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Fast die Hälfte aller Freelancer denkt ans Auswandern: Deutschland verliert seine KI-Talente

Freie Expert:innen, die an vorderster Front der digitalen Entwicklung stehen, denken über eine Zukunft außerhalb Deutschlands nach. So kommt eine aktuelle Umfrage von freelancermap, der größten Freelancing-Plattform im deutschsprachigen Raum, zum Ergebnis, dass sich die Stimmung unter den Freelancern zwar leicht verbessert, trotzdem viele von ihnen darüber nachdenken, Deutschland zu verlassen. Somit wandert auch das Know-how aus der Bundesrepublik ab, was gerade in der derzeitigen KI-Transformation fatale Folgen haben kann.

Auswanderungspläne trotz positiverer Tendenz

So ziehen 48% der insgesamt 1752 befragten Freelancer einen Umzug ins Ausland in Betracht. 9% haben den Schritt bereits vollzogen, weitere 8% planen ihn konkret. Im Vergleich zur Vorjahresbefragung verbessern sich die Werte zwar leicht (2024: 54% in Erwägung, 14% mit konkreten Plänen), doch die strukturellen Probleme bleiben: fehlende Rechtssicherheit, steuerliche Belastung und mangelnde politische Perspektiven für Selbstständige.

Es gibt dabei auch positive Entwicklungen: Lag 2024 der Anteil derer, für die eine Auswanderung nicht infrage kommt, bei nur 22%, erhöhte sich dieser Wert nun deutlich auf 35%.

KI-Abwanderung droht

Deutschland könnte ein starker KI-Standort sein, die Voraussetzungen sind da: Laut Freelancer-Kompass 2025, der größten Befragung von Freelancern, Freiberuflern und Selbstständigen im deutschsprachigen Raum, setzen sich 77% der Freelancer mit KI-Tools auseinander. Bei den Auswanderungswilligen sind es laut aktueller Umfrage sogar 93%. Gerade im Bereich KI sind viele Freelancer tätig. Das macht ihre potenzielle Abwanderung besonders kritisch für den Innovationsstandort. Noch sagt mit etwa 77% die Mehrheit der Kund:innen, teilweise bis hauptsächlich für Kunden in Deutschland zu arbeiten. Ganze 18% geben an, derzeit kein Projekt zu haben, weitere sechs Prozent arbeiten hauptsächlich für Kunden aus dem Ausland.

Politik schreckt ab, Ausland lockt

Sowohl bei der Umfrage 2024 als auch in der aktuellen Ausgabe gab etwa jeder zehnte Freelancer an, bereits ausgewandert zu sein. Unter den Befragten sind dafür mit 42% die besseren Lebensbedingungen das Hauptargument. Dahinter folgen mit knapp 38% steuerliche Vorteile, circa 37% nannten politische oder gesellschaftliche Gründe. Neben dem Wunsch nach weniger Bürokratie (34%) gab noch jede:r vierte Solo-Selbstständige die geringere Gefahr der Scheinselbstständigkeit (25%) an und jede:r fünfte bessere berufliche Chancen (20%).

Es braucht eine politische Wende

Wenn fast jede:r zweite Freelancer darüber nachdenkt, Deutschland zu verlassen, ist das kein individuelles Problem mehr, sondern ein strukturelles Versagen. Freelancer wollen arbeiten, gestalten, mit KI vorangehen. Aber sie stoßen auf politische Hürden, wo eigentlich Rückenwind nötig wäre. Dabei ist Freelancing nicht weniger als ein Zukunftsmodell und Innovationsbringer. Wir müssen es ermöglichen, das genau diese Menschen, die Verantwortung übernehmen, sich weiterbilden, Innovation leben, dass auch in Deutschland tun können.

Quelle: Pressemitteilung freelancermap

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Stefan Scheller

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