Der Einstieg ins Berufsleben erfordert derzeit viel Geduld, wie eine aktuelle Stepstone-Analyse von über vier Millionen Stellenanzeigen von Januar 2020 bis April 2025 zeigt: Nach einem Nachfragehoch im Jahr 2021 ist der Anteil der ausgeschriebenen Positionen für Berufseinsteiger:innen seit 2023 im Vergleich zum gesamten Jobangebot bei Stepstone deutlich stärker zurückgegangen. Im ersten Quartal 2025 liegt der Anteil 45% unter dem Durchschnitt der Jahre 2020 bis 2025 und damit sogar unter dem Niveau der ersten Corona-Monate.
Für viele junge Menschen ist die Situation aktuell schwieriger als noch vor zwei bis drei Jahren. Wir durchleben eine wirtschaftliche Schwächephase, aber gleichzeitig bleibt der Fachkräftemangel bestehen. Der demografische Wandel wird den Arbeitsmarkt schon in wenigen Jahren spürbar verschärfen. Deshalb gilt: Wer heute in Nachwuchstalente investiert, sichert sich morgen entscheidende Wettbewerbsvorteile.
Ausbildung mit Vorteilen: Akademiker:innen bewerben sich deutlich häufiger
Junge Hochschulabsolvent:innen stehen aktuell sogar vor größeren Hürden als Gleichaltrige mit abgeschlossener Ausbildung, zeigt eine aktuelle Stepstone-Befragung unter 260 Berufseinsteiger:innen. So verschicken Akademiker:innen unter 30 im Median 40 Bewerbungen, um zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen zu werden. Bewerbende mit Ausbildung kommen schon mit 26 Bewerbungen zum Ziel. Trotz des höheren Aufwands auf Seiten der Akademiker:innen resultieren bei beiden Gruppen im Schnitt nur drei bis vier Bewerbungen in einem Vorstellungsgespräch.
Auch der Zeitaufwand unterscheidet sich: Hochschulabsolvent:innen investieren im Schnitt sieben Stunden in einen Bewerbungsprozess, Ausbildungsabsolvent:innen fünf. Besonders frustrierend: 74% der Akademiker:innen berichten von Ghosting, haben also im Bewerbungsprozess schon einmal überhaupt keine Rückmeldung erhalten. Bei Bewerbenden mit Ausbildung haben 61% diese Erfahrung gemacht.
Strukturwandel bei Einstiegsjobs: Persönlicher Kontakt gefragter als Verwaltungsarbeit
Das Angebot für einen Berufseinstieg hängt außerdem stark von Branche und Beruf ab. Seit 2022 ist der Anteil an Einstiegsstellen vor allem in klassisch administrativen und datenverarbeitenden Tätigkeiten, wie etwa im Vertrieb (-56 %), Personalwesen (-50 %), in der Verwaltung (-34 %) oder im Kundenservice (-20 %) deutlich rückläufig. Gleichzeitig verzeichnen Berufe mit viel direktem Menschenkontakt einen klaren Zuwachs, etwa im Bildungsbereich (+96 %) oder im Handwerk (+52 %).
Junge Menschen sollten nicht aufgeben. Die Jugendarbeitslosigkeit ist im europäischen Vergleich weiterhin sehr niedrig und der demografische Wandel steigert langfristig den Wert ihrer Arbeitskraft: Durch Digitalisierung und wirtschaftliche Transformation entstehen neue, hochwertige Jobs, während die Zahl der Arbeitskräfte sinkt. Unternehmen stehen vor der Herausforderung, junge Talente gezielt auf den Arbeitsmarkt von morgen vorzubereiten. Das erfordert neue Kompetenzprofile für die Ausbildung, etwa die Fähigkeit, mit KI-Tools zu arbeiten, sich in digitalen Umfeldern zurechtzufinden oder souverän mit Veränderungen umzugehen.
Quelle: Pressemitteilung Stepstone
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Mein Name ist Stefan Scheller. In meiner Rolle als Persoblogger und Top HR-Influencer betreibe ich diese Website und das gleichnamige 




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