Auch in diesem Jahr wurde die Belohnungsstudie fortgeführt und befragte 1.264 HR-Verantwortliche dazu, wie sie Benefits oder andere Belohnungen zur Mitarbeitermotivation einsetzen. Einblicke in die Ergebnisse.
Herausforderung bei allen Unternehmen
Betriebe jeder Größenordnung sehen sich mit ähnlichen Grundherausforderungen konfrontiert – besonders wenn es um die Gewinnung und Bindung qualifizierter Mitarbeiter geht. Das Thema Belohnungen hat für alle eine hohe Relevanz.
Die Themen Mitarbeiterbindung und Mitarbeitermotivation haben bei nahezu allen Studienteilnehmern Priorität: 90% der Befragten setzen entsprechende Initiativen bereits um. 89% planen, Strategien im Jahr 2025 neu ein- beziehungsweise fortzuführen.
Trotz dieser grundsätzlichen Bereitschaft stoßen die Befragten in der Praxis aufgrund von Budgetrestriktionen oder Personelle Kapazitäten an Grenzen bei der Umsetzung von konkreten Maßnahmen.
Eine weitere Hürde ist der fehlende Marktüberblick: 24% der Unternehmen haben die sich bietenden Möglichkeiten noch nicht ausgelotet bzw. noch kein passendes Konzept für ihre spezifischen Anforderungen.

Wann Unternehmen Belohnungen einsetzen
Die Bandbreite der Anlässe bleibt über die Jahre weitgehend konstant. Interessant ist jedoch die aktuelle Gewichtung der entsprechenden Maßnahmen durch die HR-Verantwortlichen.
Einen vergleichsweise hohen Stellenwert nehmen dabei die Prämien im Rahmen von Mitarbeiterempfehlungsprogrammen ein.

Schwerpunkt bei Bindung und Motivation
Interessanterweise bilden sich bei den Maßnahmen, die HR für die Bindung und Motivation der Mitarbeitenden einsetzt, Schwerpunktthemen: Versorgung, Gesundheit und Mobilität. Insbesondere die Maßnahme Dienstrad hat noch einmal im Vergleich zum Vorjahr deutlich zugelegt.
Auch Maßnahmen im Bereich Gesundheit, wie beispielsweise die Psychische Gefährdungsbeurteilung (PGB) steigen an. Obwohl diese im Arbeitsschutzgesetz vorgeschrieben ist, kommt sie in 2025 dennoch nur bei 46% der befragten HR-Verantwortlichen im Unternehmen zum Einsatz.

Bedeutung von Benefits für Recruiting eher hoch
Ganze 83% der an der Befragung teilnehmenden schätzen Benefits als wichtig bis sehr wichtig für den Erfolg im Recruiting ein. Sie bringen diese daher aktiv im Rahmen der Personalgewinnung ins Gespräch.
Bedeutung von Wertschätzungsplattformen
In den letzten Jahren entstand ein ganzer Markt rund um sogenannte Wertschätzungsplattformen. Dabei werden -teilweise automatisiert- Wertschätzung und Anerkennung ausgespielt, vor allem dort, wo persönliches Lob zu selten stattfindet. Dabei versprechen diese Plattform, dass sie die Hemmschwellen für Wertschätzung im Unternehmen senken und sie als wichtigen Teil der Unternehmenskultur implementieren.
In Summe ist aber die Bekanntheit solcher Plattformen deutlich ausbaufähig: So kennen 36% der Befragten überhaupt keine solche Wertschätzungsplattform.

Erholung und Leistungserhalt
Erholung und Leistungserhalt zählen heute zu den zentralen Herausforderungen im Arbeitsalltag – aus mehreren Gründen: Die Arbeitswelt ist geprägt von steigender Komplexität, ständiger Erreichbarkeit und hoher mentaler Belastung.
Viele Mitarbeitende stoßen dabei schnell an ihre Grenzen. Studien zeigen einen deutlichen Anstieg psychischer Belastungen, von chronischem Stress bis hin zu Burnout. Ohne regelmäßige Erholungsphasen sinken Leistungsfähigkeit, Motivation und Konzentration, während Fehleranfälligkeit und Krankheitsausfälle zunehmen.
Parallel dazu verändern flexible Arbeitsmodelle wie Homeoffice, Gleitzeit oder projektbasierte Zusammenarbeit die Art der Zusammenarbeit. Sie eröffnen neue Freiheiten, verlangen aber auch ein hohes Maß an Selbststeuerung. Ohne klare Trennung von Arbeit und Freizeit droht eine Kultur ständiger Verfügbarkeit – mit entsprechenden Folgen für Gesundheit und Produktivität.
Vor diesem Hintergrund hat die Belohnungsstudie auch untersucht, wie Unternehmen Erholung und Regeneration konkret fördern und wo noch Handlungsbedarf besteht.

Unbezahlter Urlaub und Sabbaticals hoch im Kurs
Besonders beliebt ist hierbei die Möglichkeit eines unbezahlten Urlaubs oder Sabbaticals, die von knapp der Hälfte der befragten HR-Verantwortlichen eingesetzt wird.
Eher gering fällt mit nur 8 % Nutzung die steuerlich begünstigte Erholungsbeihilfe aus – ein Hinweis darauf, dass dieses Instrument entweder noch zu wenig bekannt ist oder in der Praxis nur schwer umzusetzen scheint. Hierbei handelt es sich gemäß § 40, 2, 3 EStG um einen zweckgebundenen Zuschuss, den Arbeitgeber ihren Mitarbeitern zur Förderung der Erholung gewähren können.
Sie ist sozialabgabenfrei und steuerlich begünstigt, da der Arbeitgeber dafür lediglich eine pauschale Lohnsteuer von 25% (zuzüglich Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer auf die 25%) entrichtet, während die Zahlung für den Arbeitnehmer steuerfrei bleibt.
Der maximale Freibetrag beträgt 156 Euro im Jahr für den Arbeitnehmer, zusätzlich 104 Euro für seinen Lebens-/Ehepartner und 52 Euro für jedes auf der Lohnsteuerkarte eingetragene Kind.
Veränderung des Budgets für Belohnungen
Drei Viertel der HR-Verantwortlichen (75%) halten die Budgets für Belohnungen auf dem bisherigen Niveau, 18% planen hingegen sogar eine Aufstockung. Nur bei 6% sind Kürzungen vorgesehen.
Auf die Frage, welche durchschnittlichen Wert die Unternehmen in 2025 durchschnittlich zur Motivation und Bindung je Mitarbeitendem und Monat ausgeben, liegt der Wert für 2025 bei geschätzten 97 Euro.
Fazit zur Belohnungsstudie 2025
Die Ergebnisse der Belohnungsstudie 2025 machen deutlich: Maßnahmen zur Mitarbeiterbindung und -motivation sind fest in der strategischen Ausrichtung von Unternehmen verankert.
90% der Befragten setzen entsprechende Initiativen um, 89% planen deren Fortführung oder Einführung im laufenden Jahr 2025. Die konstant hohen Werte über mehrere Jahre hinweg lassen darauf schließen, dass sich Investitionen in diesem Bereich bewährt haben. Sie gelten nicht mehr als kurzfristige Maßnahmen, sondern als wesentlicher Bestandteil einer langfristig orientierten Personalstrategie.
Dennoch zeigt sich in der praktischen Umsetzung ein differenziertes Bild: Unternehmen stoßen nach wie vor auf Herausforderungen, insbesondere durch begrenzte Budgets (50%) und Personalmangel (41%).
Zusätzliche Hemmnisse wie fehlende Marktkenntnisse oder administrativer Aufwand, etwa bei steuerlich geförderten Maßnahmen wie der Erholungsbeihilfe, erschweren die Umsetzung – trotz des offensichtlichen Potenzials dieser Instrumente.
PERSOBLOGGER.DE überzeugt HR als Info-Medium
Nach den bevorzugten HR Fachblogs gefragt, die von den HR-Verantwortlichen zur Recherche genutzt werden, überzeugt mein HR-Portal PERSOBLOGGER.DE in diesem Jahr besonders. Ganze 45% sehen eine deutliche Relevanz – die Top-Nennung unter den aufgelisteten Blogs (Freitextangaben waren ebenfalls möglich).

Wir sagen ganz herzlich DANKE!!
Und wer noch keinen wöchentlichen HR-Content-Newsletter abonniert hat, kann dies jetzt nachholen.
>> Download der Belohnungsstudie 2025 auf der Website von BONAGO
Mein Name ist Stefan Scheller. In meiner Rolle als Persoblogger und Top HR-Influencer betreibe ich diese Website und das gleichnamige 




Newsletter