AVAILY - New Work Konzepte

AVAILY: New Work Konzepte smart umsetzen

Der Büro-Immobilienmarkt folgt verschiedenen Trends. Einerseits werden Mitarbeitenden nach den Corona-Jahren mit unbegrenzt Homeoffice nunmehr häufig wieder ins Office zurückbeordert. Andererseits schließen beispielsweise zahlreiche Banken Filialen. Um neuartige Coworking Konzepte umzusetzen und attraktive Angebote für Mitarbeitende und Unternehmen gleichermaßen anzubieten, will das Startup AVAILY smarte New Work Konzepte etablieren. Meine Neugier war geweckt und Niklas Meyer, Co-Founder stand Rede und Antwort.

Was bietet AVAILY?

Hallo Niklas, magst Du Dich und AVAILY bitte kurz vorstellen?

Ich bin Niklas, Co-Founder und Vorstand und bei AVAILY für die Software zuständig. AVAILY ist eine digitale Plattform, mit der wir Eigentümer:innen von Arbeitsflächen die Möglichkeit geben, ihre Arbeitsflächen unkompliziert und einfach buchbar zu machen, egal ob Schreibtische, Meetingräume, ganze Büros, oder sogar Parkplätze. Die Eigentümer:innen entscheiden dann mit nur einem Klick, wer welche Arbeitsflächen zu welchen Konditionen buchen kann – oder eben nicht.

Das können erstens die eigenen Mitarbeitenden sein, die gewünschte Flächen natürlich umsonst buchen, zweitens Mitarbeitende von Partnerunternehmen, Kunden, Lieferanten, Nachbarn oder sonstigen kooperierenden Unternehmen, die gewünschte Flächen im Rahmen von partnerschaftlichen Vereinbarungen buchen, und drittens -wenn gewünscht- auch externe Gäste, die die gewünschte Fläche entgeltlich buchen und für die AVAILY den gesamten Abrechnungsprozess fix übernimmt.

AVAILY bringt alle diese Nutzergruppen auf einer Plattform zusammen, sodass die Eigentümer:innen ihre Flächen ganzheitlich auslasten, im AVAILY Manager verwalten und in unserem Analytics Dashboard analysieren können.

Welche Herausforderungen löst Ihr mit Eurem Angebot?

Wir wollen das Filialsterben von Regionalbanken verhindern und lokale Bankfilialen wieder zu wichtigen Zentren der Zusammenkunft in ihren Regionen machen.

Energiekosten, Inflation, Digitalisierung und New Work schaffen neue Rahmenbedingungen für das Filialnetzwerk der Genossenschaftsbanken. Der Trend weg vom Lokalbankengeschäft macht es schwierig, lokale Filialen aufrecht zu erhalten, die lokale Präsenz nimmt ab, der Leerstand von Filialen nimmt zu. Das können sich viele Banken nicht mehr leisten und schließen daher ihre Filialen, als erstes natürlich im regionalen Raum. Dabei ist es so wichtig, dass Regional- und Genossenschaftsbanken gerade in schwierigen Zeiten als Partner vor Ort präsent sind.

Mit AVAILY haben wir eine innovative Lösung entwickelt, mit der Regionalbanken diesen leerstehenden Filialen wieder Leben einhauchen können. Eigene Mitarbeitende können sich im gesamten Filialnetz einen passenden Arbeitsplatz suchen und buchen, Genossenschaftsmitglieder und Kunden können einen geeigneten Arbeitsplatz vor Ort als kostenlosen Service in Anspruch nehmen, und externe Gäste können entgeltlich einen Arbeitsplatz mieten, direkt bei sich vor Ort. Dadurch wird die Filiale wieder zu einem lebendigen Ort, was unabdingbar ist für das Image der Genossenschaftsbanken, und außerdem wieder zu einem wertvollen und aktiven Point-of-Sales.

New Work Konzepte

Was genau versteht Ihr unter „New Work Konzepte“?

New Work Konzepte sind so vielfältig wie die Unternehmen, die sie umsetzen wollen, daher ist es schwierig, New Work zu definieren oder die Konzepte zu vereinheitlichen. Die Anforderungen an ein Konzept und die Gegebenheiten von Immobilien sind über Unternehmen und Anwendungsfälle hinweg sehr verschieden.

Für uns ist es wichtig, dass wir grundsätzlich in der Lage sind, auf verschiedene Anforderungen zu reagieren, und deshalb sagen wir auch, dass wir „jedes New Work Konzept“ ermöglichen können. AVAILY ist sehr flexibel einsetzbar und kann in verschiedensten Use Cases verwendet werden, wir erörtern beispielsweise auch Lösungen für Unternehmens-Campi und sind in dem ein oder anderen Coworking-Space live.

New Work ist aber doch mehr als nur der Arbeitsplatz?

Ja, das ist richtig. Es geht vielmehr darum, eine neue Art der Büroarbeit zu kultivieren. Das hört man momentan ja auch von allen Seiten, von Unternehmen wie Experten.

Mit Hinsicht auf die Unternehmen, die New Work Konzepte umsetzen wollen, fehlt da vielleicht noch ein wenig der Mut. Es geht bei New Work nicht darum, ob wir jetzt „Flex Desk“ oder „Hot Desk“ sagen und dass wir jetzt nicht mehr über Excel Raumpläne erstellen, sondern durch Outlook den Meetingraum im Kalender blocken. Es geht um die Philosophie dahinter, die viele Unternehmen noch nicht wahrzunehmen scheinen, jetzt, wo wir häufig doch wieder bei der Vier-Tage-Anwesenheitspflicht im Büro angekommen sind.

Es geht vielmehr darum, dass wir bei zunehmender Flexibilisierung der Arbeitszeiten auch eine Flexibilisierung der Arbeitsorte erreichen müssen. Und um das in bestehenden oder sogar geplant schrumpfenden Arbeitsflächen zu erreichen, benötigt es Sharing Economies, die über das eigene Unternehmen hinausgehen. Wir „sharen“ Mietautos, City-Scooter und Smokings mit anderen Menschen, warum „sharen“ Unternehmen nicht auch ihre Büros mit anderen Unternehmen?

Büroarbeitsplatz der Zukunft

Wie sieht aus Eurer Sicht der Büroarbeitsplatz der Zukunft aus? Wie unterscheidet er sich von den heutigen?

Es gibt nicht mehr „den einen“ Büroarbeitsplatz der Zukunft. Der Arbeitsplatz der Zukunft ist kein fester physischer Ort, sondern eine bewusste Entscheidung für eine gewisse Tätigkeit. Für uns bedeutet das vor allem, dass sich die Art und Weise verändert, wie Menschen das „ins-Büro-gehen“ wahrnehmen. Der Arbeitsplatz der Zukunft folgt der Tätigkeit, nicht mehr andersherum.

Während viele Unternehmen scheinbar weiterhin der Meinung sind, sie haben ihre Mitarbeitenden nur vor Ort wirklich unter Kontrolle -was natürlich Quatsch ist: Wenn ich während der Arbeitszeit eh nur Solitär spiele, tue ich das genauso auch im Büro! Da haben wir während Corona gesehen, dass die Produktivität durchaus steigen kann.

Mitarbeitende entscheiden sich viel bewusster für den Arbeitsplatz auf Basis ihrer geplanten Tätigkeiten für den Tag. Muss ich in Ruhe mal was wegarbeiten? Dann suche ich mir ein stilles Einzelbüro oder bleibe sogar zu Hause. Benötige ich Unterstützung von Kolleginnen und Kollegen, oder brauche ich kreativen Input? Dann gehe ich ins Büro, am besten in den Großraum mit ad-hoc Meetingraum nebenan.

Daraus folgen zwei Dinge: „Das Büro“ wird vielmehr zu einem Ort der Kollaboration und kreativen Zusammenkunft als zum „Arbeitsplatz„. Und Unternehmen müssen in der Lage sein, ihren Mitarbeitenden die richtigen Räume für die richtigen Tätigkeiten zur Verfügung zu stellen, und ihnen unkomplizierte digitale Infrastruktur an die Hand geben, um sich diesen richtigen Platz zu organisieren. Autonomie lautet das Stichwort der Zukunft!

Impact durch die Corona-Pandemie

Die Corona-Pandemie hat den Umgang mit mobiler Arbeit massiv verändert. Zahlreiche Unternehmensgebäude stehen seither teilweise leer. Wie wirkt sich das auf Euer Geschäftsmodell aus?

Gerade die Entwicklung nach der Corona-Pandemie hat unsere Geschäftsidee natürlich beflügelt. Mit unserer Idee der Sharing Economies wollen wir den Leerstand von Büroflächen in Unternehmen reduzieren und die leerstehenden Flächen innovativer und gemeinschaftlich nutzbar machen.

Insbesondere bei Regionalbanken verfolgen wir dieses Ziel, und insbesondere im regionalen Raum. Viele in unserem Gründerteam kommen vom Dorf und kennen die besondere Rolle, die die lokale Bank spielt. Daher versuchen wir, diese Flächen wiederzubeleben und die Kosten für die Genossenschaftsbanken zu amortisieren, sodass die regionalen Filialen auch nach der Corona-Pandemie erhalten werden können.

Immobilien-Entwicklung

Wie seht Ihr die zukünftigen Entwicklungen auf dem Immobilienmarkt mit Blick auf Arbeitsplätze? Gibt es zu erwartende Trends?

Natürlich sehen wir auch die üblichen Trends von Platzoptimierung und Verschlankung, von Coworking und Umnutzungen. Was wir bisher nur sehr wenig sehen, sind tatsächliche Mischnutzungen, wo Büroflächen von verschiedenen Unternehmen geteilt werden, davon erhoffen wir uns in der Zukunft mehr.

Der Trend, der für uns die wahrscheinlich größte Rolle spielt, ist aber die Dezentralisierung. In den großen Ballungszentren sehen wir überall neue Coworking-Konzepte, große, glitzernde Office Spaces, die vor allem Freelancer anlocken, aber sie alle leiden unter demselben Problem: Ich muss dafür erst ins Ballungszentrum.

Wenn ich einen ruhigen Schreibtisch oder einen gut ausgestatteten Meetingraum für eine bestimmte Tätigkeit brauche, muss ich mich auf den Weg machen. Wenn ich als Berufspendler also eh schon auf der Straße oder im ÖPNV unterwegs bin, dann kann ich auch gleich in das Büro meines Unternehmens fahren, warum sollte ich an einen dritten Arbeitsort fahren?

Diese flexiblen Arbeitsorte -der kurzfristig verfügbare Meetingraum, der ruhige Schreibtisch weit weg von meiner lärmenden Nachbarschaft- werden dort gebraucht, wo Menschen leben, und das ist eben nicht zentral in der Stadt, sondern im regionalen Raum. Eben dort, wo auch Regionalbanken ihre Filialen mit eben diesem Ziel aufgestellt haben.

Nachhaltigkeit und persönliche CO2 Einsparungen

Ihr bietet einen Rechner an, der die persönlichen CO2-Einsparungen durch die Nutzung Eurer Angebote grafisch darstellt. Wie genau dürfen wir uns das vorstellen? Was ist das Ziel dahinter?

Das ist richtig. Mithilfe unseres Analytics Dashboards generieren wir Auslastungs- und Nutzungsdaten für Eigentümer:innen von Flächen, und mithilfe des integrierten CO2-Trackers sind wir in der Lage, CO2-Einsparungen zu visualisieren.

Derzeit nutzen wir unseren Algorithmus, um mit den angegebenen Flächeninformationen den Strom- und CO2-Verbrauch der angegebenen Flächen zu berechnen und dann das durch Leerstandsvermeidung eingesparte und somit nicht verschwendete CO2-Potential zu messen.

In einem weiteren Schritt entwickeln wir diesen Algorithmus derzeit weiter, um auch die eingesparten oder reduzierten Pendlerwege unserer User zu berechnen -natürlich DSGVO-konform-, wenn diese anstatt den langen Weg ins Büro auf sich zu nehmen, wohnortnahe dritte Arbeitsorte wie die lokale Filiale der Genossenschaftsbank in Anspruch nehmen.

Wie sich AVAILY weiterentwickelt

Welche Planungen habt Ihr für AVAILY in 2024 sowie in den nächsten Jahren?

In erster Linie wollen wir unser sehr erfolgreiches Pilotprojekt mit der VR Bank Südpfalz in Landau auf weitere Filialen ausweiten, neue Genossenschaften hinzugewinnen und auch bei Unternehmenskunden der Genossenschaftsbanken Pilotprojekte entwickeln. Darüber hinaus sind wir auf der Suche nach Partnern und Investoren, die unsere Vision teilen und AVAILY strategisch und finanziell unterstützen. Bisher sind wir komplett eigenfinanziert und brauchen für weitere Schritte mehr „People Power„.

Vielen Dank für Deine Antworten, Niklas. Für Euer Startup AVAILY weiterhin viel Erfolg! 

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Über den Interviewten

Niklas Meyer ist eigentlich promovierter Finanzwirt und arbeitet in seinem ‘Day Job’ als Forscher im Finanzbereich. Von dort bringt er zwei Dinge für seinen ‘Night Job’ als Vorstand von AVAILY mit: Einerseits das Verständnis für Programmierung und Datenarbeit, und andererseits, dass hybrides Arbeiten nicht nur für Forschende und Freiberufler einfach, schnell und flexibel möglich sein sollte.

>> LinkedIn-Profil von Niklas Meyer

>> Website von AVAILY

Stefan Scheller

Autor und Speaker Persoblogger Stefan SchellerMein Name ist Stefan Scheller. In meiner Rolle als Persoblogger und Top HR-Influencer (Personalmagazin 05/22) betreibe ich diese Website und das gleichnamige HR Praxisportal. Vielen Dank für das Lesen meiner Beiträge und Hören meines Podcasts Klartext HR!

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