Wenn Softwareentwickler kündigen

Drei von vier IT-Profis in DACH offen für Jobwechsel – Studienergebnisse

Der IT-Sektor zeichnet sich durch hohe Mobilität aus. Dazu gehört auch eine hohe Jobwechsel-Bereitschaft, wie eine aktuelle Befragung von WeAreDevelopers im DACH-Raum zeigt. Einblicke in die Ergebnisse.

Arbeitgeber kämpfen um IT-Talente

Immer höhere Gehälter, unzählige Benefits und vielleicht noch ein Elektroauto als Firmenwagen obendrauf? Aktuell überbieten sich Unternehmen geradezu beim Versuch, IT-Mitarbeiterinnen und -mitarbeiter an Land zu ziehen. Kein Wunder: Fehlen doch allein in Österreich mehr als 24.000 IT-Fachkräfte – und das allein in diesem Jahr. Für Deutschland sind es rund 96.000.

Drei Viertel aller IT-Fachkräfte offen für Jobangebote

Entwickler:innen zu finden und vor allem zu halten ist umso wichtiger, als sich gut drei Viertel aller IT-Fachkräfte vorstellen können, ihren Arbeitsplatz auch zu wechseln. Zwar suchen nur rund zwölf Prozent aktiv nach einer neuen Stelle, mehr als jeder Dritte (38%) gibt allerdings an, offen für passende Jobangebote zu sein. Weitere 13% können sich einen neuen Job an ihrem aktuellen Wohnort vorstellen, und jeder Zehnte wäre offen für einen Remote Job.

Das zeigt eine aktuelle Focus-Umfrage im Auftrag der Entwicklercommunity WeAreDevelopers, für die eine repräsentative Stichprobe aus 756 IT-Fachkräften aller Levels und Wirtschaftsbereiche in Deutschland, Österreich und der Schweiz befragt wurde.

Infografik Offen für Jobangebote
Quelle: WeAreDevelopers

IT-Sektor zeichnet sich durch hohe Mobilität aus

Zudem zeichnet sich der IT-Sektor durch eine hohe Mobilität aus: 72% aller Developer können sich unter den richtigen Voraussetzungen einen Job im Ausland vorstellen, vor allem, wenn Gehalt und Lebensqualität stimmen und sie dadurch bessere Lebensumstände für sich und ihre Familien erzielen können.

Offenheit und die Bereitschaft zur Mobilität kennzeichnen sind Kernelemente der Denkweise von IT-Fachkräften. Arbeitgeber können sich das zunutze machen, indem sie ihre Recruitingmaßnahmen über die Grenzen des eigenen Landes ausweiten und IT-Spezialisten entweder remote an Bord holen oder sie beim Umzug unterstützen.

Stress und schlechte Atmosphäre als Kündigungsgrund

Wer den Job wechselt, ist jedenfalls nicht unbedingt nur auf mehr Gehalt aus: Zwar geben 34% an, wegen dem Einkommen ihren letzten Job gekündigt zu haben. Aber auch schlechte Arbeitsatmosphäre (30%) und stressige oder ineffiziente Arbeitsbedingungen (29%) sind für Entwicklerinnen und Entwickler ein Grund, ihrem aktuellen Arbeitgeber den Rücken zu kehren.

Infografik Faktoren Jobsuche
Quelle: WeAreDevelopers
Fast jeder Dritte ist auch von der Beziehung zu seinem oder ihrem Vorgesetzten enttäuscht. Eine Kündigung kann übrigens schon ganz am Anfang der potenziellen Mitarbeit passieren: Knapp ein Viertel aller Befragten (24%) würde den Bewerbungsprozess abbrechen, wenn sie das Gefühl haben, dass sie und ihr künftiger Vorgesetzter nicht zusammenpassen.

Wünsche: Tolerante Fehlerkultur und remote Work

Feedback und eine tolerante Fehlerkultur sind in jedem Fall jene Faktoren, die sich die meisten von ihren Vorgesetzten wünschen (44 resp. 42%). Aber auch interne sowie externe Trainings (38%) und die Teilnahme an Developer-Konferenzen (30%) sind Möglichkeiten, wie Führungskräfte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der IT unterstützen können.

Infografik Unterstützungsformen
Quelle: WeAreDevelopers

Ebenfalls ein Muss für Developer: Die Möglichkeit zu Remote Work. Ob im Home Office, Coworking-Space oder direkt vor Ort beim Kunden, 47% aller Programmiererinnen und Programmierer möchten nicht tagein, tagaus im Büro arbeiten. Gut jeder Zehnte (12%) würde sogar den Bewerbungsprozess abbrechen, wenn remote arbeiten nicht möglich ist, obwohl es im Inserat angeführt wurde.

Dafür haben sie gute Gründe: Viele haben keinen Rückzugs- oder Ruheort, müssen lange Pendelzeiten in Kauf nehmen oder werden in ihrer Konzentration von Kolleg:innen gestört, die sich neben ihnen zu laut unterhalten.

Infografik Nachteile Büro
Quelle: WeAreDevelopers

Klare Trennung zwischen Arbeit und Privatleben

Umgekehrt sind es gerade die Kolleginnen und Kollegen, die man bei der Anwesenheit am Büro schätzt – ebenso wie die klare Trennung zwischen Beruf und Freizeit: 54% wünschen sich, dass ihr Arbeitgeber die Grenze zwischen ihrem Arbeits- und Privatleben respektiert. Sie möchten zum einen konzentriert arbeiten können, schätzen aber auch Gesellschaft und den persönlichen und fachlichen Austausch. Arbeitgeber, die das berücksichtigen und sie noch dazu mit spannenden Projekten und verständnisvollen Vorgesetzten überzeugen können, haben im Wettbewerb um die besten Köpfe gute Chancen.

Über die Studie und Download

Für die vorliegende Studie hat das Marktforschungsinstitut Focus im Auftrag von WeAreDevelopers im April 2022 eine repräsentative Stichprobe von 756 IT-Fachkräften aller Levels und Wirtschaftsbereiche in Deutschland, Österreich und der Schweiz befragt.

> Kompletter Bericht mit allen Ergebnissen der wearedeveloper Studie zum kostenfreien Download. 

Quelle: Pressemeldung WeAreDevelopers

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Stefan Scheller

Autor und Speaker Persoblogger Stefan Scheller

Mein Name ist Stefan Scheller. In meiner Rolle als Persoblogger und Top HR-Influencer (Personalmagazin 05/22) betreibe ich diese Website und das gleichnamige HR Praxisportal. Vielen Dank für das Lesen meiner Beiträge und Hören meines Podcasts Klartext HR!

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2 Antworten

  1. Sich vorstellen zu können, den Job zu wechseln und den Job dann wirklich zu wechseln sind völlig unterschiedliche Dinge. Diese HR-Studien gibt es zu 1000-fach und die wenigsten sagen wirklich etwas aus. Ist auch immer die Frage, wer die Studien in Auftrag gibt und was damit erreicht werden soll.

    1. Das sehe ich ähnlich. Meist sind ja die qualitativen Aussagen deutlich spannender als die reinen Zahlen. So auch hier.
      Und mein Credo lautet sowieso: Nicht die absolute Wahrheit in Studien oder Infografiken reininterpretieren, Kontext beachten und Vorsicht walten lassen.
      Verbindlich in die Zukunft sehen kann niemand.

      Danke für Deinen Kommentar!

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