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Mehr Geld im Job kommt durch Beförderungen – Studie 

Während des Erwerbslebens sind 50% der Verdienststeigerungen allein auf Beförderungen zurückzuführen, die an die Arbeitnehmer höhere Anforderungen stellen. Diese umfassen komplexere Aufgaben, größere Selbstständigkeit bei der Ausführung sowie ein Plus an Verantwortung. Diese neue Sichtweise auf Lohn- und Gehaltsstrukturen veröffentlicht das EPoS Economic Research Center, eine Kooperation der Universitäten Bonn und Mannheim, in dem Diskussionspapier „Job levels and Wages„.

Gehälter teils stark unterschiedlich trotz ähnlicher Aufgaben

Das Diskussionspapier stellt fest, dass die Stellenanforderungen hinsichtlich der Ausführung von beruflichen Tätigkeiten für die bezahlten Löhne und Gehälter auffällig relevant sind. Das bedeutet, selbst wenn Arbeitnehmer denselben Beruf mit ähnlichen Aufgaben ausüben, kann sich ihr Verdienst deutlich unterscheiden.

In den USA und Deutschland teilen sich die meisten Arbeiter und Angestellten, die zwar denselben Beruf ausüben, typischerweise noch auf drei verschiedene Anforderungsniveaus auf. Die Ergebnisse zeigen, dass Arbeitnehmer für Tätigkeiten bezahlt werden, die folgende Schlüsselkriterien beinhalten: komplexere Ausführung von Aufgaben, mehr Verantwortung sowie Autonomie – inwiefern Regeln befolgt werden müssen.

Zwei Bäcker, zwei Profile

Die Unterscheidung nach Stellenanforderungen zeigt sich am Beispiel von zwei Bäckern: Während der eine sich exakt an Rezepte und Backregeln hält, wenn er Zutaten mischt und den Teig backt, mischt eine andere Person ebenfalls Zutaten und backt den Teig – zusätzlich entwickelt er oder sie aber auch neue Rezepte und passt Zutaten und Backvorgang an. Beide üben berufliche Aufgaben des Bäckers aus. Ihre Autonomie und Verantwortung und damit ihre Stellenanforderungen sind allerdings verschieden.

Bildung eröffnet Chancen

Die EPoS-Ökonomen stellen fest, dass die meisten Arbeitnehmer:innen im Job aufsteigen, ohne den Arbeitgeber zu wechseln. Wer besser ausgebildet ist, wird schneller befördert. Die Auswertung zeigt, dass die Bildungsrendite (return to college education), das heißt der Lohnunterschied zwischen Arbeitnehmenden mit und ohne Hochschulabschluss, bei 54% liegt. Dies bedeutet nicht, dass Arbeitnehmer:innen mehr verdienen, weil sie einen Hochschulabschluss haben. Allerdings eröffnet der Abschluss die Chance, Stellen mit anspruchsvolleren Anforderungen zu erreichen.

Gender Pay Gap“ ist „Promotion Gap

Die jüngste EPoS-Forschung zeigt zudem, dass der Verdienstunterschied zwischen Frauen und Männern weitgehend auf ein Beförderungsgefälle zurückzuführen ist sowie unterschiedliche Karrieredynamiken: Beginnend mit circa 30 Jahren geraten Frauen gegenüber ihren männlichen Kollegen beim beruflichen Aufstieg ins Hintertreffen. Während männliche Arbeitnehmer weitere zehn bis fünfzehn Jahre lang auf der Karriereleiter vorankommen, stockt die Karriere von Frauen. In Deutschland reduzieren in der Regel Frauen ihre Arbeitszeit in der Mitte der Karriere: Sie gehen in Mutterschaftsurlaub, in Teilzeit oder in Jobs, die sich besser mit der Familie vereinbaren lassen.

Karrierebremse Teilzeit

In unserem Modell der Karriereleiter bedeutet Teilzeit eine geringere Investition in die eigene Karriere. Dies führt zu einer dynamisch ansteigenden Karrierelücke und schlägt sich im weiteren Verlauf im Verdienstabstand nieder. Das geschlechtsspezifische Verdienstgefälle hat seine Wurzeln also früh im Arbeitsleben, wenn noch gar keine Gehaltsunterschiede auftreten. Die unterschiedlichen Karrierewege werfen allerdings einen langen Schatten auf das spätere Berufsleben.

Administrative Daten in den USA und Deutschland ausgewertet

Bisher war eine systematische Analyse des Zusammenhangs zwischen Stellenanforderungen und Verdienst nicht möglich, da keine entsprechenden Daten vorlagen. Die EPoS-Wirtschaftsforscher verwenden administrative Daten mit Informationen zu Arbeitgebern und Arbeitnehmenden. Sie untersuchten die verschiedenen Wellen zur Verdienststrukturerhebung von 2006 bis 2018 für Deutschland sowie die BIBB/BAuA-Erwerbstätigenbefragung (20.000 Befragte). Für die USA verwendeten die Autoren Daten aus der National Compensation Survey (NCS) des Bureau of Labor Statistics (BLS).

Das vorgestellte Diskussionspapier ist eine Publikation des Sonderforschungsbereichs (SFB) Transregio 224 EPoS. Die vollständige Studie finden Sie hier: Job Levels and Wages (crctr224.de)

Quelle: Pressemitteilung CRC TR 224 EPoS

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Stefan Scheller

Autor und Speaker Persoblogger Stefan SchellerMein Name ist Stefan Scheller. In meiner Rolle als Persoblogger und Top HR-Influencer (Personalmagazin 05/22) betreibe ich diese Website und das gleichnamige HR Praxisportal. Vielen Dank für das Lesen meiner Beiträge und Hören meines Podcasts Klartext HR!

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