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HR Startup Interview Dienstzimmer.com mit Patrick Meier

Dienstzimmer.com – Bewertungsportal und Jobportal für Pflegekräfte

Was tun, wenn Arbeitgeberbewertungsportale wie kununu und glassdoor für Pflegekräfte nicht spezifisch und damit nicht relevant genug sind? Genau: Man gründet ein eigenes Bewertungsportal für Arbeitgeber in der Pflege-Branche. Auf Dienstzimmer.com finden Jobsuchende und Unternehmen zusammen, verspricht Startup-Mitgründer Patrick Meier und gibt Einblicke, was es heute bedeutet in der Pflege zu arbeiten.

Was bietet Dienstzimmer.com?

Hallo Patrick, magst Du Dich und Euer Startup Dienstzimmer.com bitte kurz vorstellen?

Ja gerne, ich bin Patrick Meier, Vater von zweijährigen Zwillingen, arbeite seit 15 Jahren in der Pflege und bin der Ideengeber und einer von drei Gründern bei Dienstzimmer.com.

Mit Dienstzimmer.com stellen wir die Personalsuche im Pflegebereich auf dem Kopf, indem wir eine Plattform entwickelt haben, auf der Pflegekräfte ihren Arbeitgeber bewerten können und im gleichen Zug sich Arbeitgeber bei den registrierten Pflegekräften bewerben.

Ein kununu & glassdoor für Pflegekräfte

Was hat Euch angetrieben mit Dienstzimmer.com eine Art spezialisiertes kununu bzw. glassdoor zu launchen?

Auf die Idee zu Dienstzimmer.com bin ich gekommen, als ich auf der Suche nach einem neuen Arbeitgeber war. Mir ist aufgefallen, dass es keine Möglichkeit gibt, verlässlich herauszufinden, wie gut oder schlecht eine Einrichtung ist oder wie die Arbeitsumstände dort sind.

Auf Erzählungen kann man sich nicht verlassen. Wenn über Arbeitgeber in der Pflege gesprochen wird, werden meist nur die negativen Seiten aufgezeigt. Die wirklich guten Arbeitgeber bleiben oft auf der Strecke, was ich sehr schade finde.

Bekannte Bewertungsplattformen wie zum Beispiel Kununu sind für Pflegekräfte nicht wirklich relevant. Die Bewertungskriterien sind dort einfach zu verallgemeinert. Aus diesem Grund hatte ich mich entschieden eine spezialisierte Bewertungsplattform zu entwickeln mit Kriterien, auf die Pflegekräfte achten.

Fachkräftemangel in der Pflege

Insbesondere im Bereich Pflegekräfte wird seit Jahren über einen Fachkräftemangel geklagt. Wie erlebst Du die Gründe dafür?

Das Thema Pflegenotstand gibt es schon seit Jahrzehnten. Der Begriff wurde zum ersten Mal in den 1960er und 70er-Jahren verwendet. So lange ist bereits bekannt, dass es zukünftig eng werden wird, wenn sich nichts ändert. Meiner Meinung nach ist der Hauptgrund, dass der Beruf viel zu lange viel zu schlecht vergütet wurde.

Als Pflegekraft hat man täglich mit Schmerz, Leid und Tod zu tun. Man hat die Verantwortung für die Sicherheit vieler Pflegebedürftiger und muss zu jederzeit hoch konzentriert sein, wenn empfindliche Beatmungsgeräte und Ähnliches bedient werden. Das Ganze viel zu lange für einen viel zu niedrigen Lohn.

Es ist klar, dass die heutigen Schulabgänger sich lieber andere Berufe aussuchen. So kommt es zusammen mit der immer älter werdenden Gesellschaft, dass der Arbeitsaufwand immer größer wird. Das führt natürlich wieder dazu, dass die vorhandenen Pflegekräfte das Handtuch werfen und noch weniger sich für den Beruf entscheiden. So sind wir seit vielen Jahren in einer Abwärtsspirale, in der ich noch lange kein Ende sehe.

Der Einfluss von Bewertungsportalen auf die Pflege-Branche

Lässt sich über eine schlechte Bewertung tatsächlich tiefgreifend Einfluss nehmen auf die Arbeitsbedingungen in der Pflege?

Ja, auf jeden Fall. Aber natürlich nicht von heute auf morgen. Pflegekräfte haben jetzt schon den großen Vorteil, dass sie sich aussuchen können, wo sie arbeiten wollen. Stell dir vor, in den nächsten Jahren haben wir Abertausende Bewertungen auf unserer Plattform und in einer Kleinstadt gibt es 10 Einrichtungen, wovon 5 gut und 5 schlecht bewertet wurden. Es ist klar, wo die Pflegekräfte zukünftig hingehen.

Zudem kann der Arbeitgeber durch die Bewertungen direkt sehen, an welchen Stellschrauben er drehen muss, um seine Angestellten zufriedener zu machen. Wenn acht von zehn Pflegekräften die mangelnde Ausstattung mit Hebeliftern und Ähnlichem bemängeln und dadurch über Rückenschmerzen klagen, dann ist ein Arbeitgeber zukünftig gezwungen, etwas zu ändern. Zudem werden die wirklich guten Arbeitgeber, welche sich um gute Arbeitsbedingungen bemühen, deutlich hervorgehoben.

Warum ist das dann nicht über allgemeine Portale wie kununu bereits passiert?

Aufgrund der fehlenden Spezialisierung. Natürlich sind allgemeine Bewertungskriterien wie Gehalt oder Work-Life-Balance wichtig. Deswegen haben wir diese natürlich auch mit drin, aber es fehlt an der Spezialisierung aus der Sicht einer Pflegekraft. Pflegekräfte interessiert es zum Beispiel, wie viele Patienten sie im Dienst zu versorgen haben, wie die Ausstattung mit Pflegematerial ist oder die Weiterbildungsmöglichkeiten sind.

Aus diesem Grund wird unsere Plattform auch von den Pflegekräften von Anfang an so gut angenommen.

Jobsuche über Dienstzimmer.com

Wie läuft die Jobsuche über Eure Seite? Was unterscheidet Dienstzimmer.com von anderen Plattformen?

Was uns so außergewöhnlich macht, ist der umgedrehte Bewerbungsprozess. Bei uns bewerben sich die Arbeitgeber bei den Pflegekräften und nicht andersherum.

Die Pflegekräfte registrieren sich komplett anonym und geben lediglich an, welche Qualifikation sie haben, aus welchem Postleitzahlgebiet sie kommen und ob sie derzeit an einem neuen Arbeitgeber interessiert sind.

Die Arbeitgeber hingegen können dann in einer Umgebungssuche gezielt nach den passenden Pflegekräften suchen und diese anonymen Pflegekräfte über unser internes Nachrichtensystem kontaktieren und von sich als Arbeitgeber überzeugen.

Dadurch gibt es keine Streuung wie bei Zeitungsannoncen oder zum Beispiel Facebooks Ads. Aktiv sind 100% Pflegekräfte aus der eigenen Region, welche aktuell auf der Suche nach einem neuen Arbeitgeber sind. Dazu kommt, dass Arbeitgeber nie wieder darauf warten müssen, dass sich eine Pflegekraft sich bei ihnen bewirbt, sondern sie haben direkten Kontakt.

Glückliche Pflegekräfte sind weniger wechselwillig

Wie finden die Pflegekräfte in Masse auf Deine Seite? Gibt es diese überhaupt frei verfügbar oder geht es eher um ein Angebot eines Arbeitsplatzwechsels?

Der absolute Großteil unserer Nutzer kommt derzeit über die sozialen Medien. Wir konnten uns schon vorab eine große Community und viele große Kooperationen aufbauen.

Jede Pflegekraft kann unsere Plattform nutzen und sich frei registrieren. Es gibt viele, die unsere Plattform nutzen, um ihren Arbeitgeber positiv zu bewerten und ihn hervorzuheben. Diese sind natürlich seltener an einem neuen Arbeitgeber interessiert. Die Pflegekräfte geben an, dass sie glücklich mit ihrem Arbeitgeber sind und werden dann auch nicht in der Suche für Arbeitgeber angezeigt.

Berufseinstieg in der Pflege

Was würdest Du jungen Menschen raten, die sich für einen Einstieg im Bereich Pflege interessieren?

Jeder, der sich für den Pflegeberuf interessiert, sollte vorher genau wissen, was es heißt zu pflegen. Ein freies soziales Jahr, Bundesfreiwilligendienst oder Praktika würde ich jedem raten, der in der Branche tätig werden möchte. Es ist wichtig zu sehen, welche Bereiche es in der Pflege gibt, welche Aufgaben dazugehören und wie unterschiedliche Einrichtungen arbeiten. So kann man auch testen, ob man mit Schichtdienst zurechtkommt, ob man in einem großen interdisziplinären Team arbeiten kann und ob man unter zum Teil hohem Druck, Stress und Verantwortung arbeiten kann.

Der Beruf hat sehr viele schöne Seiten, kann aber auch extrem anstrengend sein.

Wie sich Dienstzimmer.com weiterentwickelt

Welche weiteren Entwicklungen habt Ihr für Dienstzimmer.com geplant?

Wir haben in den ersten 1,5 Monaten bereits über 1.000 registrierte Pflegekräfte erreicht. Ziel ist es bis Ende des Jahres die 4.000 zu knacken.

Auf lange Sicht wird Dienstzimmer.com die Nummer 1 Plattform, wenn es um die Suche nach einem neuen Arbeitgeber oder Arbeitnehmer in der Pflegebranche geht. Zudem ist eine Expansion in weitere Länder fest eingeplant. Den Pflegenotstand gibt es europaweit und sogar darüber hinaus. Mit unserem Konzept können wir nicht nur der Pflegebranche in Deutschland, sondern in vielen weiteren Ländern helfen. 

Vielen Dank für Deine Antworten, Patrick. Ich bin gespannt, wie sich Euer Startup Dienstzimmer.com weiter entwickeln wird.

Über den Interviewten

Patrick Meier Mitgründer von Dienstzimmer.com

 

Patrick Meier ist 33 Jahre alt, verheiratet und Vater von 2-jährigen Zwillingen. Er arbeitet seit über 15 Jahren in der Pflege, davon 7 Jahre als Helfer und 8 Jahre als examinierter Altenpfleger. Vor zwei Jahren hat er begonnen die Plattform Dienstzimmer.com zu gründen. Er joggt jeden Morgen um 4:30 Uhr und liest gerne Bücher zur Persönlichkeitsentwicklung.

>> zur Website Dienstzimmer.com

 

 

 

 

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Stefan Scheller

Abbinder: Persoblogger Stefan Scheller

Mein Name ist Stefan Scheller. In meiner Rolle als Persoblogger und HR-Szene Influencer betreibe ich diesen Blog und das gleichnamige HR-Portal für Praktiker. Vielen Dank für das Lesen meiner Beiträge und Hören meines Podcasts!

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