Nachhaltigkeit rückt bei deutschen Unternehmen zunehmend in den Fokus. Das zeigt die aktuelle internationale Studie „HR & Payroll Pulse“ von SD Worx: Bereits 47% der deutschen Arbeitgeber haben Nachhaltigkeit fest in ihre HR-Strategie integriert, europaweit sind es sogar 55%. Doch gerade in Deutschland ist die Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit besonders spürbar. Während sich 71% der europäischen Arbeitgeber als glaubwürdig in Sachen Nachhaltigkeit einschätzen, stimmen dem nur 58% der Beschäftigten zu. In Deutschland liegt die Zustimmung der Mitarbeitenden mit 61% zwar leicht über dem europäischen Durchschnitt, dennoch bleibt Skepsis bestehen.
Studie HR & Payroll Pulse
Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass der Druck auf Unternehmen wächst, echte Fortschritte zu erzielen und diese transparent zu kommunizieren. Mit der neuen EU-Richtlinie zur Nachhaltigkeitsberichterstattung (Corporate Sustainability Reporting Directive) sind Unternehmen verpflichtet, ihre Umwelt-, Sozial- und Governance-Strategien (Environment, Social, Governance; ESG) offen zu legen – bloße Lippenbekenntnisse reichen nicht mehr aus. Für deutsche Unternehmen bedeutet das: Sie müssen nicht nur aufholen, sondern auch Vertrauen bei ihren Mitarbeitenden zurückgewinnen.
Deutschland im europäischen Vergleich: Nachholbedarf bei Nachhaltigkeit
Ein Blick innerhalb Europas zeigt deutliche Unterschiede: In Großbritannien, Irland und Rumänien geben mehr als zwei Drittel der Unternehmen an, Nachhaltigkeit zu priorisieren. Dahingegen bildet Deutschland mit 47% gemeinsam mit Belgien das Schlusslicht unter den untersuchten Ländern.
Auch bei der externen Kommunikation nachhaltiger Initiativen hinken deutsche Unternehmen hinterher: Europaweit bewerben 74% der Unternehmen ihre nachhaltigen Aktivitäten öffentlich, Spitzenreiter sind Rumänien (92%) und Norwegen (85%). In Deutschland liegt dieser Wert laut Studie bei lediglich 64%. Besonders alarmierend ist, dass nur 54% der deutschen Mitarbeitenden ihren Arbeitgeber tatsächlich als nachhaltig wahrnehmen. Das ist eine der niedrigsten Zahlen im europäischen Vergleich.
Die Studie zeigt zudem, dass fast die Hälfte der europäischen Unternehmen (46%) bereits aktiv über ihre ESG-Maßnahmen berichtet und 43% sich auf die CSRD vorbereitet fühlen. In Deutschland liegen diese Zahlen mit 41% (ESG-Berichterstattung) beziehungsweise 34% (CSRD-Vorbereitung) niedriger.
Besonders auffällig: Bei der CSRD-Vorbereitung liegt Deutschland mit diesem Wert im europäischen Vergleich im Schlussfeld. Nur Kroatien (32%) und die Niederlande (34%) schneiden ähnlich schwach ab.
Vertrauenslücke zwischen Management und Belegschaft
Die Diskrepanz zwischen der Wahrnehmung von Arbeitgebern und Mitarbeitenden ist in einigen Ländern besonders ausgeprägt. In Frankreich, Großbritannien und Italien beträgt der Unterschied bis zu 22%. Auch in Deutschland ist die Lücke mit 13% deutlich. In Kroatien, den Niederlanden und Finnland hingegen sind Arbeitgeber und Mitarbeitende stärker im Einklang. Viele Unternehmen glauben an ihre eigene Nachhaltigkeitsstory, doch die Belegschaft erwartet konkrete Beweise im Arbeitsalltag. Glaubwürdigkeit entsteht erst, wenn Versprechen auch gelebt werden.
Gerade für deutsche Unternehmen ist eine authentische Nachhaltigkeitskommunikation ein entscheidender Faktor im Wettbewerb um Talente. Die Studie von SD Worx zeigt: Beschäftigte, die ihrem Arbeitgeber in Sachen Nachhaltigkeit vertrauen, empfinden ihr Unternehmen als 12% attraktiver und zeigen höhere Zufriedenheit und Motivation. Umgekehrt steigt bei mangelnder Glaubwürdigkeit das Risiko von Fluktuation. Genauigkeit, Authentizität und Konsistenz sind entscheidend.
Wer echte Geschichten teilt und Taten auf Worte folgen lässt, gewinnt das Vertrauen von Mitarbeiter:innen, Kund:innen und Investor:innen.
Quelle: Pressemitteilung von SD worx
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Mein Name ist Stefan Scheller. In meiner Rolle als Persoblogger und Top HR-Influencer betreibe ich diese Website und das gleichnamige 




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