Startup Volunteerio

Startup Volunteerio: Volunteering Plattform für Unternehmen

Das HR-Startup Volunteerio bietet eine All-in-one Onlineplattform für Corporate Volunteering. Mit Gründer Julian Litzbarski unterhalte ich mich über das Unternehmen, seine Services und die Herausforderungen im CSR-Markt.

Was bietet Volunteerio?

Hallo Julian, magst Du Dich und Euer Startup Volunteerio bitte kurz vorstellen?

Na klar! Ich bin Julian und habe gemeinsam mit Adrian, den ich 2019 bei Personio kennengelernt habe, Volunteerio gegründet.

Wir sind eine Corporate Volunteering Plattform und helfen Non-Profits aus den größten Städten Deutschlands ihren Volunteering-Bedarf auf unserer Plattform zu listen. Diese Plattform wird wiederum von Unternehmen genutzt, die ihren Mitarbeitenden mehr Purpose geben möchten und ermöglicht allen Mitarbeitenden via Self-Service schnell und einfach das passende Projekt, basierend auf persönlichen Präferenzen, zu finden.

Während unserer Zeit bei Personio haben wir selbst gemerkt, dass Unternehmen mehr als nur die zusätzlichen Urlaubstage für Volunteering bieten müssen, damit Mitarbeitende wirklich aktiv werden können. Unternehmen, die “lediglich” den Freiraum für Engagement schaffen, merken selbst, dass der Großteil der Beschäftigten (im Schnitt fast 80%) nicht aktiv wird.

Und das liegt nicht daran, dass diese sich nicht engagieren wollen. Ganz im Gegenteil! 89% der Mitarbeitenden wünschen sich Corporate Volunteering vom Arbeitgeber. Sie sind aber maßlos überfordert, wenn es dazu kommt, das passende Projekt dafür zu finden. Und selbst wenn das People & Culture oder CSR-Team dabei unterstützt, sind Präferenzen snd unterschiedlich. Und für alle Mitarbeitenden passende Projekte zu finden, erfordert im Prinzip eine Vollzeitstelle. Dieses Problem möchten wir lösen.

Die Lösung von Volunteerio

Was macht Eure Lösung konkret aus?

Dadurch, dass Non-Profits bislang keine Möglichkeiten hatten, ihren Bedarf an die Unternehmenswelt heranzutragen, hat sich Corporate Volunteering so entwickelt, dass Unternehmen meist einen exakten Tag vorgeben, an dem das gesamte Unternehmen sich auf mehrere Projekte aufgeteilt, engagiert.

Das ist für Non-Profits organisatorisch eine extreme Herausforderung und erzeugt in der Regel mehr Aufwand als Nutzen. Ich möchte allerdings auch betonen, dass Unternehmen dies nicht aus den falschen Beweggründen tun, sondern einfach, weil es auch für sie bislang keine Plattform gab, die hier unterstützt.

Wir möchten den Non-Profits also wieder die Kontrolle zurückgeben, selbst entscheiden zu dürfen, wie viele Volunteers benötigt werden, für welche Tätigkeiten, an welchen Tagen und ob einmalig oder mehrmalig auf mehrere Wochen verteilt.

Wenn wir das erreichen, wird jede Art von Unternehmensengagement nachhaltigen Impact schaffen.

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Herausforderung für Unternehmen

Volunteering ist in Europa noch nicht so stark im Mainstream wie in den USA oder UK. Oft hat das Thema für Arbeitgeber zu wenig Prio. Wie lässt sich das ändern?

Die initiale Reaktion ist oft, dass Corporate Volunteering Ausfallzeiten, mehr Urlaubstage und dadurch Kosten verursacht. Das liegt daran, dass zu wenig über dieses Thema gesprochen und diskutiert wird.

Von Buzzwords wie Diversity, Equity und Inclusion, Employee Engagement, Talent Management sowie Employer Branding ist auf sämtlichen Kanälen die Rede. Von Corporate Volunteering noch nicht.

Wenn wir Corporate Volunteering allerdings genauer unter die Lupe nehmen, sehen wir recht schnell, dass dieser Benefit einen positiven Einfluss hat auf

  • die Zufriedenheit der Mitarbeitenden
  • deren Gesundheit
  • die Soft-Skills im Unternehmen
  • das Teamgefüge
  • die Loyalität der Mitarbeitenden
  • sowie die Employer Brand, die wiederum zu mehr Erfolg im Recruiting führt.

Corporate Volunteering ist also deutlich mehr als “nur ein weiterer Benefit” und die daraus resultierenden Vorteile überwiegen klar und deutlich.

Einbindung in Unternehmensprozesse

Ein wichtiger Faktor für die Akzeptanz bei Unternehmen dürfte die vorhandene Integration in unternehmerische Prozesse darstellen. Stichwort: Bitte keinen Zusatzaufwand. Wie lässt sich dieser minimieren?

Der Aufwand, Corporate Volunteering (unabhängig von uns) einzuführen, ist unfassbar gering.

  1. Die sogenannten Volunteering Stunden, sowie der Genehmigungsprozess dafür sind in Sekundenschnelle im HR-System angelegt.
  2. Alles weitere ist kontinuierliche Kommunikation.

Denn nur wenn Corporate Volunteering wirklich Bestandteil der Unternehmens-DNA wird, wird das Thema zum Erfolg. Und auch hier unterstützen wir durch Beratung und darauf abzielende Initiativen.

Und wir sind in weniger als 24 Stunden startklar.

Aber auch die sozialen Organisationen, die Ihr auf Eurem Online-Marktplatz präsentiert und mit suchenden Unternehmen matcht, müssen ihren Aufwand für diese Orga absolut gering halten. Wie unterstützt Ihr hier?

Zusätzlichen Organisationsaufwand seitens der Non-Profits möchten wir vermeiden. Wie oben beschrieben, gibt es eine Vielzahl an Unternehmen, die hier gerne den Takt vorgeben möchten. So gehen wir allerdings nicht vor.

Der Bedarf, für welche Tätigkeiten Volunteers benötigt werden, wie viele Volunteers benötigt werden und an welchen Tagen die Volunteers benötigt werden, soll und muss immer vom Non-Profit ausgehen. Nur dann kann durch Volunteering nachhaltiger Impact erzeugt werden.

Wir möchten den Bedarf der Non-Profits an hilfsbereite Unternehmen widerspiegeln, diesen aber nicht künstlich erzeugen.

Dadurch hält sich der Aufwand für die Non-Profits in Grenzen und auch das Hochladen der Projekte über unsere Software ist innerhalb weniger Minuten passiert.

Zeit als neues Geld?

In unserem Vorgespräch hast Du das Wort „Zeitspende“ benutzt. Was genau meinst Du damit?

Zeit ist das wertvollste Gut für uns Menschen. Geld können wir anreichern, Zeit steht uns allen allerdings in limitiertem Maße zur Verfügung.

Natürlich sind Geldspenden wichtig für Non-Profits. Sich allerdings aktiv dafür zu entscheiden, seine persönliche Zeit in die Unterstützung eines Non-Profits (und damit für gesamtgesellschaftliche Herausforderungen) zu investieren, steht für mich persönlich über einer Geldspende.

Fakt ist, dass Non-Profits dringend helfende Hände benötigen, gerade weil die Anzahl der Freiwilligen in Deutschland nach 2020 kontinuierlich gesunken ist.

Außerdem weiß jede Person, die sich schon einmal engagiert hat, dass dieses Gefühl “etwas mit einem macht” und deutlich erfüllender ist, als Geld zu spenden.

Gemeinsam mit Kolleg:innen aktiv werden

Ein zusätzlicher Kick wäre es, wenn Volunteering kein privater Task mehr wäre, den eine Person alleine ausführt, sondern wenn es im Unternehmen dafür Gruppen von Personen gäbe. Wie eng liegt Corporate Volunteering und Teambuilding beieinander?

Corporate Volunteering in der Gruppe stärkt die Kommunikation, Empathie und das Verständnis innerhalb einer Gruppe. Es ist allerdings genauso wichtig darüber zu sprechen, dass die Entscheidung, ob man seine Volunteering-Stunden einzeln oder in der Gruppe nutzt, nicht vorgegeben werden sollte.

“Voluntelling” ist in Bezug auf Corporate Volunteering ein Ansatz, der bei Mitarbeitenden nicht gut ankommt. 80% der Mitarbeiter:innen möchten selbst entscheiden, wie sie mit ihren Volunteering Stunden umgehen. Wir empfehlen daher es den Teams immer selbst zu überlassen, ob sie ihre Volunteering Stunden in Gruppen oder einzeln nutzen möchten.

Was sich in der Regel natürlicherweise (also ohne externen Impuls) ergibt, ist, dass sich der Großteil der Mitarbeitenden in kleinen Gruppen zusammentut und sogar auch abteilungsübergreifend Projekte unterstützt.

Den eigenen positiven Impact vergrößern

Wie kommen die Non-Profit-Organisationen auf Euch? Wie und mit wem geht Ihr Partnerschaften ein?

Unsere Partner identifizieren wir zum Teil selbst, mittlerweile hat es sich aber so entwickelt, dass ein Großteil der Non-Profits proaktiv auf uns zukommt. Das liegt vor allem daran, dass wir hauptsächlich von Technologieunternehmen genutzt werden und hier vor allem die Millennials und die Gen Z vertreten sind.

Non-Profits tun sich schwer diese Generationen zum Thema Volunteering zu erreichen und sehen uns hier als Mittel dies zu erreichen.

Bei der Auswahl der Non-Profits sind für uns zwei Dinge wichtig: Es muss

Wie sich Volunteerio weiterentwickelt

Welche weiteren Entwicklungen habt Ihr für Volunteerio geplant?

Bis zum heutigen Zeitpunkt haben wir ausschließlich mit unserem Prototypen, der eine reine Buchungsplattform ist, gearbeitet. Das Produkt alleine kam bereits super an und war für die Validierung dieses Themas extrem hilfreich. Nun ist es aber an der Zeit, das Produkt auf das nächste Level zu bringen.

Unser Team ist ordentlich gewachsen und wir planen ein großes Produkt-Update für Mitte des Jahres.

Hierbei steht vor allem eins im Vordergrund: Corporate Volunteering in die Kultur unserer Kunden zu implementieren. Durch kontinuierliche, positive Anreize möchten wir alle Mitarbeitenden ermutigen, aktiv zu werden. Dies führt im Idealfall dazu, dass unter diesen nicht nur darüber gesprochen wird, wie man seine Urlaubstage verbracht hat, sondern genauso darüber spricht, für welche gemeinnützigen Projekte man sich durch seine Volunteering Stunden engagiert hat!

Vielen Dank für Deine Antworten, Julian. Ich bin gespannt, wie sich Euer Startup Volunteerio weiter entwickeln wird.

Weitere HR-Startups kennenlernen

Über den Interviewten

Julian Litzbarski

 

Julian Litzbarski setzt sich gemeinsam mit Adrian, Felix und Iwo mit Volunteerio dafür ein, dass Unternehmen ihren Mitarbeitenden über ihren Arbeitsalltag hinaus ein Mittel für mehr Selbstverwirklichung und Purpose in die Hand geben. Initial helfen sie hierbei mit ihrer Corporate Volunteering Plattform.

>> LinkedIn-Profil von Julian Litzbarski

>> Website von Volunteerio

 

 

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Stefan Scheller

Autor und Speaker Persoblogger Stefan SchellerMein Name ist Stefan Scheller. In meiner Rolle als Persoblogger und Top HR-Influencer (Personalmagazin 05/22) betreibe ich diese Website und das gleichnamige HR Praxisportal. Vielen Dank für das Lesen meiner Beiträge und Hören meines Podcasts Klartext HR!

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