht.

Vielfältige Teams arbeiten häufig nicht nur kreativer und innovativer, sondern reagieren auch resilienter auf Veränderungen. Angesichts wirtschaftlicher Unsicherheit und des vielfach noch immer herrschenden Fachkräftemangels ist Inklusion längst ein strategischer Erfolgsfaktor.“

Zahlreiche Angebote unterstützen Unternehmen dabei, Menschen mit Behinderung einzustellen und zu beschäftigen: Von finanziellen Förderungen über Beratungsprogramme hin zu praktischen Hilfen bei der barrierefreien Arbeitsplatzgestaltung. Die Potenziale sind vorhanden – sie müssen aber auch genutzt werden.

Quelle: Pressemitteilung von aktion-mensch

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Stefan Scheller

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