Wie können virtuelle Inhouse Startups das Innovationslevel eines Unternehmens anheben? Gründer Dr. Hans-Christian Blunk zeigt im Startup-Interview auf, wie Thinking Beyond Organisationen bei der erforderlichen Transformation unterstützen kann.
Was bietet Thinking Beyond?
Hallo Hans-Christian, magst Du Dich und Thinking Beyond bitte kurz vorstellen?
Mein Name ist Dr. Hans-Christian Blunk und ich bin Gründer und Inhaber von Thinking Beyond e.K. Wir entwerfen und führen virtuelle Inhouse Startups, ein Konzept, das während eines Sabbaticals in England entstanden ist. Dies war meine dreijährige Auszeit nach fast 25 Jahre als Business Consultant und Executive Coach. Da war genug Zeit für eine sorgfältige Retrospektive: Was hat funktioniert und warum? Was hat nicht funktioniert und warum?
Die selbstkritische Evaluierung einer Vielzahl von Transformationsprojekten mit dem Ziel, Erfahrungswissen in Wirkungsgrad zu verwandeln. Herausgekommen ist ein universell einsetzbares Werkzeug als Kernstück eines holistischen Beratungsansatzes, zugeschnitten sind auf die Anforderungen mittelständischer Unternehmen.
Virtuelle Inhouse Startups
„Inhouse Startups“ ist sicherlich ein Begriff, der definiert werden sollte. Worin besteht denn der große Vorteil eines Inhouse Startups?
Transformation ist nichts für Feiglinge, weil sie immer tief in bestehende Strukturen eingreift. Widerstand ist vorprogrammiert und in erfolgreichen Unternehmen haben die Verteidiger des Status quo mit „Never change a running System“ ein Argument, das schwer zu entkräften ist.
Nur heißt „running“ ja nicht automatisch zukunftsfähig. Aber Druck erzeugt nur Gegendruck – deshalb verändern wir solange nichts an den bestehenden Strukturen, bis wir zwei kritische Voraussetzungen für das Gelingen von Transformation erfüllt haben: Einen überzeugenden Nachweis der Machbarkeit, der den Kritikern den Wind aus den Segeln nimmt und eine innere Dynamik, die Transformation von innen treibt.
Unsere Inhouse Startups liefern beide Voraussetzungen. Geschützte Räume, gleichzeitig Innovationswerkstatt und Talentinkubator. Räume, in denen das Infragestellen etablierter Abläufe Neugier hervorruft und kein Stirnrunzeln. Das Szenario: Stell Dir vor, Du könntest Dein eigenes Unternehmen ein zweites Mal gründen. Eine What-if-Simulation auf der grünen Wiese als Vorbereitung auf die nächste Gegenwart.
Acht bis zehn Mittarbeitende aus allen Bereichen des Unternehmens treffen sich an zwei Tagen im Monat jeweils freitags und samstags außerhalb des Unternehmens. Einen Tag investiert das Unternehmen, einen Tag investieren die Mitarbeitenden. So bleibt die Arbeitskraft erhalten, während das Startup arbeitet.
Intrapreneurship
Mitarbeitende, die wie Unternehmer:innen agieren, wünschen sich die meisten Unternehmen. Worin besteht die große Herausforderung solche Intrapreneure zu finden oder auch zu fördern, um Intrapreneurship breit in der Organisation zu implementieren.?
Intrapreneure sind Mitarbeitende, die die Zukunft ihres Unternehmens mitgestalten wollen und bereit und in der Lage sind, auch unterhalb der klassischen Führungsebene Entscheidungen zu treffen. Das ist in Zeiten von KI essentiell, weil sich Entscheider von Kreativen zu Kuratoren wandeln müssen: Menschen, die in der Lage sind, richtig von falsch zu unterscheiden.
Sie zu finden ist gar nicht so schwer: Man muss nur nach Mitarbeitenden suchen, die zu Hause am Küchentisch angefangen haben, darüber nachzudenken, ob sie das, was sie aktuell tun, noch 10 Jahre weiter tun wollen. Denen es an Partizipation und Verantwortung fehlt. Insofern sind unsere Startups auch ein Mitarbeiterbindungsprogramm. Wir setzen in unserem Auswahlverfahren übrigens gerne auf die stillen Helden und Heldinnen und suchen sie in allen Bereichen des Unternehmens, denn Interdisziplinarität ist für uns ein wichtiger Erfolgsfaktor.
Und auch die Förderung ist keine Herausforderung, solange man bereit ist, für eine nachhaltig erfolgreiche Zukunft Budgets bereit zu stellen. Implementierung: ja, das ist schon herausfordernder. Denn Intrapreneurship ist Kulturwandel. Weniger Top-down und mehr Bottom-up.
Ich habe eben schon von der inneren Dynamik gesprochen. Sie ist es, die den Kulturwandel treibt, weil das Startup-Team von Beginn an Zukunftsfähigkeit einfordert.
Transfer aus dem Startup in die Organisation
Mit ausgegliederten Organisationseinheiten und Aufgaben rund um Innovation, starteten schon einige Unternehmen. Den wenigsten ist es dabei gelungen, die Denkweisen, Erkenntnisse oder Innovationen nachhaltig in die Gesamtorganisation zu überführen. Wie kann dies besser gelingen?
In dem man die Organisationseinheit erstens nicht ausgliedert und zweitens nicht sich selbst überlässt. Unsere Inhouse Startups bleiben von Beginn an Teil der bestehenden Organisation. Wir nennen das integrierte Partnerschaft.
Und geführt werden die Startups von einem Interim CEO aus unserem Netzwerk: Ein erfahrener Entrepreneur und Gründer, der viel mehr Mentor ist als Chef und der verhindert, das die Schere zwischen Utopie und Machbarkeit zu weit auseinandergeht.
Unterstützung im Netzwerk
Mit welchen methodischen und personellen Möglichkeiten unterstützt Thinking Beyond das Entstehen und Etablieren der virtuellen Inhouse-Startups?
Ich habe es eben schon gesagt: Geführt werden die Startups von einem Interim CEO aus unserem Netzwerk. Ein Multi-Spezialist, der Impulse gibt, den Spiegel vorhält, moderiert und Brücken baut – nicht nur intern, sondern auch zwischen dem Startup und den etablierten Entscheidern.
Methodisch ist die Arbeit eine interdisziplinäre Mischung aus Corporate Branding, Organisationsentwicklung, Führungskräftecoaching und Teambildung.
Geschäftsmodell von Thinking Beyond
Wie sieht Euer Geschäftsmodell aus, bzw. wie verdient Ihr Geld mit den virtuellen Inhouse Startups?
Wir verdienen Geld über die Vergütung unserer Interim CEOs und über Folgeaufträge bei der Begleitung der Implementierung von Innovationen.
Weiterentwicklung von Thinking Beyond
Wie sehen Eure mittel- und langfristigen Ziele aus?
Aktuell sind wir dabei, unser Mentoren-Netzwerk weiter auszubauen. Das ist ein Wachstum, das wir nur behutsam puschen, weil die Persönlichkeit und die Expertise unserer Mentoren entscheidend sind für den Erfolg der Startups. Aber natürlich freuen wir uns über jeden, der Interesse hat, mitzugestalten.
Vielen Dank für Deine Antworten, Hans-Christian. Für das Startup Thinking Beyond wünsche ich weiterhin viel Erfolg.
Über den Interviewten
Dr. Hans-Christian Blunk ist ein in Hamburg geborener Unternehmer und Berater mit über 30 Jahren Berufserfahrung. Nach Fleischerlehre, Meisterschule und einem Studium der Lebensmittelchemie gründete er 1990 eine auf Qualitätsmanagement spezialisierte Unternehmensberatung, die er als geschäftsführender Gesellschafter zum Marktführer entwickelte.
Seit 2023 ist er Inhaber des Beratungsunternehmens Thinking Beyond.
>> LinkedIn-Profil von Dr. Hans-Christian Blunk

Mein Name ist Stefan Scheller. In meiner Rolle als Persoblogger und Top HR-Influencer betreibe ich diese Website und das gleichnamige 




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