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Atlassian-Studie: KI verbessert individuelle Produktivität – doch Unternehmenserfolg bleibt aus

Künstliche Intelligenz (KI) ist aus dem Arbeitsalltag nicht mehr wegzudenken: Sie hilft, To-do-Listen zu organisieren, Dokumente zusammenzufassen und riesige Datenmengen auszuwerten. Immer mehr Mitarbeitende berichten, dass sie dank KI effizienter arbeiten und Zeit sparen – und Führungskräfte loben die gestiegene Produktivität. Doch hinter dem scheinbaren Erfolg verbirgt sich ein Widerspruch. Denn die KI verbessert zwar individuelle Produktivität, doch die Kluft zwischen Teams wird immer größer.

Atlassian hat in seinem aktuellen AI Collaboration Report 2025 weltweit 12.000 Büroangestellte und 180 Führungskräfte aus den USA, Großbritannien, Australien, Indien, Deutschland und Frankreich dazu befragt, wie KI die Zusammenarbeit in ihren Unternehmen beeinflusst. Die Ergebnisse machen deutlich: KI treibt zwar die individuelle Produktivität an, doch wenn es um Zusammenarbeit und gemeinsamen Erfolg geht, bleiben die positiven Effekte aus.

KI ist allgegenwärtig – doch Teams arbeiten immer isolierter

Der tägliche Einsatz von KI hat sich im vergangenen Jahr verdoppelt. Laut eigener Schätzung arbeiten die befragten Mitarbeitenden dadurch im Schnitt 33% produktiver, was einen Zeitgewinn von 1,3 Stunden am Tag ausmacht. Der Einsatz von KI ist also längst zur Routine geworden: Mehr als die Hälfte (51%) der Befragten wenden sich lieber an eine KI, wenn sie Informationen benötigen, statt an ihre Kollegen. Und wenn Führungskräfte mit gutem Beispiel vorangehen und demonstrieren, wie sie KI einsetzen, ist die Wahrscheinlichkeit sogar viermal höher, dass ihre Teams es ihnen gleichtun. So haben 65% der Befragten schon einmal live gesehen, wie ihre Vorgesetzten KI genutzt haben, um ein Problem oder eine Aufgabe zu lösen.

Diese Entwicklung geht auch mit einem innovationsfreundlicheren Umfeld einher: Knapp drei Viertel (74%) der Beschäftigten geben an, dass ihre Vorgesetzten den Einsatz von KI aktiv fördern – im Vorjahr waren es noch 60%. In vielen Unternehmen findet also ein kultureller Wandel statt.

Keine kollektiven Effekte bei gestiegener Produktivität

Trotzdem drückt sich die gestiegene individuelle Produktivität nicht auf kollektiver Ebene aus. Teams fühlen sich noch immer durch ein hohes Arbeitsvolumen überfordert – und müssen sich zusätzlich in eine wachsende Zahl von KI-Tools einarbeiten. Das Ergebnis: Nur drei Prozent der befragten Unternehmen verzeichnen deutliche Effizienzgewinne. Teams arbeiten nach wie vor in Silos, Entscheidungen werden fragmentiert getroffen, und die Vielzahl an KI-Tools bringt mehr Verwirrung als Klarheit.

Wird KI also nur isoliert eingesetzt, um Prozesse zu beschleunigen, statt Wissen und Teams miteinander zu vernetzen, verstärkt sie das Chaos. So geben 37% der befragten Führungskräfte an, dass ihre Teams durch den Einsatz von KI schon einmal überfordert waren oder Zeit verschwendet haben. Unternehmen, die sich nur auf individuelle Produktivität konzentrieren, haben zudem eine 16% geringere Wahrscheinlichkeit, echte Innovationen hervorzubringen.

Trotz der Vielzahl an verfügbaren KI-Tools bleiben für viele Teams die erhofften Durchbrüche aus. Warum? Weil sie nicht über den Tellerrand hinausschauen. Statt KI nur dafür zu nutzen, unsere persönlichen To-do-Listen schneller abzuhaken, sollten wir sie einsetzen, um Teams enger zusammenzubringen, Wissen effektiver zu teilen und neue Ideen und Arbeitsweisen zu fördern. Nur so entfaltet KI ihr volles Potenzial – wenn sie nicht nur die individuelle Leistung steigert, sondern das kollektive Know-how des gesamten Teams stärkt.

Führungskräfte suchen nach dem richtigen Weg zur Transformation

Besonders auf Führungsebene sind die Erwartungen hoch: Führungskräfte sind 5,6-mal häufiger davon überzeugt, dass KI dabei hilft, komplexe Probleme zu lösen. Doch nur vier Prozent glauben, dass sie wirklich unlösbare Herausforderungen bewältigen kann. In der Praxis zeigt sich eine deutliche Kluft zwischen Wahrnehmung und Realität: Während beispielsweise der Großteil (82%) der Marketingverantwortlichen davon ausgehen, dass ihre Teams bereits KI zur Content-Erstellung nutzen, bestätigt das nur etwas mehr als die Hälfte (56%) der betroffenen Mitarbeitenden. Dennoch würden 79% der Befragten KI häufiger im Arbeitsalltag verwenden, wenn sie damit einfachen Zugriff auf relevante Daten und Informationen bekämen.

Während Führungskräfte erwarten, dass sich der Anteil an KI-automatisierter Arbeit in den nächsten fünf Jahren verdoppeln wird, rechnen nur 10% mit größeren Jobverlusten. Rund ein Drittel (34%) der befragten Führungskräfte gehen davon aus, dass KI ihren Teams dabei helfen wird, sich mehr auf strategische und kreative Aufgaben zu konzentrieren. 29% erwarten, dass zwar einige Routine-Jobs wegfallen, dafür jedoch neue Rollen entstehen werden.

KI-Einsatz wird intern kaum belohnt

Trotzdem wird der Einsatz von KI intern bisher kaum belohnt: Nur etwas mehr als die Hälfte (52%) der Führungskräfte geben an, dass sie den Einsatz fördern, ohne dass es Einfluss auf ihre Leistungsbewertung oder Vergütung hat. Zudem berichten nur zehn Prozent, dass der KI-Einsatz sowohl ihre Ziele als auch ihre Bezahlung beeinflusst.

Führungskräfte auf oberster Ebene geben über fünfmal häufiger an, dass KI die Fähigkeit ihrer Teams, komplexe Probleme zu lösen, deutlich verbessert hat. Das zeigt deutlich, wie KI ihr Potenzial entfalten kann, wenn sie richtig eingesetzt wird. Doch das passiert nicht von allein. Als Führungskräfte liegt es an uns, nicht nur den technologischen, sondern auch einen kulturellen Wandel voranzutreiben – damit sich jedes Team sicher und befähigt fühlt, diesen mitzugestalten. Wir müssen entsprechende Zeit, Schulungen und Ressourcen bereitstellen, damit unsere Mitarbeitenden KI in ihren jeweiligen Rollen und Aufgabenbereichen einsetzen und ihre Arbeit über die reine Automatisierung von Routineaufgaben hinaus verbessern können.

Die Lösung liegt nicht in noch mehr Technologie. KI kann ihr Potenzial nur entfalten, wenn sie Teams, Projekte und Wissen miteinander vernetzt. Laut der Atlassian-Studie könnte es die Fortune-500-Unternehmen jährlich bis zu 98 Milliarden US-Dollar kosten, wenn sie sich nur auf individuelle Produktivität fokussieren. Der Schlüssel zur Transformation liegt nicht in mehr Tools, sondern in klaren Strukturen, besserer Abstimmung und einer gemeinsamen Vision.

Quelle: Pressemitteilung von Atlassian

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Stefan Scheller

Stefan Scheller - Buchautor, Keynote Speaker, HR-Influencer auf PERSOBLOGGER.DEMein Name ist Stefan Scheller. In meiner Rolle als Persoblogger und Top HR-Influencer betreibe ich diese Website und das gleichnamige HR Praxisportal. Vielen Dank für das Lesen meiner Beiträge und Hören meines Podcasts Klartext HR!

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